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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-06-03 · 23 (3.6.1904) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
23 (3.6.1904)
Date
1904-06-03
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 876 Dr. Mocb's Mtocbenscvrttt. Nr. 23 und hoffähig geworden, daß man, wenn auch nicht antisemitisch denkt, sich doch nicht kompromittieren, namentlich diejenigen Hochmögenden beleidigen will, die sich zu dieser Modegesinnung bekennen. So mutig, wie Du es warst, sind nur wenige. Und eine ganze Schar Mutiger würde es bedürfen, um dieser „Schmach des Jahrhunderts" Herr zu werden. Wie sind Uebcrzeugungen in die Welt gedrungen? Durch die Todesverachtung ihrer Träger. Heute gibt es für unliebsame Gesinnungen keine strafenden Scheiterhaufen und Folterkammern mehr; nicht den Tod, aber die Verkennung und die Verachtung muß man verachten lernen können. — Und das konntest Du. Du wärst wieder aufgestanden jetzt, um zu protestieren, hättest Dich furchtlos exponiert. Nun aber hat Dir der Tod ewig die Lippen versiegelt und da mußte ich Dein Dolmetsch sein. KriefKaKe«. Albert Maudclbaum. Besten Dank. Medakdek. Es soll heißen rcabtf Fr. V. Der verstorbene Gründer des „Hameliz", der jetzt eingegangen ist, Alexander Zederbaum, war 1816 in einer russischpolnischen Stadt geboren, in Odessa abwechselnd Buchhalter in einem Manusakturgeschäft, Trödler und Schneider. Letzteres Handwerk betrieb er sogar längere Zeit und ernährte davon seine Familie. Als das Geschäft sich verschlechterte, machte er den Sprung von der Schneiderwerkstatt zum Redaktionstisch. Er wurde Redakteur, begründete den „Hameliz" und gab nebst diesem mehrere Zeitschriften und Wochenblätter in jüdisch-deutscher sowie in russischer Sprache heraus. Noch in späteren Jahren, als er bereits eine führende Rolle unter der russisch-jüdischen Intelligenz einnahm, nannten ihn seine Gegner den „schriststellernden Schneider". Allein dieser Schneider schrieb perfekt hebräisch. „Hameliz" ist 44 Jahre lang erschienen. Schön in T. I. Gewöhnliche Schnorrerei. 2. Adresse: Frau kaiserl. Rat Dr. Bertha Kohn, Wien, II., Stefaniestraße Nr. 2. „Merkantilist." Sie verwechseln das Klappen Ihrer eigenen Mühle mit der Harmonie der Sphären. Die Sorge um Ihre Exportinteresien trüben Ihr Urteil über die Bedeutung der gewaltigen Lorgänge. Es ist richtig, daß wir in der ruffischen Autokratie das mächtigste und furchtbarste Gewaltsystem erblicken, dessen Untergang für die Sache der Freiheit in ganz Europa einen Triumph bedeuten würde. Allein dort im fernen Osten vollzieht sich mehr als eine Diskreditirung des zarischen Regimes. Das Aufsteigen einer neuen Großmacht, nicht nur ohne christlichen, sondern ohne jeglichen konfessionellen Charakter; die Tragweite dieser Tatsache ist noch ganz unmeßbar. Ein Volk, das ein an Ausbildung, Führung und Tüchtigkeit der besten europäischen Armee durchaus ebenbürtiges Heer von einigen hunderttausend Mann besitzt, dazu eine gewaltige Flotte, das zur See und zu Lande in einem Kriege größten Maßstabes gegen die Streitkräfte eines europäischen Staates ruhmreiche mit nicht zu Lbertreffender Tapferkeit und Klugheit geführte Schlachten schlägt: das bildet eine Macht ersten Ranges, bedeutet auch für die Raffenfanatiker mehr als tausend gelehrte Argumente. S. Bardach in Lemberg. Die Uebertreibungen im Religionsunterricht erzeugen zweifellos große Uebelstände. Allein nur eine gemeinsame Aktion sämtlicher Gemeinden könnte gründliche Abhilfe schaffen. Josef Spiegler, Kopreinitz. Die genannte Versichern» gsauftalt können wir durchaus nicht empfehlen. K. D r. R a p p a in M ö d l i n g ist erst vor zwei Jahren zur katholisch ur Kirche übergetreteu. Jüngst erschien: Der Staaten Lebensnerv!! Darf ein vorurteilsfreier Denker Kant's Lehre der praktischen VetUunft" billigen? Jeden ehrlichen Denker erfüllt das Bewußtsein, daß die von unzähligen Generationen ererbten Errungenschaften der Vernunft der Gesammtheit zugute kommen müssen. Ererbte und erworbene Vorurteile lassen auch den Wohlwollendsten Schuld tragen an dem brennenden sozialen Weh. — Das Niederringen desselben leuchtete gleich einem Stern dem Autor auf seinem geistigen Wege vor. Dafür zeugt Blatt um Blatt dieses Buches! Möge ihm Haus und Familie erschlossen sein! — Um die Verbreitung dieses einen neuen Boden urbar machenden Werkes zu sichern, ist der minimale Bezugspreis mit 1 Krone, der auch nicht annähernd die Kosten deckt, berechnet. Zu beziehen durch den Autor: E. Lehr, Wie», II., Rothensterngasse 20. Die bisher erschienenen Schriften: ,»Dreiklang", »»Apell an die Wissenschaft", »»Vitale Fragen", »»Reflexion eines Verurteilten" sind gratis und das Werk ,,Lebensquelle" um 50 Heller vom selben Verfaffer erhältlich. