Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 49 (2.12.1904)
- Date
- 1904-12-02
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
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Nr. 49 Dr. Blocb's MocbenscbrM. Seite 795 Kantor Persönlich nahegestanden, erleide. Schließlich hielt Börserat Direktor Moriz Bauer dem Verstorbenen einen tief empfundenen Nachruf, der von der Kammer mit Aeußerungen aufrichtigster Sympathie und Rührung ausgenommen wurde. Wien. Die Lese- und R e d e h a l l e j ü d. Hochschüler in Wien veranstaltet Samstag den 3. Dezember 1904, in Khuner's Restauration, I., Adlergasse, einen Vortragsabend. Tbema: „Die jüdische Rasse und ihre Erhaltung." Referent Herr Dr. Arthur Bader. Nach dem Vortrag findet ein gemütlicher Teil statt. Gäste willkommen! Wien-Fünfhans. Samstag den 3. Dezember l. I. um z/\o Uhr nachmittags findet im Tempel, XV., Turnergasse 22 anläßlich der Kinderbekleidung ein Festgottesdienst statt. Wien-Fünfhaus. Donnerstag den 8. Dezember l. I. um 7,3 Uhr nachmittags findet im Tempel, XV., Turnergasse 22 die Prüfung der Talmud-Thoraschüler für die Bezirke XII.—XV. statt. Wien. Der Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder des XII., XIII., XIV. und XV. Bezirkes veranstaltet am Sonntag den 4. Dezember l. I. um halb 5 Uhr nachmittags in N e u m a n n's Restauration, XIV., Schwendergasse 2, für seine Schützlinge eine Chanukafeier, zu welcher alle Gönner und Freunde dieses Vereines eingeladen werden. Wien-Ottakring. Der Verein zur Ausspeisung armer israelitischer Schulkinder veranstaltet Sonntag den 11. Dezember a. c., nachmittags um Vs 3 Uhr, im Raimund-Theater eine Wohltätigkeits-Vorstellung. Zur Aufführung gelangt „Drei Paar Schuhe" unter Mitwirkung der Frau Niese und des Herrn Thaller. Dieser Verein, der durch 6 Jahre segensreich in unsern leider verarmten Bezirken wirkt, speist täglich 85 Kinder aus, aber noch groß ist die Zahl der dürftigen Kinder, die dieser Wohltat würdig sind. Wir appellieren daher an das wohltätige Herz unserer Glaubensgenossen, diese edle Institution zu fördern und durch Lösung von Karten zu dieser Vorstellung unser humanes Werk zu unterstützen. Karten sind an der Theaterkasse und beim Obmann Herrn Leopold Trebitsch, XVI., Gangelbauergasse 38 zu haben. Wien. Humanitär-geselliger Verein „Zw a n g los" zur Bekleidung armer Schulkinder in Wien, ohne Unterschied der Konfession unter dem Protektorate Ihrer Excellenz der Frau Gräfin Anastasia Kielmannsegg. (Obmann Julius Ehrlich.) Der Verein „Zwanglos" bekleidet in diesen! Jahre 130 arme Schulkinder und findet die Bekleidungsfeier am 4. Dezember, 5 Uhr nachmittags im Festsaale des Kaufmännischen Vereinshausts, Johannesgasse 4, statt. Seit 15 Jahren erfüllte der Verein „Zwanglos" den Humanitären Zweck, alljährlich Hunderte von armen Kindern in der rauhen Jahreszeit durch warme Kleider gegen die Unbill der Witterung zu schützen. Wien. Der „Humanitäre Geselligkeitsverein der Boskowitzer in Wien" arrangierte am Samstag den 26. v. M. im Hotel Central einen äußerst gelungenen Abend. An 300 Personen aus den besten Gesellschaftskreisen vereinigte die Veranstaltung. Nachdem der Obmann Herr Markus Munk die Anwesenden begrüßte, richtete er einen warmen Appell an die Damen und die Landsmannschaft, die