Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 3 (20.1.1905)
- Date
- 1905-01-20
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 48 Nr. 3 2>r. Dlocv's Mocvenscvrm. Diese Teufelsadvokaten recht moderner Gewissensgankelei stellt der Verfasser auf die Volksbühne der Oeffentlichkeit und mit ihnen die hysterischen Visionäre und nüchternen Seelenwürgcr von einst, die Vergötterung ihrer Glaubensgötzen und die Verteuflung ihrer Glaubensopfer. Damit sind zugleich alle kulturethischen Fragen wider den Pfaffengeist zur Erörterung gebracht Der Aberglaube in jeder Gestalt wird wie der Medizinschwindel der Kurpfuscher behandelt, ebenso der orthodoxe Glaube, der nichts besseres ist als eine Meinungskrankheit. Der Autor verfolgt den religiösen Fanatismus in seiner Selbstqual und in seiner Marterkunst gegen den Nebenmenschcn unter dem Leichenstaub seiner Jahrhunderte. Die zahlreichen Tatsachen- Beispiele sind nicht angehäuft, sondern gesichtet und gelichtet. Ein energisch und klar geschriebenes Buch, das genug plastische und geistige Gewalt hat, um eine Vermittlung zwischen i_ebcn und Wissen zu sein. Mehr als eine bloße VernunftDistung, spracht es auch zum Kunstgefühl des Menschen unsrer Tage, vertritt es den sittlichen Freigeist wider die pharisäische Uebertreibung der Moral, wider den zelotischen Gefühlsplebs, dem künstlensche Lebensfreude ein Greuel ist. Die unverdorbene Religiosität wird ebenso geschont als die Gleichgültigkeit und Lauheit verurteilt, die nur ein Polster für die Denkfaulheit ist. Aufklären heißt aufbauen. Bei allen freidenkenden Köpfen wird das Buch gebührenden Interesses sicher sein — aber es ist keineswegs allein für Freidenker bestimmt, allen Gebildeten will der Verfasser einen Einblick in die Welt christlicher „Religionsirrungen" bieten. Krrefkasteu. R. L. Die Dekorierung eines Renegaten zu notieren haben wir keinen Anlaß. „Tep." Daß der Dreschgraf in Berlin nunmehr zur Majestäts beleidigung greift, nimmt nicht Wunder; wie war denn das Verhalten seiner Wiener Gesinnungsgenossen, als noch die Bestätigung Dr. Luegers zum Wiener Bürgermeister nicht herablangen wollte? „Leser." Eine Besprechung von Anton Ohorn's „Brüder von St. Bernhard" gehört nicht rn unser Blatt. „Wiener Charakterkopf." Herr Stadtrat und Landtagsabgcordneter Bielohlawek nennt Lessings „Nathan der Weise" „bekanntlich ein bezahltes Tendenzdrama," und Sie fragen an, wer die Bestechungssummen aufgebracht haben mag?" Man vermutet, daß die Wiener „Schiffschul" zu diesem Behufe unter den Mitgliedern eine Kollekte veranstaltet. I. E. Z. Darüber sind wir nicht unterrichtet. Kundmachung. Die Religionsprüfungen für Schüler an Mittelschulen finden im l. Semester dieses Schuljahres Mittwoch, de« 25. Jamrer 1905. vo r 1—6 nachmittags, in der Religionsschule der israelitischen Kultusgemeinde I. Bez., Seiteustetteugäffe 2, II. Stock, durch Herrn Profeffor Dr. Heinrich P o l l a k statt. Der Vorstand der israelitischen Kultnsgemeinde Wien Konkurs. In der israelitischen Kultusgernsinde Lallen bei Wien kommt bis zum 15. März I. J. die Stelle eines . Bassisten —— ledigen Standes zur Besetzung. Derselbe muss eine kräftige Bassstimme haben und ausreichende musikalische Kenntnisse besitzen, um den Chor dirigieren zu können. Zugleich muss der Offerierende befähigt sein, im Bedarfsfälle die Funktionen eines nSen byz "Mi kts auszuüben. > Verlangt werden Zeugnisse über musikalische Fähigkeiten und bisheriges Wirken, wie solche von autoritativer Seite über das sittliche und moralische Leben des Ansuchenden. Gehalt nach Uebereinkommen. Auch werden daselbst zwei Knaben, ein Altist und ein Sopran, gesucht. Dieselben müssen schöne Stimmen besitzen und dürfen das 12. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Gehalt per Knabe 200 Kronen jährlich, nebst Kost, Qu: rtier, Kleidung und Schulbesorgung. Offerte, bis zum 15. Februar 1. J. einzureichen, sind an Herrn Oberkantor M. Seifert, Babngasse 15, zu richten. Baden, 16. Jänner 1905. Danksagung. Anläßlich des Ablebens unseres teueren Familienoberhauptes, des Herrn Demricb Mmger stnd uns von nah und fern so vielfache Beweis^ warmer, wohltuender Anteilnahme geworden, daß die Erinnerung hieran uns unvergeßlich bleiben wird. Wir bitten alle Freunde, Bekannte und Korporationen unseren innigsten Dank auf diesem Wege eutgegennihmen zu wollen. Charlotte Klinget. Familien: Ernst Klinget, Panl Lembcrgcr, Dr. Norbert Klinget, Moritz von Engel. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Bing, offeriert in reichster Auswahl Professor Kämpf’s allgemein boliabte BrantgebetbHdscr und deutsche Andachtsbucher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borten. Im Verlage von Samuel M. Pascsieies, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, in neuer Auflage und prachtvoller Ausstattung erschienen das berühmte Praciitwerk Prof. pr. Mus piirri'r illustr. fünf Buchet Mer mit deutscher Uebersetzung, erläuternden Erklärungen und über 230 Illustrationen. Ein Geschenkwerk ersten Ranges! Preis in hochelegantem Prachtband ö. W. fl. 6—. Die frütiere Auflage ist gänzlich ausverhauft. Versendung erfolgt gegen Einsendung des Betrages. Srcroatgebfr trab verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef S. Blech. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien. VIEL.