Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 36 (8.9.1905)
- Date
- 1905-09-08
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
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5Hr. 36 Dr. Dlocb s MocvenscbrM, Seite 575 Honigmanns Aufzeichnungen aus seinen Studienj ähren'. Hier zieht das imposante Lebensbild eines gefeierten Juristen, Publizisten, Belletristen (Das Grab von Sabionetta) und — das eines treuen Anwaltes seiner Religionsgenossen an unserem Geistesange vorüber. Jeder Atemzug des Mannes galt dem Grundsatz seines treuen Freundes und Kampfesgenossen, Gabriel R i e s s e r s: „In allen humanen Pflichten den Anderen gleich, in einem von ihnen verschieden: in „meiner Religion" Anerkennung zu verschaffen. Denn in diesen Aufzeichnungen wechseln kaleidoskopisch Beziehungen ebensowohl zu den führenden Geistern jener Zeit: G. Freitag, Jakob Grimm, Professor Stahl, wie nicht minder zu den Schulter an Schalter mit ihm für ihren Glauben ringenden: Berthold Auerbach, A. Bernstein, Wilhelm Freund, M. Heß, Zunz und Kuranda, und eröffnen solcherart überaus lehrreiche Einblicke in die Zeitgeschichte. Die dem Jahrbuch als belletristischer Anhang gewidmete „historische Novelle" : Lst deus in nobis von Carola Buchheim darf hier schon deshalb nicht übergangen werden, weil ja für viele, um ein bekanntes Wort zu variieren, der Weg zum Kopfe durch das Herz geht. Und den warmen Herzenston versteht die auch sonst bewährte Novellistin in dieser Erzählung anznschlagen, in welcher sie uns kunstgeübt in die Negierungszeit Kaiser Justinians hineinversetzt. Nur glauben wir, sollte dies in etwas minder tendenziöser Weise erreicht werden, als dies S. 214 f. geschieht. Dies umsomehr, als ja die Verfasserin über andere technische Mittel der Erzählungskunst, als diese zweifelhaften, verfügt. Miau merkt die Absicht und ist verstimmt. Dem Jahrbuch schließen sich endlich wie alljährlich die „Mitteilungen aus dem Verband der jüdischen Literaturoereine Deutschlands" an. Nebst den vielen erhebenden Berichten über die Verbreitung dieser großartigen Unternehmung entnehmen wir denselben die Tatsache, daß neuerdings in Melbourne und in K o n st a n t i n o p e l Literaturvereine, daß ferner auch in England genau nach dem Muster des Deutschen ein Verband der Literaturvereine zustande kamen. Wahrlich ein achtunggebietender Erfolg rastloser, organisatorischer Energie. Wir schließen, indem uns speziell die österreichischen Verhältnisse nach dieser Richtung vor Angen schweben, mit dem Zitate des Mannes, den man den Vater der deutschen Literaturvereine nennen kann, Gustav Karpeles: „Ein solch' Gewimmel möcht ich sehen!" N e u t i t s ch e i n, im August 1905. Rabbiner Dr. Simon Mandl. KrieflraAerr. K. Lin Zürich. Die „Freitagszeitung" bringt folgende treffliche Korrespondenz: Es interessiert Sie vielleicht, zu vernehmen, was man sich in Rußland über die Friedensverhandlungen erzählt: Die Japaner sollen erklärt haben, sie werden zum Friedensschlutz bereit sein, sobald die Russen ihnen einen Beamten, der noch nie unterschlagen hat, einen Popen, der noch nie betrunken war, und einen Juden, der noch nie geschlagen wurde, senden. Einen Beamten, der noch nie unterschlagen batte, fand man nicht, dagegen endlich nach langem Suchen einen Popen und einen Juden, die die verlangten Eigenschaften besaßen. Nun sandte man eben die beiden ab, aber unterwegs betrank sich der Pope und prügelte den Juden tot. G. S. Der talentierte jüdische Maler Elijahu Grünmann, em noch junger Schüler des Professors Repin, weilt gegenwärtig in der Sommerfrische Knrkola (Finnland) bei Maxim Gorki, dessen Porträt er malen wird. N. In der gegenwärtig stattfindenden Gemäldeausstellung lebender Meister zu Arnheim (Holland) wurde das Bild „Talmudstudium" von Eduard Frankfort zum zweitenmal mit einer Medaille von der Königin-Mutter ausgezeichnet. Talent. Zum Eintritte in die Akademie der bildenden Künst in Wien ist erforderlich: der Nachweis über eine mit gutem Erfolge absolvierte Untermittelschule und eine über die Elemente der bildenden Künste hinausreichende Ausbildung, erstens durch Vorlage von Zeichnungen, nach antiken Büsten, zweitens durch Ablegung einer Aufnahmsprüfung, bestehend in an der Akademie auszuführenden Zeichnungen nach der Natur und nach der Antike. Hat der Kandidat diese Nachweise geliefert, so erlangt er vorläufig die Zulassung zum Unterrichte auf ein Jahr. Die