Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-02-09 · 6 (9.2.1906) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
6 (9.2.1906)
Date
1906-02-09
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/3020846-3021656-3021663--15172-3039923
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

.L-.unm.jk. Nr- 6 Dr. JSlocb’s Mocvenscvrm. Seite 95 Rofenfeld's Jargon, Heimatsklänge zittern durch seine Verse, Heimatsklänge, die alle verborgenen Quellen in unserem Herren rauschen und singen machen und die in ihrer schlichten, ergreifenden Schönheit alles übertönen, was wir in der Poesie der anderen Völker finden können. Aber leider verstehen nicht alle unter uns die Sprache des Jargon und für diese liegen ausgewählte Gedichte Rosenfeld's unter dem Titel: „Lieder des Ghetto" in einer Uebersetzung von Berthvld Feiwel vor, und durch einige Proben möchte ich Ihnen wenigstens einen ungefähren Begriff von der eigenartigen Schönheit und großen poetischen Kraft der Dichtungen Rosenfeld's geben. Da heißt es in „Mein Lied", daß kein goldenes Instrument des Dichters Kehle zum Singen stimmt: . . . der Sklave, der seufzt, und der Sklave, der stöhnt, Der weckt in mir die Lieder. Und flammend erwacht in mir ein Sang Für meine armen Brüder. Und dann fragt der Poet, was ihm die armen Leute wohl dafür geben können, daß er sein Leben für sie verbrauche, daß er vorzeitig vergehe? Antwort: Sie geben für Tränen Tränen her. Sie können nicht anders mich lohnen, Ich bin ein Tränen-Millionär Und beweine die Millionen. . . . (Schluß folgt.) Nene Bücher. Rabbiner Moses Bloch, Professor an der Landesrabbinerschule in Budapest. Die Institutionen des Judentums nach der in den talmudischen Quellen angegebenen geschichtlichen Reihenfolge geordnet und erläutert. III. Teil. Verlag deS Verfassers. Budapest 1905. Unsere Hoffnung. Monatsschrift für die reifere jüdische Jugend. Redaktion und Administration Wien, III./2, Untere Viaduktgasse 25. III. Jahrgang Nr. 2 Februar 1906. Inhalt: Hillel: „Der Klassenkampf bei den Juden zur Zeit des Hasmonäerfürsten". Oskar Keßler: „Im Zeichen der Renaissance". Dr. G r ü n h u t: „Die Jemeniten in Jerusalem. Eldasch Ha-Gelili: „Eine Reise in Palästina". Buki ben Jogli: „Das Lied der Nachtigall", Bücherschau. Korrspondenzen. Dr. M. Altschüler. Vierteljahrss chrift für Bibelkunde. Talmudische und patristische S t ü d i e n unter Mitwirkung von zahlreichen namhaften jüdischen und christlichen Gelehrten Verlag von S. Calvary u. Co., Berlin NW. 7. 2. Jahrgang. Heft 4, Dezember 1905. Inhalt des III. Heftes: Hans Bahr (Berlin): Der Prophet Amos II. H. I. Elhorst (Haarlem): Die beiden Makkabäerbücher und die Vorgeschichte des jüdischen Freiheitskrieges. I. L a n z- Liebenfels (Wien): Anthropozoon Biblicum, Biblio-Exegeticon IV., Anthropogonie. Hermann Algyogyi-Hirsch (Wien): Zur Erklärung: Genes. X. 13; I. Chr. I, 11. August Wünsche (Dresden): Uebertragungen aus Mechiltha. Miszellen: Zur Muttersprache Jesu. Anzeigen. 1. G. Jahn: Das Buch Ezechiel auf Grund der -Septuaginta hergestellt. 2. E. Bischofs: Jesus und die Rabbinen. Jesu Bergpredigt und „Himmelreich" in ihrer Unabhängigkeit vom Rabbinismus. 3. Ein zeitgemäßes Wort über Webers jüdische Theologie. _ Briefkasten. T., Klasno. Sie finden die Berichtigung heute bereits im Blatt. Ullmann, Gloggnitz. Wurde bereits von anderer Seite mitgeteilt. L. W. Sie erinnern sich anläßlich der bedauernswerten Kinderpanik in der Lerchenfelder Pfarrkirche an die baupolizeilichen Chikanen, denen seinerzeit das Tempelbaukomitee in der Josefstadt ausgesetzt war. Wir können Sie versichern, daß in unseren Tempeln außerordentliche Vorsichtsmaßregeln getroffen sind. Bei jedem Gottesdienste stehen alle Ausgänge offen und eine Notbeleuchtung bei Versagen der elektrischen Leitung ist vorhanden. Gerne geben wir Ihre Anregung wieder, man möge die Ausgänge beim Tempel in der Seitenstettengaffe verbreitern und mit den Kindern sogenannte Feuerproben veranstalten. Wir sinv übrigens überzeugt, daß der Kultusvorstanö anläßlich des Unglücks nochmals durch einen Fachmann wird überprüfen lassen, ob und daß alles zum Schutze der Tempelbesucher und besonders der Jugend veranlaßt wird. Herrn A. Bondy. Wollen Sie sich gefälligst mit Ihrer Anfrage betreffs der Subvention für die Schule Ihrer Kultusgemeinde an die Oesterr.