Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 21 (1904)
- Issue
- 7 (12.2.1904)
- Date
- 1904-02-12
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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•ff; 7 Dr. Blocb’s ‘Hölocbenscbntt. Sette lOy Wien. (Al I ß c nt e 111 e rKrankenmtb Hit t e r ft ii tz u n gs- Verein „M ontefior e".) Die 2.\ ordentliche Generalversammlung dieses seit 1882 bestehenden Vereines fand am 28. v. M. unter dem Vorsitze des Obmannes Herrn Josef P o l l a k in Anwesenheit einer großen Anzahl von Mitgliedern statt. Der einleitende Bericht des Vorsitzenden und der vom Revisor Herrn S. L ö w i n g e r erst >ttete Bericht über die Vermögensverwaltung des Vorstandes wurden von der Versammlniig mit Befriedigung zur Kenntnis genommen und wurde dem Vorstande einstimmig das Absolutorinm erteilt. Als Zeichen besonderen Vertrauens wurden die statutenmäßig aussche denden 8 Vorstandsmitglieder, dann die 2 Ersatzmänner und die 2 Revisoren von der Versammlung per Akklamation wiedergewählt. Auf Grund dieser Wahlen konstituierte sich der Vorstand folgendermaßen: Herr Josef Poll ak. Obmann; Herr Leopold Weinwurm. Obmann- Stellvertreter; Herr Edmund Hofmann. Schriftführer; HerrMoriz Koppel, Kassier; Herr Elias Weiß, Kontrollor; die Herren Ignaz Beck ui a ii ii,' Moriz Bondi, Emannel Taub, Oswald Tauber. Ignaz A. Waslervogel. Wilhelm K l e p n e r und Jakob Weiß als Vorstandsmitglieder. Bemerkenswert ist. daß der jetzige Vorstand schon seit Jahren an der Spitze dieses humanen Vereines steht, gewiß ein erfreuliches Zeichen und der beste Beweis, daß die Leitung desselben in bewährien Händen liegt; es ist dem Vereine, welcher als eine Zierde unterden Krankenvereinen mit Recht bezeichnet werden kann, ein weiteres Gedeihen vom Herzen zu wünschen. Wien. (Hebräischer Sprechklub) Samstag den 13. Februar, 7 Uhr abends, findet im Kongreßbureau, IX., Türkenstraße 9, ein hebräischer Vortrag des Schriftstellers Herrn I. A Lnbecky über „Die hebräische Belletristik" statt, zu welchem alle Freunde der hebräischen Sprache hieinit böflichst eingeladen werden. Wien. Zur Erhaltung des Tempels in Atzflersdors-Liesing sind uns ferner von Herrn Salomon Tauber in Mistet K. 20.—, von Herrn H Fnn kel stern in Budapest X 2.—, von K. L. X 10\ , von Herrn Leopold Pfeffer in Koschetitz X 6.— zugekommen. Wien. Infolge des Ausrufes in Nummer 3 unseres Blattes, betreffend zwei alleinstehende Mädchen (Schwestern), die sich in bitterer Notlage befinden, sind von Herrn Julius Weiß in Wien K 5.—. von „Zwei Damen aus Proßnitz" K 5.—, von Herrn Siegfried Singer in Pohrlitz X 2.— eingeganflen. Weitere Spenden beliebe man direkt an die bedauernswerten Mädchen Sophie und Louise Axelrad, II., Kleine Schiffgasse 23, Tür 12, zu senden. Floridsdorf. (E h r u n g.) Eine besondere Ehrung wurde dieser Tage dem Bezirksrabbiner Herrn Dr. Rosenmann in Floridsdorf zuteil. Die unlängst durch denselben vorgenommene Einweihung des neuen israelitischen Tempels in Stockerau wurde seitens des Stockerauer Minjan - Vereines zum Anlaß genommen, die vielfachen Verdienste des Herrn Bezirksrabbiners anzuerkennen. Am 3. d. M. erschien