definitive Aufnahme erfolgt dann, wenn der Kandidat in dieser Zeit Beweise einer entschiedenen Fähigkeit zum künstlerischen Berufsstudium geliefert hat. Schulgeld für das Semester 20 Kronen, Matrikelgebühr 4 Kronen. Das Schuljahr beginnt Anfang Okober. Dankbarer Leser des Blattes. Zur Promotion sub uuspiciis imperatoris werden nur diejenigen Kandidaten zugelassen, welche die Gymnasial- und Universitätsstudien mit vorzüglichem Erfolge zurückgelegt und die Rigorosen mit Auszeichnung bestanden haben. In einem Studienjahre können in Wien höchstens drei Kandidaten zur genannten Promotion vorgeschlagen werden. Ein treuer Abonnent 1904. In Wien besteht eine Akademie für Brauindustie mit zwei Jahrgängen. Aufnahmsbedingnng ist jener Grad von Wissen, welcher in Oesterreich zum Einjährig-Freiwilligendienste berechtigt. Die Akademie hat den Zweck, wissenschaftlich gebildete Brautechniker heranzubilden, welche befähigt sind, leitende stellen im Großbetriebe dieses Industriezweiges einzunehmen. N. R. L. Eine Mitteilung für die „N. F. P." derzeit noch verfrüht. Besten Gruß und Dank. Rabbiner D. B. Winter in Chorostkow. Nur Ihre Ausführungen in Bezug auf Töchterunterricht sind zutreffend, gehören aber nicht in unser Blatt. Z. 100. Nachstehende Ziffern liegen vor über die israelitische Bevölkerung in den Großstädten Europas. In Warschau wohnen 275.000, in Budapest 166.000, in Wien 149.000, in Berlin 95.000, in Paris 75.000, in Amsterdam 56.000, in Lemberg 43.000, in Konstantinopel 40.000, in Bukarest 9000, in Petersburg gegen 3000, in Nom und Lissabon je *500, in Madrid 300, in Stockholm 150 und in London — 120.000 Israeliten. Jul. Rößler. Im Stiftungsamte der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstettengasse 2 einzureichen. Im Mai gelangt eine Salomon Altmann-Wa senstiftung 2 Plätze L zirka L 58.— zur Ausschreibung (Einreichungstermin am 1. Mai bis 15. Juni), dann eine Kaiser-Jnbiläums-Stiftung ä K 300.—. Oberlehrer M B.: Ihre Erwiderung können wir leider nicht publizieren, da wir die Diskussion für abgeschlossen erachten. Das beshe Gelrärfk^u. Nahrungsmiklel für fiebernde Kranke isr Ceres Apfelsaft der Nährmittel werke „CE R E S" Aussig Kundmachung betreffend die Einschreibungen in die Bibel- und Lefeschnle für den XVIII. und XIX. Bezirk. Die Einschreibung in die Bibel- und Leseschule findet vom 17. September d. I. an jeden Sonntag von 8—11 Uhr vormittags und Mittwoch „ 3—5 „ nachmittags in der Bibelschule XVIII, Schopeuhauerstraße 39, II. Stock, Tür 12, mit Ausnahme der jüdischen Feiertage, statt. Der Unterricht beginnt am 20. September d. I. Die Bibliothek wird am 8. Oktober d. I. von 10—12 Uhr vormittags eröffnet. Wien am 15. August 1905. Der Bethausvorstand für den XVIII. und XIX. Gemeindebeznk. Kundmachung. Am 20. November l. I. gelangen die Zinsen der hierortigen Brautstiftung des sel. Herrn E m a n u e l S u b a k für zwei Jahre ä 460 Kronen an zwei Bräute zur Verleihung. Die Gesuche wollen bei dem gefertigten Bürgermeisteramte bis 31. Oktober l. I. eingebracht und mit folgenden Beilagen versehen werden: 1. dem Geburtszeugnisse, 2. einem Armuts- oder Mittellosigkeitszeugnisse, 3. einem Sittenzeugnisse, 4. einem Nachweise des Brautstandes und 5. einem eventuellen Nachweise der Verwandtschaft mit dem Stifter oder dessen sel. Frau Katharina Subak, da Verwandte ein Vorzugsrecht haben. Die Auszahlung erfolgt nach stattgehabter Vermählung, welche durch den Trauschein nachznweisen ist. wozu eine Frist von 6 Monaten offensteht. Nach Ablauf dieser Frist erlischt der Anspruch, doch kann die Betreffende bei künftigen Ausschreibungen wieder einreichn. T r e b i t s ch den 4. September 1905. Bürgermeisteramt der Jsraelitengemeinde. Der Bürgermeister: Adolf Subak. Kundmachung. Es wird hiemit zur Kenntnis gebracht, daß im Großen Musikvereinssaale, I., Kärntnerring, Dumbagasse 3, anläßlich der hohen Festtage, wie in den Vorjahren, ein Gottesdienst stattfinden wird. Parteien, welche auf die im Vorjahre gehalten Plätze reflektieren, können die betreffenden Betsitzkarten bereits vom 11. September bis 20. September a. c. an der Kassa der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitenstetten gaffe 4, I. Stock, täglich von 9 Uhr vormittags bis 2 Uhr nachmittags beheben. Ab 21. September gelangen die nicht behobenen Karten zur allgemeinen Ausgabe. Wien, im August 1905. Der Vorstand der israelitische» Kultusgemeinde