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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-03-11 · 11 (11.3.1904) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
11 (11.3.1904)
Date
1904-03-11
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Sette 172 Dr. Dlocb's MlocbenscbrM« Nr. 11 trage der österreichischen Regierung als Juror der österreichischen Abteilung, erhielt das goldene Verdienstkreuz mit der Krone und wurde zum kaiserlichen Rat, Kommerzialrat und Laienrichter ernannt. Das Gremium der Wiener Kaufmannschaft verlieh ihm die große goldene Medaille und wählte ihn zum Obmann des Schiedsgerichtes. Die Gemeinde St. Wolfgang am See, für deren Hebung kaiserlicher Rat Pollak außerordentlich viel leistete, ernannte ihn zum Ehrenbürger und benannte nach ihm einen Platz und eine Gasse des Ortes. Er hinterläßt eine Witwe, zwei Töchter und sechs Söhne. Ein Sohn ist der bekannte Klaviervirtuose Richard Pahlen. Ueber die Beerdigung berichten wir in nächster Nummer. Wien. Sonntag den 6. d. M. fand im Tempel, XX., Klnckygaffe, die Trauung des Fräulein Berta K u r z h o l z, der Nichte des Vorstandes des Brigittenauer Tempelvereines Herrn Heinrich Weiner, mit Herrn Arthur Grab statt. Im Gotteshause hatte sich der ganze Vorstand mit seinem Obmanne, dem Kultusvorsteher Herrn 'Hermann Eltbogen, und ein ungemein zahlreiches Publikum aller Gesellschaftskreise eingefunden und gaben Zeugnis von der großen Wertschätzung, deren sich Herr Weiner allgemein erfreut, welchen Umstand auch Herr Kultusvorsteher E l t b o g e n sowohl, als auch Herr Sekretär Josef Ko hu, in seinem Toast bei dem dem Trauungsakte folgenden Hochzeitsmahle erwähnte und hervorhob, daß die Entstehung des Brigittenauer Tempel in erster Linie der unermüdlichen Aufopferung des Herrn Weiner zu danken sei, der sich hiedurch hervorragende Verdienste erworben. Den Trauungsakt vollzog Herr Rabbiner Dr. Bach und Erster Kantor Don Fuchs in feierlichster Weise. Wien. Der Verein zur Abwehr des Antisemitismus ersucht uns, bekanntzugeben, daß zum Inkasso der Mitgliedskarten und zur Entgegennahme von Geldbeträgen lediglich unser Sekretär, Direktionsvertreter Herr Friedrich S i e g l, jun. berechtigt ist.. Wien. (Der Verein zur Unterstützung israelitischer Handwerker und Kleingewerbetreibender, I., Krugerstraße 8.) Die XV. ordentliche Generalversammlung findet am Mittwoch, 16. März 1904, präzise 7 Uhr abends, im Sitzungssaale der israelitischen Kültusgemeinde, I., Seitenstcttengasse 4, 2. Stock, statt. Wien. Für den Tempel in Atzgersdors-Liesing sind uns ferner zugekommen: von Herrn Sigmund Kassel in Wien K 10.—, unter I. G., Leoben, K 1.—, unter H. F. K 4.—, unter M. H. K 1.—, von Frau Julie F a n t l in Schüttenhofen K 5.—. Wien. (Mädchen- und Frauen verein „Liüur- Chaulim".) Am Sonntag den 6. d. M. hielt Herr Dr. Isidor Fischer im Schulsaale der isr. Kultusgemeinde vor zahlreich erschienenen Gästen und Mitgliedern einen mit großem Beifall aufgenommenen höchst intereffanten Vortrag über „Frauenkleidung". Wien. (Hebräischer Sprechklub „Jvria".) Anläßlich des 25jährigen Schriftstellerjubiläums N. Sokolow's veranstaltet der hebräische Sprechklub „Jvria" am Samstag den 12. d. M im „Hotel Romania", II., Kleine Sperlgasse, einen Festabend, zu welchem die Verehrer des Jubilars hiermit höflichst eingeladen werden. Den Festvortrag hält Schriftsteller D S. Silberbusch. Beginn präzise 7'/, Uhr abends. Wien. Der Israelitische Unter st ützungsverein Brigittenau hat mit feinem diesjährigen Karnevals-(Purim-)Feste den Vogel abgeschoffen. Die Maskenredoute, die am