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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1906-01-19 · 3 (19.1.1906) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
23 (1906)
Issue
3 (19.1.1906)
Date
1906-01-19
Page
– (sequence 15)
Language
German
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"-"T " T ^fW'.rü.l.STTT . . Nr. 3 Dr. Dlocv's MlocdenscdrM. Sette 47 Kiteratur. Grunwald Dr. M., „Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde". Neue Folge, Jahrgang II, Heft 1 (der ganzen Reihe 17. Heft), Berlin 1906, Calvary u. Komp.. 56 S. 7 Jllustr. Preis pro Jahrgang (4 Hefte) 4 M. Grunwalds „Mitteilungen zur jüdischen Volkskunde" sind mit dem Beginn des IX. Jahrganges ihres Erscheinens in ein neues Stadium ihrer ersrenlichen Entwicklung getreten. Sie werden von nun an vierteljährlich erscheinen. „Durch diese Erscheinungsweise", bemerkt die Verlagsbuchhandlung auf dem Umschlag des vorliegenden Heftes, „hoffen wir, daß sich der Kreis unserer Freunde und Interessenten mehr und mehr erweitern wird, zumal es sich Redaktion und Verlag angelegen sein lassen werden, inhaltlich wie in der Ausstattung das Beste zu geben und mit den alten Absichten neue Möglichkeiten zu verbinden". Wie dieses 17. Heft der „Mitteilungen" beweist, ist diese Verheißung nicht zu hoch gegriffen. Die Fülle und der wissenschaftliche Wert des Inhalts wie die trefflichen bildlichen Beigaben zeigen die Zeitschrift aus der Höhe der Leistungsmöglichkeit, sie dürften selbst noch so weitgehende Ansprüche zusriedenstellen. Den Reigen der Beiträge eröffnet eine Arbeit des ausgezeichneten Bibliographen Sigm. Seeligmann in Amsterdam „über die erste jüdische Ansiedlung in Amsterdam". Aus einer Fülle höchst interessanter, hier zum erstenmale veröffentlichter Daten wird über den bedeutsamen Gegenstand ein neues Licht verbreitet. Wir erfahren nebenher Neues über Maria Nunez, die Heldin des Philippsohn'schen Romanes „Jakob Tirado", über Menasse ben Israel, Moses Uri Halcwi, die Zolkiewer Drucke, über eine jüdisch-deutsche Tageszeitung der Amsterdamer Aschkenasim, wie die Portugiesen als ihr Gemeindeblatt die „Gazeta de Amsterdam" Herausgaben usw. An diese Arbeit schließt Dr. Grunwald eine Reihe von „Genrebildern aus den Memoiren der Glücket von Hameln". Aus diesem für die Kulturgeschichte des Ghettos überaus wichtigen Buche werden hier zum erstenmale in teils wortgetreuer, teils ein wenig freierer Transkription einige der gelungensten Proben der trefflichen Erzählerkunst der Hamburger — Künstlerin, so dürften wir nach diesen Leistungen sie anstandslos nennen, in guter Auswahl geboten. Wir hören von „Glückels Mutter", „Glückels Schwiegervater", einem „Besuch bei den Schwiegereltern", „Wie man damals reiste", von „einer vornehmen Hochzeit", von „Glückels Stiefschwester", „Sabbatai Zebi", wie „Glückels erster Mann stirbt", zum Schluß „wie Glücket fabuliert". „Das Feld- und das Kejwermessen" von Dr. Weisienberg, Elisabethgrad, mit einem Exkurs über andere jüdische Bräuche und trefflichen Illustrationen, ferner jüdisch-deutsche Liedertexte aus Rußland, sowie ein von Dr. Heckscher beschriebener Hamburger Bilderbogen, der eine in köstlichem Humor gehaltene Darstellung der Hamburger jüdischen Hausierer aus den ersten Dezennien des 19. Jahrhunderts bietet, stehen den genannten,Arbeiten würdig zur Seite. Es ist zu wünschen, daß die edlen Bestrebungen dieses Unternehmens durch Unterstützung vor allem der Herren Rabbiner und Religionslehrer, besonders in der Provinz, wo noch Fundgruben der jüdischen Volkskunde zu erschließen wären, die verdiente tatkräftige Förderung erfahren. F. 8. Nene Bücher. „Altnenlnnd". Monatsschrift für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas. Herausgegeben von F. Oppenheimer, S. S o s k i n, O. W a r b u r g. Redaktion und Geschäftsstelle: Dr. S. Soskin, Berlin W. 15, Psalzburgerstraße 83. II. Jahrgang. Heft November-Dezember 1905. Inhalt: Eberhardt: Jugendpflege» David Trietsch: Die Gartenstadt. Jüdische Kolonien. Palästina und Nachbargebiete. Vermischtes. David Balakan. Die Sozialdemokratie und das jüdische Proletariat. Verlagsbuchhandlung Brüder S u s ch i tz k y, Wien, X., Keplerplatz 