Mannheim
Compact Memory

Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-08-05 · 32 (5.8.1904) · page 15

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
32 (5.8.1904)
Date
1904-08-05
Page
– (sequence 15)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
96% known words query
IRI
…/3020846-3021547-3021580--13806-3038478
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

Nr. 32 Dr Blocb s Wocbenscbritt. Seite 523 „Herr Baron", sagte er endlich, „ist es denn auch wahr? Ist es kein neckischer Traum, der mir ein Glück zeigt, das ja kaum möglich ist? Ich weiß nicht, wie ich Euch danken soll, für die große Gnade." „Nicht mir sollt Ihr danken", unterbrach der Banquier den Weinenden, „sondern dem Gotte Abrahams, Isaaks und Jakobs, der dem Redlichen Hilfe schickt, wenn es Not tut und man ihn anruft!" „Ja, ihm will ich danken mit Frau und Kindern unser ganzes Leben lang", rief Joseph und wollte die ihm dargereichte Hand des Banquiers küssen, was dieser jedoch nicht zugab: „ihm und Ihnen, seinem großmütigen Werkzeuge, für die Wohltaten, womit Sie uns überschütten. Liebster Baron! Sie können nicht glauben und ich fanit Ihnen nicht sagen, wie groß unsere Not war und wie ich auch nicht die geringste Aussicht auf Hilfe hatte und der schrecklichen Verzweiflung anheimgefallen wäre, wenn nicht der feste, unerschütterliche Glaube an den Gott Israels und seine Gnade mich bei aller zunehmenden Trübsal aufrecht erhalten und vor jenen: entsetzlichen Zustande bewahrt hätte. Die Uebei^eugung, eine ganze Familie von einem unverdienten Untergänge errettet und ihr erneuertes Glück begründet zu haben, diese wohltuende Ueberzeugung muß Ihre Belohnung sein: was kann Ihnen an dem Danke eines armen Mannes liegen?" Unter Tränen und fortwährenden Segenswünschen schied endlich der überglückliche Joseph. Noch am Nachmittage brachte er seine Einkäufe fertig, was ihm jetzt, da er Alles baar bezahlen konnte, ein Leichtes war, und in der Frühe des anderen Tages saß er in dem Postwagen, der ihn um die Abendzeit nach Preßburg brachte. Der gefühlvolle Leser möge in seiner Phantasie sich die Szene ausmalen, die jetzt erfolgte, als die glücklichen Ehegatten, umringt von den jubelnden Kindern, sich in den Armen lagen und sich gegenseitig das große und so unverhoffte Glück verkündeten. Als endlich der Vater sein jüngstes Söhnchen zum ersten Male auf seine Arme nahm, da rief er begeistert aus: „Sei mir gesegnet, Du Kind der Schmerzen und der Sorgen! Kaum hast Du das Licht der Welt erblickt, so hast Du schon Freude und Glück den Deinigen gebracht; möge der Allmächtige Dich uns erhalten in beständiger Gesundheit und Dich stark werden lassen in allem Guten, daß es Dir einst wohl ergehe!" Nene Bücher. Mitteilungen der Gesellschaft sür jüdische Volkskunde, herausgegeben von M. Grunwald, Heft XIV., Hamburg 1904, Selbstverlag der Gesellschaft. 94 Seiten mit 16 Abbildungen. Das 2. Heft des laufenden Jahrganges von Grunwald's „Mitteilungen" liefert zunächst eine aufschlußreiche Fortsetzung der B e r s o h n'schen Studien über die alten polnischen Holzsynagogen in deutscher Uebertragung. Seitdem wir über die Verbreitung des jüdischen Handwerks in Polen und Litauen seit dem 15. und 16. Jahrhundert so erfreulich zahlreiche Daten besitzen, begreifen wir die Möglichkeit von Meisterwerken altjüdischer Baukunst und Bildnerei, wie sie uns hier in trefflicher Wiedergabe vvrgeführt werden. Welch ein Stück Weltgeschichte spiegelt sich in den Schicksalen dieser halbvergessenen Gotteshäuser im fernen Osten wieder! Mit besonderem Dank begrüßen wir die Orientierungen über die historischen Vorgänge, welche (S. 10) der kunsthistorischen Detailschilderung vorausgeschickt werden. Grunwald bietet das Schlußkapitel des ersten Teiles seiner „Hamburger Juden", welche laut seiner Notiz nun bei A. Janffen, Hamburg, erschienen sind. Betrachtet