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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-12-08 · 49 (8.12.1905) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
49 (8.12.1905)
Date
1905-12-08
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 788 Dr. Llocv's Mocvenscvcttl. Nr. 49 Kriefkaste«. „Tfchapouefer". Die Züricher „Freitagszeitung" brachte folgende treffende Korrespondenz: Es interessiert Sie vielleicht, zu vernehmen, was man sich in Rußland über die Friedensverhandlnngen erzählte: Die Japaner sollen erklärt haben, sie werden zum Friedensschluß bereit sein, sobald die Ruffen ihnen einen Beamten, der noch nie unterschlagen hat, einen Popen, der noch nie betrunken war, und einen Juden, der noch nie geschlagen wurde, senden. Einen Beamten, der noch nie unterschlagen hatte, fand man nicht, dagegen endlich nach langem Suchen einen Popen und einen Juden, die die verlangten Eigenschaften besaßen. Nun sandte man eben die beiden ab, aber unterwegs betrank sich der Pope und prügelte den Juden tot. K. S. Ein Privatbrief aus einem der von den Exzessen am schwersten heimgesuchten russischen Orte enthält die Mitteilung, die so unglaublich klingt, daß wir uns scheuen würden, sie wiederzugeben, wenn wir sie nicht selbst gelesen und über die unbedingte Glaubwürdigkeit des Schreibers uns vergewissert hätten: Eine jüdische Familie, welche in einem Hause mit dem deutschen Konsul wohnt, bestürmte denselben bei Ausbruch der Metzeleien, ihr Schutz zu gewähren. Diese Bitte wurde abgeschlagen; ja, auch das Flehen der Eltern, wenigstens die Kinder aufzunehmen, fand kein Gehör! Ein Beitrag zur Bewertung der arischen Raffe und christlichen Nächstenliebe. Spanien. Der Kommandant des Infanterie-Regimentes 38, welches jetzt dem König von Spanien verliehen wurde, ist k. u. k. Oberst Simon v Vogl. Es ist dies ein interessantes Gegenstück zu General von Schweitzer, welcher als Oberst, der Kommandant des Infanterie Regimentes L6 war, welches den Namen eines russischen Großfürsten trug. Eugen Kormann. Einen „Groß-Rabbiner" in Odessa gibt es nicht. Als „Rabbiner" fungierte ein gewisser Kreps. Er war kein Rav, sondern der „Kronrabbiner", Matrikelführer usw. Er ist der Gemeinde von der Behörde aufgedrängt. Derselbe wurde im November 1993 von den Vertretern der hiesigen Gemeinde mit großem Eklat wegballottert. Er erhielt nämlich von 500 Wählern 112 weiße und 388 schwarze Stimmen. Und trotzdem wollte der Stadlhauptmann Neidhardt bisnun um keinen Preis, trotz mehrmaligem Ersuchen, den mit großer Majorität gewählten Elisawetgrader Rabbiner Temkin bestätigen. Wie die „Jujnoje Ovosremje" berichtet, hatte der „brave" Kreps im Anblicke der herzzereißenden Szenen die Dreistigkeit, bei den in den Spitälern liegenden unglücklichen Opfern des schrecklichen Pogroms, und bei den Handwerkern, wie Schneider, Schuster und dergleichen mehr Unterschriften zu sammeln, daß die Lokalbehörden Maßregeln getroffen und die unglücklichen unter ihren Schutz genommen hätten. Hiermit wollte er seinen Freund und Protektor Neidhardt, den Judenschlächter. exkulpieren. Neidhardt nützte es nichts, denn er wurde abgesetzt. Was sagen Sie zu dieser schönen Tat des jüdischen Tschinownik? Viel höher steht jener einfache, brave, schliche Schames der Kischenewer Synagoge (im April 19u3) Moses Kigel s. A., der in Tefillin und Talits gehüllt, das seiner Obhut übergebene Bethaus mit seinem Körper bedeckte! Allerdings der unglückliche Mann fiel