Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 20 (13.5.1904)
- Date
- 1904-05-13
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Leite 328 Dr. Mocb's Mocbenscbrlkt. Nr. 20 Neue Bücher. Altneuland. Monatsschrift für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas. Organ der zionistischen Koinmission zur Erforschung Palästinas. I. Jahrgang. Heft Nr. 5 Mai 1904. Herausgegeben von F. O p st e n h e i m e r, S. S o s k i n, O. W a r b u r g. Inhalt: Dr. S. S o s k i n: „Groß-" und „Klein-" Kolonisation. E. Saphir (Jaffa), Zoll und Steuer im türkischen Reiche, insbesondere in Palästina. Palästina und Nachbargebiete. Jüdische Kolonien. Neue Literatur. Vermischtes. Marktbericht. Redccktion: Dr. S. Soskin, Berlin W 50, Regensburgerstraße 20. The Jewish Encyclopedia. Volume VI. God—Istria. A deseriptive record of the History. Religion, Literature and Customs of tlie Jewish people from the earliest times to the present Day. Funk and Wagnalls Company New-York and London. Kriefkasterr. L. B. Ein berühmter jüdischer Nervenarzt in Deutschland ist nach Rußland zum Zaren berufen worden; da er aber die Einladung ablehnte, so intervenierte im Aufträge des deutschen Kaisers der Reichskanzler Graf B ü l o w, um den Arzt zur Reise zu bestimmen. Maurice Weiler, Buenos Ayres. Herzlichen Dank für freundliche Uebersendung der „Deutschen Laplata-Zeitung", sowie des „Argentinischen Abendblattes", in welchen die hübschen Ausführungen des dortigen Rabbiners Dr. A Hoffmann, zum Abdruck gebracht waren. K. Zur Rassenfrage bemerkt Leo Berg mit Recht: „Lord Byrons Mutter, eine Keltin, unter Ibsens weiblichen Vorfahren ist norwegisches Blut selten; er hat sogar einmal behauptet, kein Tropfen norwegischen Blutes habe bei seiner Bildung mitgewirkt. Gleichwohl schrieb einmal Laura Marholm einen lehr tüchtigen Aufsatz über ihn, worin sie gewisse Eigenschaften des Dichters geschickt aus seiner Heimat ableitete. Der Enzyklopädist Grimm war Deutscher, Zola hatte einen italienischen Vater, Lenau war Magyar, Nietzsche war stolz auf seine polnische Abkunft, Kants Familie stammte aus Schottland, die Beethovens aus Holland, Paul de Lagarde, du Bois- Reymond, Geibel, Roguette, Louise von Francois sind, wie zum Teil ihre Namen, zum Teil ihre Physiognomien verraten, französischer Abstammung, Treitschke tschechischer und Theodor Storm polnischer. Man sieht, gerade die Musterdeutschen und Muster-Heimatdichter sind durchaus nicht rein auf ihrem eigenen Boden gezogen. Gerade auch die hervorragendsten Antisemiten sind oft gar nicht judenfrei und großenteils wenigstens verdächtig. Es ist noch lange nicht ausgeniacht, daß Treitschke nicht unter seinen Vorfahren einen Treiteles gehabt hat, wie zuweilen gespottet wurde. Wenn der Treiteles nur danach war, soll ihm das auch nicht weiter schaden. Jedenfalls sah er noch jüdischer aus als Richard Wagner, und beide sahen sehr viel jüdischer aus als Heine oder Marx. Oft will es wirklich scheinen, als sei der Antisemitismus bei manchen geradezu psychologisch zu erklären als Verzweiflung über das eigene Aussehen, denn nicht jedermann gefällt sein eigenes Gesicht." K. L. In militärischen Kreisen ist es bekannt, daß die beiden Söhne des Generals von Schweitzer, welche dem Glauben ihrer Väter treu geblieben sind, auf direkte Veranlassung des Monarchen in das Theresianum ausgenommen wurden, dessen