man die schon jetzt am Schluß des Heftes gebotenen Ergänzungen, so dürfen wir, wie bei Arbeiten dieser Art natürlich, bis zur Vervollständigung noch manchen Nachtrag erwarten. „Miscellen" von A. L e:v i n s k y, Hildesheim, und ein jüdisch-slovakisches Volkslied von Frau Prof. A n t s ch e r l, Wien, beschließen das Heft, welches sich seinen Vorgängern würdig anreiht. F. Maimun i's „filiore Nebuchim“, ist von Großbecskereker Oberrabbiner Dr. Moriz Klein vor Jahren in einer vorzüglichen ungarischen Uebertragung unter dem Titel „.V tevelygök utmutatoja“ veröffentlicht worden. Dr. Klein bereitet nun eine neue, verbesserte Ausgabe dieses nunmehr gänzlich vergriffenen Werkes vor, wovon die interesfirten Kreise sicherlich mit Vergnügen Notiz nehmen werden. Dr. M. Margel. Deutsch-hebräisches Wörterbuch. Vollständig in 40 Heften, Heft 7. Preis 50 Heller. Subskriptionspreis 15 Kronen 15 Mark. Preis des vollständigen Werkes nach Erscheinen 20 Kronen 20 Mk. Kommissionsverlag von Leopold Klein, Pozega 1904. Kriefkastrrr. &. L. Wir haben eine ähnliche Frage bereits vor wenigen Wochen beantwortet. Das jüngste offizielle statistische Bulletin beziffert die Juden in New-Iork auf 700.000. Somit machen die Juden ein Fünftel der Gesamtbevölkerung New-Aorks aus. Im Jahre 1950 zählte man bloß 500.000 Inden. Die Einwanderung der Juden nach New-Aork betrug laut den Aufzeichnungen der „Jewish Charity“ in den Jahren 1902 und 1903 rund 118.000 und dürfte im laufenden Jahre 75.000 ausmachen. Nahezu zwei Drittel der Eingewanderten blieben in New-Aork, obgleich die jüdisch-philanthropischen Anstalten sich alle Mühe geben, sie in allen Gegenden der Vereinigten Staaten zu verteilen. Die politische Bedeutung dieser großen Judenzahl läßt sich kaum abschätzen und wird durch die ständige Zunahme der Einwanderung nur noch gesteigert. F. L. Das japanesische Gedicht, das kürzlich erschienen ist, enthält folgende Stelle: Des breiten Amurs blutgefärbten Wellen, Die 5010 Opfer führten einst zum Meere hin, Die in den Fluß getrleben rohe Mordgesellen, Sie fordern Rache; doch nicht genug es schien. Und Kischenew reiht würdig sich zu diesen Schreckenstagen, Verbrecher sind sie, die ihrer Fahne Ehre so entweiht, Und der Geschichte schmachvoll ist es, einzutragen Den Bericht der Bluttat, die zum Himmel ichreit. S. ® in Bielitz und Dr. M. P. in Ischl. Besten Dank und Gruß. Fr. &u., VIII. Die uns genannten Personen sind keine Juden. Julius. Wegen Ihrer Ausbildung als Kantor wenden Sie sich an Herrn Oberkantor Philipp Kläger, IX.. Seegasse 2. R. K. Wozu der Lärm und was steht dem Herren zu Diensten. Wir waren durch nichts zur Discretion verpflichtet und haben auch nicht „mutwillig, ohne ersichtlichen Grund den Autor der Oeffentlichkeit prelsgegeben und ausgeliefert". Da man unternommen hat. den „Lemberger (!) Dr. Elias Jakob" unserm ohnehin hinreichend belasteten Konto zuzurechnen und als spezifisch „galizische" Erscheinung aus den „perversen Verhältnissen des österreichischen Judentums" zu erklären, war es wohl notwendig, offen und wahrheitsgemäß zu konstatieren, wer der Mann ist und unter welchen Einflüssen er lebt und „wirkt". Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebühr im Rückstände sind, die zur Einhebnng derselben von uns versendeten Postaufträge gefälligst honorieren zn wollen. Die Administration. per flabbiuer und fyligionslchrtr X Schulhof ZU Innsbruck wünscht für das kommende Schuljahr eia oder zwei Knaben aus besseren jüdischen Häusern, welche die hiesigen Mittelschulen (Gymnasium, Realschule oder die Handelsakademie) besuchen wollen, in Pension zu nehmen. Gewissenhafte Aufsicht und gute Kost zugesichert. Anträge unter obiger Adresse erbeten. CSma mmlalfta aus streng orthodoxem Haus, wird V|IU« pcnctyl" JlUtUlU, aufgenommen. Adresse Expedition.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.