Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 11 (17.3.1905)
- Date
- 1905-03-17
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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Sette 170 Dr. Dlocb's MocvenscvrM. nt. 11 tekteiwkrcill, der Verein der miqarischeii Banknustler mitcr Führung des Präsidenten Sigmund Quittner, ferner die Direktionen der Budapesl-Leopoldstädter Sparkasse, A -G, der Schlick'schen Eisengießerei und Maschiucnsabriks-Akliengesellschaft. der Ungarischen Keramischen Fabrik, der Holzproduktious-Aktiengsellichiist und der Ungarischen Werki'tätten-Aktiengesellschaft, der Verein ter ungarischen Holzhändlcr und Holzindustriellen, die Genossenschafren der Bndapestcr Baumeister und der Zimmerkeute. Besonders zahlreich wcnc» die Humanitären Vereinigungen vertreten: die Di ektion der Bndapester Bezirkskrankenkassc unter Führung des Präsidenten Geza Majorossy und das ärztliche Personal dieses Institutes unter Führung des Chefarztes Dozenten Dr. Wilhelm Friedrich, sowie alle jene Institute, deren Gründer Marzell Neuschloß gewesen. An der Bahre hielt der Oberrabbiner der Ofner israelitischen Gemeinde Dr. Arnold Kiß die Dmierrede. In tief ergreifenden Worten schilderte der eloquente Redner das herrliche Wirken Marcell Neuschloß', der auf Erden eine göttliche M'ssion ei füllte. Er war den Armen ein Vater, den Bedrängten ein Helfer in b wo es sich irgend um eine gute Sache handelte, war Marcell Neuschloß einer der Ersten, der nicht nur mit vollen Händen gab, sondern auch mit aller Aufopferung für ihr Gedeihen eintrat. Das Ableben Neuschloß' werde darum nicht nur bei feiner Familie und seinen Freunden eine unansfüllbare Lücke zurücklassen, auch seine Arbeiter und Tausende Armer und hilfsbedürftiger werden das Dahinscheidcn dieses wahren Menschenfreundes und Wohltäters beweinen. Nach den unter Leitung des Oberkaniors Profesiors Lazarus vorgetragenen Trauergesängen trat Andreas Thek an die Bahre, um im Namen des Landes-Industrievercins folgenden Nachruf zu sprechen: „Indem ich an diese Bahre herantrete, fühle ick, daß n>ir die Gottesgabe der Beredsamkeit nicht genügend zur Verfügung steht, um Deine im kurzen Leben vollbrachten edlen Taten voll zu würdigen. Zn viele Schichten der Gesellschaft hast Du den Samen der Liebe und der Wohltätigkeit gestreut; die Triebe werden blühen von Generation zu Generativ». Deine schöpferische Kraft in ihrer ganzen Größe zu würdigen, übersteigt meine Aufgabe: ich stehe hier als Vertreter des Landes-Jndustricvereins, der mich mit der schmerzvollen Mission betraut hat, in seinem Namen von Dir Ab'chied zu nehmen. An Deiner Bahre lege ich nun den Dank der Industriellen, der ganzen Nation nieder für die große Liebe und Opferfrendigkeit, mit welcher Du der vaterländischen Industrie Dein ganzes Leben Hindin ch gedient hast. Dein Leben wird als leuchtende Fackel dienen, um den Weg zu zeigen, den ein echter Bürger des Vaterlandes wandeln ninß. Wird auch Deine sterbliche Hülle der Muttererde anverlrant, so wird doch Dein Andenken in unserem Kreise, im Kreise der ungarischen Industriellen und Fabrikanten ewig fortleben. Gott gebe Dir den ewigen Frieden und die ewige Ruhe!" Das internationale Ackerbauinftitnt. Bekanntlich hat König Viktor Emanuel IJI. von Italien den großen Plan eines internationalen Ackcrbauinstitutes ausgesührt, welcher von allen Monarchen ausgenommen und dem auch der deutsche Kaiser seine wärmste Sympathie entgegengebracht hat. Es ist nun interessant, zu erfahren, daß die ersten Anregungen auf Vorschlägen eines amerikanischen Juden basieren, wie dies im Text des königlichen Schreibens ausdrücklich anerkannt wird, dessen Name bis jetzt in den meisten Zeitungen falsch gedruckt worden ist. Die „Allg. Ztg. d. Indent." erhält darüber von informierter Seite die nachstehenden Mitteilungen: ..Die Idee und der Vorschlag des Wcltagrarinstituts, also eines internat onalen Instituts für die Interessen der Landwirtschaft aller Lände:, rührt von einem Glaubensgenossen David L n b i n in San Francisco her. In den Zeitungen stand bisher der Name falsch, in der einen hieß er Labin, in der anderen Lubina. David Lubin ist ebenso tüchtig als Kaufmann wie als Landwirt. Die kaufmännische Firma führt den Titel: Weinstock, Lubin & Co. Der eine der beiden Kompagnons ist bekannt als der Verfasser der Schrift, die seinerzeit viel Aufsehen erregt hat: „Ist Jesus ein Jude?" Der andere, David Lubin, hat sich hauptsächlich mit volkswirtschaftlichen Untersuchungen erfolgreich beschäftigt. Er ist ein guter