Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 24 (15.6.1905)
- Date
- 1905-06-15
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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Nr. 24 Dr. Bloch's WochrnfchrM Seite 361 30.—, S. I. Stern 40.—, Josef Klein 2.—, Rafael Löwy 2.—. Moriz Bratmann 29.—, Wilhelm Heller •». - , Eduard Stern 50.—, Simon Weiß 2.—, Ignaz Katz 10.-, Markus Zernik 12.—, Simon Friedmann 2.—, Mendl Strach 1.—, Eduard Berger 30.—, Adolf Kohn 2.—, Ignaz Fantl 95.—, Samuel Kugel 4.—, Bernhard Löwy 4.—, Israel Rosenberg 6.—, Max Kottany 2.—, Emanuel Hoffmanu 15.—, Nathan Neumann 6 —, Edmund Kohn 4.—, Jakob Grotte 12.—, Berthold Löwenstamm 4.—, Philipp Drechsler 20.—, Jakob Berger 2.—, Wilhelm Kohn 11.—, Salomon Kornfeld 3.-. Wien. (Goldene Hochzeit.) Der in weitesten Kreisen bekannte Sprachmeister Herr Simon H o f f m a n n, Professor der französischen, italienischen und englischen Sprache und Literatur II., Ferdinandstraße 13, feiert Donnerstag den 29. Juni das Fest seiner 50 jährigen glücklichen Ehe mit seiner Gattin Netti, geb. Eisner. Es ist dies zugleich ein Dankfest anläßlich seiner Rekonvaleszenz nach einer überstandenen vielmonatlichen schweren Erkrankung. Die große Anzahl seiner einstmaligen Schüler, die den verschiedensten Gesellschaftsklassen angehören und bis zu den höchsten aristokratischen Kreisen reichen, gleichwie die mannigfaltigsten humanitären Vereine, deren Mitglied und Förderer Professor Simon Hoffmann trotz seiner spärlichen Mittet jederzeit war, werden gewiß die Gelegenheit nicht unbenützt lassen, diesem wahrhaft gesetzestreuen Manne zu gratulieren. LI. K. Wien. (Trauung.) Dienstag den 20. Juni l. I., um 1 Uhr nachmittags, findet in Baden bei Wien, im „Hotel Schey" die Trauung des Fräulein Dora G u t t e r mit Herrn Adolf Schlesinger (i. Fa. Jos. Schlesinger. Budapest) statt. Wien XVI. In der am 28. Mai a. c. stattgehabten Plenarsitzung der israelitischen Kultusgemeinde wurde der Oberkantor Herr MLtyas aus Neu-Pest als I. Kantor für den Kultusgemeinde-Tempel des XVI. und XVII. Bezirkes ausgenommen und wird derselbe am 1. August d. I. den Dienst antreten. Die Monumenta Judaica. Das Werk dessen Prospekt unsere Leser unserem heutigen Blatte beigelegt finden, verdient eine längere Würdigung. So unglaublich es klingen mag, so kann es doch nicht bestritten werden, daß vielleicht kein Buch der Welt so schlecht und so falsch übersetzt wurde, wie die Bibel. Wenn man bedenkt, daß kein zweites Werk in der Geschichte der Menschheit einen solchen Einfluß auf die Entwicklung der abendländischen Gesittung genommen hat, wie die Bibel, so mag es eigentlich wunderlich erscheinen, daß man bislang noch nicht an eine exakte wissenschaftliche Uebersetzung der Bibel geschritten ist. Der Grund lag natürlich vor allem in dem lediglichen konfessionellen Hader, der es verhinderte, daß die beteiligten drei großen Konfessionen sich zu gemeinsamer Arbeit vereinigten. Die Monumenta Judaica bezwecken nun durch ihren I. Teil, nämlich die Bibliotheka Targumica, diesem Uebelstande abzuhelfen. Die Herausgabe des monumentalen Werkes besorgt je ein Vertreter der protestantischen, katholischen und der jüdischen Konfession, nämlich die Herren: Prof. Dr. August Wünsche, Dr. Jörg Lanz-Liebenfels und Dr. M. Altschüler. Nach dem im akademischen Verlage entworfenen Arbeitspläne soll ein jeder dieser Herausgeber bei der Uebersetzung vollkommen individuelle Freiheit haben, jedem Herausgeber soll es in Form von Fußnoten gestattet sein, seine und die von seiner Konfession vertretene Ansicht zu vermerken und zu begründen. Man begreift, daß schondurch diesenzum erstenmal inAnwendung kommendenArbeitsplan nicht bloß einevölligobjektiveundsachliche Uebersetzung gewährtet st et ist, sondern auch ein b e d e u ts a m e r S ch r i t t z ur V e r e i nigung und Versöhnung der sich bisherbefehdenden Religio ns genossen sch