Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 23 (1906)
- Issue
- 1 (5.1.1906)
- Date
- 1906-01-05
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr 1 Dr. JHocb’s MlocbenscbrM. Seite 11 Lobositz K 1010.—; Nachod K 1000.—, zusammen K 3000.—; Kimpolung X 939.—; Smichow K 900.—, zusammen K 3584.50; Krumau K 761.—; Sambor X 700.—; Bjelovar K 600.—; HoraÄiowitz X 529.—; Neutitschein K 507.—; Przemysl X 500.—, zusammen K 700.—; Uugarisch-Hradisch X 500.—, zusammen K 1100.—; Tluste K 429.—; Reichenau i. B. X 491.—; Neumarkt K 426.50; Bodenbach K 405.—; Kozlow K 400.—; Linz K 400.—, zusammen K 1000.—; Koprivnika K 386.12; Jamnitz K 349.—; Auspitz K 331.—; Ernsdorf K 328.—; Neunkirchen Iv 300.—; Trembowla K 292.—; Witkowitz K 270.—; Bilin K 265.—; Chrudim K 245.—; Dornawatra K 204.20; Humpoletz K 200.—; Reichenberg Iv 200.—; Pirnitz K 179.—; Cernowitz i. B. X 161.—; Teplitz-Schönau K 156.50, zusammen K 8122.50; Horn K 155.—; Horowitz K 1 53.—; Mies K 134.—; Wadowize X 130.—; Groß-Meseritsch X 127.—; Pilgram X 120.—; Sobieslau K 116.—; Stockerau K 100.—; Budin X 100.—; Budweis K 50.—, zusammen Iv 2450.—; Proßnitz K 40.—, zusammen X 2340.—; Brüx X 44.90, zusammen X 2001.90; Pardubitz X 32.—, zusammen K 1096.—, Teschen X 10.—, zusammen X 1106.—; Mistelbach X 11.—, zusammen X 1012.—; Schuljugend zu Zbvrow X 10.—; Pilsen (avisiert) X 10.000.—; Sammlung der Herren kais. Rat S. Perlberger in Klasno und E. H. Friedmann in Wielicka (avisiert) X 1042.—. Arische Lehrer an jüdisch-konfessionellen Wohltätigkeits-Instituten. Wien, 29. Dezember 1905. An die löbliche Redaktion der „Oesterr. Wochenschrift" Wien. Ich erlaube mir die löbliche Redaktion um Ausnahme folgender Zeilen höflich zu ersuchen; Wie alljährlich wurde ich auch Heuer seitens des geehrten Kuratoriums des israelitischen Blindeninstitutes aus der Hohen Warte zur Chanukafeier eiugeladen, um mich von dem Fortschritte dieses als Musteranstalt geltenden Institutes zu überzeugen. Ueber die erhebende Feier als solche, sowie über die herrlichen zur Schau gebrachten Arbeiten der blinden Kinder überlasse ich anderen dazu Berufenen zu berichten. Ich will aber über eine wahrscheinlich sehr wenigen Juden bekannte Tatsache berichten, die mich in sehr großes Erstaunen versetzte. Ich erfuhr nämlich bei dieser Gelegenheit, daß an diesem ausgesprochen jüdischen Institute, welches von einem der edelsten Menschen errichtet wurde, ein Christ als Lehrer, aber nicht etwa als Fachlehrer, sondern eigentlich als Erzieher der blinden Kinder angestellt ist, der auch ihre religiösen Hebungen zu überwachen hat. Bei der jetzigen Strömung, wo jüdische Lehrer an öffentlichen Schulen weder angestellt, und, wenn dies von früher der Fall war, durch Zurücksetzung gegenüber den Christen gekränkt werden, wo diesen jüdischen Lehrern seit neuester Zeit auch die Christenkinder aus den Klassen weggenommen werden, sollte man doch glauben, daß an einem solchen ausschließlich jüdischen Institut kein Lehrer einer anderen Konfession angestellt zu werden braucht, da doch genügend jüdische Lehrer, die vacant sind, gewiß die dazu notwendige Begabung haben. Ich kann mir gar nicht denken, daß dies dem sehr geehrten Kuratorium bekannt sein wird und würde dies auch gewiß nicht den Intentionen des Gründers dieses Institutes entsprechen. Es ist mir ferne gelegen, dem betreffenden Lehrer zu schaden, noch will ich dadurch einem anderen Lehrer zu dieser Stelle verhelfen, aber ich glaube, daß dies bei der heutigen Zeit durchaus nicht notwendig ist, besonders, wo täglich in den Zeitungen zu lesen ist, wie seitens der Christen gegenüber den Juden vorgegangen wird und es auch nicht am Platze ist. daß ein christlicher Lehrer die religiösen Hebungen von jüdischen Kindern beaufsichtigt. Indem ich der geehrten Redaktion für die gütige Aufnahme bestens danke, verbleibe ich mit besonderer Hochachtung der treue Abonnent R. 2ötCft. Auf Anregung des Russo Jewish Comitö in London hat das Frankfurter „Hilfskomitee