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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-12-08 · 49 (8.12.1905) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
49 (8.12.1905)
Date
1905-12-08
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 49 Dr. Bloch's Wochenschrift. Sette 785 „Jüdisches Museum". Einem mehrfach geäußerten Wunsche entsprechend sind nunmehr die Besuchsstunden an Samstagen und Sonntagen gleichmäßig auf die Zeit von 11—1 Uhr mittags festgestellt worden. Im Monate Jänner wird ein „Führer durch das jüdische Museum" erscheinen. Es wird wiederholt darauf hingewiesen, daß Kinder im schulpflichtigen Alter das Museum nur in Begleitung ihrer Eltern oder Lehrer besuchen dürfen. Wien - Ottakring. Der Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder für den XVI. und XVII. Bezirk veranstaltet Donnerstag den 14. Dezember a. c., abends V28 Uhr, im Raimund-Theater eine Wohltätigkeits-Vorstellung. Zur Aufführung gelangt „Champagner" unter Mitwirkung der Frau Glöckner. Karten zu dieser Vorstellung sind beim Obmanne Herrn L. Trebitsch, XVI., Gangelbauergasse 38 und an der Kassa des Raimund-Theaters zu haben. Der obgenannte Verein speist täglich 100 Kinder aus und wirkt seit 7 Jahren segensreich in unseren Bezirken. Seit September hat der Verein die Ausspeisung in eigener Regie und bitten wir unsere hochverehrten Gönner um Spenden von Naturalien. Das Ausspeisungslokal befindet sich XVI., Grüllemayergasse 5. Wien. Der human. Geselligkeitsverein der Boskowitzer in Wien veranstaltet Samstag den 9. Dezember im Festsaale des „Hotel Central", II., Taborstraße 8, den 1. Vortrags- Abend mit anschließendem Tanz. Anfang 9 Uhr. Wien. („Z »fluch t.") Die große Akadeniie dieses Vereines findet wie alljährlich am 6. Jänner 1906 in dem großen Musikvereinssaale statt. Da die ersten Kunststerne Wiens, von denen wir heute bloß die Namen Kurz, R 0 s e n t a l, S l e z a k verraten, ihre Mitwirkung zugesagt haben, verspricht diese Akademie wie alljährlich ein Glanzpunkt der Saison zu werden. Am 16. Dezember 1905 findet im Stadtparke (Kursalon), ein Komitee-Kränzchen mit Vorträgen statt, bei welcher Gelegenheit die Konstituierung des Akademie - Komitees erfolgen wird. Wien. Der Frauen-Wohltätigkeitsverein im VIII. Bezirke ersucht seine Gönner, ihre Weihnachtseinkäuse Dienstag den 12. Dezember d. I. bei A. u. B. Hosbauer zu decken, da derselbe in humaner Weise einen Teil seiner Tageseinnahme dem Verein zu Gute kommen läßt. — Für den Frauen-Wohltätigkeitsverein: Amalie Beck, Präsidentin. Bertha Rosenbaum, Schriftführerin. Wien. (Israelitischer Tempelverein für' den XIX. Bezirk in Wien.) Sonntag den 10. Dezember 1905, 10 Uhr vormittags, findet im Souterrainlokale des Caso Döbling, XIX., Döblinger Hauptstraße 30 eine Generalversammlung statt. Sollte zur festgesetzten Stunde die zur Beschlußfassung notwendige Anzahl von Vereinsmitgliedern nicht erschienen sein, so findet um halb 11 Uhr eine neue Generalversammlung statt, welche laut Vereinsstatuten ohne Rücksicht auf die Zahl der Anwesenden beschlußfähig ist. Floridsdorf. Zu Ehren des 25jährigen Bestandes des Floridsdorfer israelitischen Frauen-Wohltätigkeitsvereines veranstaltete ein Komitee Donnerstag den 7. Dezember d. I. im Bartsch-Saale, Floridsdorf, Angererstraße, einen intimen Familien-Abend mit Theater-Aufführung und Vorträgen. Mistelbach. Aus Anlaß der entsetzlichen Ereignisse in Rußland fanden die Trauerfeierlichkeiten am 3. Dezember in den Bethäusern der israelitischen Kultusgemeinde Mistelbach, zu Mistelbach, Hohenau, Poisdorf und Laa, statt. Besonders feierlich gestaltete sich diese Andacht in dem öffentlichen Bethause, am Sitze der Kultusgemeinde, in Mistelbach, zu welcher sich auch, die in den einzelnen Ortschaften der Umgebung zerstreut wohnhaften Glaubensgenossen einfanden. Der Oberkantor Leopold Regner brachte die Trauerpsalmen in würdigster Weise zum Vortrage. Die Trauerrede hielt, über Ersuchen des Kultusvorstehers, das Vorstandsmitglied Advokat Dr. Franz Schmitz in Mistelbach. Mit einen vom gemischten Chore der jüdischen Schuljugend rührend vorgetragenen Trauergesang und dem Seelengebete schloß die erhebende Trauerfeier. Die von dem Kultusvorstande eingeleitete Sammlung, an welcher sich die breite Schichte der kleinen Juden im Sprengel Mann für Mann beteiligte, ergab vorläufig die für unsere Verhältnisse geradezu erstaunlich hohe Summe von K 1001.