Jude, ein tätiges Mitglied des Ordens B'nei Brith, in dem er oft Vorträge hält. Sein Jnteresie für die Entwicklung der Landwirtschaft basiert auf eingehenden Studien und praktischen Erfahrungen." Von allen Seiten ist die Bedeutung des oben erwähnten Planes hervorgehoben worden, und besonders die agrarischen Blätter versprechen sich unerreichbare Vorteile für die Landwirtschaft und indirekt für die ganze Menschheit von der Durchführung des Planes. Vielleicht üben diese agrarischen Blätter nun auch den Akt der Gerechtigkeit, ihren Lesern zu erzählen, daß dieser Plan, in dem ein starker Nachdruck „auf den Interessengegensatz zwischen der Landwirtschaft und der Industrie und dem Handel, sowie auf die Notwendigkeit des Kampfes gegen den industriellen Kapitalismus" gelegt wird, das Werk eines amerikanischen Juden sei, der noch dazu vor etwa einem halben Jahrhundert aus dem Osten dort eingewandert ist. Petersburg. Aufsehen erregt hier die interessante Tatsache, daß die Juden von Homel für die armenischen Opfer der jüngsten Unruhen in Kaukasien Sammlungen in großem Stil eingeleitet haben. Das Ergebnis der Sammlungen, die in hiesigen Kreisen lebhaft besprochen werden, ist gegenwärtig noch nicht bekannt. Tatsache ist, daß die Sammlungen noch immer fortgesetzt werden und daß sich für dieselben lebhaftes Interesse in allen Kreisen der Bevölkerung von Homel kundgibt. Vermischtes. Kranz.,blösungsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa Wien, L, Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der sel. Berta Schreiber: Von Jutius Frey Kronen 2,'.- , Leopold Spinath 20.-, Bertold Schreiber 10. , Emil und Heinrich Engl 5.- , Arch. Sigmund Müller >0.—, Stefan Richter 10.—, L. H. 10.—. Zusammen Kronen 85.—. Anläßlich des Ablebens des sel Herrn Ignaz U l l m a n n : Von Dr. Albert Mohr Kronen 10.— . Anläßlich des Ablebens der sel. Malvine Eisler: Von Jenny Deutschland Kronen $. ■ . Anläßlich des Ablebens des sel. Moriz Honig: Von B. H. Kronen 6.-, S. H. 2.- , M. M. 2.— , H. H. 20.—, B. H. 2.—. Zusammen Kronen 32.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Katharina Honig: Von Ludwig und Lucie Bauer Kronen 0. — . Anläßlich des Ablebens des sel. Leopold Nolston: Von Adolf Goldenzweig 10.- , Rudolf Adler 10.- . Zusammen Kronen 20. -. Anläßlich des Ablebens des sel. Nathan P r o k u r a t o r: Von Herrn und Frau Gustav Sobotka Kronen 20.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Johann Bacher: .Von Josefine Bacher Kronen 10.—, Hetmann Südseld 10.—^ Ludmilla Leitner 10.—. Zusammen Kronen 30.-. Anläßlich des Ablebens der sel. Elisabeth Spira: Von I. Spira Kronen 10.—, Leopold Spira 10.-, Dr. Max Weißenstein 10.—. Zusammen Kronen 30.-. Anläßlich des Ablebens der sel. Josefine K o h n : Von Ignaz Schiller Kronen 10.—, Bernhard Fritsch 2.—, Leopold Stockmann 3.—, Heinrich Löwy 2.— , Leopold Reiner 10.- , Wilhelm Tycho 3.—, Heinrich Stern 2.—. Zusammen Kronen 32.—. Anläßlich des Ablebens der sel. Nanette Kuffner: Von Ludwig und Rosa Zweig Kronen 30.- , Olga und Moriz Hamburger 20.—, Dr. Karl Treu 10.—, Ernst von Back 40.—, Friedrich Karbach 20. - , Ernst Hamburger 20.—. Zusammen Kronen 140.-. Wien. (Chewra-Kadischa.) Montag, den 13. März 1905, als am Vorabende des "HN "r, fand zum ersten Male im Leopoldstädter Tempel eine statutengemäße Gedächtnisfeier für die im abgelaufenen Jahre verewigten Mitglieder der „Chewra-Kadischa" unter außerordentlich stärker Beteiligung statt. An der Feier nahmen u. a. die Angehörigen der im verflossenen Jahre verstorbenen Vereinsmitglieder, der Vorstand der Chewra-Kadischa mit dem Präsidenten Salo Cohn, der Kultusvorstand unter Führung des Präsidenten Dr. Alfred Stern und zahlreiche hervorragende Mitglieder der Gemeinde teil. Den Mittelpunkt der Feier bildete die von Sr. Ehrwürden Herrn Rabbiner Dr. Schmied! mitbewundernswerter, jugendlicher Frische gehaltene Gedächtnisrede über die Entstehung der ersten Chewra-Kadischa. Hierauf erfolgte die Namensnennung der verewigten Vereinsmitglieder. Den kantoralen Teil der Feier vollzog unter Mitwirkung des Chores Herr Oberkantor Guttmann in vollendeter, künstlerischer Weise. Den trefflichen Chor leitete Professor Josef Sulzer. Wien XVI. Montag, den 13. März d. I. fand im Tempel zu Ottakring XVI., Hubergasse 8, ein Requiem für die verstorbenen Mitglieder des Vereines „Chewra-Kadischa" für den XVI. und XVII. Bezirk statt. Von den Honoratioren waren anwesend: Kultusvorsteher Herr Salamon Rosner, Herr Sigmund Weiler, Präses, des Vereines „Chewra-Kadischa" mit