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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-03-11 · 11 (11.3.1904) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
11 (11.3.1904)
Date
1904-03-11
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 11 Dr. Mocb's THHocbenscbtttt Seite 175 Wenn dann ein solcher junger Mensch, sei's durch die Hand des Todes, der den Vater und Ernährer ereilt, oder durch die Ungunst der Zeiten, der väterlichen Stütze beraubt wird und er, auf die eigene, unzulängliche Kraft angewiesen, den schweren Kampf des Lebens aufnehmen, entsagen mid entbehren muß, was er nie gelernt und nie geübt — was Wunder, daß so ein verwöhntes Kind verkommt und verkümmert und im Strome des Lebens untergeht. „Was ins Feuer kommen soll, das müßt ihr durchs Feuer führen", sagt die Bibel. Was einst die Feuerprobe des Lebens bestehen soll, das muß frühzeitig schon im Feuer gestählt werden. Entbehren muß gelernt werden! Nun, diese Schule der Entbehrungen habe ich in Leipnik von Grund aus durchgemacht. Dabei lernte ich fleißig, versäumte keinen Vortrag, wo ich bemüht war, die Aufmerksamkeit des Rabbi auf mich zu l enk.en, indem ich aus der Bank den ersten Platz neben ihm einnahm und dienstbeflissen ihm ein nötiges Buch oder die Schale Suppe reichte, die man ihm täglich brachte. Doch all das änderte an meiner Notlage nichts. Einst nach dem Vortrage brachte der bereits obenerwähnte Groß, der den Rabbi mit Romanen versorgte und als Sohn des Vorstehers sich etwas herausnehmen durste, mein asketisches Leben zur Sprache und warf so nebenbei hin, daß der Rabbi mir wohl auch einen Kosttag geben dürfte. Bedauernd wies der gute Rabbi — auf die „Rebbezen" (Rabbinerin) hin. „Ihr wißt doch, ich kann nicht, wie ich möchte, mein Ruchel will nicht." (Wie man sieht, hatte das Wort: cheralmz la feinrne auch bei einem Rabbi seine Berechtigung.) Hierauf brachen die Hörer, indem sie rasch die Treppe hinunterliefen, in den allerdings nicht menschenfreundlichen Wunsch aus: „Ach, wann werden wir schon auf Loehels Kewer (Grab Rachels) gehen!" Bekanntlich besteht heute noch das Grab der Stammmutter Rachel, zu dem die Gläubigen wallfahrten. Ob dieser fromme Wunsch auch beim Rabbi in irgend einer tief verborgenen Falte des Herzens ein leises Echo gefunden, will ich nicht behaupten — noch viel weniger aber bestreiten. (Fortsetzung folgt.) Nene Bücher. Altneuland. Monatsschrift für die wirtschaftliche Erschließung Palästinas. Organ der zionistischen Kommission zur Erforschung Palästinas. I. Jahrgang. Heft Nr. 2. Februar 1904. Herausgegeben von F. Oppenheimer, S. Soskin, O. Marburg. Inhalt: Dr. Franz Oppenheimer: Harmonische und disharmonische Genossenschaften. Professor Dr. O. Marburg: Die nichtjüdische Kolonisation Palästinas. Ilr.-Reü. Max Jungmann: Der Kampf gegen die Malaria (mit 1 Abbildung). Palästina und Nachbargebiete. Jüdische Kolonien. Neue Literatur. Vermischtes. Marktbericht. Heft Nr. 3. März 1904. Inhalt: Kommission zur Erforschung Palästinas. Volksdomänen in Palästina. Dr. S. S o s k i n : Zur Begründung des Kommissions- Vorschlages. Dr. H. L o e w e : Die Dorfschule in Palästina. Dr. Franz Oppenheimer: Harmonische und disharmonische Genossenschaften (Schluß). Palästina und Nachbargebiete. Jüdische Kolonien. Neue Literatur. Vermischtes. Marktbericht. Redaktion: Dr. S. Soskin, Berlin, W. 50, Regensburgerstraße 20. Ost und West. JllustrierteMonatsschrift für modernes Judentum, Verlag von S. C a l v a r y & C o., Berlin NW. 7. IV. Jahrgang. Heft Nr. 2. Februar 1904. Inhalt: Mathias Ach er: Das westjüdische Kulturproblem. Julius L e v i n : Lazar Rosenberg (mit 12 Illustrationen). Dr. G. K u t n a : Die Gestalten der Bibel in der bildenden Kunst. Bernhard Pomeranz: Philosophie und Bibelkritik in ihrer Beurteilung des Judentums. Bruno L e s s i n g : Unbekehrt (eine New-Iorker Ghettogeschichte). Josef Winternitz: Der alte Prager jüdische Friedhof (mit 2 Illustrationen). Benjamin Segel: Gott, Welt und Mensch im jüdischen Sprichwort. M. S p e k t o r : Der Strike der Schnorrer (Erzählung). Literarisches. Aphorismen. Revue derPresse. Die Wahrheit über Charkow. Herausgegeben von der freien zionistischen Gruppe „E r e z I s r a e l" zu Berlin. Februar 1904. Verlag von S. B e r n f e l d, Berlin- Charlottenburg, Pestalozzistraße 104. Kriefkaken. 