Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 22 (1905)
- Issue
- 2 (13.1.1905)
- Date
- 1905-01-13
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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Str 2 Dr. Bloch's Wochenschrift. Seite 25 Er ernennt die Herren Leopold Goldschmied und Werner zu Skrutatoren. Herr Kopstein erinnert daran, daß er seit 12 Jahren dem Vorstande angehört und wenn ihn die Versammlung wieder mit ihrem Vertrauen beehrt, wird er sich gerne weiter in den Dienst der heiligen Sache stellen. Der Vertreter des Kultusvorstandes Herr Baurat Ritter von Goldschmidt ergreift das Wort. Er weist auf das gute Verhältnis, das zwischen der Kultusgeineinde und dem Bethausvereine im IX. Bezirke besteht, und wünsche er, daß es auch in Zukunft so bleiben möge, er zollte der Vereinsleitung die größte Anerkennung für ihr hervorragendes Wirken und versichert den Vereinsvorstand des Wohlwollens des Kultusvorstandes. Bezüglich der bis jetzt noch unerfüllt gebliebenen Wünsche des Bethausvereines glaubt er die Versicherung geben zu können, daß in nicht allzu ferner Zeit, jedenfalls noch in diesem Jahre, seitens des Kultusvorstandes der äußere Wirkungskreis der Funktionäre der Bethausvereine geregelt und nach Sprengeln eingeteill werden wird. Schließlich wünscht er dem Vereine weiteres Blühen und Gedeihen. Nach diesen mit großem Beifalle aufgenommenen Ausführungen gibt der Vorsitzende das Resultat der Wahlen bekannt. Es wurden 29 Stimmen abgegeben und erschauen einstimmig gewählt in den Vorstand für eine dreijährige Mandatsdauer die Herren Gottlieb Bettelheim, Heinr. Goldschmied und Julius Kopstein. In den Ausschuß wurden gewählt die Herren Adolf Frankel, Dr. Alfred G l o g a u, Leop. H e n d l, Adolf Kohn, Wilh. Pappenheim, Gerson K oralek, Josef Steiner und Isidor T r e b i t s ch. Zum nächsten Punkt der Tagesordnung: Antrag auf Ernennung eines Ehrenmitgliedes, ergreift der Vorsitzende das Wort und bemerkt, daß unter unseren Mitgliedern sich noch eines befinde, das seit den ersten Anfängen des Vereines, was gewiß schon 45 Jahre sein dürste, denn seit 38 Jahren ist der Verein schon behördlich genehmigt, den werktätigsten Anteil an dem Vereine genommen habe, indem es diese ganze lange Zeit dem Vorstande und Ausschüsse angehört habe und stets seine besten Kräfte dem Aufblühen und Wachsen des Tempelvereines gewidmet habe. Dieser Mann, der auch, heute in unserer Mitte weilt, ist Herr Leopold Hendl. Er stelle den Antrag, Herrn Leopold Hendl in dankbarer Anerkennung seiner großen Verdienste, die er sich um den Bethausverein im IX. Bezirke seit dessen Gründung bis zum heutigen Tage erworben hat, zum Ehrenmitgliede zu ernennen. Dieser mit großem Beifall aufgenommene Antrag wird per Akklamation angenommen. Herr Hendl dankt in bewegten Worten für die ihm verliehene Auszeichnung. Nachdem Niemand mehr das Wort wünscht, schließt der Vorsitzende mit Dank an die Erschienenen die Generalversammlung. Karlstadt. (Vorstandswah l.) Bei der am 8. d. M. stattgefundenen Vorstandswahl der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde wurde Herr Sanitätsrat Dr. Friedrich Stern in Anerkennung seiner Verdienste um die Gemeinde zum Vorsteher wieder