Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 1 (5.1.1906)
- Date
- 1906-01-05
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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Nr. 1 Dr. Llocb's MLocvenscbrtN. Seite 13 alle Teilnehmer. Wir erwähnen, daß sowohl die Herren P a s ch k a, L ö w y lind Steiner, als auch die Damen Berliner. Dr. A r nst e i n, P a s ch k a und Frau Steiner es sich nicht nehmen ließen, die Kinder des Vereins vom Ausspeisungslokale ans im Zuge nach dem Gotteshaus zu führen. Der Tenipelfeier schloß sich im Eafö Schwender eine Kinderjause an, die Herr Stern großmütig beigestellt hat. Hiebei wurden die Kinder reichlich beschenkt, wozu sämtliche Borstandsdamen und -Herren des Vereines ihr Schärflein beitrugen. — Ein anderes Fest, ein Kinderfest im wahren Sinne des Wortes, vereinigte wenige Tage später, am 25. Dezember 1905, die Freunde des Vereins im Saale des Arbelter-Verbandsheim VI., Königseggasse 10. Dieses Ffist brachte dem Verein ein Reinerträgnis von 1200 Kronen. Erwägt mau, daß Karten zu bloß einer Krone verausgabt wurden, so kann man die Fülle von Arbeit ermessen, die das rührige Komitee geleistet und die in der obengenannten Summe sich so dankenswert verkörpert. Der Verein hat alle Ursache, mit dem Erfolg dieses Festes zufriedeu zu sein. Leider fällt auf die Freude des Gelingens wie ein dunkler Schatten die Tatsache, daß gerade jene Großen der jüdischen Gemeinde, die leicht und Bedeutendes für die Not unserer Kinder beisteuern könnten, mit kühler Reserve von unseren Veranstaltungen sich ferne halten. Möge auch ihnen die Erkenntnis kommen, daß es ihre vornehmste Pflicht wäre, helfend und unterstützend dort einzugreifen. wo es sich wie hier um hungernde jüdische Schulkinder handelt. Wien-Mariahilf. Sonntag den 7. Jänner, 5 Uhr abends, findet im Tempel, VJ., Schmalzhofgasse 3, ein Trauergottesdienst für weiland k. k. Baurat Max Fleischer statt. Wien. (Brigittenau er israelitischer Unterstützungsverein.) Mittwoch den 10. Jänner 1906, 8 Uhr abends, findet in Philipp Haars Restauration. XX., Treustraße, die X. ordentliche Generalversammlung des Brigittenauer israelitischen Unterstützungsvereines statt. Tagesordnung: 1. Bericht des Obmannes. 2. Bericht der Kontrollore. 3. Rede des Herrn Dr. Heinrich Schreiber. 4. Neuwahlen. 5. Anträge und Interpellationen. Sollte die Generalversammlung um 8 Uhr nicht beschlußfähig sein, findet dieselbe mit der gleichen Tagesordnung ohne Rücksicht auf die Zahl der anwesenden Mitglieder um 8 Uhr 30 Minuten in demselben Lokal statt. Der Vorstand. Wien. (Trauung.) Sonntag den 14. Jänner d. I. um 12 Uhr mittags findet im Tempel IX.. Müllnergasse die Trauung des Fräulein Lilly S t r a k o s ch, Tochter des Herrn I. Rudolf S t r a k o s ch, mit Herrn Erwin Z i f f e r e r, Sohn des Herrn Gemeinderates Donat Z i f f e r e r, statt. Wien. (Akademie.) Unter dem Titel: „Von kleinen Leuten für kleine Leute" veranstaltete am 26. Dezember 1905 in der Zeit von 3 bis 5 Uhr nachmittags das Damenkomitee des Hietzinger Tempelvereincs, an dessen Spitze die Damen Eugenie H o f f m a n n, Hermine B e r n f e l d, Jda Berliner, Laura Kronberger. Helene H e r tz k a und andere stehen, im Mnsiksaale des Ottakringer Bräu, Auhofstraße 1, zu Gunsten des Tempelvereines eine Akademie, die massenhaft besucht war und viel Anregendes bot. Namentlich der achtjährige Violinvirtuose Ludwig Philipp Wikels und die junge Pianistin Louise Wandt entzückten die Zuhörer. In zwei Kinderstücken spielten die Kinder der Vorstände zu Aller.Befriedigung. Um die Regie hatte sich auch Frl. Direktor Goldmann- Piske verdient gemacht. Baden. Herr Ignaz S ch i s ch a, Präses der israel. Kultusgemeinde in Wr.