Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 46 (17.11.1905)
- Date
- 1905-11-17
- Page
- – (sequence 20)
- Language
- German
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Seite 74Ö Dr. Llocv's Mocoenscvrltl. Nr. 46 wir in einem Jerusalemischen Targum zum Pentateuch, welches seit dem 10. Jahrhundert fälschlich dem Jonathan den Usiel zugeschrieben wird. Ruhig fließen da Sagen, die auf Umwege auch in die christlichen Apokryphen und Pseudopigraphen geraten sind und bte den Kern bis zur Unkenntlichkeit umhüllen. Dieser Umstand war es nun, der den Verfasser zur Untersuchung der Quellen des Pseudo- Jonathan-Targums führte. Eine derselben, die der Verfasser alle namentlich anführt (S. 11), bildet das sogenannte Ad am buch. Und der Nachweis für die historische Entstehung desselben, er ist es, in welchem die Abhandlung gipfelt und der dem Buche sein originelles Gepräge verleiht; freilich wird erst die Fachkritik zeigen, ob auch mit einwandslosem Erfolg. Dieser Nachweis, der augenscheinlich dartut, daß der Autor gleichfalls für ein s e h r altes Datum des Pseudo- Jonathan plädiert, er lautet: „Die Entstehung des alten Adambuches ist jedenfalls . . vor der Mischna anzusetzen. Es ist»aus jüdischen Kreisen hervorgegangen und diente dem Targum als Quelle" (S. 22). Einen Hinweis, der wenn auch für das historische Quellenmaterial deS Pseudo-Jonathan belanglos ist, vermissen wir aber doch in der gediegenen Arbeit. Es ist die originelle Hypothese S. D. Luzzatos, daß das Pseudo-Jonathan eigentlich nur die hebräische Uebersetzung des griechischen Namens Theodotion sei. Demnach wäre das Verhältnis Jonathans zu Theodotion dasselbe, wie das des Onkelos zu Akylas. Nach dem Muster und dem Geiste der griechischen Uebeisctzung Theodotions habe man eine aramäische angelegt und der profane Name Theoootion wurde in Jonathan umgewandelt. Man darf mit Interesse den vom Venasser in Aussicht gestellten werteren Untersuchungen über die anderen rabbinischen Quellen, sowie über die Erzeugnisse der spätmidraschischen Literatur entgegensetzen. Die augenblicklich erscheinenden Publikationen der „Monumenta Judaica", die ja auch ihr Unternehmen mit den Targumim einleiten, sie werden wohl kaum von den Beiträgen des Verfassers abstrahieren können, und auch sonst wird die Fachwissenschaft seinen Namen sich zu merken haben. Neue Bücher. „Altneuland". Monatsschrift für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas Herausgegeben von F. Oppenheimer, S. Soskin, O. Marburg. Redaktion und Geschäftsstelle: Dr. S. Soskin, Berlin W. 15, Pfalzburgerstraße 83. II. Jahrgang. Heft 10. Oktober 1905. Inhalt: I. Radler: Vom amerikanischen Orient; Dr. Axel P r e y e r: Exploriierung und Verwertung von Ländereien; Meliorations¬ und Kolonisationsgesellschaften. Wetterberichte von drei metereologischen Stationen auf jüdischen Kolonien in Palästina. Jüdische Kolonien. Palästina und Nachbargebiete. Vermischtes. KriefkaKerr. „Alter". In Schweinfurl ist eine Anzahl christlicher Metzger beim Magistrat darum eingekommen, ihnen gleich den israelitischen Metzgern das Schächten der Schlachttiere im Schlachtbof zu gestatten. Der Magistrat beschloß, Erhebungen in anderen Städten in dieser Angelegenheit zu machen. F. L. Bei den Wahlen für den Landtag im Großherzogtum Baden ist der einzige Antisemit, der die zweite Kammer „zierte", Herr Mampel, glücklich beseitigt worden. Trotzdem in letzter Stunde das Zentrum, das über 1250 Stimmen verfügt, für ihn eintrat, ist er in Heidelberg-Land mit Glanz durchgefallen. Hingegen sind zwei Glaubensgenossen. Herr Rechtsanwalt Dr. L. Frank in Karlsruhe und Herr Süskind m Mannheim, gewählt worden. „Echte Toleranz". Die Königin von Holland weilte vor kurzem mit dem Prinz-Gemahl in Leeuwarden. Zur Hoftafel war auch der Oberrabbiner Dr. Löwenstein geladen. Die Königin hatte angeordnet, daß von einem jüdischen Koch für den Oberrabbiner koscher gekochl wurde; der Koch bediente auch den Oberrabbiner bei der Tafel. Jos. Feitler, Liuz. Der Brautausstattungsverein bedarf eines eigenen Statutes. Aehnliche Vereine existieren mit Ausnahme des großen „Gisela-Vereines" nicht. Im klebrigen brauchen die Normen eines solchen Statutes nur dem allgemeinen Vereinsgesetze zu entsprechen und können demgemäß jedem anderen Vereinsstatut nachgebildet werden. S. A., Innsbruck. Der genannte Aerzteverband ist nicht antisemitisch. R. S. Alle die Mitschuldigen an den Judenmassakres in den höheren russischen Regierungsstellen tragen bezeichnenderweise deutsche Namen und sind deutsch-russischer Abstammung. So General Kaulbars, Baron Neidhardt u. s. w. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Zofef Garantiertnalurechtes feinstes S&J’flanzen- SÜfcL Fett. aus Kokosnüssen. FETT Tüchtiger, geprüfter Klavierstimmer empfiehlt sich. W. Kreitler. II., Blumauergasse 18 Tür 3. Konkurs. Bei der israelitischen Kultusgemeinde Boskowitz gelangt die Stelle eines musikalisch gebildeten Kantors welcher ein Instrument spielt, und darin Unterricht erteilen kann, einen Chor selbständig abrichten und den israelitischen Religionsunterricht an der hiesigen Volksschule zu erteilen imstande ist, zur Besetzung. Der fixe Jahresgehalt beträgt 2000 Kronen nebst den üblichen Emolumenten. Bewerber um diese Stelle, welche österreichische Staatsbürger sind, wollen ihre eigenhändig geschriebenen Gesuche unter Anschluss der Zeugnisse mit dem Nachweise der bisherigen Verwendung, des Alters und des Familienstandes bis längstens Ende November 1. J. an die Kultusgemeinde einbiingen. Dienstantritt nach Uebereinkommen. Boskowitz, 6. November 1905. 1981 Der Kultusvorstand. Jos. Schlesinger WIEN, I. 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