Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 18 (5.5.1905)
- Date
- 1905-05-05
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 288 Dr. Llocb's Mocvenscbrltt. 16 Sonne. Erst später, als Frau und Kinder in Schlaf versanken, erwachte es wieder, jenes furchtbare Bild, und da schien cs wir, als spieen die Sabbathlichter schwarze Flammen aus und als stände wieder jener scheußliche Kopf mit seiner unheimlichen Prophezeiung vor mir. Ich fand keine Ruhe, bis ich meinen Jankele zu mir ins Bett nahm und ihn eng an mein Herz schloß. Es war mir, als müßte ich ihn gegen eine dunkle Macht schützen, die ihn mir zu entreißen drohte." Wie erschüttert von diesem Erinnerungsbilde, brach der Blinde ab, legte sein Bündelchen, das er immer mit sich trug, auf den Tisch, stützte seinen Arm darauf und versank minutenlang in tiefes Schweigen. (Fortsetzung folgt.) KriefkaIerr. F. Der Schachmeister Winawer wird in „P. Hp." mit folgenden Worten geschildert: Mit in die Augen gedrucktem Hute den er niemals abnahm — sah er einem Talmudgelehrten ähnlich. Winawer liebte die Offensive und war ein Gegn r des Remis. Besonders exzellent handhabte er den Springer. Er vollbrachte mit dieser Figur, die laut feiner Ansicht nach der Königin die stärkste ist, förmliche Wunder. Besonders berühmt war er dadurch, daß er seinem Gegner 1-2 Figuren „vorgab". Bei solcher Gelegenheit schien er die Figuren ohne Sinn hin- und herzustoßen und nur wenn er mit der Kombination des Gegners im R.inen war, bereitete er seinen Angriffsplan vor. Dann erklärte er plötzlich: „Gleich ist er Pleite", was soviel bedeutete, daß der Gegner sein Spiel getrost aufgebeu könne „Assimilation". Teilen Sie den Fall dem Präsidium des Oesterreichnch-israelitischen Bundes in Wien, I., Seiteusteltengasse 4, mit. 31. Th. Zn Wladiwostok befinden sich gegenwärtig über 1000 jüdische Solbaren G. R. Der Prozeß Dreyfus dürfte in Bälde zu endgilligem Abschlüsse gelangen. Die Dreyfus-Literatur umfaßt nahezu 728 Werke; von D. selbst stammen nur die „Briefe eines Unschuldigen" und „Fünf Jahre meines Lebens", die in sämtlichen europäischen Sprachen übersetzt worden sind. „H-storikus". Der „Simpliciffimus" bringt folgende „moralische Erzählung": Jlka Halasy, die sechsjährige Tochter eines Einwohners der ungarischen Ortschaft Zenta, wurde um die Osterzeit von ihrem Vater an den Brunnen geschickt, einen irdenen Krug unt Wasser zu füllen. Unterwegs begegnete ihr der Rabbiner Moses Biegcleisen, und wie es leider noch vielfach der Brauch, fühlte sich das Kind bemüßigt, den greisen Hebräer unter . Spoltreden an seinem laugen weißen Barte zu zuvfen. Der Rabbiner beschleunigte seine Schnue, aber Jlka lief hinter ihm bwin und ließ nicht nach, ihn laut zu verhöhnen. Da strauchelte sie über einen Stein, der Krug ging in Trümmer, wobei das Kind durch einige Scherben im Gesicht nicht unerhebliche Schnittwunden erlitt, so daß ihr das Blut herabrauu. Laut jammernd lag sie am Boden. Sofort wandte sich MoseS Biegeleisen um, erbarmte sich seiner Peinigerin, wischte ihr mit dem Sacktuch das Blut vom Gesicht, sich bemühend, die Blutung zu stillen. — Diese wahrhaft christliche Handlungsweise wird Gott gewißlich in Betracht ziehen, wenn dieses Juden Seele einst, von der irdischen Hülle befreit, Gefahr läuft, ihres Irrglaubens wegen zum Fegefeuer verdammt zu werden. Er wird sie den Klauen des Satans entreißen und sie unter feine himmlischen Heerscharen aufnehmen. — Leider sollte Gott bald Gelegenheit hierzu geboten werden: Einige Bauern waren des Weges gekommen, und als sie das blutende Kind mit dem jüdischen Rabbiner sahen, stießen sie die Rufe aus: „Der braucht Blut für die Feiertage! Er h.rl das Kind geschlachtet! Schlagt den