Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 36 (2.9.1904)
- Date
- 1904-09-02
- Page
- – (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
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Nr. 36 Dr. Llocb's MocdenscbrM. Seite 587 Briefkasten. Andrer. Der verschollene schwedische Luftschiffer Salomon August Andree ist in Grenna in Schweden am 18. Oktober 1854 geboren worden. Er war ursprünglich Ingenieur, machte aber schon als junger Mann viele Ballonreifen. Den Plan, im Ballon von Spitzbergen aus den Nordpol zu erreichen, faßte er schon im Jahre 1895; im Jahre 1897, am 30. Juni, war der Ballon reisefertig, am 11. Juli trat Andree mit seinen Begleitern Frankel und Strindberg die Reise an. Seit jener Zeit sind alle drei verschollen. Audienz. Die allgemeinen Audienzen finden jeden Montag und Donnerstag während der Anwesenheit des Kaisers in Wien statt. Vorherige Anmeldung unter Angabe des Zweckes in der Kabinetskanzlei des Kaisers. Das Gesuch kann auch bei der Audienz überreicht werden. Auch Frauen können zur Audienz erscheinen. Schwarze Toilette ohne Hut. Hoffnung. Wenn der Betreffende inzwischen nicht die amerikanische Staatsbürgerschaft erworben hat, wird er bei seiner Rückkehr nach Oesterreich als Militärflüchtling behandelt. Er wird zwar, da er das 36. Lebensjahr überschritten hat, nicht assentiert, dafür aber zu einer Arrest- und Geldstrafe verurteilt werden. Dr. X. 3). Brünn. Jene Worte sind in der jüngst abgehaltenen Zionisten-Versammlung zu Essegg gesprochen worden. Hinsichtlich Ihrer neu-orthographlschen Schmerzen teilen wir'Ihnen mit, daß für alle orthographischen Inkonsequenzen jetzt nicht mehr Autoren oder Redaktion verantwortlich zu machen sind, sondern ausschließlich die Bnchdruckereien. Sie haben nun in diesem Punkte eine Macht, gegen die nicht aufznkommen ist; da mögen sie denn nun die Verantwortung tragen. L. K. Sie irren. Auf dem internationalen sozialistischen Arbeiterkongrcß in Amsterdam war in der Tat, wie auch angekündigt worden, von Bebel, Kautsky, Bernstein, Banting, Anseele, Hardie u. s. w. ein längerer Antrag cingegangen, in dem es hieß: „Die russische Regierung setzt von Zeit zu Zeit Judenmassakres in Szene, wie das schreckliche Blutbad in Kischenew. Das geschieht, weil eine ^roße Zahl russischer und polnischer jüdischer Arbeiter sich der sozialistischen Bewegung angeschlossen hat. Der internationale Kongreß spricht über dieses aller Kultur und aller Menschlichkeit hohnsprechende Vorgehen der russischen Regierung seinen tiefsten Abscheu und den jüdischen Arbeitern in Rußland seine volle Anerkennung aus, daß sie trotz der grausamsten Verfolgungen die Fahne des Sozialismus hoch halten." Dieser Antrag gelangte sogleich unter stürmischem Beifall einstimmig zur Annahme. „Wallache." Der rumänische Nationalcharakter wird in der Geschichte ein Spezialkapitel einnehmen. So wird aus Bukarest gemeldet: „Zwei reiche, edle Inden, die Gebrüder Emanuel und Isaak Hillel Manoach haben im Jahre 1869 der Bukarester Universität 100.000 Franken zu Stipendienzwecken vermacht Ein edler Gedanke, der tüchtigen, mittellosen Jüngern der Wissenschaft die Möglichkeit geben soll, ihre Studien an ausländischen deutschen Universitäten zu vervollkommnen. Die Bukarester Universität hat sich erst jetzt bei den edlen Spendern bedankt. In der diesjährigen Ankündigung der freien Stipendien heißt es, daß die Bewerber Rumänen oder Eingebürgerte sein müssen. Plötzlich nach 35 Jahren! Warum? Es scheint, wie die „Jüd. Rundschau" bemerkt, daß während der langen Zeit, seitdem das Geld in christlichen Händen ist, es