Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 49 (8.12.1905)
- Date
- 1905-12-08
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/3020846-3021602-3021652--15006-3039748- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Nr. 49 Dr. Dlocb's Mocbenscbrin. Seite 783 nre sie vcleoecmetzemna der Juden undZM - , . . - _ es Schreiben, das er an Herrn Ober-^M-, „J3®.!6”* ®*Crtw;ert5^ et hat: „Die Gemeinschaft der Andächtigen^ ru Leiiaiablen rch ihr Sftphmrprn mih ihr?*kmllch kl^undllch kenne, erlaube rch lnrr, 1000, Starodonb 7000, Tomsk 400, Tschernigow 9000, Woronesch 1300, jWotronka 1000, Welikiv Lnki 150, Warschau 15.000 Rubel. Wir erhalten folgende Zuschriften: Wien. Sehr geehrter Herr Redakteur! Da ich die 'Au*,;na x»r cYuSoit in sHoii.-rrrthipn au§ eigener Anschauung so in dem in der letzten Nummer zu kämpfen, bis die Rechte der Juden in Rußland auf Sicherheit, des Lebens und Eigentums dauernd gewährleistet find." — Canonicus Rawnsley, welcher gestern in der Crosthwhite-Kirche über Sprüche 24, 11, 12 predigte, erwähnte J>te Niedecmetzelung der Juden und! verlas zum Schluß folgendes rabbiner Dr. Adler gerichtet hi in Crosthwhite drückt hierdurch ihr Bedauern und ihr Schamgefühle.^--:- -- „ - .... ..... ,n ... , a ~ darüber aus, daß im Namen der Religion Christi Ihre Glaübens-^E^^ öerotreiitft^ten Vorschlag de« H^^^^^bbmers Doktor brüder in dem christlichen Rußland so grausam niedergemetzelt wordenLU'^^ttholz eine kleine Aenderung zu beantragen. Es wurveii uamlich sind, und ich drücke Ihnen hierdurch unser tiefstes Mitgefühl aus" M^a 1^ D^leg^rte genügen, da ia Nlr Beisarabien ul,0lU^ ' M das von Knchenew nur vier Stunden entfernt ist, zwei Delegierte gec J J t . Wnug sein würden. Nur müßten diese nicht nur des Russischen, sondern Tvte Jnoenyetzen rnizenrert werden! Wd auch des dort gangbaren Russisch-Jüdischen mächtig sein, um ielbstinständig recherchieren zu können, in den dortigen Komitees die f ü h- Hartungschen Zeitung" aus Minsk berichtet. Dort soll für den letzten- ' "n d e Stimme 31t öabeiit unt>* mdg aujt Sonntag ein „Pogrom" geplant gewesen, und nur den persönlichen den 'iüd^schen Waisen fern von der Stätte „Unterhandlungen" zwischen der Judenschaft und dem an der Spitze f. Rabbaner« Brettw*, Den I u o Ich m) eit rern öoit öer Utotte der iudenseindlichen Beweauna siebenden Noven soll es cielnnaen sein ^er Greuel im Auslande ein Heim nU gewahren, wird sicherlich bei „L"'baftbie w/feeWen .10* ni4t E a,nl-d-m Juden Aukian, Rübe«, nur würde ich °°rlchla»eu. ,u diekm gangenen Sonntag inszeniert wurden. Allerdings hätte nicht verhindert 'I: 3*°«* beit ^ulaßlich eritaiL^UÄ“;?!f,aÄpl Ö£a derselbe ^bisher werden können, daß neuerdings die Aussührnng des Planes auf denA-T f l 111 ÄS KÄ t,ÄT.r Judenverfolgung sei in allen Einzelheiten bereits bekannt und die Rollen V schon jetzt verteilt. Es soll eine Prozession stattfinden; dabei soll ein als Jude verkleideter Hooligan, dessen Namen man schon weiß, auf das Heiligenbild schießen, und das soll das Signal zur Niedermacbung aller Juden geben, deren Häuser schon heute durch das übliche Zeichen, rote und Weiße Kreuze, kenntlich gemacht sind. London. „Daily News" enthält folgenden Brief einer in Odessa wohnenden Engländerin: „Ich ging zum Essen und hörte, ein Massenmord sei von der Polizei geplant, der drei Tage dauern sollte. Ich wollte nun zu Mr. N., um abznwarten. Ihr Mann blieb die ganze Nacht im Geschäft, weil es nicht geraten war, so spät nachhause zu gehen. Die Straßen waren zu unsicher. Dabei hatte er schier Unmöglich- , scheinendes gesehen. Er ging vorbei, wo man die Leichen von Juden