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebühr im Rückstände sind, die zur Einhebung derselben von uns versendeten Postaufträge gefälligst honorieren zu wollen. Die Administration. Kuratorium der Stiftung »,Waisenhaus für israel. Mädchen Charlotte Merores Jtzeles" in Wien. Im „Waisenhause für israelitische Mädchen Charlotte Merores Jtzeles" in Wien werden ab September 1904 aufgenommen: a) Zwanzig mittellose, ganz oder halb verwaiste oder verlassene, gesunde, israelitische Mädchen im Alter von 6 bis 12 Jahren, b) fünf mittellose, ganz oder halb verwaiste oder verlassene, gesunde, israelitische Mädchen im Alter von 14 Jahren. Die Zöglinge besuchen, solange sie im schulpflichtigen Alter stehen, die öffentliche Volks¬ oder Bürgerschule, erhalten vom vollendeten 14. bis zur Vollendung des 15. Lebensjahres den Unterricht in allen Zweigen der Hauswirtschaft, werden sodann zu allen häuslichen Verrichtungen in der Anstalt verwendet und bis zur erlangten Erwerbsfähigkeit, spätestens aber bis zum vollendeten 17. Lebensjahre in der Anstalt erhalten. Aufnahmsgesuche sind namens der Bewerberinnen von deren gesetzlichen Vertretung unter Beilegung des Geburtsscheines, des Heimatsscheines, des Nachweises der Verwaisung oder der Verlassenheit, des Mittellosigkeits-Zeugnisses und eventuell Schulausweises, des Jmpfzeugniffes, eines Gesundheitszeugnisses, sowie im Falle der überstandenen natürlichen Blattern eines besonderen ärztlichen Zeugnisses hierüber, bis 30. Juni 1904 an das gefertigte Kuratorium zu Händen des Herrn Dr. Felix Katzau, Wien, I., Schottenbastei 3, zu richten. Unter den Bewerberinnen werden jene, welche nach Wien zuständig sind oder deren Eltern durch längere Zeit im Wiener Gennindegebiete gewohnt haben, in erster Linie berücksichtigt. Der Eintritt in die Anstalt kann nur gegen Beibringung eines vom Gemeindearzte ausgestellten, gemeindeämtlich bestätigten Zeugnisses erfolgen, laut dessen in den letzten vier Wochen vor dem Eintrittstermine im Hausstande des Mädchens kein Fall einer infektiösen Erkrankung vorgekommen ist. Ferner werden für die Anstalt mit der Verpflichtung zum Dienstantritt am! 5. August 1904 ausgenommen: 1. Eine tüchtige, erfahrene Erzieherin, Israelitin, alleinstehend, im Alter von nicht unter 30 Jahren, die auch einen Teil der Aufsicht über das Hauswesen zu übernehmen hat, 2. eine tüchtige Jndustrielehrerin, Israelitin, alleinstehend, im Unterricht und allen Handarbeiten erfahren, die zugleich das Amt einer Wäscheverwahrerin zu übernehmen hat. Stellengesuche sind unter Beigabe aller erforderlichen Belege spätestens bis 30. Juni 1904 an das gefertigte Kuratorium zu Händen des Herrn Dr. Felix Katzau, Wien, I., Schottenbastei 3, zu richten. Kuratorium der Stiftung „Waisenhaus für israelitische Mädchen Charlotte Merores Jtzeles" in Wien. Suter Mittagstisch Z*"“ Expedition des Blattes. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem King, offeriert in reichster Auswahl Professor Kampfs allgemein beliebte Brantgebetbicher und deutsche flndachtsbiicher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim Gold- und Silber-Borten.__ Im Verlage von Samuel M, Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, in neuer Auflage und prachtvoller Ausstattung soeben erschienen das berühmte Prachtwerk Professor Ar. Julius piirsVs -— -—illustriert« fünf Bücher jjfioses mit deutscher Uebersetzung, erläuternden Erklärungen und 231 Illustrationen. Ein Geschenkwerk ersten Ranges! Preis in hochelegantem Prachtband ö. W. fl. 6—. Die frühere Auflage ist gänzlich ausverkauft. Versendung erfolgt gegen Einsendung des Betrages. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, Vin.

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