Zöglinge sie noch heute sind. Aufruf! In der Nacht vom 25. auf den 26. April l. I. ist unsere Stadt von einer fürchterlichen Feuersbrunst heimgesucht morden. Ueber 300 Häuser sind ein Raub der Flammen und mehr als 2000 unierer Glaubensgenossen sind obdachlos und aller Lebensmittel bar. Worte sind nicht im Stande, die ganze Größe des Unglückes zu schildern. Die momentane Hilfeleistung der von der Feuersbrunst verschont gebliebenen Bevölkerung genügt nicht einmal zur teilweise» Linderung des unermeßlichen Elends für die ersten Tage. In dieser schrecklichen Lage wendet sich der gefertigte Vorstand der jüdischen Kultusgemeinde an den bewährten Wohltätigkeitssinn unserer Glaubensgenossen, mit der flehentlichen Bitte, unseren unglücklichen Brüdern unverzüglich zu Hilfe zu kommen und etwaige Spenden an den gefertigten Vorstand einsenden zu wollen. Vom Vor st an de der israel. Kultusgemeinde. B u c z a c z, am 29. April 1904. Hersch Aberd am Abisch Stern Israel Moses Prämin ger Stellvertreter. Präsident. Kultusvorstand. Heirat, Für ein junges, hübsches, religiös erzogenes Mädchen aus sehr guter Familie, mit nachweisbarem jährlichen sicheren Einkommen von mindestens 2000 K aus einem selbständigen Unternehmen, welches sie unbeirrt der häuslichen Tätigkeit weiter führen kann, wird passen 1er Bewerber gesucht. Reflektiert wird auf religiösen, guten und charaktervollen Manu, Kaufmann oder Beamter, wenn auch vorläufig mit minderen Einkommen. Unter „Charaktervoll“ an die Expedition des Blattes Eine Stelle sucht ein Koreh, Schochet, Ubodek, der auch als '■= “pJD ----- tüchtig ist. Derselbe, ein österreichischer Staatsangehöriger, aus Gay a in Mähren gebürtig, ist derzeit in Jerusalem tätig, 25 Jahre alt, hat 5 Jahre die Pressburger Rabbiner schule besucht und besitzt Zeugnisse vom ehrwürdigen Oberrabbiner und Rabbinatskollegium in Jerusalem über seine Befähigung zu obgenannten Funktionen. Offerte unter „Schochet“ zu richten an die Administration des Blattes. Konkurs. Der Ausschuss des Vereines zum Schutze jüdischer Frauen und Mädchen in Lemberg sucht für die Stelle eines Sekretärs eine auf vollem wirtschaftlichen, erziehlichen und gewerblichen Gebiete bewanderte Kraft, die im Stande ist, das Vereiusbureau zu leiten. Bewerber haben in ihrem Kompetenzgesuche 1. ihre Befähigung dazu; 2. vollständige Kenntnis der deutschen und polnischen Sprache in Wort und Schrift; 3. bisherige Beschäftigung nachzuweisen. Gesuche mit Gehaltsansprüchen sind bis 15. Mai 1904 bei dem gefertigten Ausschüsse (Bernsteingasse 12) zu überreichen. Lemberg den 17. April 1904. Verein zum Schutze jüdischer Frauen und Mädchen in Lemberg. Israelitisches Tochter-Pensionat Ausbildung Im Haushalt Frau Elise Holzbock Breslau, XIII , Kaiser Wilhefmstrasse Nr. 9 Vorzügliche Referenzen im In- und Auslande. — Prospekte auf Wunsch. — Während der grossen Ferien Aufenthalt im Gebirge. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, offeriert in reichster Auswahl Professor K§mji’s allgemein baliabto BrautgebeMcher und deutsche ftndachtsbhcher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim Gold- und Silber-Borten._ Im Verlage von w, Pascäieies» Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, in neuer Auflage und prachtvoller Ausstattung soeben erschienen das berühmte Prachtwerk Professor j)r. 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