humanitären Bestrebungen des Vereines zu unterstützen. Die Vorträge fanden großen Beifall, besonders die der Herren Dr. R e i t r e s, W e l l i s ch, Professor N a s ch 6 r und des Herrn M o d l vom Etablissement Ronacher. Herr Rudolf Kahn hatte die artistische Leitung und leitete die Tänze. An der Quadrille beteiligten sich bei 100 Paare. Besondere Verdienste um das Arrangement erwarben sich der Hof- und Gerichtsadvokat Dr. Bix und Frau. Wien. (Spende.) Für den verarmten Schriftsteller Adalbert H a f f n e r sind uns von M. A. K 3.— zugekommen. Brünn. (Trauun g.) Sonntag den 4. Dezember l. I., um 1 Uhr nachmittags, findet im israelitischen Tempel zu Brünn die Trauung des Fräulein Aurelie Reich mit Max H i ck l, Herausgeber der „Jüdischen Volksstimme", statt. Graz. Samstag den 26. November wurde das TLjohrige Jubiläum des „Israelitischen Frauenvereines" m überaus würdiger Weise begangen. Die Kultusgemeinde hatte aus diesem Anlaffe einen Festgottesdienst veranstaltet, der zahlreich besucht war. Den gesanglichen Teil versah trefflich unser Herr Oberkantor S. Ho rn und Se. Ehrwürden der verehrte Rabbiner Herr Dr. Mühsam, Begründer und seit dem Bestehen Kontrollor des Vereines, sprach in gewohnter, zu Herzen gehender, längerer Rede über die Wohltätigkeit im Judentums im allgemeinen und insbesondere über die Wohltätigkeit unserer Gemeinde. Er hob hervor, daß unter der Aegidi eines solchen Präses, wie die des Herrn Bernhard Biller, der Frauenverein zu so ungeahnter Blüte gelangen konnte und spendete dann Lob und Preis den Frauen, die in unermüdlichem Eifer dem Vereine ihre Tätigkeit widmeten, der dadurch soviele Thränen getrocknet, so vieles Leid geli dert und niemals einem Dürftigen und Bittenden zurückgewiesen habe. Nach der religiösen Feier verfügte sich der Vereinsvorstand mit dem Präses Herrn Biller in die Wohnung des Rabbiners, wo die Präsidentin- Stellvertreterin Frau Charlotte Stern in einer herzlichen Ansprache der Frau Dr. M ü h s a m mitteilte, daß der Frauenverein anläßlich des Jubiläums und um die großen Verdienste der Frau Präsidentin, die in so zielbewußter Weise den Verein nun gleichfalls 25 Jahre leitet, zu ehren und ihren Namen auch der Nachwelt zu erhalten, eine „MarianneMühiam-Stiftung"gegründet habe,derenZweckdem alleinigen Ermessen der Namensträgerin überlassen bleibe. Gleichzeitig wurde eine künstlerisch ausgestattete diesbezügliche Adresse, sowie das tiftungskupital mit kr 2000 überreicht, dem die Kultnsgemeinde noch K 500 zufügte. Herr Biller pries gleichfalls in warmen Worten die Verdienste unseres verehrten Rabbinerpaares. Dieser Feier folgte ein Festabend in den Annensälen, deren große Räume fast überfüllt waren. Frau Dr. Mühsam dankte nochmals bewegt für die erwiesene Ehre und hieß in herzlicher Weise die Gäste willkommen. Hierauf hielt Herr Simon Rendi die Festrede, gedachte vor Allem der Verdienste unseres erhabenen Monarchen, dem ein brausendes Hoch dargebracht wurde, während die Musik die Kaiserhymne intonierte, die stehend angehört wurde. In formvollendeter Weise besprach Herr Rendi die Gründung und Ausgestaltung des Frauenvereines, rühmte die Verdienste seines Gründers, seiner Präsidentin und Präsidentin-Stellvertreterin, sowie des Gesamtvorstandes. Dieser fulminanten Rede wurde tosender Beifall zuteil. Derselben folgte ein von Dilettanten aufgeführter Einakter, der, flott gespielt, das Publikum auf das Beste unterhielt. Zum Schluß hielt ein Tanzkränzchen die Festteilnehmer bis in die Morgenstunden zusammen. 