-Neustadt, hat anläßlich der Verheiratung seiner Tochter am 19. November 1905 an die armen Glaubensgenossen in Jerusalem in einer Weise gedacht, die aufrichtige Herzlichkeit und warme familiäre Hinneigung für diese Aermsten der Armen bekundet. Er sandte an die dortige Volksküche „Let-Lataivsedil-LaklLli- 00 Kronen mit dem Aufträge, am gedachten Hochzeitstage für fünfzig Arme, Männer und Frauen, ein Gastmahl zu bereiten. Aus dem vom Vorstande dieser Anstalt an Herrn Schischa gelangten Antwortschreiben und demselben beigelegten Programme geht hervor, welch dankbares Gefühl unter diesen jerusalemischen Arnien für den fremden Spender herrschte und welch innige Gebete sie bei diesem Anlasse für das Brautpaar zum Himmel sandten. Vor dem Mahle wurde von den Bedachten bei der Lössel Llaarovü das Minchagebet abgehalten, für das Brautpaar und dessen Eltern ein besonderes Gebet verrichtet, worauf sie sich in den festlich hergerichteten Speisesaal zum Mahle begaben. Unter lauten „Lechajim"-Rufen für die Gedenkenden Jerusalems in der Ferne erklangen die Becher und freudige und weihevolle Stimmung herrschte unter den Gelabten. In vielen Kreisen Jerusalems wurde diese seltene Art „Zedaka" mit Lobesworten besprochen und der frommen Gesinnung des Spenders mit Dankbarkeit gedacht. Oberhollabrunn. Mittwoch den 27. Dezember v. I. fand über Beranlasinng unseres verehrten Präses Herrn Max Wallisch die Religionsprüfung an der öffentlichen Mädchen-Volks- und Bürgerschule in Anwesenheit des Bürgerschnl-Direktors Herrn Pedain statt, welche in der glänzendsten Weise ausfiel und aus weichem Anlasse dem Religionslehrer Herrn S. I e l l i n e k seitens des Bezirks-Rabbiners als auch des Herrn Direktors und Kultnsvorstehers besondere Anerkennung für diesen Erfolg zuteil wurde. Hierauf fand ein Festgottesdienst statt, bei welchem Herr Bezirks-Rabbiner Dr. R o s e n m a n n die Predigt hielt. Mit der Absingung der Bolkshymne schloß die erhebende Feier. Abbazia. (C h a n u k a f e i e r.) Anläßlich des Chanukafestes fand am 22. Dezember 1905 in den Sälen der Pension B r e i n e r eine imposante Feierlichkeit statt. Den Gesangsteil verrichtete Herr I. Grün, Kantor der „Pension Bremer". Jüdisches Ferienheim in Brünn. Heute wurde hier ein neuer Verein gegründet. Einige junge Damen haben beschlossen, sich von dem Wiener jüdischen Ferienheim, dem sie bis jetzt als Filial-Verein angehörten, loszulösen und einen selbständigen Verein zu gründen. Als Ursache für diese Erscheinung wurde angegeben, daß für die Brünner Kinder, die in dem „Franz Josefs-Ferienheim zu Tischnowitz" Aufnahme fanden, ein zu hoher Betrag, 86 X, gezahlt wurde. So löblich die Absichten des Mädchenkomitees auch sein mögen, die Anfrage des Dr. M. G r ü n f e l d war doch berechtigt, ob und wie die armen Kinder werden versorgt werden. Auch die Antwort, welche ein Herr mit großem Stimmaufwande dem bescheidenen Frager gab, war keine befriedigende. Vielleicht hätte bei fortgeführten Verhandlungen doch