einstimmig gewählt. In den Ausschuß wurden die Herren Dr. Ignaz Reiner, Samuel Kramer, Max Herlinger, Carl Beck, Max Heinrich wieder- und die Herren Albert Fröhlich und Julius Weiß neugewählt. In der darauffolgenden Ausschußsitzung wurden aus dem Vorstande die Herren Dr. Ignaz Reiner zum Vorstand-Stellvertreter, Max Herlinger zum Kassier wieder- und Herr Albert Fröhlich zum Tempelvorstand neugewählt. Teltsch. Auf Veranlassung des hiesigen Tempel-Vereines hielt Samstag den 7. d. M. Herr Dr. Josef Link einen Vortrag über das Thema die Geschichte der Inden in Spanien. Bei den Juden in der Westgothischen Herrschaft beginnend, kam der Redner bald auf die Blütezeit des spanischen Lebens zu sprechen und bewies hiebei eine Vertrautheit mit der Literatur jener Zeit, die uns mit Bewunderung erfüllte. Nachdem der rauschende Beifall der Anwesenden sich gelegt hatte, ergriff der Obmann des Vereines Herr Ludwig Hahn das Wort, um dem ' Redner für den gelungenen Vortrag den Dank auszusprechen. Tachau Donnerstag den 5. Jänner l. I. fand hier die Jahres-Generalversammlung der hiesigen Chewra-Kadischa statt. Eingeleitet wurde dieselbe, wie alljährlich, mit. einem von Oberkantor Josef Schön zelebrierten feierlichen Abendgottesdienste, bei welchem Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Moritz Wohl in einer trefflichen Rede das verdienstvolle Wirken der Bruderschaftsvereine betonte. Nach Beendigung des Gottesdienstes im Gotteshause wurde im Schullokale die Versammlung vom Obmann Herrn Moritz Fischt eröffnet, der schon seit 15 Jahren an der Spitze des Vereines in verdienstvoller Weise tätig ist: der Rechenschaftsbericht verlesen und zur Neuwahl geschritten. Als Obmann wurde Herr Moritz Fischt einstimmig wiedergewählt. Zum Obmannstellvertreter Herr Max Stern, zum Kassier Herr Isidor Wolfner, als Vorstandsmitglieder Herr Siegmund Glauber wieder- und Herr Siegmund Neubauer neugewählt. Berlin. Gemäß den Beschlüssen der Frankfurter Konferenz zur Organisation der osteuropäischen Auswanderung traten am 1t. d. M. Mitglieder des „Hilfsvereines der Deutschen Juden" und der „Großloge für Deutschland VIII. II. 0. B. B " zu einer gemeinschaftlichen Sitzung zusammen, um die zur Konstituierung des Zentralen Bureaus für Jnsormationszwecke in Auswanderungs-Angelegenheiten nötigen Schritte zu tun. Anwesend waren die Herren: Siegmund Berget. Oskar Berlin, Justizrat Cassel, Dr. Ellstätter, Sanitätsrat Dr. Maretzki, Dr. Paul Nathan, James Simon und Justizrat Timendorfer. Ju dieser von Herrn James Simon geleiteten Versammlung wurde bestimmt, eine Kommission zu wählen, die als oberste Aufsichts-Behörde für das Zentralbureau fungieren soll. Gewählt wurden die Herren Dr. Paul Nathan als Vorsitzender, Justizrat Timendorfer als stellvertretender Vorsitzender, Sicgmund Bergei, Dr. Ellstätter und James Simon. Die Beratungen drehten sich um die Frage, auf welche Weffe der Zusammenhang zwischen den einzelnen Organisationen in den verschiedenen Ländern gewahrt werden könne. Denn es sei durchaus erforderlich, daß alle in steter gegenseitiger Fühlung bleiben. Herr Dr. Nathan, der auf diese Notwendigkeit hingewiesen hatte, schlug vor, daß ein periodisch erscheinendes Korrespondenzblatt