Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-06-30 · 26 (30.6.1905) · page 16

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
26 (30.6.1905)
Date
1905-06-30
Page
– (sequence 16)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/3020846-3021602-3021629--14616-3039335
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Seite 416 Dr. Dlocb's MlocdenscbrM. Kr. 26 Ganz besonders wohltuend berührt uns die Erwähnung des großen Strategen Moltke, der ein nicht minder bedeutender Schriftsteller als Feldherr war. Moltke hat seine Reiseerlebnisse und Eindrücke in ausgezeichneten Schilderungen niedergelegt, seine Briese an seine Braut und Gattin haben europäische BerHmtheit erlangt, nicht zuletzt darunter seine „Reisebriefe aus Rußland" 1856, als er damals als Adjutant den Prinzen Friedrich Wilhelm von Preußen zur Krönung Alexander 11. begleitete, und wir freuen uns, daß Karpeles die Gunst des Schicksals erfahren hat, persönliche Beziehungen mit einem der größten und edelsten Männern aller Zeiten und Nationen in seinem Erinnerungsschatze verzeichnen zu dürfen. Der Schluß der Wanderungen durch Böhmen kann nur schmerzliche Empfindungen in uns wecken! Das goldene Prag, einst ein Hort des Deutschtums, ist nun allmählich vorwiegend czechisch geworden, doch erkennen wir gern an, daß auch das czechische Volk seine großen Dichter besitzt. Wir legen das Buch mit dem Frohgefühl aus der Hand, oft und gern wieder zu chm zurückgreifen zu wollen, denn das find jene wahrhaft guten Bücher, die uns nicht nur einige Stunden flüchtigen Genusses bereiten, sondern die wir immer und immer wieder gern durchblättern, stets frische Anregung und Belchrung daraus schöpfend. Möchten diese „slavrschen Wanderungen", die einen wertvollen Beitrag zur Kulturgeschichte der slavischen Völker bilden, die wohlverdiente Verbreitung finden! Breslau. Regina Reißer. Zu den Protokollen der bisherigen sechs Zionisten- Kongresse erscheint soeben im Jüoischen Vertage Bertm Ey. Herderstratze a/4) ein Register, das von Hugo Schacherl, Breslau, zusammengestellt ist. Die Protokolle bilden eine der interessantesten und wertvollsten Materiatiensammtungen zur Geschichte der Juden gegen Ende des XIX. und Anfang des XX. Jahrvunderts. Man kann über die zionistische Bewegung denken, wie man will, das, was auf diesen Kongressen zur Sprache kam, reicht weit über den Rahmen des Parteimäßigen hinaus und spregett wohl alte Seiten des jüdischen Lebens, alle jüdischen Bestrebungen und die Lage der Juden in allen Weltteilen mit einer Unmittelbarkeit wieder, wie sie nirgends auch nur ähnlich getroffen werden kann. Zu dem in sechs Banden m recht beträchtlicher Stärke (ein Gesamtumfang von ca. 1800 Seiten) angewachsenen Material der Kongreßprotokolle ein vorzügliches Sach- und Personenr e g r st e r geliefert zu haben, ist ein Berdienst, das diejenigen zu würdigen verstehen werden, die es wißen, wie viel Arbeil zur Zusammenstellung eines solchen Hilfsbüchleins gehört. Der bevorstehende VII. Kongetz wird doppelt Veranlassung für den Absatz dieses Registers sein. Mehr als je besteht in der gegenwärtigen Lage der zionistischen Bewegung e,n Interesse daran, die Behandlung der einzelnen Fragen protokollarisch nachprüfen zu können, und da es im einzelnen Fall wohl unmöglich ist, ein ganzes Protokoll — und noch viel weniger alle bisherigen — auf ein einzelnes Thema hin zu durchsuchen, so ist das Erscheinen eines elschöpseuden Registers sicher mit Freude zu begrüßen. Das Register, dem eine kurze Bibliographie über Palästina-, Orient- und Kolonisations-Literatur beigegeben ist, ist zum Preise von 7ö Pf. (in einer Ausgabe auf befferem Papier zu Alk. 1) ourch den Verlag zu beziehen. _ „Europäer und Asiaten". Die russischen Soldaten werden in der japanischen Gefangenschaft in der Kunst des Lesens und Schreibens unterrichtet und das Bild eines solchen Schulunterrichtes ist eine passende Illustration zu dem Kapitel der „heidnischen Barbarei" und „christlichen Zivilisation". Z. Die polnischen Frankisten, die vor mehr, als vier Menschenaltern Katholiken wurden, haben bis heute ihre semitische Sonderphysiognomie bewahrt und kein Nationalpole verwechselt sie mit Sarmaten. B. ft. Der Deserteur aus dem Lager seines Volkes kann, es ist eine herbe