für die notleidenden osteuropäischen Juden" eine Konferenz zur Besprechung dringender Fragen, die sich aus Anlaß der traurigen Berhältnisse unserer Glaubensgenossen in Rußland ergeben, einberufen, welche am 4. Jänner 1906 in Frankfurt a. M. stattgefuuden hat. Für die Konferenz, zu welcher alle Hilfsorganisationen je zwei Delegierte entsenden, war vorbehaltlich weiterer Beratungsgegenstände, folgende Tagesordnung in Aussicht genommen: 1. Antrag der „Israelitischen Allianz" in Wien; Besprechung der Durchwanderungs- und Auswanderungsfragen angesichts der Anstauung russischer Massen in Oesterreich: 2. Antrag Frankfurt: Unterbringung russischer Waisenkinder; 3. Verwendung der vorhandenen und Sammlung neuer Mittel. — Zugleich erließ das zionistische Aktionskomitee die Einladung zu einer am 29. Jänner 1906 in Brüssel stattsindenden Konferenz, die von dem Vorsitzenden Herrn Dr. W o l s s s o h n - Köln unterzeichnet an die dem russischen Hilfswerk gewidmeten Körperschaften und an hervorragende Einzelpersonen gerichtet war. Der russische Finanzminifter über einen jüdischen Beamten. Großes Aussehen erregt in Petersburg ein Nachruf, dem der gegenwärtige russische Finanzminister Iwan Schipvw einem seiner in diesen Tagen verstorbenen Untergebenen, Herrn Jakob Jsajewitsch Eliasberg, in den Petersburger Blättern widmet und den er mit seinem vollen Namen Unterzeichnete. Ist es schon an sich ein Novum, daß ein russischer Minister einem Untergebenen einen Zeitungsnekrolog hält, so ist in diesem Falle der Nachruf Schipows um so bemerkenswerter, als der verstorbene Eliasberg Jude war und dem Glauben seiner Bäter bis an sein Lebensende treu blieb. Der schlichte und ergreifende Nachruf lautet wörtlich soldendermaßen: „Amtskollegen und Freunde haben dem verblichenen Jakob Jsajewitsch Eliasberg die letzte Ehre erwiesen. Mit ihnen trauerten sicherlich auch alle jene, die der Zufall, sei es auch nur ein einzigesmal, mit diesem wahrhaft guten, sympathischen Menschen zusammenführte. Und groß ist fürwahr die Zahl derer, die ihn gekannt haben. Nach Absolvierung der juristischen Fakultät an der Universität in Odessa widmete sich Eliasberg, der den Grad eines Kandidaten des Rechtes erlangt hatte, in der Zeit von 1883 bis 1899 dem Dienst im Obersekretariat des zivilen Kassationsdepartements, wo jeder, der in diesem Departement zu tun hatte, mit ihm bekannt wurde. Im Jahre 1899 trat er in den Dienst des Finanzministeriums über, wo er als Beamter für besondere Aufträge dem Amte der Juriskonsulenten zugeteilt ward. Gründliche juristische Bildung, welche durch die Erfahrungen seiner langjährigen Tätigkeit in einem der schwierigsten und wichtigsten Departements ergänzt, erweitert und bereichert wurde, machte ihn zu einem für das Finanzministerium höchst wertvollen Rechtskonsulenten bei vielen gesetzgeberischen Arbeiten, Prozessen und Verwaltungssragen. Die Frucht der genauen Kenntnis von der Praxis des Senates, die der Dahingeschiedene sich erworben hatte, war sein im Jahre 1900 erschienenes Werk „Die Ostseepraxis des regierenden Senates für die Zeit von 1891 bis 1899", worin die komplizierten Fragen des Lokalrechtes der Ostseeprovinzen erläutert und besprochen werden. Eliasberg war ein vortrefflicher Jurist, jedoch kein einseitiger Fachmann; denn noch vor seinem Eintritt in die juristische Fakultät besuchte er einen Kurs in der chemisch-technischen Abteilung des Rigaer Polytechnikums und überdies interessierte er sich während seines ganzen Lebens unablässig für exakte Wissenschaften, so daß er auch aus diesen Gebieten seine Kenntnisse stets bereicherte. In Eliasberg war umfassende, vielseitige Bildung harmonisch mit großem Geist und einem guten Herzen vereint. Allen, die ihn kannten, wird sein kindliches Gemüt, sein zuvorkommendes, rücksichtsvolles Benehmen gegen seine Umgebung, seine Schlichtheit im Verkehr, seine Bereitwilligkeit, jedem hilfreich beizuspringen und ihn durch seine Erfahrungen und sein ausgedehntes Wissen