I. März d. I. in den Sälen des „Hotel Bairischer Hof" stattfand, hatte sich eines derartigen Massenbesuches zu erfieuen, daß die Polizei wiederholt den Zuzug der Gäste unterbrechen mußte. Viele Hunderte Masken in eleganten Verkleidungen füllten die Säle, und Scherz und Tanz lösten sich in anmutigem Wechsel ab. Das Ballkomitee, an deffen Spitze der verdienstvolle Obmann Herr Med. Dr. I. Schreiber stand und dem zur Seite als Obmann-Stellvertreter Herr Moritz Schick sich im Jntereffe des Festes nachhaltigst bemühte, wie nicht minder der Obmann des Vereines Herr Josef Wünsch und der Obmann-Stellvertreter Herr Adolf Schreiber haben einen großen Erfolg zu verzeichnen. Es war ein echt fröhliches Faschingstreiben, das unter den Klängen einer Militärkapelle bis zum frühen Morgen andauerte. Der Einzug der kostümierten Gruppen, mit Herrn Wünsch und seiner Familie an der Spitze, erregte berechtigtes Aufiehen, da auch die Funktionäre des Vereines, Alt und Jung, dem Charakter des Festes entsprechend, im Kostüm erschienen waren. Während der Pause fand die feierliche Ueberreichung des Diplomes an Herrn David Pollatschek statt, mit welchem derselbe ob seiner Verdienste um den Verein zum Ehrenmitgliede ernannt wurde, nnd hierauf erfolgte die Prcisverteilung an die prächtigsten Gruppen und weiblichen Einzelfiguren, die samt und sonders durch Schönheit sich gegenseitig überboten. Den ersten Preis erhielt Fräulein Elsa Körner, den zweiten Preis Frau Elli Wünsch, den dritten Preis Fräulein Rosa Liebel. Das Reinerträgnis, welches den jüdischen Armen des Bezirkes gewidmet ist, dürfte eine ansehnliche Höhe erreichen und gebührt dem wackeren Vereinsvorstande, sowie dem Ballkomitee für die glanzvolle Veranstaltung, die einerseits die Geselligkeit im Bezirke so außerordentlich gefördert hat, andererseits der Wohlfahrt der Armen und Notleidenden zustatten kommt, die Anerkennung aller Festteilnehmer. Diesen selbst aber sei für ihre werktätige Beihilfe, welche die Bürgschaft des Erfolges bildete, der herzlichste Dank gezollt. Wien. Unter der Devise „Strandfest an der Riviera" fand am 3. d. M. in den zu diesem Zwecke festlich geschmückten Blumensälen der k. k. Gartenbaugesellschaft ein von den Tanzschulinhaber H e i m a n n-S i n g e r veranstaltetes äußerst animiertes und gut besuchtes Kostümfest statt. Sämtliche Darbietungen und Gruppentänze insbesondere, ein von den Herren Rudolf H e i m a n n und Willy L ö w i t vorzüglich ausgeführter Pas de deux fand lauten Beifall. Die Veranstalter dieses gelungenen Tanzfestes, die, Herren Heimann—Singer, wurden wiederholt vor die Rampe gerufen, um für die gezollte Anerkennung zu danken. Wien. (Er st er Wiener jüdischer Turnverein.) Das heurige Schauturnen findet Samstag den 26. März im Ballsaale Ronacher statt Programm: 1. Freiübungen; 2. Stabübnngen der Damenabteilung; 3. Kenlenreigen; 4. Allgemeines Geräteturnen; 5. Sektionsturnen an drei Barren. An die Vorführungen schließt sich ein Tanzkränzchen an. Beginn des Fettes präzise 9 Uhr. Karten ä 2 K sind erhältlich: im Turnlokale, I., Mölkerbastei 5, bei allen Komiteemitgliedern, im Cafe de France, I., Schottenring und an der Abendkasse. Gewitsch. Sonntag den 6. d. M., nachmittags, veranstaltete hier der Verein „Chewra-Kadischa" anläßlich seines 35jährigen Bestandes unter Leitung des Bürgermeisters Herrn Adolf Löw ein Fest, an welchem sich die Mitglieder unserer Gemeinde in eorpore, sowie Glaubensgenossen aus Mähr.