Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 38 (16.9.1904)
- Date
- 1904-09-16
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 618 Dr. Dlocb's MocbenscbrM. Nr. 38 schichte Israels im Mittelalter vertraut zu machen." Besser konnte er wahrlich seiner Mission, welche ja auch die Mission eines jeden jüdischen Mannes von heute wäre, der seinen Glaubensgenossen etwas zu sagen hat, nicht dienen. Denn nur so und nicht anders kann man zu dem Publikum, an das sich der Verfasser wendet, mit Aussicht auf Erfolg sprechen: die Vergangenheit schauen im Lichte der Gegenwart, das alte Gesetz befruchten mit dem Gesetze, das mit uns geboren ist, die Vorbilder der Vorzeit mit der frischen Farbenpracht zeichnen, die eine moderne Zeit darbietet; das ist das einzige Elixier, welches das religiöse Leben vor Stagnation bewahrt, unsere Jugend erfrischt und das Alter jung macht! Von dem Inhalt der Schrift geben schon die Ueberschriften der zwölf Kapitel, aus denen sie besteht, eine ungefähre Vorstellung. Sie lauten: 1. Sadia Gaon. 2. Salomo Jbn Gabirol. 3. Jehuda ha—Levi. 4. Abr Jbn Esra. 6. Maimonides. 6 Raben» Tam. 7. Nachmauides. 8. Sal. b. Aderet. 9. Kalonhmos b. Kalonymos. 10. Immanuel Romi 11. Gersonides. 12. Elia del Megido. Einer Empfehlung bedarf das Buch nicht, es wird wie seine Vorgänger auch ohne eine solche seinen Weg machen und Gemeingut der jüdischen Familie werden. Neue Bücher. Th« New Era lllustrated Magazine, Pnlibshed monthly by The New Era Illus trated Magazine Company, 38 Park Row, N e w-Y ork. City. Vol. V. August, 1904, Nr. 3. Contents: Boris Schatz: Dr. Theodor Herzt. Dr. Max N o r d a u: The Sacrifice of Udschla. Joseph Soh n: Karl Goldmark. Bin Jan: Jews of the Pacific Coast. Claude G. Montefi ore: The Jewish Minister. Ewan M a cpherson: „This Thing Was Prophesied.“ Dr. Isidor Singer: Baruch Spinoza's Relation to Judaism. Mrs. Mary D. Mc Lean: Jews in Athletics. Israel Coh n: Literature in the Ghetto. The Death of Theodor Herzl. James French Dorrance: Adirondack „Camps“. Mrs. Albert Loth: In the World'8 Fair Art Exhibit. Abraham Caha u: Plehve, the Jews and Revolution. Judith Herz: The New- York Clothing Strike. The Editorial Survey. Of Interest to Jewish Readers. A Review of Jewish Reviews. Unsere Hoffnung, Monatsschrift für die reifere jüdische Jugend. Redaktion und Administration: Wien, III/2, Untere Viaduktgasse 25. I. Jahrg. Heft Nr. 5, August 1904. Inhalt: Benjamin Seff: Mansche!. I. W o l o w s k y: Der Zionismus in Rußland. Dr. Ad. Kurrein: Jüdische Namen. D. Rothblum: Chaim Nachman Bialik. Martin Friedländer: An mein Volk! Ben Ir: Die drei Generationen. Bücherschau. Rundschau. Anton Breituer, Randglossen zur deutschen Literaturgeschichte. Der Literaturbilder 10. Bändchen, Moderne Salzburger Dichter. Mit Autograph von Hans Seebach. Verlag von Ad. della Torre's Buch- und Kunstdruckerei in Wien. Dr. I. Güuzig, Rabbiner in Loschitz. „Der Pseudo-Messias Abraham Abulafia, sein Leben und Wirken. Ein Beitrag zur Geschichte der kabbalistischen Mystik im XIII. Jahrhundert. Selbstverlag. „Altueuland." Die soeben erschienene Nummer 9 (September 190») von „Altneuland", Monatsschrift für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas, bringt an erster Stelle einen Ausiatz von Dr. jur. Bruno B l au über „Die administrative Autonomie der Insel Samos". Der Aufsatz ist insofern von Bedeutung, als er die Möglichkeit getvährt, über die Staatsform klar zu werden, die von der zionistischen Partei als erreichbares Ziel angestrebt werden dürste. Der kurze Aufsatz bringt im Wortlaut die Note der hohen Pforte an die Vertreter von Frankreich, Großbritannien und Rußland vom 10. Dezember 1832, in welcher die administrative Autonomie der Insel Samos festgelegt wird. Profeffor Dr. E. Schönfeld liefert im weiteren Verlauf seiner Schilder ng der Halbinsel Sianai Angaben über die Flora, Fauna, Bevölkerung des von ihm behandelten Gebietes. Profeffor Dr. O. Marburg beschließt seinen großen Aufsatz über „Die Kolonisation in Nordsyrien auf Grundlage der BaumwoÜenkultur im Gebiete der Bagdadbahn". In der vorliegenden Nummer verweist er auf die Aussichten der Baumwollkultur in Nordsyrien auf Grund von Angaben von verschiedenen Fachleuten und geht zum Schluß auf die Organisation der Kolonisation ein. Marburg schlägt zum Schluß die Gründung von 2 Gesellschaften vor. Eine auf rein geschäftlicher Basis aufgebaute Baumwoll-Erwerbsgesellschast, die auf ihren Gütern jüdische Arbeiter beschäftigt und sie auf diese Weise praktisch in der Baumwollkultur unterweist. Die zweite, die jüdische Kolonisationsgesellschaft, hätte die Kosten zur Kolonisation der besseren Arbeiter längs der Bagdadbahn und im weiteren Umkreise um dieselbe zu liefern. Auf diese Weise würde es gelingen, die Interessen der verschiedenen in diesem