sich gänzlich vom jüdischen Kontagium gereinigt hat und vielleicht jetzt gar rasserein geworden ist. Sie behalten es jetzt ganz für sich. Non ölet! Dr. I. L., Johannesburg. Check dankend erhalten. Aufruf zur Gründung eines Vereines der Preßburger. Alle jene, deren Vaterstadt Preßburg ist und die sich in Wein heimatlich niederließen, bewahren ihr Herz voll träumerischer Erinnerungen an ihre Jugend und an die Stätte ihrer Geburt uyd ihrer ersten, fröhlichen Kindheit. Von Zeit zu Zeit führt sie die Sehnsucht den Donaustrom hinab und sie verweilen ein Stündchen an einsamen Gräbern oder bei dort lebenden Angehörigen, werfen einen Blick auf die Tummelplätze ihrer Jugend und müssen mit dem schmerzlichen Bekenntnisse, daß Alles vergänglich ist und daß die Jahre gar zu rasch dahineilten, die Rückreise in ihre zweite Heimatstadt antreten. Das ist die wehmütige Poesie der Preßburger. Es sind edle Empfindungen, die der Lärm der Großstadt, der Kampf ums Dasein nicht vernichten kann, und diese Gefühle zu pflegen, ihnen in praktischer Betätigung volle Geltung zu verleihen, ist der Zweck Jener, die sich in diesen Zeilen vertrauensvoll an Sie wenden. Es wurde der Gedanke angeregt, einen Verein der Preßburger zu gründen. Die Pflege der gemeinschaftlichen Erinnerungen, die Wach Haltung des Zusammengehörigkeitsgefühles mit der heimatlichen Scholle und vor allem das wohltätige Beistehen den verarmten und gedrückten Kindern der Vater st a d t soll das Ziel dieser Vereinigung sein. Alle Jene, die sich für die Bildung dieses Vereines begeistern können, mögen gefälligst ihre Adresse dem Unterzeichneten angeben und werden später zu einer Besprechung eingeladen werden. Moritz Nasch IX',, Schlickgasse 1. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebiihr im Rückstände sind, die zur Einhebung derselben von uns versendeten Postaufträge gefälligst honorieren zu wollen. Die Administration.! 5cbttlbächer! — kauft, verkauft, tauscht — zu den couiantesten Bedingungen nur das Antiquariat £ÖW17, Wie«, L, Aotentnrmstr. 22. für Gymnasien, Eeal- und Schulbücher Handelsschulen, Privatschulen u. Privatunterricht. -------------lecke Anfrage wird sofort beantwortet_= Kundmachung. lieber behördlichen Auftrag werden derzeit im großen Musikvereinssaale bauliche Veränderungen vorgenommen und kann demzufolge die Feststellung der Sitzplätze erst Anfangs September erfolge». Demgemäß wird mit der Kartenausgabe für den Festgottesdienst im großen Musikvereinssaale, am 2. September a. e. 3 Uhr nachmittags begonnen. Der Vorstand der israelitischen Kultnsgemeinde Wien. Kekannlrnachnrrg. Der Vorstand des „Vereines zur Bekleidung armer alter Männer" israel. Konfession gibt hiermit bekannt, daß die diesjährige Beteilung mit Winterkleidern am 15. November vorgenommen wird. Gesuche sind an den Vorstand des „Vereines zur Bekleidung armer alter Männer", II.. Zirkusgasse 3 (Restauration Sohr) bis 1. Oktober d. I. zu richten. Bewerber müssen das 55. Lebensjahr überschritten haben, in Wien wohnhaft sein und die Dürftigkeit und Würdigkeit Nachweisen. Die geehrten P. T. Mitglieder des Vereines werden ersucht, von ihrem statutarisch festgesetzten Vorschlagsrecht ebenfalls bis zum 25. Oktober Gebrauch zu machen. Verspätet einlangende Gesuche können nicht berücksichtigt werden. Wien, im September 1904. Jfidor Löwit, Isidor Schwarz, Schriftführer. Obmann. vis Chewra-Kadischa in Fünfhaus errichtet für dieses Jahr anlässlich der hohen Feiertage ein Betbans in XII Ter.. Schönbmnnerstrasse 249. Die Kartenausgabe erfolgt Sonntag den 4. September im Knltnsgemeindesaal, XV., Turnergasse 22.