Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 51 (22.12.1905)
- Date
- 1905-12-22
- Page
- – (sequence 18)
- Language
- German
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Seite 622 Dr. Llocv's Mocvenscvrltt. Nr. 51 Herr von Appel Nr. 60 unter persönlicher Leitung des Kapellmeisters. Karten ä K 3.— sind bei der Präsidentin Frau Dr. Weiß, XX., Klosterneuburgerstraße 1'*, sowie bei allen Vorstandsdamen erhältlich. Jglau. Kurz nach der Einweihung des Tempels in Pohrlitz durch Herrn Rabbiner Dr. Ad Schmiedl trat Herr Karl Brunne r, d. Z. Kantor der Jglauer Kultusgemeinde, in seiner obengenannten Heimatsgemeinde — vor einem halben Jahrhundert — sein Amt an, das er bis zum Jahre 1870 zur besonderen Zufriedenheit seiner Vorgesetzten inne hatte. Vom 2. Jänner 1671 wirkt er in unserer prachtvollen Synagoge zu Jglau und verrichtet alle anderen ihm übertragenen Funktionen noch ungeschwächt und erfreut sich durch seinen Charakter, seine Friedensliebe und seine Leistungen im Amte besonderer Beliebtheit in unserer Gemeinde, ja in unserer ganzen Stadt, der zweitgrößten Mährens. Am 1. Jänner 1906 begeht Herr Kantor Brunner sem SOjährigeS Amtsjubiläum und werden von vielen Seiten ihm Ovationen zugedacht. Mögen dem Jubilar noch viele glückliche Jahre an der Seite seiner biederen und tugendhaften Gattin beschieden sein. —. 1. Prag. Dieser Tage feiert in M e l n i k der praktische Arzt Dr. S. Treulich seinen siebzigsten Geburtstag. Der verdienstvolle Mann, der seit Jahrzehnten mit unermüdlicher Pflichttreue seinem Berufe obliegt, ist in den weitesten Kreisen wegen seines lauteren Charakters, wegen seines selten humanen Wesens uid wegen seiner reichen Veranlagung hochgeschätzt. In früheren Jahren war Doktor Treulich auch auf schriftstellerischem Gebiete erfolgreich tätig. Der Der Jubilar ist auch als geistreicher Rätseldichter bekannt und er betreibt diese geistige Liebhaberei noch heute mit immer regem Scharfsinn. Aus Anlaß seines Jubiläums war er Gegenstand ehrender kundgebungen. Die Kultuscemeinde Mctnik, als deren Vorstand er seit Jahrzehnten verdienstvoll wirkt, begrüßte ihn durch eine Abordnung, welche ihm eine sehr warm gehaltene Dankadresse in kunstvollem Samtumschlag mit reicher Metalloerzierung überreichte. Von nah und fern waren zahlreiche Glückwünsche eingetroffen. Prag. (P r e d i g e r w a h l.) Die israelitische Tempelgemeinde in Prag hat Se. Ehrwürden Herrn Rabbiner Doktor Emanuel Schwarz aus Eger einstimmig zu ihrem Seelsorger gewählt. Eger (Ehrun g.) In der am 1l. d. M. stattgefundenen Ausschußsitzung unser „EhewraKadischa" stellte der Vorsteher Herr Eduard L ö w y den Antrag, Se. Ehrwürden Herrn Rabbincr Dr. Emanuel Schwarz zu seinem Ehrenmitgliede zu ernennen. Ein weiterer Antrag des Herrn D. Brunner, eine spezielle Sitzung mit diesem Programmpunkt für den 17. d. M. einzuberufen, fand einstimmige Annahme. Nach einer warmen Ansprache seitens des Herrn Vorstehers an den versammelten Ausschuß, in welcher derselbe die Verdienste Sr. Ehrwürden um dre G r ü n d u n g des Vereines, sowie dessen stete und tatkräftige Unterstützung durch die ganzen Jahre seines Bestandes hervorhob, wurde Herr Dr. Schwarz einmütig zum Ehrenmitglied unseres Vereines ernannt. Herr Dr. Em. Schwarz ist das erste Ehrenmitglied unserer seit dem Jahre 1&99 bestehenden „Ehewra-Kadischa". Falkeuau. In die israelitische Kultusgemeindc-Repräsentanz von Falkenau a. d. Eger wurden gewählt: In den Vorstand: Moritz L ö w, Leopold Mohr, Karl P o l l a k, Adolf Hirsch, Eduard R e i ch l e r, Leopold K o h n, Ernst Steiniger. Alfred Fischer, Johann Steiner und Hugo L ö w y. Als Ersatzmänner: Leo Hübsch, Bertold Hansel, Leopold Zentner, Otto P i ck und Alois L ö b e n st e i n. In den verstärkten Vorstand: Angelus Wassermann, Doktor Ignatz Auerbach, Jacob K o h n und Wilhelm Schulz in Graslitz, Otto Weißbart in Elbogen, Wilhelm S ch w ab a ch in Chodau und Ariel H ö n i g in Kirchenbirk. In die Umlagskommission: Hugo L ö w y, Leopold Z e n t e r, ferner Eduard Kronberger in Chodau, Otto Weißbart in Elbogen, Josef Pfeffer in Bleistadt und Adolf Schlesinger in Kirchenbirk. Als Kassarevisoren: Adolf See und Heinrich Zentner. B ei der engeren Wahl wurden Leopold Mohr zum Vorsteher, Johann Steiner zum Vorsteher-Stellvertreter, Leopold K o h n zum Kassier, Hugo L ö w y zum Schriftführer und Karl P o l l a k zum