eine Einigung mit dem Muttervereine erzielt und der allerdings bedeutende Betrag von 86 X auf ein geringeres Maß herabgesetzt werden können. Wir wünschen dem jungen Vereine fröhliches Gedeihen — und unseren Kindern einen ähnlichen Aufenthaltsort, wie in Tischnowitz. Olmütz. Freitag den 22. Dezember abends fand nach dem feierlichen Gottesdienste, bei welchem Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Oppenheim eine Predigt über die Bedeutung des Chanukafestes für unsere Zeit hielt, un Sitzungssaale der isr. Kultusgemeinde wie alljährlich die Be'chenkung von 24 armen Schulkindern mit kompletten Wmterkleidern seitens des hiesigen isr. Frauenvereines statt. Dieser Wohltätigkeitsakt verlief in einfacher, aber höchst würdiger und herzerquickender Weise. Der zielbewußten Leitung des Vereines unter dem Präsidium der Damen Frau Sophie Zweig und Sophie Kaufmann und der tatkräftigen Unterstützung der übrigen Vorstandsdamen gebührt der innigste Dank nicht bloß für diese schöne Feier, sondern auch für das erfolgreiche Bemühen, der zarten Regung des jüdischen Herzens folgend, überall helfend, tröstend einzutreten, wo es not tut. Im Namen der isr. Gemeindevertretung dankte deren Präsident Herr Dr. Eben in herzlichen Worten, während Herr Rabbiner Dr. Oppenheim das Wirken des Vereines vom religiösen Standpunkte beleuchtete, zum unentwegten Beharren in dieser Wirksamkeit aufforderte und an die Kinder freundliche ermahnende Worte richtete. Teebitsch. Am 17. Dezember veranstaltete das hiesige geehrte Damenkomitee zur Unterstützung armer Schulkinder ein solennes Bescherungsfest. Nachdem die minder unter der Leitung des Lehrkörpers vor den zahlreich versammelten Gästen mehrere schöne Vorträge gehalten hatten, wurden sie alle mit Backwerk beschenkt und 130 von ihnen, ohne Unterschied der Konfession, erhielten Kleider und Schuhe. Für dieses schöne Werk der Menschenliebe und Wohltätigkeit sei dem verehelichen Damenkomitee, an dessen Spitze die verdienstvolle Frau Pauline Felix steht, sowie allen edlen Spendern von hier und auswärts der herzlichste und wärmste Dank ausgedrückt. 'Auspitz. Anläßlich des 40jährigen Dienstjutuläams unseres Kantors und Lehrers Herrn Gabriel Werner fand hier im israelitischen Tempel am 25. De:ember 1905 eine solenne Feier statt, welche von dem Komitee der Kultusgemeinde, bestehend ans den Herren Heinrich Berisch (Kultusvorsteher), Julius Aschkenes und Adolf Redlich arrangiert wurde. Ein zahlreiches Publikum von Juden und Christen ans den besten Ständen der Stadt und Umgebung war daran beteiligt. Diese Feierlichkeit, welche mit Bankette verbunden war. nahm folgenden Verlauf: Um II Uhr vormittags, nachdem die Stadtvertretung unter der Führung des Herrn Bürgermeisters und Landtagsabgeordneten Herrn Schleimayer eingetreten war, bestieg der Kultusvorsteher Herr Heinrich Berisch die Tribüne und richtete an den Jubilar eine ergreifende Ansprache und heftete ihm die Ehrenmedaille an. Hierauf erwiderte der Jubilar mit freudetränenden Augen diese Begrüßungsrede und schloß mit einem dreimaligen Hoch auf unseren allverehrten Kaifcr, worin alle Festgäste einst'.mmten Tann hielt Herr Dr. Jzn z Cuefa, Advokat in Lundenburg, einer der ältesten Schüler des Jubilars, die Festrede. Dieser schilderte die Tätigkeit und die Leistungen des Jubilars während seiner 40jährigen Dienstzeit, worin