Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-11-11 · 46 (11.11.1904) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
46 (11.11.1904)
Date
1904-11-11
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
93% known words query
IRI
…/3020846-3021547-3021594--14045-3038731
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 46 Dr. Dlocb's Wocbenscbritt. @etu 747 Dolmetsch. Er beherrscht, wie er einleitend versichert, nahezu alle modernen europäischen Sprachen, und glaubt sich daher zu einem Urteile über die jüdische Ethik auf moderner Grundlage berechtigt. Dies bestätigt der Autor in seinem, in tadellosem Hebräisch geschriebenen Werke. Hiefür sind schon die Kapitel bezeichnend. Sie handeln über „Die Pfade des Lebens", „Die Erziehung des Menschengeschlechtes", „Die Landeinnahme", „Patriotismus", „Die Befreiung vom Polytheismus", „Tempel- und Opferdienst", „Der Kampf ums Recht" u. a. m. In allen diesen Problemen spricht ein echt moderner Geist zu uns. So bemüht er sich unter anderem, die bekannte hapax legomenon Ps. 58, 9: „Temes“ mit der mythologischen Themis, der Tochter des Uranos und der Gaia, zu identifizieren. Diese Hypothese (S. 51) scheitert indes an der Tatsache, daß ja der paiallelisimis membrorum V. 8, wo von der „tauben Otter" die Rede ist, auch hier am besten die altgewohnte Uebersetzung: zerfließende Schnecke, guläßt. Doch, ut desint vires tarnen est laudibilis voltmtas. Das Buch bietet einen interessanten Beitrag zum vorhandenen Nationalismus inmitten unserer galizischen Brüder. Nickt unerwähnt bleibe endlich die lehrreiche Genealogie der Familie des Autors Horowitz, die bis auf David Oppenheim, ja bis auf R. Bezalel Löw zurückführt. Dieses historische Bestreben galizischer Gelehrtenkreise, bekanntlich die Nachkommen strahlender Leuchten Israels, kann nicht genug gewürdigt werden. N e n t i t s ch e i n im Oktober 1904. Dr. Simon Mandl Rabbiner. Palästina-Bibliothek. Herr A. M. Luncz, der bekannte, leider blinde Gelehrte ediert unter vorstehendem Titel eine Reihe von Werken von besonderer Bedeutung. 1. Kaftor waferach vom ersten jüdischen Palästinaforscher R. Estori Happarchie nebst Abbildungen, 2 Bände, 10 Mk.; 2. Tewuot Haarez, eine ausführliche Geographie und Geschichte Palästinas und der benachbarten Länder von R. Josef Schwarz, 5 Mk.; 3. Haine’amer, Sammlung sämtlicher wissenschaftlicher Artikel über Palästina, die während des letzten Jahrhunderts in Büchern, Revuen und Zeitschriften erschienen sind, 2 Bände, 10 Mk. Von noch höherer Bedeutung ist die geplante Ausgabe des Jerusalemischen Talmud, des bekanntlich ältesten und bedeutendsten Werkes der Palästinaliteratur. Von diesem Werke liegt uns ein Druckbogen zur Probe vor. Er enthält den Text des venetianischen Erstdruckes (1522—24), mit der eminenten Verbesserung jedoch, daß die Gemara zu jeder Mischna auf dieselbe unmittelbar folgt, während sie in allen bisherigen Ausgaben die Gemara zusammengefaßt und losgetrennt von den Mischnajoth nach denselben gedruckt zu werden pflegt. Der Text ist mit einem kurzgefaßten Kommentar versehen, er enthält ferner die nötige Interpunktion und einen großen Apparat von Variantenmateriale nach den Forschungen der namhaftesten Autoritäten auf diesem Gebiete. Die Fremdwörter, darunter auch die botanischen und zoologischen Namen, sind nach Möglichkeit vokalisiert und in Fußnoten näher erklärt. Die Ausgabe wird unter Mitwirkung eines großen Kreises von Gelehrten im In- und Auslande revidiert und ist auch äußerlich schön und würdig ausgestattet. Der Subskriptionspreis der ganzen „Palästina-Bibliothek", die außer dem Talmud Jeruschalmi 10 Bände umfassen wird, beträgt 100 Mk. Der Subskriptionspreis für den Talmud Jeruschalmi allein beträgt 40 Mk. Allen Freunden der jüdischen Literatur sei das Unternehmen wärmstens empfohlen. Neue Bücher. Edward Stilgebauer. Götz Krasst. Die Geschichte einer Jugend. In vier Romanbänden. Zweiter Band: Im Strom der Welt. Verlag von Rich. Bonn, Berlin. Preis 4 Mark. Alfred Nosfig. „Die Tragödie des Gedankens." Drama in fünf Aufzügen. Berlin W. 50. Concordia, Deutsche Verlags-Anstalt, Hermann Ehbock. Geh. Mk. 2.—, geb. Mk. 3.