Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 52 (23.12.1904)
- Date
- 1904-12-23
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 848 Dr. Llocb's miocbenscbrm. Nr. 52 9£» Staatsminister Asser ist als Delegierter Hollands für die internationale Konferenz in Aussicht genommen, welche sich mit der Frage der Stellung der Lazarettschiffe beschäftigen soll. K. üt L. In Württemberg leben unter 2,085.000 Einwohnsu 12.500 Juden (—1'7 V„). Davon wohnen in Stuttgart (190.000 (Sin.)r 3200 Juden, in Heilbronn (40.000 Emw.) an >000 Juden, in Cannslall (30.0! 0 Einw.) über 500 Juden, in Ulm einschließlich Neu-Ulm (ba>r.) unter 45.000 Einw. an ' 00 Juden. Die übrigen sind auf kleine Städte und Landgemeinden verteilt. Die Verwaltung der jüdischen Interessen im Königreich untersteht der „Israelitischen Oberkirchenbehörde". Außerdem bestehen 13 Rabbinatsbezirke und das Stadtrabbinat Stuttgart. Im Königreich Bayern leben unter einer Gesamtbevölkerung von 6,200.000 Seelen 60.00») Juden. Analog der Einteilung des Königreiches in 8 Regierungsbezirke ist die Organisation der jüdischen Gemeinden aufgebaut. Außer Oberbayern mit Münchens 9000 jüdischen Einwohnern, hat Mittelfranken die stärkste jüdische Bevölkerung mit 13.500 Juden; davon haben Nürnberg (270 000 Einw.) 6700 Juden und Fürth (60.000 Einw.) 3100 Juden. K. S. Die russisch«'» Juden bilden einen grundehrlichen Menschenschlag. Aus dem Gouvernement Kowno wird berichtet: Unmitttelbar nach den schauerlichen Judenexzessen dieses Jahres gab der Gutsbesitzer Gras Mezzinski einen Winterrock einem jüdischen Schneider, Mosche Orlow, zur Reparatur. Der Schneider, ein armer Familienvater, fand im Winterrock cingcuäht über 10.000 Rubel. Er beeilte sich, das Geld dem Gutsbesitzer zu übergeben und wies auch ein ihm angebotenes ansehnliches Geldgeschenk zurück. Das kann man lesen in der russischen Zeitung „Wilenski Wiestnik". „<Hn Zeicheudeuter. Die Aktion des Wiener Fürsterzbischofs richtet sich gegen einen Artikel im Schönerianischen „Alldeutschen Tagblatt". „Krems." Es herrscht in diesem Falle eine Meinungsverschiedenheit und der jeweilige Ortsrabbiner allein hat das Recht der Entscheidung. Eine Anfrage an die Talmudgelehrten. Gelegentlich der Lektüre des in lvissenschaftlichen Kreisen viel gelesenen und viel zitierten Schlattcr'schen Buches „Israels Geschichte von Alexander d. Gr. bis Hadrian" fiel mir unter vielen andern bisher nicht widersprochenen folgender Passus auf, wo Schlatter belveisen will, daß zwischen Judentum und Christentum in der Zeit von Vespasian und Hadrian leidenschaftliche Kämpfe stattgesunden haben. Er sagt S. 314 f: Aus dem Kamps zwischen beiden Religionen während der slavischen Periode bis zum Mischen Krieg unter Hadrian sind uns einige lehrreiche Ereignisse erhalten: „In Ly d d a kam ein Rabbiner in den Verdacht, er neige sich zuin C h r i st e n t u m. Man ließ ihn heimlich durch zwei Zeugen beobachten und als durch diese sein christlicher Glaube fe st ge stellt werden konnte, wurde er ge st einigt." Die Quelle, aus der er diesen Bericht schöpft, gibt Schlatter nicht an. Ich vermute aber, daß damit die talmudische Erzählung b. Sanhedrin 67 a. j. 25 c d gemeint ist, wo von einem Ben Stada die Rede ist. Wenn aber dem so, dann ist Schlatter's Beweis grundfalsch. — Oder ist den Talmudgelehrten sonst irgend eine talmudische Quelle bekannt, die das besagt, was Prof. Schlatter aus ihr herausliest? Die Sache verdient in der Tat die größte Berücksichtigung seitens der jüdischen Gelehrten, da sich sonst aus den talinndischen Zitaten christlicher Gelehrter, welche in jüngster Zeit dank der ihnen von Hamburger, Bacher re. mundgerecht gemachten Aggada des Talmud bereits als Talmudgelehrte auftreten, bald ein ganz neuer, dem alten ins Gesicht schlagender Talmud wird zusammensetzen lassen. Ein fleißiger Leser. Notizen. Derlosuttgsverlust. Im Monate Jänner finden die Ziehungen der Kredit-, Donau-Regulieruugs-, II. Boden- und Salm-Lose, sowie n'.chrerer anderer Lose und Obligationen statt, deren Verlosung mit dem kleinsten Treffer, bezw Nominalbeträge bedeutende Verluste verursacht. Die Versicherung gegen diese Verluste übernehmen die Zentral- Depositenkaffe und Wechselstube des Wiener Bankvereines, sowie deffcn Filialen in Prag, Graz, Brünn, Aussig a. E, Budapest, Lemberg, Ezernowitz, die Exposituren in Proßnitz, Wr.