Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 18 (29.4.1904)
- Date
- 1904-04-29
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 296 Dr. Mocb's Mocbenscbrttt. Nr. 18 Reformationszeit darf uns Juden M. S e r v e t am sympathischesten sein; er war nicht nur mit dem hebräischen Urtexte der Bibel, sondern auch mit den Schriften der Rabbinen gut vertraut, und er verdient schon darum in unseren Kreisen genannt zu werden. Er führte einen erbitterten Kampf gegen das christliche Dogma der Trinität, stand also in Sachen des Monotheismus auf jüdischem Standpunkte. Der beste Kenner der christlichen Dogmengeschichte A. H a r n a ck bedauert es, daß die Reformatoren nicht die ganze Konsequenz ihrer Bestrebungen gezogen und sich für Servet erklärt haben, in welchem Falle nebst vielen späteren Zutaten zum Christentum auch die Trinität mit einem Schlage der besseren Einsicht gewichen wäre. Mehr als die befangenen Zeitgenossen kann die Nachwelt die reinen Ideen S e r v e t's würdigen. All diese Erwägungen führt uns Th. Schneider in geschickter Weise zu Gemüte. Der Schrift ist beigefügt die Photographie des Sühnedenkmals, das im Vorjahre in Genf von den protestantischen Kirchen Frankreichs und der Schweiz dem Andenken des Glaubenshelden errichtet wurde. Budapest. Dr. Samuel Krauß. Ost und West. Illustrierte Monatsschrift für modernes Judentum, Verlag von S. Calvary & Co., Berlin NW. 7, IV. Jahrgang, Heft Nr. 4. April 1904. Inhalt: Elias Auerbach: Die Situation im Zionismus. Achad-haam: Moses. Israel Aue rb a ch: Die Freiheit (Gedicht). Georg Hermann: M. Coschell (mit 12 Illustrationen). Dr. E. Baneth: Der Sederabend. Dr. Theodor Zlocisti: Die Haggadah von Mantua (1560) (mit 16 Illustrationen). H. Samuel: Die Tochter. Revue der Presse. Im Verlage von I. Kaufs mann, Frankfurt a. M. soeben erschienen: Dr. Felix Perles, Rabbiner in Königsberg i. Pr. D as G eb et im Judentum. 1904. Dr. Jakob Horowitz. Babel und Bibel. Randglossen zu den beiden Vorträgen Friedrich Delitzsch's. 1904. Krirfkastr«. L. P. Der Betrag wurde laut einer uns zugekommenen Mitteilung der Kultusgemeinde am selben Tage der „Chcwra-Kadischa" abgetreten, welche ihrerseits die K 10.— zur Verteilung an die Insassen des Siechenhauses übernommen hat. Die „Ehewra-Kadischa" veröffentlicht in der Regel nur Kranzablösungsspenden. M. K. Ihre Mitteilung, daß beim Tempel im XI. Bezirk eine Marmortafel angebracht sei, mit einer Verzierung, welche ein regelrechtes Kreuz darstellt, ist unrichtig. Diese Verzierung hat durch Wind und Wetter gelitten und mag darum derzeit vielleicht so aussehen. Herr Kultusvorsteher Sig. K a u d e r s wird die Renovierung veranlaffen. Dr. Passarrer. Besten Dank und Gruß. K. Dem sozialistischen Pariser Blatt „Action" zufolge hat Kuropatkin einen vertraulichen Erlaß an die Armeekommandos gerichtet, in dem auf die revolutionäre Propaganda iu der Truppe hingewiesen wird. Im besonderen aber sollen die jüdischen Soldaten aufs schärfste beobachtet werden, da die Erfahrung gezeigt habe, daß sie mit ihren Glaubensgenossen am Orte meist in enger Fühlung stehen und unter diesen viele zur revolutionären Partei gehören. Es soll ein ganz besonderer Geheimdienst organisiert werden, der die jüdischen Soldaten und ihre Habseligkeiten zu kontrollieren hat. S. R. Andrew Carnegie, der bekannte amerikanische Millionär, hat der Jewish Educational Alliance 25 000 Dollars geschenkt. Dr. rs. Lu Lemberg. Herzlichen Dank für Einsendung von Nr. 69 der Warschauer Zeitung: „Der Tag", die uns eine heitere Stunde bereitet hat. Es ist in der Tat lustig und wird auch für unsere Leser amüsant sein, zu erfahren, was und wie man in Warschau über österreichische Juden berichtet. In einem Artikel über den Erzbischof Dr. Kohn wird erzählt, daß „selbst Dr. Bloch's Wochenschrift, die offizielle jüdische