Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 51 (16.12.1904)
- Date
- 1904-12-16
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 832 Dr. Llocb's Mocdenscbrttt, Nr. 51 „Kmrstjünger". Sie sind in« Irrtum. Den Bildern und Skulpturen der jüdischen Künstler, die in St. Louis ausgestellt haben, merkt kein Mensch etwas spezifisch Jüdisches an, selbst wenn alttestamentliche Sujets behandelt werden. Dagegen sieht man: das ist das Werk eines französischen, eines niederländischen, eines italienischen Künstlers, obwohl diese Künstler — Juden sind. Aufsehen erregt ein Christus, den ein jüdischer Künstler. Max Rosenthal, gemalt hat, der in einer Baltimorer Kirche ausgestellt ist und den Kardinal Gibbons besichtigte und als eine ausgezeichnete Leistung bezeichnete. M. F. in P. Uns unbekannt. M. B. Diele Kolporteure sollten mit einer tüchtigen Tracht Prügel sofort aus dem Lokal befördert werden. I. Attmann. Ueber die Schächtfrage existiert bereits eine reiche Literatur. Auch in der ..Oesterreichischen Wochenschrift" hätten Sie wiederholt Artikel lesen können, welche auf Grund autoritärer Gutachten die hygienische Bedeutung des Schächtens auseinandersetzten. Die preußische Militärverwaltung hat das erkannt und in gewissen Fleischfabriken die jüdische Schächtmethode adoptiert. Anti. Herr George Syveton hat zuerst einen Kriegsminister und dann sich selbst umgebraät. Eine schallende Ohrfeige war der erste, ein Selbstmord der zweite Knalleffekt. Ein politisch indifferenter Gashahn würde zu dem letzten Liebesdienste 4 bis 5 Stunden benötigt haben, und da Herr Syveton in dem Sterbegemache nur eine Stunde anwesend war, muß das Gas aus politischen Gründe«« sich beeilt haben, die Todesschrecken abzukürzen. Herr Syveton enthüllt sich als Schurke, das kann nicht überraschen, denn er war ein Antisemitenführer und so sind sie Alle. S. B. Am 10. Dezember waren hundert Jahre seit der Geburt des Mathematikers Karl Gustav Jakob I a c o b i vergangen. Seine größte Tat ist die im Verein mit Abel geschaffene Theorie der elliptischen Funktionen. Bedeutend sind auch Jacobis Arbeiten über Zahlentheorie, analytische Mechanik und die auf dem Gebiete der Determinanten. Jacobi wurde in Potsdam geboren und wirkte als Lehrer an den Universitäten in Königsberg und Berlin. Dr. S. Fr. Prof. Moeller in Graz ist bereits seit 20 Jahren Katholik; er war immer unter den Ersten, welche die Berufung eines Juden als Professor an die Grazer Universität verhindert haben. Was ihm nunmehr widerfährt, ist die Nemesis. Ueber solche Leute haben wir keinen Anlaß auch nur ein Wort zu verlieren. M. Herschau: Wir konnten nichts erfahren. Notiz. WiEer Bank-Verein: Die außerordentliche General-Versammlung findet am 10. Jänner 1905, vormittags 11 Uhr, in Wien, 1., Herrengaffe 6 statt. Verhanolungsgegenstände: 1. Antrag des Administrationsrates auf Erhöhung des Aktienkapitals um 20 Millionen Kronen. 2. Antrag des Administrationsrates auf Abänderung der bezüglichen Statutenbestimmungen. Nach § 46 der Statuten sind zur Stimmführung in der General-Versammlung nur jene Aktionäre berechtigt, welche seit wenigstens 14 Tagen vor dem Zusammentreten derselben mindestens fünfundzwanzig Aktien nebst Coupons bei der Gesellschaftskaffe oder den sonst hierzu vom Administrationsrate bestimmten Stellen erlegt haben. Je fünfundzwanzig Aktien geben das Recht auf eine Stimme (§ 47 der Statuten). Die stimmberechtigten Herren Aktionäre werden daher eingeladen, ihre Aktien sammt Co««pon Ibis spätestens 27. Dezember 1904 in Wien bei der Liquidatur (I. Bez., Herrengaffe 8), in Aussig a. E., Brünn, Budapest, Czernotvitz, Graz, Lemberg und Prag bei den Filiale««, in St. Pölten, Proßnitz und Wr.-Neustadt bei den Exposituren des Wiener Bank-Verein, in Berlin bei der Deutschen Bank, in Frankfurt a. M. bei der Deutschen Vereinsbank und der Frankfurter Filiale der Deutschen Bank, in Stuttgart bei der Württembergischen Vereinsbank, in München bei der Bayerischen Filiale der Deutschen Bank zu deponieren. Die Aktien sind, von arithmetisch geordneten und vom Einreicher eigenhändig Unterzeichneten Konsignationen (und zwar bei der Liquidatur in Wien in zwei, bei den sonstigen Deponierungsstellen in drei Exemplaren) begleitet, einzureichen. Ein Exemplar der Konsignationen erhält der Deponnent «nit der Empfangsbestätigung versehen zurück und gleichzeitig wird gemäß § 54 der Statuten die Legitimationskarte sür die Teilnahme an der General-Versammlung erfolgt, welche auf den Namen des Deponenten lautet und nur für die bezeichnete Person oder deren gehörig legitimierten Bevollmächtigten Geltung hat. Kaiser Franz Joseph-Jubiläums-Stiftung zur Unterstützung israelitischer Waisen. Errichtet von einem ungenannt sein wollenden Wohltäter. Der Vorstand der israelitischen Kultusgeme'mde Wien verlautbart hiemit, daß aus den Zinsen derobgenannten Stiftung 1 Stiftplatz a L 300.