Gebiete wirkenden Faktoren gleichzeitig zu fördern. Die türkische Negierung gewänne eine produktive, zahlungsfähige Bevölkerung, die Bagdadbahn erhielte ausreichende Frachten und könnte ihrem Endziele Bassora schneller entgegensehen, die deutsche Baumwollindustrie würde eine Zufuhr von dem für sie so wertvollen Rohstoff bekommen und last not least wir Juden wären im Stande, eine rasche Besiedelung dieses Palästina nahe gelegenen Gebietes durch Juden herbeizuführen. Zugleich würden wir hier auch ein im Baumwollenban erfahrenes Element erziehen, das uns bei der wahrscheinlichen Entwicklung der Baumwollenkultur in Palästina von großem Wert sein würde. Das Heft bringt des Weiteren den Schluß des Handelsberichtes von Damaskus für 1902, Näheres über die Bahnbauten in Palästina, Wirtschaftliches aus Palästina (Zur Geschäftslage, Baumwollenbau in Palästina), über die Kolonisation in Anatolien und im Gebiet der Bagdadbahn. Interessant ist auch die Mitteilung über die Missionsarbeit in Palästina. Im Abschnitt „Jüdische Kolonien" werden statistische Angaben über die russischen Inden im Ackerbau gemacht. Zum Schluß kommt der Marktbericht nach Notierungen der Hamburger Produktenbörse. Krirfkaste«. K. Von den 13 Aerzten, welche vorige Woche von Odessa nach dem russisch-japanischen Kriegschanplatz abgereist sind, waren 12 Inden. K. S. Die von maßgebender Seite in Rumänien neuestens eingeleitete Erforschung der Lage des Bauernvolkes hat unter anderem folgendes merkwürdes Resultat ergeben: Die Bauern befinden sich in großem Elend, sie haben ihre Grundstücke verpfändet und sind wehrlose Opfer gemeiner Wucherer, wobei Zinsen von dreihundert Perzent zu den gewöhnlichen gehören, die aber auch auf vierhundert oder fünfhundert steigen. Der Besitz geht in die Hände der Wucherer über und die Bauern werden allmählich Leibeigene. Die Wucherer aber sind Bojaren, echte Rumänen! Den Juden ist es nicht gestattet, auf dem Lande Besitz zu erwerben. B. F. Daß der frühere Lord-Mayor von London, Sir Markus Samuel, den japanischen Orden zur ausgehenden Sonne erhalten, hat seine besondere Ursache. Die Firma hat seinerzeit die erste Goldanleihe, dann später eine Anleihe zur Errichtung der Wasserwerke von Zjokohama und eine zum Ausbau des Hafens von Osaka emittiert. Auch die Entwicklung von Formosa unter Japans Herrschaft ist durch die Firma Markus Samuel lebhaft unterstützt worden. I. R. in Wigstadtl. Zur Publikation ungeeignet. I. H. B. Der Bezirksschulfond hat für die Kosten des öffentlichen Religionsunterrichtes an Volksschulen (3. bis 5. Klasse) und an den Bürgerschulen aufzukommen. Um die Auszahlung der Remuneration hat die betreffende Kultusgemeinde beim Bezirksschulräte anznsuchen. E. St. in L. Der Luftschiffer Andre war kein Jude. „Schaz". Der Kantor Simon Trompeter scheint ein eigenartiges Individuum zu sein. Der Rabbiner von Virovitica erläßt hinter ihm einen förmlichen Steckbrief. In Pozega heranstaltete er antisemitische Hetzereien gegen die jüdische Bevölkerung und denunzierte bei den dortigen Franziskanern den Rabbiner, daß er angeblich Christenhaß predige. Weitere Auskünfte können bei dem Rabbiner in Bielitz eingeholt werden. Freiherrlich v. Rothschild'sche Künstler-Stiftung. Das Kuratorium der Freiherrlich v. Rothschild'schen Künstler-. Stiftung verlautbart, daß aus den Erträgnissen derselben mehrere Stipendien im Mindestbetrage per je X 80V.— für das Jahr 1904 zur Verleihung gelangen. Kompetenzberechtigt für diese Stiftung erscheinen mittellose jüdische, in Oesterreich wohnhafte Künstler oder Künstlerinnen österreichischer oder ungarischer Staatsbürgerschaft, die ihren Beruf auf dem Gebiete der Architektur, der Bildhauerei, der graphischen Künste, der Malerei oder der musikalischen Komposition selbständig auszuüben befähigt sind. Unter den den obigen Erfordernissen entsprechenden Kompetenten genießen jene den Vorzug, welche bereits Beweise ihres Talentes und ihres schöpferischen Wirkens gegeben haben. Von der. Verleihung erscheinen diejenigen Bewerber ausgeschlossen, die sich auf anderen Kunstzweigen als den angeführten betätigen, ferner Kunsteleven, sowie überhaupt im Stadium der Vorbereitung für einen künstlerischen Beruf befindliche Personen. Die an das Stiftungs-Kuratorium gerichteten, mit Fachzeugnissen, sowie mit dem Geburts- und Heimatsscheine versehenen Gesuche sind bis längstens 12. Oktober 1804 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde, Wien, 1., Seitenstettengasse 4, zu überreichen. Die Bewerber werden ihre Kunstbeilagen, insoferne. solche gefordert werden, erst über Verlangen des Kuratoriums zu erbringen haben. Nähere Auskünfte werden im Sekretariate der israelitischen Kultusgemeinde (Stiftungsamt) erteilt. Wien, 1. September 1904. Das Kuratorium der Freiherrl. v. Nothschild'schcn Künstler-Stiftung.