hingelegt hatte. Sie lagen über den Platz fort; man mußte über sie hinweg schreiten. Sie waren furchtbar verstümmelt und trugen die Spuren entsetzlicher Qualen an sich. Frauen und andere Angehörige kamen herzu, erk muten ihre Toten - geberdeten sich wie fallsüchtig und lachten, als wären sie wahnsinnig. Manche der Opfer waren so entstellt, daß ihre Nächsten sie nicht erkennen konnten. Mr. . . . ging auf den Friedhof, wo man den ersten Teil der Toden einsenkte. Er zog seine Kamera heraus. Als die Inden ibn und Mr. . . . sahen, wurden sie froh und riefen: Engländer! Engländer! Sie öffneten die Leichenbehälter und zeigten ihm die Toten. Sie machten ihm Platz, daß er recht sehen konnte. Nach seiner Berechnung müssen dort zwei Reihen von je 70 großen Gräbern, etwa je 140 Personen enthaltend. also 2240 Leichen gewesen sein, ungerechnet die Angehörigen der besseren Stände, die besonders beerdigt wurden. Und nun bedenke man die vielen Verwundeten. 18 000 Personen irrten obdachlos und nackt umher, 500 Waisenkinder. Ganze Familien sind ansqerottet, die Krankenpfleger und die Beförderungsmannschaften der Krankenbäuse'- liegen vor Aufregung nervenkrank da. Da die Juden nicht unbewaffnet waren, und da die besseren Kreise ihnen zu Hilfe kamen, so sind auch Hunderte von Russen gefallen, und zwar durch die Polizei und die Soldaten niedergeschossen. Ein Geistlicher, der mit feinem Kruzifix in der Hand die Rasenden durch seine Worte beruhigen wollte, wurde sofort verhaftet. Die Soldaten schützten die Mörder und machten ihnen Bahn, und das alles fällt auf Trepow zurück. Wer nie im Auslande gelebt hat, kann sich keinen Begriff von unserem augenblicklichen Zustande machen. Wir trauen keinem Polizisten, keinem Soldaten, die zu unserem Schutze dasteheu. Wir glauben auch keinem Kaulbars. wenn er unserm Konsul sein Ehrenwort gibt, und wir schrecken vor jedem Polizisten zusammen. Vor jedem Posten gehen wir in weitem Kreise herum." Die Hilfsaktion für die rufsifchen Juden. Als Vertreter des Hilfsvereins der deutschen Juden bereist Herr Dr. Paul Nathan (Berlin) mit Herrn C. Stettauer (London) die von den Judenhetzen betroffenen Städte in Rußland, um eine zweckmäßige Verteilung der gesammelten Gelder in die Wege zu leiten. Einstweilen sind, um die äußerste Not des Augenblicks zu bannen, folgende Geldbeträge nach den heimgesuchten Städten übersandt worden: Ackermann 300 Rubel, Bachmuth 5000, Bairamscha 2000, BaKa 2000, Beresna 1000, Bogopol 2000, Braila 5000, Cherson 12.830, Doubrovna 1500, Jekateiinoslaw (Kaminsk) 21.400, Elisabetbgrad2000, Genitschesk 2000, Homel und Umgebung 25.200, Jaroslaw 4ü0, Ismail 1000, Jnsoffka 5000, Iwanowa Vosnissensk 2500, Kalargfche 1000, Kiew und Umgegend 8(>.000, Korolewitz 2000, Krementschug 20.500, Krivoi-Rog 1500, Kronstadt 0500, Lüqansk 1000, Majaki 10. 0, Marioupol 3000, Negin 8000. Nowogorod-Seversk 5000, Nowogeoraievsk 500, Nosowka 1000, Nowosibkow 11.800, Nikolajew 35 000, Odessa 338.000, Olviopol 1000, Orscha 1000. Okny 500, Poltawa und drei kleinere Plätze 40.000, Rietschitza 1000, Romny 20.000, Rostowa a. D 31,000, Solotouoscha 4000, Semenowska 1500, Sourage 1000, Simpheropol 3000, Slinka 000, Saratow 1500, Squnewsk H rrn Rabbiners Dr. B,ettholz Ihre bewährte Unterstütz mg angedeihen zu lassen, zeichne ich Hochachtungsvoll Ihr Abonnent Z. Korner. Unaar.