Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 46 (17.11.1905)
- Date
- 1905-11-17
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/3020846-3021602-3021649--14941-3039680- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
OCR text
Ihr. 46 t Bloch’s Jahrgang XXII. I ♦ Zentralorgan für die gesamten Interessen des Judentums. Wien, 17. November 1905. - Lrscbeint jeden Freitag. — Brief-Adresse: Tunten, IX/l, Jßerggasse 39. Telegramm-Adresse: KloiD's Mocbenscbrift. Mien. iS-:-& V. ft. Postfpar fta flen-Bntt Cleartng-Werftebr INr. 810.976. Rrdaklion und Administration: VO i e n IX/l, JBerggasse INr. 39. Telefon Nr. 14.847 V-U W-* Verugsprri» für Vrst-rrrich: Halbjährig 8 Kronen. Einzelexemplare 50 Heller. Fürs Ausland: Halbjährig 10 Kronen. Ganzjährig 20 „ Anzeigen: Die 4mal gespaltene Petitzeile 24 Heller. *-» Znbalt: üetturtifel: Hilfsaktion der „Israelitischen Allianz zu Wien" für die armen Inden. — Den Manen der russischen Märtyrer.— Zur Hilfsaktion.Nach dem großen Norden. — Vom Jahrmarkt des Lebens: Trauerkundgebung des Wiener israelitischen Kultusvorstandes. Trauerandacht in den Wiener Synagogen. Eine Audienz beim Grafen Goluchowski. Eine Sammlung in der russischen Kirche. Interpellation im galizischen Landtag. Eine Resolution der Lemberger Kultusgemeinde Lemberg. Klindgebung des Gemeinderates in Stanislau. Kundgebung des Krakauer Gememeinderates. Czernowitz. Eine Kundgebung des Bukowinaer Landtages. Karlsbad. Brünn. Der Erzbischof von Canterbnry an den heiligen Synod. Eine Protestversammlung. Das Hilfskomitee für die russischen Juden. England und die russischen Greuel. Chamberlain für jüdische Kolonisation. Protestkundgebungen in Paris. New-Pork. Hilfskomitees. Erklärungen Witte's. Eine Aeußerung Lord Lansdownes über die Judenhetzen. Maßregelung des General Kaulbar's und des Stadthauptmannes Neidhardt. Angebliche Einmischung Amerikas und Englands in die russischen Verhältnisse. Klausenburg. Berlin. Bilder aus der jüdischen Volkstragödie. Ein Attentat gegen die jüdischen Exportindustriellen. Rothkäppchen, der Wolf und das Kammergericht. — Korrespondenzen: Wien. Die Gründung einer Universität in Preßburg und die Rabbinatsschule daselbst. Breslau, Berlin, London. — V e r m i s ch t e s: An die jüdische Bevölkerung Wiens. Kranzablösungsspenden zugunsten der Chewra- Kadischa in Wien. Wien. Hofrat Professor Oser. Verein zur Beförderung der Handwerke unter den inländischen Israeliten. Wien. Maler Helmann Pfeiffer. Friedek-Mistek, Kremsier, Marienbad, Olmütz. Wr.-Neustadt, Pirnitz, Lobofitz, Pilsen. Eine Dankkarte Roosevelt's. — Feuilleton: Welkes Laub. — Literatur. — Neue Bücher. — Briefkasten. — Inserate. Hilfsaktion der „Israelitischen Allianzz-n Wien" fnr die armen Inden. Das bisherige Ergebnis der der Israelitischen Allianz zu Wien zugegangenen Spenden beträgt zirka 270.000 Kronen. Am 14. d. M. fand im Bureau der Israelitischen Allianz eine gemeinschaftliche Konferenz des Präsidiums der Allianz mit Delegationen der beiden hiesigen B ne Brith-Logen und der zionistischen Organisation, sowie mit Vorstandsmitgliedern der Oesterreichisch Israelitischen Union statt. Es wurde einstimmig beschlosien, die von der Allianz eingeleitete Hilfsaktion in allen Kreifen der Bevölkerung wirksam zu fördern, damit den nach vielen Tausenden zählenden unglücklichen Familien der Ermordeten und wirtschaftlich Ruinierten in ausgiebiger Weise Hilfe gebracht werden könne. Habt Erbarmen! (Aus dem Jargon des S. F r u g.) I. Ströme Bluts und Bäche Tränen Sieden, fließen tief erregt . . . Unser altes großes Unglück Hat die Hand auf uns gelegt. Hört ihr dort, wie Mütter klagen, Und von Kindern das Geschrei? Tote liegen auf den Gassen, Und Verwundete dabei . . . Brüder, Schwestern! Habt Erbarmen! Groß und schrecklich ist die Not. — Gebt den Toten Totenkleider, Und den Lebenden gebt Brot! II. In der Ferne schwer zu fühlen: Ferne Tränen — fremd Gewein, Fernes Unglück — fremdes Unglück, _Fremdes Blut , . , nein, Brüder, nein!_ Herzen tausend — und ein Wehschrei; Tausend Häuser — eine Tür: Alle, alle jammern, klagen; Ach wie hilflos find doch wir! . . . Brüder, Schwestern! Habt Erbarmen! Groß und schrecklich ist die Not. — Gebt den Toten Totenkleider, Und den Lebenden gebt Brot! III. Ströme Bluts und Bäche Tränen Sieden, fließen ohne Zahl . . . Todesschrecken blickt ins Fenster, Vor der Tür des Hungers Qual . . . Schwach ist unsre Hand zum Streiten, Stark und schwer ist unser Schmerz . . . Komm doch, komm, mit Trost und Liebe, Gutes, heißes jüdisch Herz! Brüder, Schwestern! Habt Erbarmen! Groß und schrecklich ist die Not. — Gebt den Toten Totenkleider, Und den Lebenden gebt Brot! De« Manen der russischen Märtyrer! Von Dr. Max Grunwalb. „Aus Jabesch Gilead kamen Boten in die Stadt Sauls und meldeten: „Nachasch, der schlangenlistige Feind, hat uns überfallen, die Augen will er uns ausstechen, um Schmach zu häufen über Israel. So ihr uns nicht helfet, find wir alle verloren." Q2'1 D'np n# ej?n und das ganze Volk erhob seine Stimme und fie weinten. Saul aber kam gerade hinter den Rindern vom Felde heim, und als er es hörte, da brach über ihn herein der Geist des Herrn und er zerstückle das Gespann Rinder und die blutenden Stücke sandte er durch das ganze Land Israels mit