Ironie, im Lager „seines Kaisers" Reserveoffizier werden. Aber auch da bleibt er ein Fremder. Kaum hat er den Rücken gewandt, da fliegt auch schon das nasenrümpfende Wort „Jude", nicht als wissenschaftliche Rassenbezeichnung, nicht als terrninns technicus für ein in sich geschlossenes Nationalgebilde, sondern als ein verächtliches Schimpfwort hinter ihm her. Und das meiner Ansicht nach mit vollstem Recht. ft. in Brünn. Phil. Kieferndorf in Jerusalem ist ein protestantischer Missionär. Das Uebrige müssen wir Ihnen selbst überlassen. „G. I. Wien." Als Pension für Ihren in Graz studierenden Knaben kann Ihnen das Haus des Herrn Anton Ungar, Leiter der dortigen Volksschule, bestens empfohlen werden. Arnstein. Für derlei Zwecke werden Sie keine Spenden erhalten. Wir ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der tausenden Nbonnementsgeüützr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man fich der beigelegten Posteragscheine bedienen. Die Administration der „Oesterr. Wochenschrift. Jos. Schlesinger VViEi^, I. B., Seitenstettengasse 5 , zz Budapest Vi., Königsgasse i — Grösste und älteste Verlagsbuch- 1802 n handlung des Kontinents Atelier für Gold* und ZilderMereiru ewptienlt sich zur Anfertigung aller Arten t Llllpvlparamenie, sowie ranmnes (.a.iiar voinan6ej, inuiamamolcfleu, unuppus (lraumimnel), ölinuliiUdUütiiiKeü in elegantester, stilvoller Ausiutirung zu uen massigsten Preisen, Anerkennungsschreiben der hervimagendsten Kultusgeinemuen ues ln- und Auslandes, wie i'ruppau, Uiwutz, .Lundenbürg, özegedm, Miskoicz, 'lewesvar, UeOi ecin, Moskau unu Mainz bezeugen die gediegene und gescnwackvolie Ausiumuug der geiieierten Arbeiten. Muster und Xostenuoer&chlage gratis und iranko. KriefkaZerr. S. K. i« B Der Stand der jüdischen Lehrerftage in Böhmen ist gewiß sehr traurig, gehört aber vor das Forum des Gemeindebundes. F. Der Gruß „Tschau" kommt vom italienischen „schiavo“, Sklave, was als Grußwort so viel als „ich bin dein Sklave" bedeutet, so wie „servus“, Knecht, „ich bin dein Knecht". Die Venezianer sprechen das Wort „tschao“ aus, und das früher in Venedig stationiert gewesene Militär brachte den Gruß „tschao“ nach Wien mit, wo es in „Tschau" umgewaudelt wurde. F. L. Das Zitat lautet richtig: „Alles in der Welt läßt sich ertragen, nur nicht eine Reihe von schönen Tagen". Es stammt von Goethe und wurde zuerst im Jahre 1815 unter „Sprichwörtlich" in den „Gesammelten Werken" gedruckt. Gewöhnlich wird falsch zitiert: „Nichts ist schwerer zu ertragen, als eine Reihe von schönen Tagen". Th. St., Temesvar. Ueber Ihren Wunsch veröffentlichen wir folgende Anzeige: Familiennachricht. Im Standesamt von Temesvar wird morgen Nachmittag der Direttor des Krankenhauses Herr Geza Lichtscheindl mit Frau Sidonie P e r n f e l d, Witwe des Glas- und Porzellanhändlers weil. Adolf Bernfeld, die Ehe schließen. Frau Bernfeld ist vorher zum Christentum übertreten und hat gestern Vormittags 11 Uhr in der bischöflichen Hauskapelle durch den Abt- Domherrn Anton Wittenberger das heilige Sakrament der Taufe empfangen. Als Taufpathin fungierte die Gemahlin des Bürgermei st ers, Frau Etelka T e l b i ß. Verlangen Sie nur den soeben erschienenen 06. Jahrgang des allgemein beliebten Pasctieles’ illustrierten Israel. Volkskalender mit dem Hilde aes.verewig. Ubertaubiners v. Budapest lil-lvi. näyserilng und mit Vielen andeien Illustrationen. — rreis «su kr. LU- »unttutiu / kf. fflanr. Hurcli jede Uucnhandlung oder gegen Einsendung ues Betrages (auch m .bxietmarkenj direkt zu bezienen von SAMUEL WJ’ASCHaE^J/ejIagshüchliandlung, Prag, Zeltnergause 4. im Verlage von Samuel W. Pascimeies, frag Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, in neuer Auflage und prachtvoller Ausstattung erschienen das berühmte Pracntwerk?rof. Pr. Julius fürsl's iltustr. fünf Bücher IKoses mit deutscher Uebersetzung, erläuternden Erklärungen und über 230 Illustrationen. Ein Geschenkwerk ersten Ranges! Preis in hochelegantem Prachtband ö. W. iL L—. üie frünere Auflage ist gänzlich aus verkauft* Versendung erfolgt gegen Einsendung des Betrages. Herausgeber susb verantwortlicher Redakteur: Dr. Jofef «. «loch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VQL

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.