'Asiaticus. Dr Theodor Beer gehörte längst nicht mehr der jüdischen Gemeinschaft an. Was ihm unter antisemitischen Spektakelszenen zur Last gelegt wird, bedeutet allerdings einen schweren Eingriff in arische Privilegien, in die Majestätsrechte der herrschenden Rasse. Wenn die Anklage sich bewahrheitet, so zeigt sich in ihm das Resultat der Assimilation, dann ist er den spezifisch arischen Neigungen und Berirrungen erlegen, welche dem Judentum völlig fremd waren und em Erbteil des Ariertums bilden, schon aus der Zeit der vielgepriesenen Griechen. Josef Hudes, Zakliczyn. Wenn der Schuldirektor T a zb i e r s k i jüdische Kinder, weil sie am Purimfeste den Gottesdienst in der Synagoge besucht haben, während vier Tagen im Schulraum zu einstündiger Einsperrung verurteilte, so sollte das zunächst bei der zuständigen Landesschulbehörde zur Anzeige gebracht werden. I. H. G. in Ung.-Brod. Die Notiz konnte nicht mehr ermittelt werden, doch scheint das Gerücht von der großen Erbschaft ein Humbug zu sein. L. in New-Uork. Der im Staate Maryland zum Bundessenator erwählte Herr Isidor Rayner wurde im Jahre 1850 als der Sohu eines der bekanntesten deutsch-israelitischen Bürger von Baltimore Wilhelm S. Rayner geboren. Isidor Rayner ist nacheinander Mitglied der Legislatur von Maryland gewesen. Am bekanntesten wurde er durch die Uebernahme der Verteidigung des Admirals Schley vor dem Kriegsgericht. Rayner gilt als einer der besten Redner des Landes. Thomas B. Reed, der verstorbene Sprecher des Repräsentantenhauses, äußerte einmal: Ich mag nur drei Personen im Kongreß zuhören, nämlich Isidor Rayner, Bourke Cockran und — mir selber." R. und B. in R. Für diese Woche zu spät. 41. Hecht, Bevaun. Sederschüsseln erhalten Sie bei der Firma Brüder Goldmann, I., Adlergasse 3. Noti;. (Wiener Gank-Derein.) Die vierunddreißigste ordentliche Generalversammlung findet am 7. April 1904, um l l Uhr vormittags, in Wien, I., Herrengasse 8, statt. Verhandlungs-Gegenstände: 1. Jahresbericht des Administrationsrates. 2. Bericht der Zensoren über den Rechnungsabschluß pro 1903 und Beschlußfassung über denselben. 3. Beschlußfassung über die Verwendung des Reinerträgnisses des Jahres 1903 (§ 58, lit. c der Statuten). 4. Antrag auf Aenderung des § >8 der Statuten (Art der Firmenzeichnung betreffend). 5. Wahl in den Administrationsrat. 6. Wahlen in das Zensoren-Kollegiuni und den Aufsichtsrat für die Filialen. Nack § ö4 der Statuten sind zur Stimmführung in der Generalversammlung nur jene Aktionäre berechtigt, welche seit wenigstens 14 Tagen vor dem Zusammentreten derselben mindestens fünfundzwanzig Aktien nebst Kupons bei der Gesellschaftskasse oder den sonst hierzu vom Administrationsrate bestimmten Stellen erlegt haben. Je fünfundzwanzig Aktien geben das Recht auf eine Stimme (Z 47 der Statuten). Die stimmberechtigten Herren Aktionäre werden daher eingeladen, ihre Aktien samt Kupons bis spätestens am 24. März d. I. in Wien bei der Liquidatur (I., Herrengasse 8), in Budapest, Prag, Brünn, Graz und Aussig a. d. Elbe bei den Filialen,- in Wr.-Neustadt, St. Pölten und Proßnitz bet den Exposituren des Wiener Bank-Verein, in Berlin bei der Deutschen Bank, in Frankfurt am Main bei der Deutschen Vereinsbank und der Frankfurter Filiale der Deutschen Bank, in Stuttgart bei der Württembergischen Vereinsbank, in München bei der Bayerischen Filiale der Deutschen Bank zu deponieren. Die Aktien sind, von arithmetisch geordneten, vom Einreicher eigenhändig Unterzeichneten Konsignationen (und zwar bei der Liquidatur in Wien in zwei, bei den sonstigen Deponierungsstellen in drei Exemplaren) begleitet, einzureichen. Ein Exemplar der Konsignationen erhält der Deponent mit der Empfangsbestätigung versehen zurück und gleichzeitig wird gemäß 8 54 der Statuten die Legitimationskarte für die Teilnahme an der Generalversammlung erfolgt, welche auf den Namen des Deponenten lautet und nur für die bezeichnete Person oder gehörig legitimierten Bevollmächtigten Geltung hat. Zur gefälligen Beachtung! Wirersuchen diejenigen unsererÄbonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebuhr im Kückstande sind, die zur Einhebung derselben von uns versendeten Postaufträge gefälligst honorieren zu wollen. Die Administration.

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