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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-02-19 · 8 (19.2.1904) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
8 (19.2.1904)
Date
1904-02-19
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Dr. Dlocb s Mocbenscbrttt. Sette 127 r. 8 und er erlebt und durchlebt nun Jakobs Geschichte. Diese Einkleidung ist feinsinnig erfunden, und wundervoll ist es durchgeführt, wie aus der Gestalt des Malers, den Rahel gar bald als den erwarteten Jakob begrüßt, allmählich auch innerlich der wirkliche Jakob wird. Und von schönster Wirkung müßte es auch sein, wie, wenn der Dichter, was ihm vorschwebte, doch noch einmal ausführt, zum Schluß der sterbende Patriarch sich wieder in den armen Maler rückwandelt, der nun in den Phantasien der Todesstunde erlebt hat, was er im Leben künstlerisch hatte gestalten wollen. Von der dramatischen Dichtung, die dieser Rahmen umschließen soll, liegen zwei Akte fertig vor uns in dem Jännerheft der „dienen Rundschau". Der erste enthält die Begegnung Jakobs und Ruhels am Brunnen. Der zweite spielt sieben Jahre später, also nach Ablauf der Frist, die der werbende Jakob um Rahel hatte dienen müssen. Er führt uns bis knapp vor den kritischen Augenblick, in dem Jakob an Stelle der Rahel, die er gefreit, die Lea erhält, nach der sein Sinn nicht steht. Die Motivierung, die in der Bibel Laban dem Jakob für sein Gebaren gibt, „es ist hierzulande nicht der Brauch, daß man die Jüngere vor der Aelteren weggwt", ist sehr einfach. Wie fein hat aber Hauptmann durch Einfügung eines einzigen Zuges die Handlungsweise Labans ihres Charakters entkleidet. Lea liebt den Jakob, und die Angst, daß sie, sich in Liebe verzehrend, zugrunde gehe, ist es, die den Laban bestimmt, die gemachte Zusage zu brechen. Wie er das anstellt, sehen wir bei Hauptmann nicht mehr. Der zweite Akt schließt damit, daß Laban dem Jakob sein Versprechen wiederholt. In der Bibel entdeckt Jakob erst am nächsten Morgen, daß das Weib, das er nächtlicherweile als Gattin umfangen, nicht Rahel, sondern Lea sei. Auch dieses Detail hat Hauptmann geändert. Der Ernst der Dichtung hat ihn hier bestimmt, Jakob die Lea schon als Lea erkennen zu lassen, da sie als Rahel ihm zugeführt wurde. Hauptmann hatte auch dieses Stück der Dichtung schon niedergeschrieben, aber die „Tücke des Objektes" hat sich geregt, und das Blatt mit dieser Szene zwischen Lea und Jakob ist irgendwohin zwischen andere Blätter oder in irgendeinen Schrank geschlüpft, und wir müssen nun die eigene Phantasie spielen lassen, wenn wir wissen möchten, was Jakob und Lea sich wohl gesagt haben und wie Jakob bestimmt wurde, die liebende Lea als Weib aufzunehmen — unbeschadet seiner ungeschwächten Sehnsucht nach Rahel. Neue Bücher. BänÖCZi Jozsef. Evkönyv. Kladja az izr. Magyar irodalmi Tarsulat. Budapest 1904. Rudolf Springer. Die Krise desDualismus und das Ende der Deakistischen Episode in der Geschichte der Habsburg'schen Monarchie. Eine politische Skizze. Preis K 1.50. Kommissionsverlag Franz Deuticke, Wien, J., Schottengasse 6. Ost und LLest. Illustrierte Monatsschrift für modernes Judentum, Verlag von S. Cal Vary & Co., Berlin NW. 7. IV. Jahrg., Heft Nr. 1, Jänner 1904. Inhalt: Prof. D r. Martin P h i l i p P s o n: 1903. Leo Heller: Prophezeiung (Gedicht). Georg Hermann: Camille Pissarro (mit 10 Illustrationen). Th. Zlocisti: Herbst (Gedicht). Prof. Dr. Werner Sombart: Die Bedeutung des Einschlages jüdischer Elemente für Deutschlands Wirtschaftsleben. Prof. D r. A u g. Wünsche: Die Astralbilder im poetischen Schrifttum des Alten Testaments. I. L. P e r ez: Eines jungen Schriftstellers Chanukafest. B. Samuel: Synagogale Kunst (Leo Horovitz, mit 10 Illustrationen). Doktor G. Kutna: Die Gestalten der Bibel in der bildenden Kunst. Mathias A ch e r: Ahasver (Gedicht). Dr. Felix Perles: Der erste modern-wissenschaftliche hebräische Bibelkommentar. D r. P a u l Nathan: Das galizische Hilfswerk. Leo H e r zberg-Fränkel: Erwiderung. Max Hochdorf: Moses (Erzählung). 