2L K. Pilsen. (Volksverein „Z i o n".) Samstag den 19. v. Mhielt im hiesigen Volksverein „Zion" Herr Rabbiner D. Stein aus Radnitz einen Vortrag über Lar Loelida. Wir fanden in Herrn Stein einen temperamentvollen Redner, der den gesamten Stoff über diesen Nationalhelden vollkommen beherrscht. Er wies nach, daß die feindlichen Quellen, in denen Lar koebba als Lar Losida, d. b. Lügensohn bezeichnet wird, christliche Quellen seien. Seine vielfachen Zitate aus dem Talmud bezeugen, daß er auch auf diesem Gebiete kein Laie sei. Wir hatten einen genußreichen Abend, und dies umso mehr, als der Redner volkstümlich zu sprechen verstand, was wir bei vielen Vorträgen der anderen Herren vermißten. LL. Nachod. (Todesfall) Am 27. d. M. verschied in Wien die Nachoder Bürgerin Frau Rosalie Doktor, Witwe nach dem Großindustriellen weiland Hermann S. Doktor, im hohen Alter von 76 Jahren Die Verblichene, welche am 3". v. M. hier unter Beteiligung aller Bevölkerungsklassen, Vereine und Behörden bestattet wurde, war zeitlebens eine gottesfürchtige Frau, die die Befriedigung suchte und fand im Wohltun und llebung gottgefälliger Werke. An ihrer Bahre trauern deren Kinder, die Großindustriellen Kommerzialrat Eduard Doktor, kaiscrl. Rat Moritz Doktor, die Frauen Josefine Zweig, Jenny Ratzersdorfer und Hermine Theuen. Zur Statistik. Dem soeben veröffentlichten offiziellen britischen statistischen Berichte zufolge ist die Zahl der jüdischen Einwohner in Indien in den letzten Jahren stark gewachsen. So gab es dort 1881 bloß 12.009 Juden, 1891 17.194 und 1901 18.228. Die jüdische Bevölkerung Indiens beträgt 0 0006 Perzent der Gesamtbevölkerung. Was die Zahl der Juden in den einzelnen Provinzen anbetrifft, so wohnen die meisten in der Provinz von Bengal (1939) und in den Staaten von Madras (1288). Dagegen ist in Assam ein einziger Jude zu treffen. 1280 Juden Hebräisch als ihre Muttersprache angegeben. — Dr. Willy Hoffmann in Neu-Guinea, der bei dem jüngsten Anschlag der Eingeborenen eine rühmliche Rolle spielte, ist ein Jude. Pohrlitz. Am 23. November wurde hier Herr Joses F e i w e l aus Brünu, Vater des Schriftstellers Berthold Feiwel, unter zahlreicher Beteiligung zu Grabe getragen. Unter den Anwesenden bemerkte man Herrn kaiserlichen Rat Perlhefter aus Brünn, den Vorstand des Vereines ,.Liknr Okanlim" in Brünn Herrn Kohn, Herrn Dr. Emil Wolf aus Brüun und Herrn Dr. Isidor Schnabl aus Wien. Die vom hiesigen Rabbiner Herrn I. Weiß gehaltene Trauerrede gab dem Bedauern und dem Mitgefühl ob des Verlustes des Dahingeschiedenen beredten Ausdruck Am offenen Grabe wurde vom hiesigen Mannergesangvereine „Frohsinn", dessen Vorstand der Verewigte vor seiner Üebersiedlnng nach Brünn gewesen war, das „Schewifi" und auch ein Tranerchor zum Vortrage gebracht. Aus Anlaß dieses Leichenbegängnii'es sind nachstehende Kranzablösnngsspenden bei der israelitischen Kultnsaemeinde Pohrlitz für die Wohltätigkeitsanstatten eingcgangen: Jakob Feiwel, Brünn, K 20.; Adolf Redlich, Brünn, K 10.—; Familie Fanni Schnabl, Pohrlitz, K 10.—; Familie Weiner, Pohr-