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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-12-02 · 49 (2.12.1904) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
49 (2.12.1904)
Date
1904-12-02
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 800 Dr. Llocv's MocvenscbrlN. Nr. 4V Aufruf. „Talmud-Thora" Vereins-Volksschule, H, Malzgaffe 16. Der Vorstand des Talmud-Thoravereines versendet nachstehenden Aufruf: Euer Hochwohlgeboren! Der gefertigte Vorstand gestattet sich hiemit, auf die seit mehr als 50 Jahren im II. Bezirke, Malzgasse 16 bestehende Talmud-Thora-Volksschule aufmerksam zu machen. Dieselbe wird von 280 Knaben, von denen an 270 den ärmsten Kreisen Wiens angehören, frequentiert. Der Talmud-Thoraverein leistet mit seinen Kigen Subsistenzmitteln das Möglichste, um die armen hilfsm Kinder sowohl physisch als seelisch zu stützen und zu heben, um selbe einer menschenwürdigen Zukunft entgegenzuführen. Die Talmud- Thora-Volksschule ist die einzige Schule in Oesterreich, welche ihre armen Schüler auch verpflegt und eine eigene Küche im Schulhause besitzt. Die Schüler erhalten während der Winterszeit ihren Mittagstisch im Turnsaal aus eigener Küche. Leider gestatten es die Mittel des Vereines nicht, allen armen Kindern, die zuhause keinen gedeckten Tisch finden, den Mittagstisch zu bieten; es können jetzt nur 85 Kinder diese Wohltat genießen. Der Talmud-Thoraverein hat es sich zum höchsten Prtnzipe gemacht, in den jungen Seelen die heilige Idee des Judentums zu festigen und wahre Juden heranzuziehen. Aus diesem Anlässe wendet sich daher derselbe an Euer Hochwohlgeboren mit der ergebenen Bitte, der Schule irgend ein Scherflein, sei es an Barmitteln oder Naturalien, zuwenden zu wollen, damit die armen Kleinen der rauhen Jahreszeit, die im Zuge ist, ohne Besorgnis entgegensehen können. Für voraussichtlich einlaufende Spenden dankt im Namen der zu Beschenkenden der gefertigte Vorstand herzlichst und erlaubt sich zu bemerken, daß Naturalspenden im Schulgebäude des Vereines, II., Malzgaffe 16, Geldspenden vom Vorstandsmitgliede Landesschulrat Dr. Gustav Kohn, L, Salzgries 9, bereitwilligst in Empfang genommen werden. Der geringste Jahresbeitrag beträgt 4 Kronen. Der Vorstand des Talmud-Thoravereines: Markus Bondi, Präses; David Kohn, Schriftführer. Aufruf! In keinem Bezirke Wiens ist die jüdische Bevölkerung so rapid angewachsen als in der Brigittenau, denn während vor 15 Jahren kaum einige hundert Juden hier wohnten, ist die Zahl derselben während dieser Zeit auf beinahe 15.000 gestiegen. Die billigeren und bequemeren Wohnungs- und Mietverhaltnisse haben -diesen Zuzug bewirkt und kein Wunder, daß die größte Zahl der Eingewanderten der armen und ärmsten Menschenklasse angehört. Die schlechten Erwerbsverhältniffe der zumeist aus armen Hausierern bestehenden Juden und die unter ihnen vorkommenden Notfälle haben es bewirkt, daß eine Anzahl den besseren Ständen ungehöriger Glaubensgenossen vor ungefähr 10 Jahren einen Wohltätigkeitsverein gründeten, der den Namen „Brigittenauer israelitischer Unterstützungs-Verein" bis zum heutigen Tage führt und dessen Tendenz es ist, in Not geratene Glaubensgenossen wirksam zu unterstützen. Nur zu oft leider wird an die Leistungsfähigkeit dieses Vereines appelliert, und viele tausend Kronen beträgt die Summe der für Unterstützungen verausgabten Beträge. Es ist kaum möglich, die Not und das Elend der hier zusammengepfercht lebenden Glaubensgenossen nur annähernd zu beschreiben und fast täglich hat der Verein bei Delogierungen zu intervenieren und zu helfen. Die kolossalen Ansprüche, die an den Verein gestellt werden, überbieten die bescheidenen Einnahmequellen desselben und der Vorstand des Vereines weiß kein anderes Mittel, als an die große Oeffentlichkett, an die hochherzigen Gönner und Wohltäter unserer großen Gemeinde heranzutreten und zu bitten, daß ein Jeder, dem es nur irgendwie möglich, für die Aermsten der Armen, für die Enterbten