unter den Mordwaffen der entmenschten Tiere als wahrer Märtyrer für seinen Glauben. Und Herr Kreps, den man fast aus allen Synagogen bereits hinausgejagt, hat nichts besseres zu tun in einem solchen traurigen Augenblick, wo man seine unglücklichen Glaubensbrüder mordet, beraubt und plündert und an den Bettelstab bringt, als Dankadressen für die Behörde zu sammeln, welche den Mord organisiert, duldet und unterstützt!! Das ist ein jüdischer Seelsorger, der Oberrabbiner der jüdischen Kolonien in Südrußland! Herr Kreps hat übrigens bereits auf sein Amt verzichtet. Philologe. Die rumänische Regierung erklärt die Juden für Fremde, indeffen als die besten und ausgezeichnetsten Kenner der rumänischen Sprache und Philologie erweisen sich die Juden. Das rumänische Unterrichtsministerium hat von der deutschen Reichsregierung die Erlaubnis erwirkt, daß vom 1. Dezember d. I. angefangen, an der Berliner Universität ein philologisches Seminar für rumänische Sprache in Tätigkeit trete. Das neue Seminar wird unter der Leitung des bekannten Neuphilologen Dr. Heinrich Tiktin stehen, und es wird einen intergrierenden Bestandteil der Berliner Universität bilden. Der Leiter des Seminars Dr. Tiktin wird den Titel eines ordentlichen öffentlichen Professors der Berliner Universität tragen. Das rumänische Unterrichtsministerium hat für die Zwecke des Seminars einen Beitrag von jährlich 20.000 Fr. zur Verfügung gestellt, in welche die Kosten für etwaige Veröffentlichungen nicht miteingerechnet sind. Dr. Tittin wurde von König Karol bereits in Abschiedsaudienz empfangen. Dr. Tiktin ist der Sohn des verstorbenen Breslauer Landesrabbiners Tiktin. Abonnent. Auf mehrere Anfragen teilen wir mit, daß in der Knabenbeschäftigungs- und Verpflegsanstalt für Breitenfeld, Wien VIII., Uhlplatz 3 keine Juden Aufnahme finden. _Alfons Mayer. Bereits besprochen. _ Ernster Antrag Schuhmacher, Israelit, am Lande, 34 Jahre alt, sehr tüchtig, wünscht sich mit einem Mädchen, Schneiderin, im selben Alter, mit etwas Vermögen, baldigst zu verheiraten. Briefe mit Photographie erbeten unter _„J. R.“ Wien, L, Hauptpostamt, postlagernd. frisch geschlachtet, schön gerupft versende mit der Post in 5 Kilokörbchen franko und rechne ä 5 kg sehr fette Gänse K 6.— . Enten und Hühner K 6.50, Bindfleisch K 6.—. Bei jeder Bestellung ist das Wort “HW zu schreiben. * HPinfeas Zinaraexstein Wojnicz, Galizien. Glänzender Erfolg’. Streng "sAH Käselab - Extrakt Unter Aufsicht des Herrn Kreisrabbiner Dr. Wohlstein, Malmö. Hergestellt in S. Barnekows Techn. Chem. Laboratorium Malmö (Schweden). Gegründet 1878. — 75 Gold- und Silber-Medaillen. Ordres für ‘itwKäselab werden spätestens bis Monat Jänner entgegengenommen. Jos. Schlesinger WIEN, I. Bc, Seitenstettengasse 5 =: Budapest VI., Königsgasse I zz Grösste und älteste Verlagsbuch* 1802 — handlung des Kontinents Atelier für Sold- und SilbersticKereien empfiehlt sich zur Anfertigung aller Arten Tempel- Paramente, sowie Parocbes (Altarvorhänge), Thoramäntelchen, Ghnppes (Trauhimmel), Schulchandecken in elegantester, stilvoller Ausführung zu den mässigsten Preisen, Anerkennungsschreiben der hervorragendsten Kultusgemeinden des In- und Auslandes, wie Troppau, Imttts, Lundenburg, Szegedin, Miskolcs, Temeivar, Debrecin, Moskau und Mainz b ei engen dis gediegene und SMohmackvolle Ausführung der gelieferten Arbeiten, uster und KostenttberschlSge gratis und franko. Samuel W. 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