-Hradisch. Allerorten wird für die Opfer der Judenexzesse in Rußland gesammelt. Jeder gibt wohl sein Scherflein von dem aufrichtigen Wunsche begleitet, es möge dazu beitragen, diesen Bedauernswerten nicht nur momentane Hilfe zu bringen, sondern — ihre Existenzbedingungen dauernd zu verbessern. Man fragt sich aber auch unwillkürlich, ob trotz der vielen freiheitlichen Verheißungen d r großen Masse des jüdischen Volkes in Rußland selbst eine bessere Zukunft winkt. Jedenfalls dürfte es dringend geboten erscheinen, schon jetzt einem Teile dieser Aermsten der Armen neue Heimstätten außerhalb Rußlands zuzuweisen. England und Amerika verschließen allmählich ihre Pforten — das jüdische Territorium, das einzig und allein eine gesunde Entwicklung des russisch-jüdischen Volksstammes herbeiznführen imstande ist, ist noch nicht gefunden — wollen wir nicht einen Bruchteil dieser Heimatslosen zu uns verpflanzen? Es gibt viele Städte, wo sich jüdische Handwerker ernähren könnten, während in Rußland eine Menge beschäftigungslos feiern oder zu Hunaerlöhnen für Fabriken arbeiten müssen, um nur das nackte Leben zu fristen. Besonders aber könnte die jetzig- Situation dazu benützt werde», um dem Mangel an jüdischen Dienstmädchen in Oesterreich abznhelfen. Schon hat in einer mährischen Stadt eine Versammlung von Dienstboten getagt, die das Prinzip des Arbeitnehmens nur bei Konnatioualen anfstellte. Wir Hausfrauen sind uns darüber seit langem im klaren, daß auch heute schon die Posten bei der jüdischen „Herrschaft" nur deshalb besetzt sind, weil das Personal dort in der Regel besser behandelt und bezahlt wird. Darum sollen die Vertreter der versch'edenen Hilfsvereine für die russischen Juden, die sich jetzt nach Rußland begeben werden, um sich an Ort und Stelle von der Lage der Einzelnen zu überzeugen, daraus ihr Augenmerk richten und dafür eintreten, daß junge, kräftige Mädche-, die noch keinen anderen Beruf erwählt haben, sich für diesen Beruf entscheiden. Es ist mir nicht bekannt, ob in Wien schon'jüdische Dienstbotenschulen bestehen. Wenn nicht, sollte der Wiener „Mädchen-Uaterstützungsverein" (II., Kaiser Josessstraße 32) oder der „Kaiserin Elisabeth-Lehrmädchenhort", die sich um die Heranbildung von Mädchen zu einem Berufe verdient machen, sich der Sache annebmen und tunlichst sofort den von ihnen ins Leben gerufenen Fachschulen eine Dienstbotenschule angliedern, in der vorläufig vorzugsweise russische Judenmädchen ausgebildet würden. Sollten die Mittel der Vereine hiezu nicht ausreichen, wäre es gewiß zweckentsprechend, wenn ein Teil der für die Opfer der Judenexzesse gesammelten Gelder hiezu verwendet würde. Auch die Wohltätigkeitsvereine in der Provinz könnten sich an diesem Liebeswerke beteiligen, indem sie je nach den ihnen zu Gebote stehenden Mitteln die Kosten zur Ausbildung von einem oder mehreren Dienstmädchen bestreiten würden. Die Vereinsmitglieder würden sich dadurch gleichzeitig das Recht ans den Bezug dieser Arbeitskräfte sichern. Vielleicht fühlen sich erfahrene jüdische Hausfrauen durch diese Zeilen angeregt, russische Mädchen, die sich, wenn auch nur im elterlichen Haushalte, bereits betätigt haben, in ihr Haus anszunehmen und sie durch die Beibringung der nörigen Kenntnisse zu tüchtigen Dienstmädchen zu erziehen. Solche edle Frauen würden sich dadurch nicht nur die Dankbarbeit dieser Mädchen, sondern auch den Dank aller für das Wohl ihrer unglücklichen Glanbensschwestern bedachten Juden erwerben. Camilla B u r st y n. Anregung zum Beschaffen eines Teiles der Hilfsmittel zur Unterstützung unserer unglücklichen Glaubensbrüder in Rußland? Ich gestatte mir, zu diesem Zwecke folgenden Vorschlag in Anregung zu bringen. Wolle ein jeder der Herren Autoren jüdischer Werke, eine Anzahl ihrer Werke dem Hilfskomitee gratis zur Verfügung stellen, die von demselben um die H ä l f t e, oder um den d r i t t e n T e i l des Ladenpreises an alle Be-