asten getan ist. Allein noch wichtig, speziell für das Judentum ist der zweite Teil der Monumenta Judaica, nämlich die Monumenta Talmudica. Es ist ja bekannt, welchen Anfeindungen gerade der Talmud von Seiten gewisser Kreise ausgesetzt war und ist und erst vor kurzem wurde in einem öffentlichen Vertretungskörper der Antrag gestellt, es möge von Staatswegen eine authentische Uebersetzung dieses Werkes veranlaßt werden. Dadurch nun, daß hervorragende wiffenschaftliche Vertreter der drei Konfeffionen sich zu einer Uebersetzung des Talmud vereinigen, die von jedem Standpunkte aus einwandfrei sein wird, dadurch dürfte kommenden Generationen der Anlaß zu so vielen Verleumdungen, Entstellungen und Verdrehungen, die zum größten Teile aus Unkenntnis, zum anderen Teil aus Böswilligkeit stammten, entzogen sein. Dazu kommt aber noch, daß diese Uebersetzung des Talmud so angefertigt sein soll, daß sie sämtliche Beziehungen zur abendländischen, indogermanischen Kultur auf Grund der neuesten wissenschaftlichen Forschungen feststellen wird. Demnach wird man erst nach Vollendung der Monumenta Judaica in der Lage sein, klar zu ersehen, welchen, und wie wir hoffen, bedeutenden Einfluß die jüdische Wissenschaft auf die Entwicklung der europäischen Kultur genommen hat. Allerdings reicht hiezu die Kraft der drei Herausgeber nicht aus, aber es sei bemerkt, daß hinter den drei Herausgebern eine ganze von wissenschaftlichen Idealen erfüllte, internationale Gelehrtengemeinde steht, welche die verschiedenen, hier in Betracht kommenden Wissenschaften durchschürfen und in den Monumenta Judaica z u Worte kommen werden. Man ersieht aus diesen Bemerkungen, von welch' großer Bedeutung die Herausgabe der Monumenta Judaica speziell für das Judentum ist und daß sowohl jüdische Gemeinden, wie Private allen Grund haben, dieses Werk zu fördern und die Fertigstellung durch Subskription zu ermöglichen. Alliance Israelite Universelle. .Das Zentralkomitee bewilligte für die Opfer der Unruhen in Dussiaty (Gouvernement Kowno) 2000 Frcs., für ^Geschädigten in M e l i t o p o l 1000 Frcs. Nach S ch i t o m i r werden 2000 Frcs. überwiesen, außerdem wird die Alliance zur Versorgung der Hinterbliebenen jener selbstlosen Männer beitragen, die bei der Verteidigung ihrer Brüder den Tod fanden. Graz. Am 1. Schebuoth-Tage hat unser allverehrter Herr Rabbiner Se. Ehrwürden Herr Dr. S. Mühsam sein vierzigjähriges Amtsjubiläum gefeiert. Im Jahre 1865 ist er, damals noch preußischer Staatsbürger, in Postelberg in Böhmen als Rabbiner engagiert worden, hat seitdem in Znaim und Bisenz fungiert und wirkt jetzt seit 28 Jahren in der hiesigen Gemeinde, wo er sich bei Juden und Nichtjuden der allgemeinen Hochachtung erfreut. Sowohl der Vorstand als auch die Chewra- Kadischa haben den Jubilar in würdiger Weise beglückwünscht. Budapest. (P r o b e p r e d i g t.) Freitag den 2. d. M. beim Abendgottesdienst hielt Herr Rabbiner Dr. Max P o l l a k aus Oedenburg und am Schewuosfeste Rabbiner Dr. Simon Händler aus Lugos eine Probepredigt. Die Redner fanden zahlreichen Beifall. Nagybeeskerek. (R a b b i n e r j u b i l ä u m.) In erhebender Weise feierte am 21. v. M. die Nagybecskereker israelitische Gemeinde das vierzigjährige Amtsjubiläum des Rabbiners Dr. Moriz Klein. Schon am Vorabende wurde dem Gefeierten von der Jugend ein imposanter Fackelzug gebracht. Am nächsten Tag versammelten sich viele Deputationen in dem festlich geschmückten Gotteshause: die Komitatsbehörde unter Leitung des Obergespans Dr. Ludwig Dellimanics und des Vizegespans August Janko, die Beamten des Gerichtshofes, der Finanzdirektion, der Stadtbehörde, Vertreter sämtlicher Schulen und der Militärbehörde, sowie sämtliche Vereine der Stadt. Mit besonderer Freude wurden die Vertreter des Klerus sämtlicher Konfessionen begrüßt. Die Festrede hielt der Ofner Oberrabbiner Dr. Arnold Kiß, ein Sohn des Jubilars, die aus die