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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1905-01-27 · 4 (27.1.1905) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
22 (1905)
Issue
4 (27.1.1905)
Date
1905-01-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 4 Dr. Bloch's Wochenschrift. Seite 8» Auf Grund der Intervention der Abgeordneten C. Mille (Direktor des „Adeverul") und G. Panu wurden gegen 400 Aufforderungen an Juden zum Verlassen des Städtchens annulliert. („Jüd. Rundschau".) Antisemiten in Rumänien. Die Antisemiten dürfen mit ihren Erfolgen zufrieden sein. Früher war nur die Studentenschaft (i. a. eine Bande junger, mit der Handhabung der Knüppel wohl vertrauter, besser gekleideter Männer) antisemitisch gesinnt und tätig, während die große Majorität der Bevölkerung nichts gegen die Juden hatte. Heute hingegen sind dank der Studentenschaft, dem hl. Klerus, dem Lehrkörper und den ausgedienten Soldaten auch die Bauern fast in ihrer Gesamtheit antisemitisch. Zu Schulen, Volksbanken rc. haben Juden keinen Zutritt, auch wenn sie noch so sehr sämtlichen Bürgerpflichten Nachkommen, ebenso wie es ihre Eltern und Großeltern getan. Eine ganze Reihe von Zeitungen propagieren den Antisemitismus und in vielen findet man den Ton, den Herr Kruschewan im „Bessarabetz" anschlägt. Verstärkt wird die Wirkung solcher Blätter dadurch, daß sie — z. B. der „Anuntatorul" (Anzeiger) — den Abonnenten gratis zugehen. Meistenteils werden diese Blätter allgemein „an den Herrn Schankwirt des Dorfes" adressiert und auf dem Umschlag wird der „Herr Briefträger ersucht, das Blatt im Sinne der Expedition zu bestellen. — Dem rumänischen Volke wird von allen Seiten gesagt, daß die Juden eine Plage für das Land seien, die Regierung sanktioniert das durch täglich neue Erlässe und Forderungen von den Juden, so daß das Volk schließlich glaubt, daß die Juden dieses Los verdienen. Wahrhaftig, wir haben keinen Grund, unsere Zukunft in rosigem Lichte zu sehen! —'W5LW („Jüd. Rundschau".) L Das schönste Hospital.' Unter dem Schlagwort „Das schönste Hospital" bringen deutsche Blätter folgenden Bericht: Der Professor der pathologischen Anatomie an der Berliner Universität, Geheimrat Johannes Orth sprach in einer der letzten Sitzungen der Berliner Medizinischen Gesellschaft über ärztliche Schulen und Anstalten in Nordamerika. Im Verlaufe seiner Ausführungen teilte der Vortragende folgendes mit: „Wohl das schönste Hospital, das ich gesehen habe, ist ein neues jüdisches Krankenhaus in New-Iork, das Mount Sinai-Hospital. Als ich in die Nähe kam und den Eingang suchte glaubte ich mich geirrt zu haben, bis ich mich überzeugte, daß das wirklich das Mount Sinai- Hospital sei. Es hat eine wahre Verschwendung von Marmor; Treppen, Wände, überall kommt der weiße Marmor zutage, schöne Hallen, gut eingerichtete Krankenräume mit allem möglichen Komfort. Ich verkenne nicht die Wichtigkeit des Komforts für die Behandlung der Kranken. Allein, was mir hier in Europa schon wiederholt in den Sinn gekommen war, das kam mir auch da in den Sinn: ob nicht doch etwas zu viel in dieser Beziehung geschieht, wenigstens in den Räumen, die für die Patienten der dritten Klasse — wie man hier zu sagen pflegt — bestimmt sind. Der Unterschied zwischen den Verhältnissen in den Heilanstatien und denjenigen in der eigenen Häuslichkeit ist doch zu groß, als daß nicht die Minderwertigkeit der letzteren unangenehm empfunden werden sollte. Es ist mir fraglich, ob der Wunsch und das Streben, die heimischen Verhältnisse gesundheitlich besser zu gestalten, größer sein wird, als die Unzufriedenheit über die Unzulänglichkeit der häuslichen Zustände. Das kommt natürlich nicht in Betracht für die Einzel- Zimmer. Da ist ein wahrer Luxus in diesem Hospital entfaltet: Wohnzimmer, S'l lafzinimer, Badezimmer, elektrische Nachtlampen — ein Griff läßt die Lampe matt erstrahlen, ein zweiter läßt sie wieder in hellem Schein ausleuchten. Dementsprechend find natürlich auch die Preise: 100 Dollars die Woche, das sind pro