vom Bureau in Berlin je nach Bedürfnis für diese Zwecke herausgegeben werden solle. Diese Ansicht wurde von allen Anwesenden geteilt. Es wurde demgemäß beschloffen, das Korrespondenzblatt erscheinen zu lassen. Des Ferneren wurde bestimmt, daß das Bureau in Berlin sofort in Tätigkeit zu treten habe. Als unnrittelbarer Leiter desselben wurde Herr Dr. Bernhard Kahn bestellt. Sitz des Bureaus ist Berlin W., Potsdamerstraße 39, part. Durch die bereits vor den Beratungen in Frankfurt a. M. durch den „Hilfsverein der Deutschen Juden" begonnene Errichtung von Schutzkomitees, die sich der Auswanderer anzunehmen haben, ist die vorbereitende Organisation in Deutschland bereits so gut wie abgeschloffen. Es zieht sich ein dichtes Netz von Schutzkomitees über alle wichtigeren Grenzen; alle Einfallstationen für die östlichen Auswanderer find besetzt. Die wenigen Lücken, die etwa noch vorhanden sind, werden in kürzester Frist ausgefüllt sein. Zur Zeit bestehen folgende Organisationen: an der Grenze gegen Osten: I. Königsberg i. Pr. (zugleich Zentralkomitee für Ost- und Westpreußen): Bankdirektor George Marx. Vorsitzender, Stadtrat S. Magnus, I. stellvertretender Vorsitzender, Simon Eger, Max Feinstein, M. Grodsenski, Prof. Dr. Lassar-Cohn, Konsul I. Litten, M. Perlmann, Ad. Reichmann und Rabbiner Dr. Vogelstein; 2. Memel (Bajohren): Rechtsanwalt Jacobsohn, Kommerzienrat L. Alexander, Max Cohn; 3. Tilsit: Eugen Laaser, Delegierter für das Zentralkomitee. R. Breslau, Justizrat Cohn, Vorsitzender, K. L. Kallenbach, G. Pupko, H. E. Prinz. Dr. Rosenfeld; 4. Insterburg: Rabbiner Dr. Beermann, Vorsitzender, Amtsgerichtsrat Blumenseld, stellvertretender Vorsitzender, Willkowski» Schriftführer, Benno Gotthilf, Kaffier, Kronheim und Mendelssohn, Vertrauensmänner; 5. Gollub: Apotheker Adolf Riefenfeld, Vorsitzender. Stellvertretender Bürgermeister Bernhardt Aronsohn, stellvertretender Vorsitzender, Arthur Kadisch, Schriftführer. Isaak Kiewe, I. Silberstein; 6. Eydtkuhnen: Isidor Berlowitz, Vorsitzender, Louis Glaser, Hirsch Berlowitz. Schrift- und Protokollführer, David Berlowitz, Kassierer, Lewin Löwenstein. B. Schidorsky; 7. Prostken: Jakob Schidorsky, Jakob Bloch, A. Czarninski, I- I- Jfferlin, L. Koppelkowski, A. Rosenthal, A. Stanietzki; 8. Soldau (Ellowo): Rabbiner und Kantor Pessen, Isidor Bütow; 9. Thorn (Ottlotschin): D. Wolff, Vorsitzender, Ad- Jakob, S. Rawitzki, Dr. Wolpe, Rechtsanwalt Roadt, Max Roth, Siegfried Danziger, S. Wiener; 10. Jnowrazlaw: Leo Davidsohn, Vorsitzender, Leo Fränkel, Neumann, Stadtrat Salomonsohn; 11. Ostrowo: Rabbiner Dr. Freund, Friedländer; 12. Mislowitz: Rabbiner Dr. Norden, Vorsitzender, Ignatz Danziger, Salo Grunwald, Salo Kuhn, Leo Nam, Bernhard Seidemann; 13. Kattowitz: Stadtrat Salomon Wiener, Rabbiner Dr. Cohn; 14. Ratibor: Rabbiner Dr. Dienemann, Max Glaser. Hugo Schuck, Dr. Eisner, H. Wachsner, Moritz Fränkel, Julius Zernik. Ferner haben sich als Vertrauensmänner an den großen Knotenpunkten in Deutschland, an den Hafenplätzen und an den Ausfallstoren nach Westen zur Verfügung gestellt in: 15. Aachen: Rabbiner Dr. Jaulus, 16. Bremen: Rabbiner Dr. Rosenak, 17. Breslau: Prof. Tr. Badt, 18. Dresden: Rabbiner Dr. Winter,