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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-10-27 · 43 (27.10.1905) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
43 (27.10.1905)
Date
1905-10-27
Page
– (sequence 9)
Language
German
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t—riMiiai^KaaaK^jTfn—wy tS». & «wr- ■«, m»«a,:«i y x. .«-i v**2a4L3 Es&*sr Nr. 43 Dr. Bloch's Wochenschrift. Seite 681 Wann sie dorthin gekommen sind, wird sich wohl niemals genau ermitteln laffen; aber es hindert nichts, den Beginn der Kolonisation in das zweite vorchristliche Jahrtausend zu verlegen, also auch die Errichtung der ältesten Bauwerke. Ihr Charakter verweist auf jene Zeit. Da sich ferner heute kaum noch ernstlich in Abrede stellen läßt, daß Salomo sein Gold aus dem heutigen Rhodesien bezogen hat, so wären auch „seine" Minen oder vielmehr die der ihm tributpflichtigen Südaraber von gleich hohem Alter. H. S. Korrespondenzen. Generalmajor Ritter von Schweitzer. Generalmajor Eduard Ritter von Schweitzer ging in Pension. In der bezüglichen Mitteilung des Amtsblattes heißt es, daß die Pensionierung auf „eigenes Ansuchen" erfolgt sei. Generalmajor von Schweitzer hat diesen Rang aber erst vor eineinhalb Jahren erreicht und nur besondere Umstände und Verhältnisse konnten die „freiwillige" Ueberreichung des Pensionsgesuches veranlaßt haben. Eduard Schweitzer, der erste jüdische General in unserer aktiven Armee, wurde in Gyöngyös in Ungarn geboren und trat freiwillig als einfacher Soldat in die Armee. Kurz nach seinem Eintritte entbrannte der Krieg mit Preußen 1866. Auf den Kriegsschauplatz nach Böhmen versetzt, kam der junge Soldat sofort ins Feuer. Zum Unteroffizier befördert, trat Schweitzer in die Wiener Kadettenschule ein und nach deren Vollendung wurde er zum Offiziersstellvertreter, sodann zum Leutnant befördert. Bald zum Abjutanten ernannt, hat er Beweise seiner Tüchtigkeit gegeben. Der Ausbruch der Insurrektion in der Herzegowina führte das 32. Infanterie-Regiment, in dem Schweitzer diente, dorthin. Seine Verdienste während dieses Feldzuges, seine musterhafte, völlig straflose Führung wurde durch Verleihung des Ordens der Eisernen Krone III. Klasse mit der Kriegsdekoration anerkannt. Nach Wien zurückgekehrt, bestand Schweitzer nach kurzer Vorbereitung die schwierige Aufnahmsprüfnng in die Kriegsschule, die höchste militärische Bildungsanstalt, und absolvierte diese mit „sehr gutem Erfolge". Seine Erhebung in den Ritterstand erfolgte nach einiger Zeit auf Grund der Statuten des Ordens der Eisernen Krone. Unermüdlich im Dienste seines Kriegsherrn, hat er durch seine Tüchtigkeit stets die a. h. Zufriedenheit und die seiner Vorgesetzten im Dienste erworben. Ein zweimaliges Avancement außerhalb der Rangstour gibt davon Zeugnis. Außerdem ist er Besitzer des Offizierskreuzes des Franz Joseph-Ordens, der Kriegsmedaille, der bronzenen Erinnerungsmedaille, des Militärdienstzeichens usw. Als Befehlshaber des 26. Infanterie-Regimentes Michael Großfürst von Rußland wurde ihm zweimal die Ehre zuteil, den Oberst-Inhaber in St. Petersburg die Glückwünsche des Regimentes überbringen zu dürfen, und wurde er bei dieser Gelegenheit mit hohen russischen Auszeichnungen bedacht. Im Mai 1904 zum Kommandanten der 53. Infanterie-Brigade ernannt, wurde Ritter von Schweitzer zum Generalmajor befördert. In Friedhofssachen. Biala-Leipnik. Löbliche Redaktion! Bezugnehmend auf die Korrespondenz in Nr. 38, pag. 598 und Nr. 36, pag. 567 Ihrer sehr geschätzten Wochenschrift gestatte ich mir, Nachstehendes zu bemerken. Wir sind eine Gemeinde, an der Peripherie Westgaliziens gelegen, und besteht in unserer „Chewra-Kadischa" bezüglich der Grabsteintexte nachstehende Vorschrift. Das deutsche und hebräische Konzept für den Grabsteintext muß jedesmal, bevor es dem Steinmetz übergeben wird, unseren hierortigen Rabbiner zur Korrektur und Vidierung vorgelegt werden. Den Text auf dem fertiggestellten Grabsteine vergleicht vor seiner Aufstellung unser verehrter Rabbiner Dr. Glaser nochmals mit dem von ihm