des Glücks, welche es in unserem Bezirke gar so viele gibt, sein Scherflein beitraget Hochachtungsvoll Wr den Vorstand des Brigittenauer israelit. Unterstützungs-Vereines: S. Dub, Ph. Weiß, Adolf Schreiber, David Pollatschek, Kontrollore. Obmann. Schriftführer. Hermann Eltbogen, Kultusvorsteher. Ms Wunsch stehe ich nicht an, obigen Aufruf aufs wärmste zu befürworten. Dr. E. D a v i d, Rabbiner der israelitischen Kultusgemeinde Wien II. Güttge Spenden zu senden an den Obmann Herrn Adolf Schreiber, XX., Kluckhgasse Nr. 1, welche in den jüdischen Wochenblättern ausgewiesen werden. . Mädchen, anständig und unsichtig, das im Haushalte und teilweise auch im Gemischtwarengeschäfte tätig seih sollte und des Böhmischen mächtig ist, wird bei F. Grüß, Zdoiwek in Mähren aufgenommen. Konkurs. Bei der israelitischen Kultusgemeinde Andrycbail gelangt die Stelle eines To “Diners der gleichzeitig den hebräischen Unterricht an der Talmud-Thoraschule zu versehen hat, zur Besetzung. Mit dieser Stelle ist ein Gehalt von 200 Kronen und die üblichen Emolumente verbunden. Bewerber dürfen das 40. Lebensjahr nicht überschritten haben. Diejenigen, welche der polnischen Sprache mächtig sind, werden bevorzugt. Legalisierte Zeugnisabschriften sind bis zum 31. Dezember an den gefertigten Vorstand zu richten und werden dieselben nicht retourniert. Reisespesen werden nur dem Akzeptierten vergütet. Der Vorsteher 1731 Ford. Starnberger. Konkurs. In der israelitischen Kultusgemeinde Floridsdorf ist die Stelle eines musikalisch gebildeten Kantors der gleichzeitig Koreh ist, zu besetzen. Als Jahresgehalt werden mindestens 2400 Kronen bewilligt, ausserdem freie, standesgemässe Wohnung, ebenso die üblichen Nebeneinkommen. Angabe über Alter und Familienstand sind an den gefertigten Kultusvorstand bis zum 31. Dezember 1. J. einzubringen. Den Offerten sind Befähigungsnachweise beizulegen und werden Zeugnisabschriften nicht retourniert. Reisespesen werden nur dem Akzeptierten vergütet. Dar Präses: Dr. J. König. Israelitische Kultusgemeinde Turnau!. B. Stiftungs-Verleihung. Aus der Siegfried Hiller’schen Hachnosaus-Kalo-Stiftung gelangt der Betrag von 580 Kronen zur Verleihung. Anspruch auf diese Hochzeitsaussteuer-Stiftung haben in erster Reihe Verwandte des Stifters und bei Abgang solcher, ärmere wohlerzogene Turnauer Judenmädchen. Bewerberin um diese Stiftung hat mit dem Nachweis des Verwandtschaftsgrades gleichzeitig die Bestätigung zu erbringen, dass selbe Braut ist, und erfolgt die Anszahlung des Stiftungsbetrages nur gegen Beibringung des Nachweises der erfolgten Verehelichung. Gesuche sind an den gefertigten Vorstand längstens bis 15. Dezember 1904 zu richten. Turnau i. B., 28. November 1904. Der Kultusvorsteher. Intelligente junge Frau, alleinstehend, tüchtig in allen Zweigen des Haushaltes, sowie der Küche, wünscht als Stütze oder Repräsentantin unterzukommen; auch zu mutterlosen Kindern. Besitzt vorzügliche Zeugnisse und Referenzen und ist aus hochanständiger Familie. Zuschriften erbeten unter „Treu Und anhänglich“, postlagernd Ung.-Ostra, Mähren. (Nur gegen Schein.) Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, offeriert in reichster Auswahl Professor Kfimpt’s allgemein beliebte BrantgebetbBcber und deutsche ÄudacMsbächer für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borten. Im Verlage von Samuel W. Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, in neuer Auflage und prachtvoller Ausstattung erschienen das berühmte Prachtwerk?rof. Dr. Julius first’s illustr. fünf Bücher jÄoses mit deutscher Uebersetzung, erläuternden Erklärungen und über 230 Illustrationen. Ein Geschenkwerk ersten Ranges! Preis in hochelegantem Prachtband ö. W. fl. 6—, Die frühere Auflage ist gänzliph ausverkauft. Versendung erfolgt gegen Einsendung des Betrages. tzk"er2geber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef «. Bloch. - Druck von L. Beck & Sohn, Wien. VIR

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