— zur Verleihung gelangt. Bewerbungsberechtigt erscheinen arme Kinder (Knaben und Mädchen) israelitischer Konfession, welche das 14. Lebensjahr noch nicht erreicht haben und nachzuweisen vermögen, daß ihr Vater in Wien gestorben ist, oder daß derselbe bis vor seinem Tode in Wien sein ordentliches Domizil hatte. Die Gesuche müssen mit Herawi-eber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef folgenden Belegen versehen sein: 1. dem Geburtsscheine des Bewerbers. 2. dem Armutszeugnisse, 3. dem Totenscheine des Vaters (im Falle der Vater nicht in Wien verstorben ist, erscheint ein legaler Nachweis erforderlich, daß derselbe bis vor seine««« Tode sein ordentliches Domizil in Wien hatte) und 4. den Schulansweisen, bezw. Zeugnissen. Die gehörig belegten Gesuche sind bis znn« 15. Jänner 1905 i«n Einreichungsprotokolle der israelitischen K«rltusge«neinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, I. Stock, woselbst auch während der Amtsstunden Mischen 9 und 12 Uhr vormittags Gesnchsblankette nnentgeltlich ausgefolgt werden, zu überreichen. Auszüge aus den Geburts-, Trauungsu««d Sterbematriken der Wiener Kultusgemeinde sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten Nicht gehörig belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Konkurs. Bei der israelitischen Kultusgemeimde in KrBmslBF in Mähren gelangt die Stelle eines . Vos'-beüers .. der gleichzeitig pTDl l2MV Knip sein muss, zur Besetzung. Mit diesem Posten ist ein Jahresgehalt von 1000 Kronen, kreier Wohnung nebst JNebenemolumenten verbunden. Bewerber, die das 40. Lebensjahr nicht überschritten, österreichische Staatsbürger sind, wollen ihre mit Zeugnisabschriften versehenen Gesuche bis 15. JäQDBF 1905 an den gefertigten Kultusvorsteher einreichen. Der definitiv Angestellte ist zur Pension berechtigt. Reisekosten werden nur dem Akzeptierten vergütet. Die Zeugnisabschriften werden nicht retourniert. Kremsier am 8. Dezember 1904. DBF KültUSVOFStBllBF: J. Knöpfelmacher. Konkurs. Bei der israelitischen Kultusgemeinde Pirnitz in Mähren, Bezirk Jglau, ist die Stelle eines Tempeldieuers der zugleich pni2i s'np und ritueller Vorbeter sein muß, zu besetzen. Jahresgehalt 600 Kronen, freie Wohnung, Erträgnisse von den Stiftunge««, welche zirka 2< 0 Kronen ausmachen, nebst Emolumenten, tvelche auch nid)t sehr klein sind. Der Tempeldie««cr ist zugleich Diener der Chewra-Kadischa und muß bei Sterbefällen nach ortsüblicher Weise den Dienst versehen, wofür eine separate Zahlung geleistet wird. Bewerber, österreichischer Staatsbürger, nicht über 40 Jahre alt (oder ledige), Angabe über den Familienstand, wollen ihre «nit den Zeugnissen (in Abschrift, welche nicht retourniert werden) über bisherige Verwendung belegten Gesuche bis 1. Jänner 1905 an den gefertigten Kultusvorstand richten. Die Stelle ist sogleich zu besetzen. Reisespesen werden nur dem Akzeptierten vergütet. Israelitische Kultusgemeinde Pirnitz. Der Kultusvorsteher Simon Kälbl. kii»« tüchtige Klavierlehrern mit langjähriger Praxis und besten Referenzen ist bei der Ad* ministration d. B. zu erfragen. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, offeriert in reichster Auswahl Professor Kämpi’s allgemein beliebte Brautgcbetbiicher und deutsche Andachtsbiicher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borten. Im Verlage von Samuel M. Pasc&ieles, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, in neuer Auflage und prachtvoller Ausstattung erschienen das berühmte Prachtwerk Prof. Ar. Julius purzl'z illustr. fünf Bücher jilloses mit deutscher Uebersetzung, erläuternden Erklärungen und über 230 Illustrationen. Ein Geschenkwerk ersten Ranges! Preis in hochelegantem Prachtband ö. W. fl. 6—. Die friihepe Auflage ist gänzlich auaver^aufft. Versendung erfolgt gegen Einsendung des Betrages. €5. Vkorh. — Druck von ß. Beck st Sohn, Wien. VIII.