36. I. Z.: Die Rückkehr aus Jerusalem. Literarisches. Aphorismen. Revue der Presse. Asiaticus. Das „Deutsche Volksblatt" schreibt mit gewohnter herzerfrischender Stupidität in einer Erörterung der Gerichtsverhandlung des wegen Betruges und Unzucht wider die Natur verurteilten Kaufmannes Schoßberger: „Die Verhandlung wurde zum Leidwesen der anwesenden Kohnnationalen teilweise geheim durchgeführt. Und gerade in dem geheimen Teile desselben kamen Sachen zur Sprache, die einen unverfälscht asiatischen Beigeschmack hatten. Wie wir schon erwähnt, hatte der Ehrenjude Schoßberger Gewohnheiten, die von einer Perversität zeigen, wie sie in rein arischen Kreisen gar nie vorzukommen pflegt." Schoßberger war ein Päderast. Dergleichen männerfreundliche Neigungen sind natürlich unverfälscht semitisch, astatisch. Also war das alte Hellas eine Judenschule, Alkibiades, Phidias, Sokrates, Plato lauter unverfälschte Asiaten! Graf Platen, der Dichter der Männerliebe, ein jüdischer Literat. Oskar Wilde, der unglückliche englische Poet, offenbar ein verkappter Judenjunge. Die diversen Aristokraten, die in den letzten Jahren mit der Polizei aus Gründen allzu intimer Brüderlichkeit zu tun hatten — es sei nur an den Prozeß des Freiherrn v. Levetzow erinnert — lauter Ursemiten. Von den vielen Aristokraten nicht zu reden, die schließlich von Wien weggegangen sind, weil es sogar in öffentlichen Lokalen zu unangenehmen Skandalen kam. Ganz zu schweigen von jenen, die verbannt wurden, weil sie ihren ..asiatischen Neigungen" doch schon allzu ungeniert stöhnten. Lauter Juden, denn „in rein arischen Kreisen pflegt dergleichen gar nie vorzukommen". Ja, dieses „Deutsche Volksblatt"! . . . A. St. in H. Da Ihr Wirken als Religionslehrer, wie Sie schreiben, sogar von Ihrer Frau nicht anerkannt wird, so können Sie unmöglich Hilfe und Anerkennung von unserer Redattion erwarten. A. Bondi. Für unser Blatt nicht geeignet. Rud. Auspitz in L. Für die ermunternden Worte besten Dank. Philipp Haberfeld in N. T. Ein Antrag, die alten Grabmäler auf dem israelitischen Friedhof der Seegasse zu restaurieren, bildet derzeit Gegenstand der Beratung beim Vorstand der Wiener israelitischen Kultusgemeinde. Wir wollen daher vorerst die Beschlüsse des Vorstandes abwarten, ehe wir an die Publikation Ihres Schreibens schreiten. „D." Eine israelitische Kultus gemeinde ist berechtigt, eine Koscher-Fleischbank zu errichten. F. Das katholische Pfarramt Lipthal in Mähren versendet unverdrossen an die geschmähten gottesmörderischen Inden Schnorrbriefe. Konkurs. Lei der israelitischen Kultusgemeinde Rzeazow (Galizien) ist der Posten eines ■ - Rabbiners zu besetzen. Mit diesem Posten ist ein jährlicher Gehalt von 8000 Kronen nebst den üblichen Emolumenten und einer ans fünf Bäumen bestehenden Naturalwohnung verbunden. Bewerber um diesen Posten haben bis zum 15. März 1904 bei der Obrigkeit der Gemeinde ihre Gesuche einzubringen und darin nachzuweisen: 1. Die österreichische Staatsbürgerschaft; 2. makelloses Vorleben in moralischer und staatsbürgerlicher Hinsicht; 3. Kenntnis der deutschen, polnischen und hebräischen Sprache in Wort und Schritt; 4 eine den Vorschriften des § 11 des Gesetzes vom 21. März ls90, R -G.-B. Nr. 57, und des Erlasses des k. k. Ministeriums für Kultus und Unterricht vom 7. Juni 1892, Z. 7025, Nr. 47 R.-G.-B. entsprechende Bildung: 5. rituelle, durch einen Rabbiner bestätigte Kenntnisse. Die Bewerber sind gehalten, über Aufforderung der Gemeindeobrigkeit an einem zu bestimmenden Tage eine Probepredigt in Rzeszow abzuhalten. Nach dem Konkurstermin eingebrachte Gesuche bleiben unberücksichtigt. Wegen abgeänderten Bedingungen wird dieser im Jänner 1. J. veröffentlichte Konkurs neuerlich kundgemacht. Rzeszow, im Februar 1904. Dr. Heinrich Wachtel, Dr. Josef Fechtdegen, Mitglied des Beirates. Präses des Beirates der israelitischen Kultusgemeinde. Konkurs. In der israelitischen Kultusgemeinde Austerlitz ist die Stelle eines Eabbiners der zugleich Religionslehrer sein soll, zu besetzen. Gehalt nach Uebereinkommen. Reisespesen werden nur dem Akzeptierten vergütet. Austerlitz am 12. Februar 1904. Der Kultusvorstand. H M Alsmn der Scbubbraocbe, Israelit, (ier deutschen u. böhmischen Sprache mächtig, der gar keine Arbeit scheut und auch Sicherstellung leisten kann, bittet um was immer für Posten, geht auch als Hilfsarbeiter gegen noch so kleinen Gehalt. Gefällige Zuschriften unter „ScbUbbrancbO“. Postlagernd III., Aspang-Baünhof.

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