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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-11-25 · 48 (25.11.1904) · page 17

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
48 (25.11.1904)
Date
1904-11-25
Page
– (sequence 17)
Language
German
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Sm Nr. 48 Dr. BLoch's Auch die Jugendfürsorge und die Erziehung zur Landwirtschaft hat der Verein in den Bereich seiner Tätigkeit gezogen. In wirkungsvollen Worten dankte der Vortragende den drei Prager Ortsgruppen für ihre bisherige Tätigkeit und forderte die Zuhörerschaft aus, die Bestrebungen des Vereines zu unterstützen. Am Schlüsse des Vortrages erscholl lebhafter Beifall. — Vor dem Vortrage fand die Generalversammlung der Prager Ortsgruppe statt. Die vorgenommenen Wahlen ergaben folgendes Resultat: Karl G. Bacher als Obmann, Adolf N. Weiß als Obmannstellvertreter, Alois Grab als Kassier, Julius T e g n e r als Kassierstellvertreter, Dr. E i s n e r als Schriftführer und Siegfried S ch l e i ß n e r als Schriftsührerstellvertreter. Prag. Der Zeiitraloerein zur Pflege jübtidier kliigelegenheiten in Prag hielt unter zahlreicher Beteiligung seine diesjähr!ge ordentliche Generalversammlung unter Vorsitz seines Obmannes Herrn kais. Rates Philipp Falkowicz ab. Der Präsident begrüßte die Erschienenen und widmete den verstorbenen Schriftstellern Dr. Th. Herzl und S. Kohn, sowie dem Heimgegangenen Gönner des Vereines Dr. Nathan Robitschek warme Nachrufe, welch die Anwesenden stehend anhörten. Der Geschäftsleiter Herr JUDr. Theodor Weltsch erstattete iodann den Geschäftsbericht, ans dem hervorgeht: Die Zahl der Mitglieder beträgt rund 2004; nahezu 400 Landgemeinden sind im Vereine vertreten. In der Handwerkersektion haben 10 Lehrlinge ihre Lehrzeit beendet. Der gegenwärtige Lehrlingsstand beträgt >7. Der Religionsunterricht wurde von Herrn Schulleiter Springer, bezw. von Herrn Steinmann erteilt. Der Bericht zollt dem Leiter der Handwerkersektion Herrn S. Liebers und dem Leiter der Studentensektion Herrn Direktor Wertheimer besonderen Dank und erwähnt den mit großem Interesse anfgenommenen Vertrag des Präses der Kultusgemeinde Dr. A. Rosenbacher über „Moses und Hammurabi". Nachdem Herr I. Glücksmann den Kassabericht, Herr Karpelcs den Revisionsberscht und Frau Julie Leipen den Bericht der Sektion zur Heranbildung jüdischer Krankenpflegerinnen verlesen, wurden die Ergänzungswahlen vorgenommcn. In den Ausschuß wurden gewählt die Herren: Wilhelm Adler, Karl G. Bacher, Komm.-Rat Benedikt Böhm, JUDr. Julius Branders, Karl Eisler, Jakob Fischl, I. Glücksmann, Rudolf Grab, Komm.- Rat S. S. Klatscher, JUDr N. L. Kohner, JUDr. Adolf Oppenheimer, Richard Petschek, Gotthold Uiitz, JUDr. Theodor Weltsch; als Ersatzmänner die Herren: Philipp Herschmann, Leopold T oisch. Budapest. (P e st e r israelitische Religionsgemeind e.) Die konstituiernde Generalversammlung der Repräsentanz der Pester israelitischen Religionsgemeinde hat vor Kurzem stattgefunden. Nachdem der Vorsitzende Paul Tencer die Anwesenden herzlichst begrüßt hatte, stellte Alexander Hatvany- Deutsch den Antrag, die vom Kandidationskomitee für die Stellen des Präsidenten der Religionsgemeinde, der Gemeindevorsteher und Ausschußmitglieder vorgeschlagenen Männer mit Akklamation zu wählen, welcher Antrag einstimmig angenommen lvurde. Es wurden demzufolge mit Akklamation gewählt: zum Präsidenten der Religionsgemeinde Hosrat Sigmund Kohner; zu Vorständen: Ludwig Adler (Kultus), Dr. Philipp Weinmann (Unterricht), Sigmund Breitner (Wohltätigkeit), Ludwig Baumgarten (Finanzen), Max Grünbaum (Wirtschaftssektion), Sigmund Kornfeld (Stiftungen); zu Mitgliedern des Ausschusses wurden u. A. gewählt: Robert Auer, Benedikt von Baronyi, Emerich Birnbaum, Jakob Boschün, Anton Deutsch, Gustav G. Ehrlich, Dr. Salomon Eulenberg, Dr. B6la Feleki, Eduard Fleischmann, Berthold v. Goldberger, Karl Gomperz, Dr. Friedrich Halüsz, Josef Hatvany- Deutsch, Josef Hüvös, Dr. Samuel Löw, Dr. Moriz Mezei, Dr. Armin Neumann, Stefan Popper, Dr. Lazar Samuel, Paul Sündor, Dr. Jakob Schreyer, Sigmund Singer, Adolf Sternthal, Paul Tencer, Manfred Weisz, Em. I. Weisz, Ludwig Wolfner. Nach Verkündigung des Wahlresultats sprach Doktor Salomon Eulenberg dem Wahlleitungskomitee und dem Kandidations-Ausschusse, insbesondere dem Vorsitzenden Paul Tencer den Dank für die taktvolle Lösung der ihnen gestellten gestellten Aufgabe aus. Hierauf wurden die von einer Deputation eingeholten Mitglieder des Vorstandes in den Saal geleitet und hier vom Vorsitzenden der Versammlung, Paul Tencer, im Namen der Repräsentanz begrüßt, der die Bedeutung der Wiederwahl der