Tag etwa 60 Mark. Das klingt wenigstens für ein europäisches Ohr ziemlich hoch. Freilich muß man bedenken, daß der Dollar nicht 4 Mark wert ist, sondern viel weniger." New-Aork. Die Regierung sendet hunderte ruffischer Israeliten wegen Mittellosigkeit zurück. Die Einwanderungsbehörden erklären, die israelitischen Hilssgesellschaften in Europa seien vornehmlich daran schuld. New-Aork. In den letzten fünf Monaten sind 75.160 russische Juden in New-Zjork eingetroffen. Eine scharfe Anwendung der Bestimmungen des Einwanderungsgesetzes führt dazu, daß eine größere Anzahl dieser Einwanderer zurückgeschickt wird, weil sie mit fremder Unterstützung eingetrvffen sind. Die Berichte über diese Rücksendungen werden zur Vorlegung an den Kongreß vorbereitet, in der Absicht, dieses Einstrvmen zu verhindern. Montreal. Auch Kanada ist entschlossen, die weitere Einwanderung mittelloser ruffischer Juden zurückzuweisen. Der Premierminister Laurier erklärte, die Regierung könne lediglich etwaige Farmarbeiter provisorisch unterstützen. Vermischtes. Kranzablösungsspenden zugunsten der Chewra-Kadischa Wien, Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der seligen Bertha Spitzer: Bon Nanette Mauthner X 50. Rosalia Riesz X 50.—, Ludwig und Paula Riesz X 40.—, Julius und Mathilde Riesz X 40.—, Fritz Steiner X 20.—, Karl Figdor K 20.-, Julius Figdor K 20.—, Rosa Figdor X 10.—. Zusammen K 250.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Rosa Bauer: Bon Leopold Fürst X 10.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Jakob Kraus: Bon Adolf Friedländer X 4.—, Siegmund Kohn K 4.—, Arnold Kohn K 4.—, M. Phil. Deutsch K5.-( Sigmund Fuchs X 2.—. Zusammen Anläßlich des Ablebens des seligen Heinrich K! i n g e r: Bon Friedrich Karl Steinhof X 25.—, Hans Schulhof, k. k. Kom.-R. K 20.—, Ernst Hirsch X 40.-. Stammen X 85.—. Anläßlich des Ablebens des seligen David D e u t s ch : Bon Familie S. Heit X 20.— . Anläßlich des Ablebens der seligen Betti Strauß: Bon Adolf Stern X 5.—. Anläßlich des Ablebens des seligen Jonas Lrb , tzky: Von Dr. Leopold Libitzky K 10.—, Julius Libitzky X 20. , Ferdinand Kohn X 20.—. Josef Kohn X 20.—. Zusammen X 70.-. Wien. (Plenarversammlung der „Oesterreich i s ch - I s r a e l i t i s ch e n Union".) Montag, den 30. Jänner 1905, präzise halb 8 Uhr abends, findet im Saale des „Hotel Guth", I'., Stefaniestraße 14, eine Plenarversammlung der „Oesterreichisch-Jsraelitischen Union" mit folgender Tagesordnung statt: 1. Mitteilungen des Vorstandes. 2. DiegegenwärtigepolitischeLage. 3. Diskussion. 4. Anträge und Interpellationen. Verein zur Abwehr des Antisemitismus in Wien. Dienstag den 31. Jänner a. e., abends 7'/a Uhr, veranstaltet der Verein zur Abwehr des Antisemitismus im Festsaale des wissenschaftlichen Klubs, I., Eschenbachgaffe 9, einen Vortragsabend, u. zw. wird der bekannte Schriftsteller E. V. Zenker über „Antisemitismus und Rassentheorie" sprechen. Verein zur Hebung der Gewerbe. Dieser Verein, der nebst seinen vielen ernsten Aufgaben auch die Volksbildung auf sein Programm geschrieben, hielt am Sonntag den 22. d M. im großen Festsaale des Niederösterreichischen Gewerbevereines einen Vortragsabend ab, der allgemeinen Bildungszwecken bestimmt war. Der Herausgeber des „Wiener Almanach" und Schriftsteller Jaques Jäger, soeben von einer Forschungsreise ans Island zurückgekehrt, hielt der übervollem Saale und großem Andrange von Zuhörern einen hochuiteresianten Vortrag über Island und dessen Bewohner, sowie über deren Handel und Gewerbe. An der Hand von 80 von ihm aufgenommenen, kunstlernch ausgeführten Bildern, versinnlichte er seine dort gemachten Wahrnehmungen und erntete hie für wiederholtallseitigen und wohlverdienten Beifall. Die Zuhörerschaft rekrutierte sich teilweise aus Anhängern des Vortragenden Schriftstellers, zum Teile aus Freunden des Vereins, c* £ Unter den vielen Industriellen und Gewerbetreibenden bemerke man auch den Präsidenten der Oesterr.-ungar. Kolonial gesellschast

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