vidierten Konzepte und erst nach erfolgter Approbierung seitens des Rabbinates erteilt die Chewra-Kadischa die Erlaubnis zur Aufstellung des Grabsteines. Bei einem solchen Vorgänge werden die in genannten Korrespondenzen mit vollstem Recht gerügten Uebelstünde vermieden. Selbstredend werden Grabsteine ohne hebräische Aufschrift nie zur Aufstellung zugelassen. Mit vorzüglicher Hochachtung Ignaz Perl, Vorstandsmitglied der Chewra-Kadischa. Budapest. (Vorträge über den Zionismus.) Die Mitglieder der Budapester Zionistenvereine hielten im Prunksaale des neuen Stadthauses eine von einem zahlreichen Publikum besuchte Vortragssitzung. Der Zweck der Vorträge besteht darin, für die Idee des Zionismus Propaganda zu machen. Die Sitzung wurde vom Präsidenten Dr. Nikolaus Weißberger eröffnet, der in Kurzem die Aufgabe der Vortrüge skizzierte. Sodann sprach Ingenieur Armin B e r e g i über den Stand des Zionismus im Allgemeinen. Redner erörtert die Situation der Juden in den einzelnen Ländern und kommt zu dem Schluffe, daß von der gesammten Judenschaft etwas getan werden müsse, um die insbesondere in Rußland und Rumänien blutig unterdrückten Juden zu retten. In Rußland leben gegenwärtig sechs Millionen Juden in den unbeschreiblichsten Verhältnissen. Noch vor kurzer Zeit fand der Strom der aus Rußland Vertriebenen in Amerika, England und anderen Ländern gastliche Aufnahme, nun aber beginnen sich diese Länder vor der lästigen Einwanderung zu verschließen und den armen jüdischen Auswanderern bleibt nichts anderes übrig, als zurückzukehren in das Land der Unterdrückung und von neuem die unsäglichen Leiden über sich ergehen zu lassen. Um diese Aermsten der Armen zu retten, ist der Zionismus entstanden. Weit bester als in Rußland ist die Lage der Juden in anderen Ländern, namentlich Holland, Italien, Amerika und Ungarn. Redner schließt den Vortrag mit einem Aufruf an die Anwesenden, sich dem Zionismus anzuschließen. Hierauf sprach Professor Armin B o k o r über die Selbständigieitsbestrebungen des jüdischen Volkes, über die Tätigkeit des allzufrüh verstorbenen Führers der Zionisten Dr. Theodor Herzl und über die Bedeutung der zionistischen Kongresse. Es sei die Aufgabe eines jeden Zionisten, die Baseler Programmpunkte zur Verwirklichung der zionistischen Idee zu fördern. Nach dem mit Beifall aufgenommenen Vortrag las Ingenieur Beregi eine Abhandlung Bernat Eisenbergs vor, welcher den Beweis zu erbringen sucht, daß der Judenhaß die Idee des Zionismus geboren habe. Der Zionismus strebt dahin, einen jüdischen Staat zu gründen, der den in der ganzen Welt zerstreuten Juden als Stütze dienen soll. Dr. Ludwig Dömeny. der Präsident der Tischgesellschaft jüdischer Universitätshörer „Makkabäa", auf deren Initiative diese Vorlesungen veranstaltet wurden, behandelte in seinem Vortrage die Situation der Juden in Ungarn. Der Vortragende tritt dafür ein, daß auch die ungarischen Juden den Kampf für den Zionismus, dem ein so ideales Ziel vor Augen schwebt, aufnehmen müssen. Zum Schluß verdolmetschte Leopold Lebovics in deutscher Sprache die eben gehaltenen Vorträge. Budapest. In der nächst Klaufenburg gelegenen Gemeinde A p a h i d a, wo auch Baron Desider Bünffy begütert ist, brach vorige Woche nachts eine Revolte aus. Die Ursache der Revolte ist auf eine Verordnung des Komitats- Munizipiums zurückzuführen, welche strengstens die Abdeckung der mit Stroh oder Rohr gedeckten Häuser anordnete. Die Abtragung dieser Dächer wurde für die nächsten Tage bestimmt. Die rumänischen Insassen der Gemeinde Apahida wurden über diese Verordnung in höchste Aufregung versetzt und beschlossen, die Abtragung der Dächer mit Gewalt zu verhindern. Die Insassen der Gemeinde schrieben die Verordnung den Juden und „Herren" zu. Sie überfielen nachts die mit Schindeln gedeckten Häuser der beiden in der Gemeinde ansässigen Juden Weinberger und Wolfgang Klein. Sie erbrachen die Geschäftslokalitäten der beiden Kaufleute, warfen die Waren auf die Gasse und raubten das Vorgefundene Bargeld. Von

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