4. Kriefkasterr. Ingenieur B. R. in Wien. Besten Dank und Gruß. W. Versuchen Sie es mit dem „Deutschen Volksblatt". Vielleicht wird man dort Ihre Einsendung abdrucken. L. P. G. Oberkantor Beta Gnttmann wohnt II., Asperngasse, »Hotel de l'Enrope". Unparteiischer. Es ist richtig, daß für die bedauernswerten Obdachlosen im Wiener Gemeinderate kein Geld bewilligt wurde. Die Auflassung der bestehenden kommunalen Fleischstände, die von der Bevölkerung mit Jubel begrüßt wurden und talsächlich für die ärmeren Schichten eine Wohltat waren, soll beschlossen sein, wie ein Wiener- Blatt nieldet. Die soziale Anschauung des unparteiischen Bürgermeisters ist eben von der weniger schönen als gesunden Anschauung beherrscht, daß Obdachlose keine Wähler sind, dre Fleischhauer aber ja. R. &. Kuropatkiu hat sein großes Depot bei der russischen Staatsbank behoben, um es ins Ausland zu bringen. Daraus können sie das Vertrauen auf Rübe eines Mannes ersehen, der die gegenwärtige Regierung kennt. Uebrrgens wird Vergani den Namen von jetzt ab mit einem (!) versehen. Denn der russische Feldherr Rückwärts hat mehr Vorsicht als Patriotismus entwickelt, bekanntlich nur eine Eigentümlichkeit der Juden. Literat. Tatsächlich hat Vergani den größten Einfluß auf das Jubiläumstheater und hat kürzlich einen Dramaturgen jüdischer Abstammung hinausgebissen. Er ist ja als Literaturbehörde sehr kompetent. Kennt er doch fremde Literatur sehr genau, wie er mit seiner skandinavischen Reisebericht-Abschrift bewiesen hat. Schule. Der Bürgerschuldirektor Josef Kurz hat den Antisemiten eine gute Lehre gegeben. Er hat die Gewerbeschnlkommission resolut geklagt, als man ihn nach achtzehnjähriger Dienstzeit kurzerhand entließ. Das Gericht hat ihm Recht gegeben. Der Mann ist eben freisinnig und ein paar christlich-soziale Streber lauerten schon auf seinen Posten. Das war die Ursache seiner völlig grundlosen Entlassung. Eine wahre Räubermoral! I. <£. in K. Der Sieg der Liberalen in England ist für die Juden nur von Vorteil; die Unionisten haben tatsächlich das Einwanderungsgesetz durchgesetzt und mit dem Antisemitismus der unteren Schichten liebäugelt. Wie weit Zangwills Plane von der Regierungsändcrung betroffen wurden, wissen wir nicht. Mährer. Unserer Ansicht nach soll sich der Jude offen und bei jeder Gelegenheit als solcher bekennen. Das macht notorisch bei Christen den besten Eindruck. B. Das Wiener Bürgertheater ist keine ausgesprochen antisemitische Gründung. Der Direktor muß nur dem Terrorismus der Christlich-Sozialen Konzessionen machen. 63rMtisrtN3wrscßtss1 aus Kokosnüssen. Pflanzen' 'E Ägnaz Theumann'sche Heicats-Ausftattunqs-Stiftung. Ter Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde bringt hremit zur Kenntnis, daß aus den Zinsen der obgenannten Stiftung ein Betrag von Kr. 2000— an ein mit bei« Stifter Herrn JgnazTheumannverwandtesMädche n israel i t is cher Konfession zu verleihen ist. Bewerberinnen haben ihre mit einem Geburts-, Armuts-, Brautstands- und Sittenzeugnisse sowie dem legalen Nachweise der Verwandtschaft mit dem Stifter versehenen Gesuche, bis 31 Jänner 1906 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt vielmehr die genaue Angabe der betreffenden Daten. Auf verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Architekt Max Fleischer'sche Wohltätigkeits-Stiftung. Vom Vorstande der israelitischen Kultusgemeinde Wien wird hiemit bekanntgegeben, daß am 29. März 19«j6 die einjährigen Zinsen der obgenannten Stiftung per Kr. 95.-- an einen mittellosen, würdigen israelitischen Handel- oder gewerbetreibenden Bewohner der Wiener Gemeindebezirke Mariahilf und Neubau und in Ermanglung eines solchen an ein sonstiges Handel- oder gewerbetreibendes Mitglied der israelitischen Kultusgemeinde Wien zur Verleihung gelangen. Hiebei haben ehemalige Mitglieder oder Angehörige von Angestellten des Tempelvereines für die Gemeindebezirke Mariahilf und Neubau den Vorzug, insoferne die auf einen solchen Vorzug Anspruch Erhebenden hierüber einen glaubwürdigen Nachweis erbringen. Tie mit den legalen Nachweisen über den Betrieb eines Handels- oder Gewerbeunternehmens wsmum

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