bisherigen Funktionäre, namentlich des seit zwölf Jahren wirkenden Präsidenten Sigmund Kohner, wie die Neuwahl des Magnatenhausmitgliedes Sigmund Kornfeld würdigte. Präsident Hofrat Sigmund Kohner spricht im Namen des neugewählten Vorstandes den Dank für das ihm entgegengebrachte Vertrauen aus und hebt die Bedeutung der Wahl des Magnaten- Wochenjchrrft. Seite 781 hauSmitgliedes Sigmund Kornfeld hervor. Es sei erfreulich, daß es gelungen ist, für den Vorstand diesen Mann zu gewinnen, der alle in feine Person gesetzten Erwartungen sicherlich erfüllen werde. Als Hauptaufgaben der nächsten Zukunft bezeichnet Redner die Erbauung eines neuen Tempels, die Errichtung einer Mittelschule und die Regelung der Steuerangelegenheiten. Zum Schlüsse gibt er das Versprechen, die Gemeinde wie bisher in religiösem und patriotischem Geiste führen zu wollen. Lebhafte Eljenrufe begleiteten diese Rede, woraus die Sitzung geschlossen wurde. Agram. Der Israelitisch-literarische Verein hat schon im vorigen Monate mit den Bortrügen begonnen. Den Reigen der Vorträge eröffnete Oberrabbiner D r. I. Diamant aus Vukovar, der die Einwanderung der portugiesischen Juden in Holland behandelte und ein Bild von dem hochadeligen Geschlechte der T e x e i r a s entwarf. Nach einer kurzen, kernigen Charakteristik der Zwangstünflinge (Marranen), schilderte er den Aufschwung der jüdischen Gemeinde in Amsterdam, in der sich im XVII. Jahrhundert besonders die Texeiras hervorgetan haben, sowohl durch ihre Wohltätigkeit als auch durch eifriges Streben, den bedrängten Juden in anderen Ländern Europas beizustehen, wozu sie infolge ihrer Verbindungen mit den Höfen und Fürsten besonders befähigt waren. Diesem sehr beifällig aufgenommenen Bortrage ging eine kurze Parallele zwischen den heutigen literarischen Vereinen und deren Vorbild im Altertum, der großen Synagoge, von Oberrabbiner D r. A. Jakobi voran, worin die heilsamen Wirkungen beider Institutionen in markigen Zügen gekennzeichnet wurden. Den zweiten Bortrag (am 20. d. M.) hielt stud. jur. Alexander Licht, der zuerst eine novellistische Bearbeitung des .,8edir-ba8ebirim'' vortrug, dann mit einem Kranze kunstvoller Produktionen Rosenfeld'scher Lieder die Zuhörer entzückte. Hat der Vortragende schon früher in unserem Vereine und bei anderen Gelegenheiten den Beweis seiner Fähigkeiten als Ueberfetzer erbracht, so hat er diesmal als Meister auf diesem Felde geglänzt. Trotz seiner Jugend handhabt er die kroatische Sprache wie ein echter Künstler, fließen seine Verse und Reime wohlgeschmiedet und glatt wie im dichterischen Originale. Die wohlverdiente Anerkennung lohnte seine vortreffliche Arbeit. Nach jeder Piäce ertönte Händeklatschen und nicht endenwollender Beifall, man merfte es den Zuhörern an, wie jeder Vers, jedes Wort ihnen ins Herz und Gemüt drang. Schon nach kurzem Bestände hat der Literarische Verein so eine reife Frucht gezeitigt, denn auf seinem Boden hat sich dieser — man darf es ohne Uebertreibung sagen — dichterische Sprößling entwickelt und entfaltet, und wird in kurzer Zeit zu einem starken fruchtspendenden Baum werden. Es ist gewiß, daß Licht von Rosenfeld auf unsere g-oßen mittelalterlichen Dichter zurückgehen und mit Nebersetzungen ihrer Poesie das Interesse für unsere Dichter erwecken und die heimische Literatur bereichern wird. — Am Gedeihen des Literarischen Vereines gebührt dem Vorstände unserer Gemeinde ein großes Verdienst. Derselbe hat zur Förderung der Vereinsziele einen großen Saal des Gemeindehauses zum Lese- - und Bibliothekssaal überlassen und auf eigene Kosten mit allem Nötigen ausgestattet. Prof. Dr. G. Schwarz. Wie aus Petersburg gemeldet wird, hat der russische Minister des Innern, Fürst Swiatopolk-Mirsky, den Gouverneur von Mohilew seines Amtes enthoben. General Klingenberg, der gemaßregelte Staatswürdeuträger, war einer der rücksichtslosesten Gouverneure in Rußland. Alle Andersgläubigen im Zarenreiche wurden von General Klingenberg als Feinde des ruffischen Staates betrachtet und demgemäß behandelt. Als Gouverneur von Kowno veranstaltete er das seinerzeit vielbesprochene Blutbad in der katholischen Kirche von Kroze, indem er den Kosaken befahl, die Andächtigen in der Kirche auszupeitschen. Bei seinem Amtsantritte in Mohilew leitete er eine Judenverfolgung im Gouvernement ein. Während der vorjährigen Greueltaten gegen die Juden in Homel ließ er nicht allein alle Bitten der Juden um Hilfe und Schutz unberücksichtigt, sondern machte sogar in einer Rede an die Vertreter der jüdischen Gemeinde von Homel die Juden für die Bluttaten von Kischenew und Homel verant-!■ c f .4 ..ff i; '4

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