Juden tot!" Sogleich stürzten sie sich auf ihn, erschlugen ihn mit Knütteln, stießen eine Mistgabel durch sein Herz und warfen den Leichnam auf einen Düngerhaufen. B. H. Zangwill war während seiner Anwesenheit in Washington auch zu einem Diner beim Präsidenten Roosevelt geladen worden. Der Präsident ist ein aufrichtiger Freund der Juden. „Lvahrheitefreund." Jules Berne war jüdischer Abstammung, geboren in Russisch-Polen. Das ist jetzt konstatiert worden, und an dieser Tatsache werden Sie mit Ihrer Lexikonweisheit nichts ändern. R Z. Das Toleranzmanifest des Zaren ist nichts als höherer Schwind» l, ein nackter Betrug, der aber den Zweck, die Oeffentlichkeit zu täuschen, nicht erreicht. Ignaz Thcumaun'sche Heirats-'Ausstattungs-Stiftung. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien bringt hlcniit zur Kenntnis, daß aus den Zinsen der obgenannten Stiftung ein Betrag von Kr. 2(00, an ein mit dem Stifter Herrn JgnazTyeumannverwandtesMädchen israelitischer Konfession zu verleiheu ist. Bewerberinnen haben ihre mit einem Geburts,- Armuts-, Brautstands- und Sittenzeugnisse, sowie dem legalen Nachweise der Verwandtschaft mit dem Stifter versehenen Gesuche bis 31. Mai 1905 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien, (I., Seitenstettengaffe 4, I. Stock,) woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich behoben werden können, während der Amtsstunden zwischen 9 und 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Matriken der israelttischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Auf verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Wien, 1. Mai 1005, Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Konkurs. Mit 1. August 1. J. wird in der hiesigen Gemeinde ein Kantor der zugleich p*roi LNIIv iHlp Schriftführer und erlitt für Vorderfleisch sein muss, aufgenommen. Mit dieser Stelle ist ausser der freien Wohnung ein fixer Gehalt von 600 Kronen und ein garantiertes Einkommen der nöTHP von 800 Kronen nebst üblichen Emolumenten verbunden. Bewerber, welche österreichische Staatsbürger sein müssen und das 85. Lebensjahr nicht überschritten haben, wollen ihre dokumentierten Gesuche mit Beilage eines Geburtsscheines, mit Angabe ihres Standes und über ihre bisherige Verwendung bis längstens Ende Juni d. J. bei dem gefertigten Vorstande einbringen. Diejenigen Bewerber, welche musikalisch gebildet sind und die Fähigkeit besitzen, bei Erteilung des hebräischen Unterrichtes mitzuwirken, erhalten den Vorzug. Zn Probevorträgen werden nur Geladene zugelassen. Dem Akzeptierten werden die Reisespesen vergütet. Auspitz im Mai 1905. Heinrich Berisch Vorsteher der Israel. Kultusgemeinde Auspitz Mähren. Jos. Schiesinger WIEN, 1. B., Seitenstettengasse 5 Budapest VI., Königsgasse I — Grösste und älteste Verlagsbuch- 1802 zu Handlung des Kontinents Atelier für Gold* und ZilberziiclMien empfiehlt sich zur Anfertigung aller Arten Tempel' Paramente, sowie Paroches (Altarvorhänge), Tüoramäntelchen, Chuppes (Trauhimmel), Schulcbandecken in elegantester, stilvoller Ausführung zu den massigsten Preisen. Anerkennungsschreiben der hervorragendsten Kultusgemeinden des In- und Auslandes, wie Troppau, Olmütz, Lundenburg, Szegedin, Miskolcz, Temesvar, Debrecin, Moskau und Mainz bezeugen die gediegene und geschmackvolle Ausführung der gelieferten Arbeiten. Muster und Kostenüberschläge gratis und franko. Samuel W. Fascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergässe 4, nächst dem Ring, offeriert in reichster Auswahl Professor Klfimpf’s allgemein feeliebte Brautgebetbuchcr und deutsche ändachtsbacher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borten. 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