Tempelvorsteher gewählt, ebenso wurde .die Umlagskommission durch Angelus Wassermann, Ernst Steiniger, Moritz L ö w, Adolf Hirsch, Hugo Bloch und Alfred Fischer ergänzt. In der Vorstandssitzung, in welcher Herr Vorsteher Leopold Mohr in kurzen, tiefergreifenden Worten die entsetzlichen Vorgänge und die unmenschliche Behandlung unserer Glaubensbrüder in Rußland zür Sprache brachte, wurde einhellig eine diesbezügliche von dem Kultusrate Herrn Josef Lang verfaßte Resolution angenommen. Nm5)vd. Bei der hier stattgehabten Neuwahl m der israelitischen Kultusgemeinde wurden gewählt, in den engeren Vorstand die Herren: Jakob Pick, Moritz Stern, Max Goldschmied, Ludwig F a n t a, Max P i ck, Siegfried Pichl, Hermann P i ck, Leopold S t r ü n s k y, Jonas Lewith, Otto Pick; in den erweiterten Vorstand die Herren: Josef Lederer, JU.Dr. Moritz B r a n d e i s k y, Ernst L o e w e n st a m m, Emanuel K o h o r n, Leopold Eisenm a n n, Leopold H i t s ch m a n n, Alfred' P i ck, Simon H o l z n e r, Jakob S o m m e r n i tz, Adolf P i ck. In der konstituierenden Sitzung des Kultusvorstandes wurde Herr Jakob Pick einstimmig zum drittenmale zum Vorsteher, Herr Max Goldschmied zum Vorsteher-Stellvertreter, Herr Hermann Pick zum Kassier, Herr Siegfried Pichl zum Rechnungsführer, Herr Jonas Lewith zum ersten, Herr Otto Pick zum zweiten Tempelvorsteher gewählt. Ein sehr befriedigendes Ergebnis ergab die eingeleitete Sammlung für die Opfer der russischen Verfolgung. Der Vorsteher Herr Jakob Pick hat bereits 3000 X an die ,, Alliance israelite“ für die geplünderten und beraubten Juden in Rußland eingesandt. Die Sammlung wird fortgesetzt. bescher:. Unter dem Schlagworte „Ein Hirschauerstücklein" berichten hiesige Blätter: Die Gemeindevertretung von S a y b u s ch ernannte einen Bezirkskommissär zum Ehrenbürger und sämtliche Gemeindcräte hatten den Ehrenbürgerbries zu unterschreiben. Ein Gemeinderat tat dies mit jüdischer Schrift. Er wurde deshalb wegen boshafter Beschädigung einer Urkunde und aus Schadenersatz geklagt, obgleich er sich erbötig machte, die Nichtigkeit seiner Unterschrift notariell beglaubigen zu lassen. Man ist in Saybusch auf den Ausgang des Prozesses gespannt. Kla^reo. Am 1. Jänner 1906 feiert Herr Rabbiner I. H. Schwarz sein 25jähriges Rabbiner-Jubiläum. Rabbiner Schwarz ist nicht nur als Kanzelreduer, sondern auch als fruchtbarer Schriftsteller rühmlichst bekannt. Von demselben erschien bereits: Bar-Kochba; Die Messias-Idee; Alumim I, 50 patriotische Festreden; Alumim II, Gelegenheitsreden für Tempel, Schule und Haus; Alumim I!I Liturgisches Handbuch zum gottesdienstlichen Gebrauche und mehrere Einzelreden. Urielit Samstag den 9. Dezember feierte Olberrabbiner S.M.Melli sertr sSMhriges NmrsjnhiLänm. Diesen An» laß benützten gerne alle Einwohner der Stadt, um dem durch seine Güte und Milde bekannten Seelenhirten den Ausdruck der Verehrung zu zeigen. Der Vorstand gratulierte korporativ am Freilag und überreichte ihm eine ansehnliche Summe (3000 Kronen) als Ehrengeschenk. Freitag abends und Samstag waren alle Tempel festlich illuminiert und durch ein zahlreich erschienenes Publikum gefüllt. In allen Tempeln wurde auf Veranlassung des Dr. Brettholz ein ack boe vom bekannten Ebraisten Romanin verfaßter „Mischeberach" rezitiert. Im Tempel (Scuola granda) hielt auch Dr. B r e t t h o l z eine kurze Ansprache an die Erschienenen, die Feier des Tages beleuchtend. Der Ober bürge rmei st erTriests Dr. S. d e Sandrinelli gratulierte dem Jubilar recht herzlich zu seinem Ehrentage (in Wien könnte dies nicht Vorkommen). Mögen dem Jubilar, der seit einem halben Jahre in Ruhe sein Leben genießt, noch viele glückliche Jahre beschieden sein. Ändrychan. Die von unserem Kultnsvorsteher Herrn Ferdinand Stamberger (nicht Sternberger, wie eS un Berichte der vorigen Nummer hieß) veranlaßte n»d dem 11. Vorstelicr Herrn Samuel S ch n i v e r, wie auch dem Tempeivorsteher Herrn Rafael N e u - mann zustande gebrachte Sammlung für die russischen Juden ergab die Summe von K i40.—, die der Israel. Allianz übermittelt werden. Rom. Am 9. d. M. versammelte Fürst Odescalchi in seinem Palaste eine Anzahl von Senatoren, Abgeordneten und Mitgliedern der Aristokratie, um den Grund zu einer größeren Protestaktion gegen die Verfolgung der russischen Juden zu legen. Die Versammlung schloß mit der Wahl einer vorbereitenden Kommission.