-Neustadt und St. Pölten und Zweiganstalten in den Wiener Bezirken. Näheres im Inserat der genannten Wechselstube. Kundmachung. Der vom Kultusvorstande in der öffentlichen Sitzung vom 18. Dezember 1904 festgesetzte Voranschlag der Einnahmen und Ausgaben der Kultusgemeinde, sowie sämtlicher unter der Verwaltung der Kultusgemeinde stehenden Fonde und Anstalten für das Verwaltungsjahr 1905 liegt svom heutigen Tage ab durch 14 Tage im Sekretariate der Kultusgemeinde, 1., Seitenstettengasse 4, -I. Stock zur Einsicht der Gemeindemitglieder auf. Die Gemeindemitglieder sind gemäß § 90 des Statutes berechtigt, innerhalb dieser Frist Erinnerungen bezüglich des Voranschlages bei dem Kultusvorstande schriftlich zu überreichen, welcher dieselben in Erwägung zu ziehen hat. Dr. Theodor Liebe« Dr. Alfred Stern Sekretär. Präsident. Wir ersuchen unsere gesfliätziLN Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der laufenden Mbonnementsgebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man sich der beigelegten Pesteriagscheine bedienen. Die Administration der _„Oesterr Wochenschrift." Stiftungen für arme Wiener. Es werden jetzt die derzeit verfügbaren Interessen des Kapitals der Wilhelm Ritter v. L u c a m'schen Stiftung zur Unterstützung erwerbsunfähiger armer Wiener verteilt. Die Unterstützungen können je nach den Umständen vorübergehend, für eine bestimmte Zeit und selbst auf lebenslang verliehen werden. Zur Bewerbung sind nur in Wien zuständige Arme ohne Unterschied der Konfession berufen, welche infolge Alters oder Krankheit oder Teilgebrcchen vorübergehend oder dauernd erwerbsunfähig geworden sind. Für die Bewerbung ist die Ausfertigung eines besonderen Fragebogens erforderlich, welcher im Einreichungsprotokolle der Magistratsabteilnng 13 (Stiftungsabteilung) im Rathause der Stadt Wien jedem Bewerber kostenlos ausgefolgt wird. Jede wissentlich unwahre Gesuchsangabe hat die Ausschließung des Bewerbers von der Beteilung aus dieser Stiftung zur Folge. Der Bewerber muß den Fragebogen in allen Rubriken wahrheitsgetreu ausfüllen, mit den darin bezeichneten Dokumenten belegen, mit seiner Unterschrift versehen und sodann an Stelle jedes förmlichen Gesuches im Einreichungsprotokolle der Magistratsabteilung 13 im Rathause, Lichtenfelsgasse 2, an einem Wochentage zwischen 8 und 2 Uhr bis längstens Ende Dezember d. I. überreichen.____ Intelligente junge Frau, alleinstehc nd7 tüchtig in allen Zweigen des Haushaltes, sowie der Küche, wünscht als Stütze oder Repräsentantin unterzukommen; auch zu mutterlosen Kindern. Besitzt vorzügliche Zeugnisse und Referenzen und ist aus hochanständiger Familie. Zuschriften erbeten unter „Treu und anhänglich“, postlagernd Ung.-Ostra, Mähren. (Nur gegen Schein.)_ Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, offeriert in reichster Auswahl Professor Kampfs allgemein beliebte Brautgcbetbäcber und deutsch« Andacht;b8ch«r für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim, _Gold- und Silber-Borten._ Im Verlage von Samuel W, Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, in neuer Auflage und prachtvoller Ausstattung erschienen das berühmte Prac.. werk Prof. Dr. Min; Fürst’; illustr. fünf Bücher Me; mit deutscher Uebersetzung, erläuternden Erklärungen und über 230 Illustrationen. Ein Geschenkwerk ersten Ranges! Preis in hochelegantem Prachtband ö. W. fl. 6—. Die frühere Auflage ist gänzlich aus verkauft. Versendung erfolgt gegen Einsendung des Betrages. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef €. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VUL