beim Herrn Bezirksrabbiner eine dreigliedrige Deputation, bestehend aus den Herren: Bernhard Schneider, Obmann des Stockerauer Minjan-Vereines, Emannel Edlhofer, Mitglied des Kultusausschusses, und Fleischmann senior, Obmann der Stockerauer Chewra-Kadischa, und überreichte demselben einen silbernen Ehrenpokal, mit einer sinnigen Widrnung versehen. Als Sprecher der Deputation fungierte Herr Edlhofer. Brunn. (T r a n e r k n n d g e b n n g e n i m i s r a e l i t i s ch e n F r e i t i s ch v e r e i n e in Brünn zu Ehren des v erstorbenenVorstandsmitgliedesHerrnEmilSorer.) Am 7. Februar fand im Speisesaale Ottgasse 30 anläßlich des Ablebens des hochgeschätzten verdienstvollen Vorstandsmitgliedes Herrn Emil Sorer eine Trauerkundgebung der studierenden Jugend statt. Herr Professor Dr. Simon hielt vorerst im Namen des Vorstandes einen warmen zum Herzen gehenden Nachruf, der in dem idealen Spruch ausklang: „Edel fei der Mensch, hilfreich und gut". Diese Tugenden betätigte der Verblichene für die studierende Jugend, und zwar als ein im Stillen wirkender, väterlicher Freund. Ein Techniker, Namens Buchwald, gab dann für seine Kollegen dem Danke und der Verehrung für den zu früh Dahingeschiedenen Ausdruck, mit der Versicherung, daß sie in allen Lebenslagen das Andenken Emil Sorer's in Ehren halten werden. Am 8. Februar abends 6 Uhr veranstaltete der Vorstand im Vereine mit allen Speiseinspektoren eine Trauerkundgebung, wobei auch die Verwandten des verstorbenen Emil Sorer zugegen waren. Unter dem Vorsitze des Herrn Sigmund Königsgarteu als Stellvertreter des wegen Unwohlsein verhinderten Präsidenten Herrn Dr. Siegmund Wolf hielt H:rr Professor Dr Max Krünfeld einen tief ergreifenden Nachruf, in welchem er den unersetzlichen Verlust, den der Verein und die studierende Jugend durch Emil Sorer's Tod erlitten, schilderte.- Bereits vor fünf Jahren stiftete der Verblichene einen Fond von 4000 Kronen zu Gunsten des Vereines, um seinen Bestand zu sichern. Der Verein betrauert in dem Dahingeschiedenen einen Ehrenmann, welcher in rastlosem opferwilligen Streben seine ganze Kraft den Vereinszwecken gewidmet hat. Jg'au. (Mandatsniederlegung.) Dem Vorstande des Jglauer israelitischen Frauenvereines, zu Händen der Vize-Präsidentin Frau Josefine Lieblich. Bankdirektors-Gattin, ist nachstehendes Schreibenzugegangen: „Hochgeehrte Vorstandsdamen! Mein schwankender Gesundheitszustand, der mich schon den zehnten Winter ans Zimmer fesselt und meine Arbeitskraft empfindlich beeinträchtigt, mahnt mich mit unerbittlichem Ernst, das Amt ’ einer Präsidentin des Jglauer israelitischen Frauenvereines, welches ich mehr als ein Bierteljahrhundert hindurch zu bekleiden die Ehre habe, in Ihre Hände zurückzulegen. Indem ich nun aus dem Vereinsvorstande mit dem-heutigen Tage scheide, danke ich Ihnen, verehrte Damen, aus . tiefstem Herzensgründe für die unvergeßlichen Beweise rückhaltslosew Vertrauens, das Sie mir eine so lange Reihe von Jahren zuznwenden die Güte hatten, die Versicherung - hinzusügend, daß die Erinnerung an die ungezählten Stunden gemeinsamer Arbeit im Dienste emer Humanitären Sache zu den teuersten