Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 16 (15.4.1904)
- Date
- 1904-04-15
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
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Seite 264 Dr. Mocb's Mlocbenscbritt, Nr. 16 Notiz. Giselavereiu. Diese, unter dem Protektorate der Frau Erzherzogin Gisela stehende Versicherungsgesellschaft hat die Idee der Aussteuerversicherung in einer Weise propagiert, die ihr den dauernden Erfolg sicherte; seit kurzem betreibt die Anstalt auch reguläre Lebensversicherung; sie zahlte am Schluffe des Jahres 1903 nicht weniger als 120.627 versicherte Personen mit einem Kapitale von 148-6 Millionen Kronen, ein Versicherungsstock, welchen nur sehr wenige österreichische Gesellschaften besitzen. Die Jahresproduktion bezifferte sich auf 21-1 Millionen Kronen Versicherungs- Kapital. An Prämien und Zinsen stoffen K 8,871.000 ein. Die Prämien-Reserven erhöhten sich auf K 48,762.000; überdies bestehen noch folgende Fonds: Schaden- und Sicherheitsreserven K 1,309.000, Fonds zur Ausstattung armer Mädchen K 496.000, Beamtenpensionsfonds K 471.000 sowie der neuerrichtete Hilfsfond zur Alters-, Witwen- und Waisenversorgung von Akquisitions- und Jncasso-Organen. Aus dem Ausstattungsfonds wurden 1903 81 ehemalige verarmte Versicherte des Vereines mit Heiratsstipendien bedacht. Der Hilfsfonds wird die Anhänglichkeit und den Eifer der Agenten des Giselavereines stärken; er ist als eine sozialpolitische Einrichtung zu begrüßen, welche von anveren Unternehmungen nachgeahmt werden sollte. Der Bilanzgewinn, in der beträchtlichen Höhe vvn K 536.000 gestattet die Zuweisung einer Dividende von 7'/,% der Jahresprämie an die bezugsberechtigten Versicherten (alle, welche dem Vereine am 31. Dezember 1903 volle drei Jahre angehörten). Die im Jahre 1904 für die letzten 5 Jahre zur Barauszahlung gelangende Dividendensumme beträgt K 1,443.000, so daß die Versicherten je nach Dauer ihres Anspruches 31-28"/,,, beziehungsweise 23*41%, 15-30% oder 7-50% Dividenden erhalten werden. Isaak Kuffler sche Mädchen-Stiftung. Es wird hiemit zur Kenntnis gebracht, daß die Zinsen der obengenannten Stiftung zur Ausheiratung eines armen, würdigen Mädchens in Wien, israelitischer Konfession, im Betrage von 400 Kronen zur Verleihung kommen. Die Bewerberinnen haben nachzuweisen, daß sie 1. der israelitischen Konfession angehören; 2. streng sittlich und arm sind; 3. sich im Brautstände befinden, und 4. in Wien wohnhaft sind. Verwandte des seligen Stifters, unter diesen aber insbesondere die Kinder seiner Nichte Regine Wichs verehelichte Dr. Kohn erhalten den Vorzug. Derartige Einschreiterinnen sind von dem sonst erforderlichen Nachweise, daß sie in Wien wohnhaft sind, befreit. Bewerberinnen, die sich vor der Verleihung verehelichen, verlieren den Anspruch auf die Verleihung. Die Gesuche sind bis 30. April 10114 im E:nreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien (I.. Seiten - stettengaffe 4, I. Stock), woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich zu beheben sind, während der Amtsstunden von 9—12 Uhr vormittags einzureichen. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Sterbematriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Sigmund Edler von Wertheimstein-Stiftung für arme Verwandte. Am 18. Juni d. I. gelangen die Zinsen obiger Stiftung per 420 Krone« an solche Personen zur Verleihung, welche durch legale Dokumente die Verwandtschaft mit dem Stifter, Herrn Sigmund Edlen von Wertheimstein, und ihre Armut Nachweisen können. Derartig belegte Gesuche sind bis 30. April 1004 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde Wien (I., Seitenstettengaffe 4, 1. Stock), woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich erhältlich sind, während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Sterbematriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, sondern genügt die genaue A ng a b e der betreffenden Daten. Nicht entsprechend belegte oder vertätet überreichte Gesuche finden keine Berücksichtigung. Theresia Neumann^sche Lehrerswitrven-Stiftung. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien verlautbart hiemit, daß aus den Zinsen der. obgenannten Stiftung am 12. Thamus (24. Juni 1904) zwei Stiftplätze im Betrage von je K 80.