—. Dr. Adolf Rosenzweig, Rabbiner der jüdischen Gemeinde zu Berlin. Des Gotteshauses Bedeutung und Berechtigung. Weiherede, gehalten am 4. September 1904 bei der Einweihung der Gemeindesynagoge in der Rykestraße. Verlag von M. Poppelauer, Berlin, 1904. A. Stein, Rabbiner in Radnitz. Die Geschichte der Juden in Böhm e n. Nach amtlichen gedruckten und ungedruckten Quellen bearbeitet. Preis 3 Kronen. I ü d i s ch e r B u chu n d K u n st verla g, B r ü u u, 1904. S. Snlzer „S ch i r Z i v n", 37 Gesänge für den israelitischen Gottesdienst für Klavier oder Harmoninm, übertragen von Joses Sulz er. „Universal-Edition" Nr. 303. Preis K 2.40. Verlag der „11 n i v e r f a l - E d i t i v n" A k t i e n g e s e l ls ch a f t, Wien, 1., Maximilianstraße Nr. 11. Dr. Mt. Mturgei. D e u t s ch - h e b r ä i s ch e s W ö r t e r b u ch. Vollständig in 40 Hecken, Heft 10. Preis 50 Heller. Subskriptionspreis 15 Kronen 15 Mark. Preis des vollständigen Werkes nach Erscheinen 20 Kronen 20 Mark. Kommissionsverlag von Leopold K l e i n, P o z e g a, 1904. Dr. D. Horfmauu D a s Buch L e v i t i e n s. Uebersetzt und erklärt, l. .Halbband Lev. I—XYH. Ladenpreis Mk. 6.—, geb. Mk. 7.—. Verlag von M. Poppel a n e r, B e r l i n, 1905. KrieflraKen. M. Oppenheim, Neu-Nau,;nitz. Eine Biographie von Samuel Oppenheim finden Sie in Prof. Kauf m a n n's Werk: „Samion Wertheimer", das durch jede Buchhandlung zu beziehen ist. Ein Porträt von Samuel Oppenheim hängt im Sitzuugssaale der Wiener israelitischen Kultusgemeinde. „Eine treue Leserin." Wir empfehlen Ihnen die Vereine: „HonteäoreV II., Schmelzgasse 12; „Üseh Chesed", II., Schiffamts - gaffe 5; „Chesed achel Euies“, I., Franz Josefs-Ouai 51. Leser S. L. Er wird aus Wien ansgewiesen. St. In der bayrischen Armee wurden mehrere jüdische Soldaten ausgezeichnet: Es erhielten die königlich bayrische bronzene Inhaber- Jubiläumsmedaille : Die Artillerie-Feuerwerker (Feldwebel): Eduard Bunzel, Philipp Gans, Gustav Kaufmann. Hersch Blau> ein; die Rechnungs-Unteroffiziere 1. Klasse: Inda Schipper. Wilhelm Klee; der Zugsführer (Titularfeuerwerker): Jakob Werz; der Rcchmmgs-Unteroffizier 2., Titnlar I. Klasse: Jsak Enden recte Bloch; die Zugsführer : Karl Wächtersbach, Lazar Haarzopf; die Korporale: Leib Schwarzbard, Ludwig Byk; der Korporal-Rechnungs-Hilfsarbeiter: Josef Lipschütz; der Gcschntzvormeister: Adolf Eilmes. In Deutschland wird man vergebens nach aktiven jüdischen Unteroffizieren suchen, geschweige nach dekorierten. Irma. In den letzten drei Wochen wurden vier weibliche Aerzte in Budapest promoviert: darunter drei Jüdinnen: Dr. Irma Herzog, Dr. Hel. ne Weinstein und Dr. Olga Frank; im ganzen gibt es jetzt 13 weibliche, ungarisch promovierte Aerzte in Ungarn. Ais Huusrepiä^eMaiutiii zu älteren Herrn oder Dame wünscht eine hochanständige, i eligiöse, israelitische, alleinstehende, f.Ojährige Frau, die in allem Häuslichen sehr bewandert, rein und nett ist, unterznkornmeu Unter „Rituell" poste restante XVI., Hofferplatz. Kundmachung betreffend die von den höher besteuerten Mitgliedern der Kultusgemeind vorzunehmenden Wahlen in den Kultusvorftand und der Vertrauensmänner. Die statutengemäß vorgesäiriebene, von den höherbesteuerten Mitgliedern vorzunehmende Neuwahl von vier Vorstandsmitgliedern für die Dauer von 6 Jahren/-) sowie die Neuwahl von 36 Vertrauensmännern (§ BO des Statutes und §§ 2 und 3 des Kultussteuer- RegulativeS) für die Dauer von 2 Jahre findet Freitag den 9. Dezember 1904 statt und werden die eventuellen engeren Wahlen Montag den 12. Dezember 1904 vorgenommen. Die Herren Wähler werden eingeladen, sich an den oben bezeichmten Tage im Wahllokale, 1., Seitenstettengasse 4, II. Stock, mit ihrer vegitimations- Urkunde persönlich einzufinden. Die näheren Bestimmungen enthalten die W 5, 6, 7 und 30 des Statutes, sowie die §§ 3, 4, 5, 9, 10, 15 und 17 der Wahlordnung und die §§ 2 und 3 des Kultussteuer- Regulatives. Wien, im November 1904. Dr. Theodor Lieben, Sekretär. Dr. Alfred Stern, Präsident. *) In der Sitzung des Kultusvorstandes vom 16. Oktober 1904 wurden nachstehende Vorstandsmitglieder ausgelost die Herren: David Ritter von G u t m a n n, Moritz Edler von K u f s n e r, Wilhelm K u f f n e r, Leopold von Lieben, welche sohin mit Ende Dezember d. I. aus dem Vorstande scheiden, jedoch wieder wählbar sind.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.