Erinnerungen meines Lebens zählen wird. Mit innigsten Dankesgrüßcn an. die geehrten Vereinsmitglieder verbinde ich die Bitte, mir auch fernerhin ein freundliches Gedenken zu bewahren und zeichne Ihre hochachtungsvoll' ergebene Johanna Dr. Unger. Jglau, 24.' Jänner 1904." Troppau Der Religionsprofessor an den-hiesigen Mittelschulen Herr Dr. Maximilian Huß hat sich-mit Fraulein Jda B o x h o r n, Tochter des Kaufmannes und Tempelvorstehers Herrn S. B o x h o r n in Troppau, verlobt. Agram. Ter zweite Vortragsabend unseres israelitischkroatischen literarischen Vereines fand am Sonntag den 7. d. M. statt und' erfreute sich eines zahlreichen Besuches. Der Vereins- Präsident Herr Oberrabbiner Dr. Jaeobi las über das Thema „Die Stellung Israels in der Geschichte der Menschheit". Der Vortragende zeigte zunächst an der Hand der Geschichte die mächtige Umwälzung, welche der Monotheismus in der Denk- und Gefühlswelt der Menschen hervorgebracht, um die Bedeutsamkeit Israels in der Geschichte der Vergangenheit darzutun, wobei er auch das Volksmartyrium und den Votksheroismus Israels hervorhob, um den ersten Teil des Vortrages mit den Worten zu schließen: „Eine glorreiche Vergangenheit, von der größten Bedeutung für die Entwicklung der Menschheit liegt hinter uns, die uns nicht nur mit glühender Begeisterung für das Judentum, sondern auch mit gerechtem Stolze ob unserer Zugehörigkeit zur Judenheit erfüllen muß, die kein Feuer, kein Wasser, keinen Spieß und kein Schwert gefürchtet, um die kostbarste Perle im geistig-sittlichen Diadem der Menschheit rein und klar zu erhalten." Sodann ging der Vortragende zur Gegenwart über, entkräftete die Behauptungen, daß das Judentum veraltet, die Judenheit keinen Einfluß mehr auf die Entwicklung der Menschheit üben kann, indem er durch einen neuerlichen Ueberblick auf die sozialpolitischen und geistigen Kämpfe der Gegenwart nachwies, daß die modernen Forderungen nach Freiheit der Arbeit und des Erwerbes, nach Freiheit des Gedankens und des Wortes altjüdische Prinzipien sind, weshalb auch Israels Söhne mit zu den Urhebern der modernen Bewegung gehören, die in Israel Förderung findet. Der Vortragende schloß seinen Vortrag mit dem Hegel'schen Wo te, mit dem er auch den Vortrag eröffnet hatte: „Alles Wirkliche ist vernünftig, alles Vernünftige ist wirklich". Israels Bestand ist noch heute vernünftig und notwendig, und weil es vernünftig, wird es wirklich bleiben: trotz Anfeindungen, Angriffe und Verfolgungen wird Israel fortbestehen, um am großen Werke mitzuarbeiten, der Menschheit sittliche, geistige und auch leibliche Freiheit zu bringen. Dem Redner wurde durch stürmischen Applaus gedankt. Antwerpen. Hier geht man daran, ein jüdisches Krankenhaus zu bauen. Bei der 20jährigen Jubiläumsfeier des Präsidenten der Chewra-Kadischa, Herrn F r e s ch i e, ist die Anregung dazu gegeben worden und unter seiner Führung haben sich zirka 20 angesehene Glaubensgenossen vereinigt, um die Idee zu verwirklichen, welcher auch der Arzt Herr Dr. G ü n sb u r g seine Unterstützung zugesagt hat. Wir hoffen bei der Munifizenz unserer Glaubensgenossen, daß das Unternehmen realisiert wird.