—, welche heute der Israelitischen Allianz übergeben wurde. Baden. (Jubiläumsfeier.) Samstag den 2. Dezember abends wurden in unserer Gemeinde zwei erhebende Feste gefeiert. Um halb 6 Uhr wurde im hiesigen Oberlandes-Realgymnasium von Sr. Ehrw. Herrn Rabbiner Wilhelm Reich, Herrn Präses M. Lettner, Herrn Pofessor S. Handl und Herrn Dr. E. Raab an drei brave jüdische Gymnasiasten die anläßlich des 50jährigen Regierungsjubiläums Sr. Majestät von der löblichen Gemeinde gestifteten Stipendien verteilt. — Um halb 7 Uhr versammelte sich der gesamte Vorstand sowie viele angesehene Gemeindemitglieder und auch die Schuljugend in dem schön dekorierten, hell erleuchteten Sitzungssaale der Gemeinde, um unseren Herrn Oberlehrer und Sekretär I. Jnfeld zu dessen 60. Geburtstage nach 34jähriger Tätigkeit an der hiesigen Talmud-Thoraschule zu feiern. Mit einer Ansprache on die Anwesenden eröffnete der Herr Präses M. Leitner die Festsitzung indem er der Verdienste deS Jubilars gedachte, und überreichte demselben einen mit schöner Inschrift versehenen Pokal als Zeichen der Anerkennung. Hierauf ergriff Se. Ehrw. Herr Rabbiner W. Reich das Wort, um in einer tiefdurchdachten Ansprache den Jubilar zu beglückwünschen. Tief ergriffen dankte der Jubilar dem geehrten Vorstande, sowie allen Anwesenden für die ihm erwiesene Auszeichnung. Es sprachen sodann Herr Professor S. Handl, Herr Dr. E. Raab, Herr A. Schneider ihre Glückwünsche aus. Zum Schlüsse hielt der Sohn des Jubilars Herr Primär Dr. M. Jnfeld eine Ansprache, in welcher er dem löblichen Vorstande für die seinem hochverehrten Vater erwiesene Ehre dankte. St. Pölten. Am Sonntag den 26. November eröffnete der Präsident des hiesigen Jüdischen Literatur-Vereines Se. Ehrw. Herr Dr. Adolf Schächter das 2. Vereinsjahr mit einem Vortrag. Als Thema hiezu wählte derselbe Goethes „Faust" und das „Buch Hiob". Langandauernder Beifall lohnte den Redner für seine trefflichen Ausführungen. Linz a. d. Donau. Sonntag den 3. Dezember d. I. um halb 5 Uhr abenbs fand in unserem Tempel ein feierlicher Trauergottesdienst statt. Unser Rabbiner Herr M. Friedmann verrichtete bei offener Bundeslade ein tiefempfundenes Gebet. Nachdem Herr Oberkantor Löwensohn einige Trauergesänge und Psalmen mit Chor und Orgelbegleitung zum Vortrage brachte, bestieg Herr Rabbiner Friedmann die Kanzel und schilderte mit bewegten, erschütternden Worten die furchtbaren Greueltaten, die an unseren armen Glaubensbrüdern in Rußland verübt wurden und weckte in den zahlreich erschienenen Zuhörern herben Schmerz und wahrhafte Trauer. In Folge dieses Appells veranstalteten die beiden Tempelvorsteher, bte Herren Elias Pollak und Josef Veitler, vor Schluß des Gottesdiensts im Tempel eine Sammlung, die das Ergebnis von tausend Kronen erzielte. Nikolsburg. Am 3. Dezember l. I. wurde in der hiesigen, zu diesem Zwecke entsprechend dekorierten Altschul-Synagoge ein Trauergottesdienst adgehalten. Se. Ehrw. Herr Rabbiner Dr. N. Lewin hielt die Gedenkrede und regte gleichzeitig an. daß für die namenlos Unglücklichen Kleidungsstücke, Wäsche rc. gesammelt werden, welche Sammlung bereits ein erfreuliches Resultat erzielte. Tabor. Am 3. Dezember fand im hiesigen israelitischen Tempel ein feierlicher Trauergottesdienst statt. Eingeleitet wurde die Trauerfeier durch „Sdounoj moh odom“, welches der Tempelchor vortrug. Hierauf hielt Herr Rabbiner Dr. N. Weißlovitö eine Rede, welche auf die Zuhörer einen tiefen Eindruck machte Der Tempel war von Andächtigen gefüllt; selbst auswärtige Mitglieder hatten einen stundenlangen Weg nicht gescheut, um an der Trauerkundgebung teilnehmen zu können. — Von den Mitgliedern der hiesigen Kultüsgemeinde-Nepräsentanz. Herren Heinrich G u t t m a n n und Moritz P e n i z e k, wurde eine Sammlung für die unglücklichen ruffischen Glaubensgenossen veranstaltet, welche den namhaften Betrag von 950 Kronen ergab. Dieselben wurden der „Allianz" übermittelt. Prag. Im Smichower Tempel fand Sonntag den 3. d. M. um 3 Uhr nachmittags vor einer auch von außerhalb herbeigeeilten Schar von Andächtigen eine überaus würdige Trauerandacht für die Opfer der russischen Judenmaffakres statt. Rabbiner Herr Dr. Herzog schilderte in einer fast einstündigen meisterhaften Rede die Leiden und Schmerzen unserer ruffischen Glaubensbrüder. Nach einem vom Herrn Rabbiner schluchzend gesprochenen Kadischderabonon schloß die ergreifende, sehr würdige Feier. Eine von Herrn Vorsteher Rudolf Grab und der Präsidentin des Frauenvereines Frau Anna Kapper vorgenommene Sammlung ergab eine ansehnliche Summe. Auch die schon früher von Herrn Vorsteher Rudolf Grab eingeleitete Sammlung ergab eine sehr bedeutende Summe für die Unglücklichen. Unter Anderen spendete Herr Eduard Ritter v. Portheim samt Herren Söhnen K 1000.—; Fräulein Henriette v. Portheim L 400.—.

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