-Jsrael. Union, Wien, IX., Universitätsstraße 8 und an Herrn Dr. jur. Theodor Haas in Brünn wenden. R. S. Die Affaire der klerikalen antisemitischen Lehrerin Büchl, welche einen vierzehnjährigen Knaben verführte und im Kloster versteckte, wird noch die Gerichte beschäftigen, da die Lehrerin in einem oberitalienischen Orte verhaftet wurde. Wir wagen gar nicht auszudenken, was geschehen wäre, wenn das eine Jüdin getan hätte. Gewiß war die Verhaftete Mitglied des christlich-sozialen Frauenbundes oder sonst einer antisemitischen Vereinigung, die zum Schutze gegen jüdische Unmoral gegründet wurden. Sie meinen, daß die verschlossene Heimlichkeit der Klöster Kinderentführungen begünstigt, wie schon so oft in Galizien. Da es sich hier um einen Christen handelt, so ist doch ein Hoffnungsschimmer vorhanden, daß das Justizministerium diesen Zuständen ein Ende bereitet. Frankreich. Sie dürfen sich nicht wundern, daß die französischen Antisemiten bei der Inventaraufnahme in den Kirchen der Staatsgewalt bewaffneten Widerstand entgegengesetzt haben. Diese Leute, die so viel von dem vergiftenden revolutionären Geist der Juden faseln, sind eben nur dann patriotisch und loyal, wenn es Ihnen so paßt. Auch unsere Christlich-Sozialen, die sich stolz „schwarz-gelb" nennen, sind zu einer Demonstration in die Hofburg gezogen, als ihr geliebter Lueger nicht bestätigt wurde. „Und der König absolut, wenn er unsern Willen tut." Z. Octavio Lueger kann nun wieder auf den Lorbeeren seines jüngsten Heldenstückes ausruhen. Unter der unparteiischen Verwaltung, deren er sich beim Sylvesterempfang der Beamten so begeistert rühmte (siehe das Sprichwort über Eigenlob), wurden bei der letzten Lehrergehaltsregulierung die freisinnigen Lehrer sämtlich übergangen und die jüdischen Lehrer stramm in die unterste Gehaltsstufe versetzt. So wird unter den Jugendbildnern die Gesinnungslüge gezüchtet. Unter den Gemaßregelten befindet sich auch der Lehrer Rudolf Hawel, dessen Sittenkomödie „Die Politiker" grell m das christlich-soziale Treiben hineinleuchtet. § 19. Wir wissen nicht, ob ein Kreisgerichtspräfident eine persönliche Anfrage höhernorts vorlegen muß, ehe er sie beantworten kann, wenn der Tatbestand klar ist. In der Berichtigung heißt es wohl, daß diese Aeußerung falsch ist, „diese oder eine ähnliche Aeußerung" heißt es nicht. Die Berichtigung ist auch mit großer Raschheit eingetroffen im Gegensatz zu dem Umstand, daß gewisse Worte Ernst Schneider's im Landtag über einen sehr hohen Justizfunktionär bis heute unwidersprochen blieben. Mlazoo. Abonnement dankend erhalten, bezahlt bis 30. August l.J. An unsere geschätzten Abonnenten! Wir sind bei der Drucklegung der Adreßschleifen und ersuche» unsere P. T. Abonnenten, Aenderungen der Adreßschleifen umgehend bekannt geben zu wollen. Die Administration. Mazzos-Lieteruug. Die Prager Kultusgemeinde beabsichtigt für die nächsten Osterfeiertage die Lieferung der Mazzos (Tisch-, Koch- oder Reibmazzos) für die Gemeindeanstalten und wohltätigen Vereine, im ganzen 7000 bis 8000 Kilo, im Offertwege zu vergeben. Die Mazzos können entweder im hiesigen Gemeindebackhause erzeugt oder von auswärts geliefert werden. Die Lieferungsbedingungen können in der Gemeindekanzlei eingesehen oder in Abschrift erhoben werden. Auf diese Lieferung Reflektierende wollen ihre Gesuche bis längstens 14. Feeruar 1906 bei der Kultusgemeinde-Reqräsentanz in Prag überreichen und durch glaubwürdige Atteste ihre vollkommen rituelle Verlässlichkeit nachweisen. Die Auswahl unter den Reflektanten bleibt der Repräsentanz Vorbehalten. Israelitische Kultusgemeinde-Repräsentanz Prag, den 1. Februar 1906. Der Präsident. Für einen jungen, akademisch gebildeten Rabbiner bietet sich Gelegenheit, die Tochter eines hochangesehenen Rabbiners zu ehelichen. Die junge Dame ist hochgebildet, äusserst wirtschaftlich, von einnehmendem Aeussern und besitzt ein angemessenes Vermögen. Anträge werden unter Chiffre: „T. J.“ an die Administration der „Oesterr. Wochenschrift“ erbeten.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.