-Trübau und hiesiger Umgebung zahlreich beteiligten. Nach Versammlung der Festteilnehmer im Gemeindehause und Begrüßung der Anwesenden durch den Vereinsobmann Herrn David Spiegel fand ein korporativer Besuch des Friedhofes statt, wo für das Seelenheil der Dahingeschiedenen gebetet wurde. Sodann hielt Se. Ehrwürden Rabbiner Herr Dr. David Keßler eine wirkungsvolle Festpredigt. Nachdem man das Abendgebet mit Choralgesang im Tempel verrichtet hatte, wurde in der festlich geschmückten israelitischen Volksschule ein Festmahl mit anschließender gemütlicher Unterhaltung gegeben, die beide äußerst animiert verliefen. Bürgermeister Herr Adolf Löw hatte ein selstverfaßtes Epos zum Besten gegeben, das allgemeine Heiterkeit hervorrief. Kultusvorstand Herr N. Veith verlas die Glückwunschtelegramme derer, welche verhindert waren, persönlich zu erscheinen. Unter anderem depeschierte Landesgerichtsrat Kornitzer aus Ung -Hradisch, der gleichzeitig dem Vereine 100 Kronen onwies, und Sekretär Herr Adler aus Brünn. Zu erwähnen wäre noch, daß bei dem zur Aufführung gebrachten Einakter ..Primanerliebe" die Damen Frl. Hermine Gärber und Frl. Hel. Gottlieb lobenswert spülten, besonders hatte sich Frl. H. Gärber als Studiosus ausgezeichnet. Die Feier fand erst um 4 Uhr früh ihren Abschluß. Besondere Verdienste um das Arrangement des Festes hatten sich die Herren: Adolf Löw, Nathan Veith, David Spiegel, Heinrich Beer, Jakob Hersch. Kapellmeister Gottlieb und Lehrer Moritz Gottlieb erworben. Wischau. Am 1. März, am Purimabend, veranstaltete die Chewra-Kadischa aus Anlaß des 70jährigen Wiegenfestes des verdienstvollen Obmannes Herrn Bernhard Schönhauser ein Festbrudermahl, an der sich fast sämtlliche Mitglieder nebst ihren Damen beteiligten. Der Jubilar wurde am Festabend vom Kultusvorsteher und den Ausschußmitgliedern der Chewra-Kadischa in den Festsaal des Deutschen Hauses geführt, wo für ihn ein aus Reisig und Blumen dekorierter Ehrensitz vorbereitet war Nachdem sich die Festteilnehmer an einem vorzüglich zubereiteten Mahle gestärkt hatten, ergriff der Kultusvorsteher Fabriksbesitzer Herr Sigmund Hofmann das Wort zum Kaisertoaste, den die Festgenossen stehend anhörten. Die Musikkapelle intonierte die Bolkshymne. Sodann ergriff der Religionslehrer Herr Jakob Weinberger das Wort zur Abhaltung der Festrede. Er schilderte in erhebenden Worten die Verdienste des allseits geschätzten Jubilars bei Kreirung der öffentlichen Volksschule, beim Bau des Tempels und Anlage des neuen Friedhofes. Die Festrede machte auf alle einen tiefen Eindruck. Ein ehemaliger Schüler, der Sohn des Jubilars, Herr Hermann Schönhauser, bereitete seinem Lehrer aus Anlaß der ihm jüngst zuerkannten Allerhöchsten Auszeichnung durch Verleihung der Ehrenmedaille für 40jährige treue Dienste im Lehrfache eine würdige Ovation. Nach Beendigung des Festmahles versammelte sich die Jugend zum Tanze,. der erst in später Nachtstunde endigte. Um das Zustandekommen dieses Festabends hat sich das werte Ausschußmitglied der Chewra-Kadischa und Tempelkommissär Herr Karl Huber große Verdienste erworben. Agram. Am 28. Feb.uar hielt der hiesige „Israelitische literarische Verein" seinen dritten Vortragsabend, den Dr. I. Ernst, Rabbiner aus W a r a s d i n, mit einem lehrreichen und gehaltvollen Vortrage ausfüllte. Derselbe schilderte auf Grund der Daten im Talmud, Midrasch nnd Josephus den Lebensgang und das Wirken des letzten jüdischen Königs Agrippa I., dieses herodianischen Sprößlings, der in seiner Jugend zu den bedeutendsten Lebemännern Roms zählte, als Mann hingegen eingedenk des hasmonäischen Blutes, das in seinen Adern rollte, ein frommer Jude und ein für das Wohl seines

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