Zeitung in Oesterreich, sich gefreut habe, daß ein Kohn es zu solcher Größe gebracht habe", „Dr. Bloch habe miteingestimmt in den Jubelchor und habe hören laffen seine Freude in verschiedenen Koloraturen und Trillern." Ferner heißt es in dem Artikel: „Dr. Kohn hat seine antisemitischen Artikel geschrieben, seine antisemitischen Predigten gehalten, trotz alledem hat Dr. Bloch's „Wochenschrift" das nicht beachtet und das Loblied des Dr. Kohn weitersungen." Diese Berichte über die „Oesterreichische Wochenschrift" und Dr. Bloch, welche in Warschau gemeldet werden, wollen wir unseren Lesern jedenfalls nicht vorenthalten. Beinahe möchte es scheinen, daß für die Korrespondenten und Redakteure einer Jargonzeitung die Lesekeuntnis nicht ganz unentbehrlich sei. L. Sie behaupten, daß „jüdische Partezettel die Phrase enthalten, daß N. N. „selig im Herrn" verschieden ist." Uns ist ein derartiger Partezettel noch nicht begegnet. Der Ausdruck „selig im Herrn" ist ein spezifisch christlicher und soll daran erinnern, daß der Verstorbene an den „Herrn" Jesum geglaubt hat. I. S. in Neu-Naußnitz. Ein solcher Brallch existiert nicht. Einladung.“ Sonntag den 8. Mai 1904, um 4 Uhr nachmittags, veranstaltet der Bethausvere-n „Wahrheit und Friede“, II., Grosse Schiffgasse 24, zu Ehren des am 7. April d. J. verstorbenen weltberühmten Oberkantors Baruch S c h o r r aus Lemberg einen AM— Trauergottesdienst -MD verrichtet vom Oberkantor ßosenblatt samt Chor aus Pressburg. Die Trauerrede wird Herr Rabbiner Doktor Bach halten. Das Erträgnis fällt den Witwen- und Waisenfond des Vereines zu. Karten sind zu haben in der Vereinskanzlei, II., Grosse Schiffgasse 24, täglich zwischen 7 und 9 Uhr abends, beim Tempelvorsteher Herrn Kohn, II., Herminengasse 6 und beim Vereinsobmann Herrn Markus Elias, Klosterneuburgerstrasse 18. Danksagung. Allen P. T. Köi perschaften, Vereinen etc. gewerblicher, kaufmännischer uud politischer Richtung, Tempelvereinen, Frauen-Wohltätigkeitsvereinen etc., welche uns iu schwerer Stunde durch Worte des Trostes ihre geschätzte Teilnahme bewiesen haben, sprechen wir hiermit unseren tiefgefühltesten Dank auf diesem Wege aus. In erster Reihe dem geehrten Präsidium des Kultusvorstandes, dem Kaiser Franz Josef-F erienheim, Kaiserin Elisabeth- Leh rmädchenhort, Rekonvalescentenheim, der israelitischen Kinderbewahranstalt und deren hochverehrten Vize-Präsidentin BaroninKönigswarter u. a. m. Familien Brod und Geiringer. Suche Jhisfellung als Schocket in orthodoxen Gemeinden oder Kurorten, nibop und Referenzen von den grössten orthodoxen Rabbinen. Salomon Wetzstein, Krakau, Skawinaergasse Nr. 11. Israelitisches Studenten-Pensionat für Volks- und Gymnaslalscbfller des Üei33.ricii <3-sixisel Ung.-Hradlscii (Mähren). Auch werden Studenten über die Ferien zum Landaufenthalt genommen. — Referenzen: Se. Ehrwürden Herr Rabbiner Dr. Josef B u r s t y n hierorts und die hochlöbliche Direction des hiesigen k. k. deutschen Staats-Obergymnasiums. Massiger Pensionspreis. Prospecte gratis._1510 Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, offeriert in reichster Auswahl Professor Kfimpf’s allgemein baliebto Brautgcbetbncher und deutsche ftndacbbbficher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim Gold- und Silber-Borten. Im Verlage von Samuel ff. Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, in neuer Auflage und prachtvoller Ausstattung soeben erschienen das berühmte Prachtwerk Professor Ar. Julius FSrst’s =~ — -—- illustrlrte fünf Bücher jtlioses mit deutscher Uebersetzung, erläuternden Erklärungen und 231 Illustrationen. Ein Geschenkwerk ersten Ranges! Preis in hochelegantem Prachtband 6. W. fl. 6—. Die frühere Auflage ist gänzlich ausverkauft. Versendung erfolgt gegen Einsendung des Betrages. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VI£L