— an arme Lehrerswitwen zur Verleihung gelangen. Die mit dem Geburtsscheine, dem Nachweise der Witwenschaft nach einem Lehrer und dem Armutszeugniffe belegten Gesuche sind bis längstens 30. April 1004 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgememde (I., Seitcnstettengaffe 4, I. Stock), woselbst auch Gesuchsblankette. unentgeltlich erhältlich sind, während der Amtsstuuden zwischen 9 und 12 Uhr vormtttags zu überreichen. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Sterbematriken der israelitischen Kultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich, sondern es genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Marie Daffingersche Armen-Stiftung. Die Zinsen aus obgenannter Stiftung für v i e r arme Familien der hiesigen israelitischen Kultusgemeinde, für jede im Betrage von K 42.—, kommen am Sterbetage des sel. Herrn Sigmund Edlen von Wertheimstein, am 18. Juni d. I. zur Verteilung. Die diesfälligen Gesuche sind bis 30. April d I. im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde (I., Seitenstettengasse 4. I. Stock), woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich ausgefolgt werden, in den Amtsstnnden zwischen 9 nnd 12 Uhr zu überreichen. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Totenmatriken der Wiener israelitischen Kultusgemeinde sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die g e n a u e A n g a b e der betreffenden Daten. Auf verspätet überreichte oder nicht gehörig belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Anselm Freiherr von Rothschild'sche Stiftung für israelitische Waisen der k k Reichshaupt- und Residenzstadt Wien. Bei der obigen Stiftung sind 21 Plätze von je 200 Kronen an solche Waisen israelitischer Religion zu vergeben, die in Wien zu st ändig sind und von würdigen und armen Personen abstammen. In Gemäßheit der stiftbrieflichen Bestimmungen werden von den zu beteilenden Waisen in erster Reihe solche bedacht, deren Väter entweder verarmte und notleidende Kaufleute und Handelsgenoffen, oder aber auch Künstler, d. h. Maler, Bildhauer, oder endlich Kunstgewerbe ausübende Handwerker waren. Andere Waisen, bei welchen diese speziellen Vorbedingungen nicht eintreffen, sind dann unter übrigens gleichen Umständen in zwetter Reihe zu berücksichtigen. Die mit einem solchen Stiftungsgenusse zu beteilenden Waisen dürfen nicht weniger als 6 Jahre alt sein und sollen zur Zeit ihrer Bewerbung auch nicht das 18. Lebensjahr überschritten haben. Die im schulpflichtigen Alter stehenden Waisen müssen die Schule besuchen, tadellose Sitten und mindestens einen guten Fortgang ausweisen. Stiftlinge, die in ihrem 15. Lebensjahre zum erstenmale in den Genuß dieser Stiftung gelangen, können den Betrag per K 200.- bei ausgezeichneter Verwendung und sehr gutem Fortgange in ihren Ausbildungsstudien durch längstens drei aufeinanderfolgende Jahre ohne Unterbrechung beziehen, während die übrigen Bewerber den Stiftungsgenuß per K 200.— in der Regel nur für ein Jahr erhalten. Gesuche, welche mit dem Zuständigkeitsausweise, dem Armutszeugnisse, dem Nachweise der Verwaisung, dem Geburtszeugnisse eventuell mit den Schulzeugnissen des Bewerbers und bei Geltendmachung des Vorzugsrechtes mit den Nachweisungen über dasselbe belegt sein müssen, sind bis 30. April 1904 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Kultusgemeinde (I.. Seitenstettengaffe 4, I. Stock), woselbst auch Gesuchsblankette unentgeltlich zu beheben sind, während der Amtsstunden von 9 bis 12 Uhr vormittags zu überreichen. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Totenmatriken der Wiener israelitischen Kultusgemeinde sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Auf später einlangende oder nicht gehörig belegte Gesuche wird keine Rücksicht genommen. Wien, 1. April 1904. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse 4, uächst dem Ring, offeriert in reichster Auswahl Professor K§m?f’s allgemein beliebte Brautgebetbücher und deutsche ftndachtsbücher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim Gold- und Silber-Borten. Im Verlage von saitau&B #. Pasciiefies, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, in neuer Auflage und prachtvoller Ausstattung soeben erschienen das berühmte Prachtwerk Professor Ir. Julius Furst’s .-—- illustrirte fünf Bücher jtioses mit deutscher Uebersetzung, erläuternden Erklärungen und 231 Illustrationen. Ein Geschenkwerk ersten Ranges! Preis in hochelegantem Prachtband ö. W. fl. 6—. Die frühere Auflage ist gänzlich ausverkauft. Versendung erfolgt gegen Einsendung des Betrages. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, Vin.