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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1904-01-29 · 5 (29.1.1904) · page 16

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
21 (1904)
Issue
5 (29.1.1904)
Date
1904-01-29
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 80 Dr. Mocb's Mocbenscbrltt. Nr. 6 arbeitet und ein Büchlein darüber geschrieben, das das ganze Material von den ältesten bis zu den neuesten Zeiten umfaßt. Dieses schöne Werkchen, mit zahlreichen Notenbeispielen ausgestattet, ist eben in Prag in böhmischer Sprache (0 liudbö zidü) erschienen. Kriefkafterr. St. Dr. Adolph Frank, der Begründer der deutschen Kali- Industrie, der am 20. Jänner den 70. Geburtstag feiert, ist Jude. F. Ueber die Ursachen und den Cbarakter des russischen Antisemitismus iü bezeichnend folgende Mitteilung der „Staatsbürgerzeitung": „Eine ruffische Großfürstin als Anlisemitin". Aus Odessa wird uns geschrieben: In Palta am Ufer des Schwarzen Meeres besitzt die ruffische Großfürstin Alexandra Nikolajewna mehrere Villen, von welchen einige an Privatparteien vermietet werden. Einmal geschah es, daß der Haushofmeister eine Wohnung in einer dieser Villen an einen jüdischen Arzt vermietete. Kaum hatte die Großfürstin dies in Erfahrung gebracht, als sie sofort den gemeffenen Auftrag gab, daß der Jude die gemietete Wohnung ungesäumt zu verlaffen habe. Auch befahl sie, daß der Pfarrer geholt werde, um die entweihten Räume von neuem cinzuweihen." Die entweihten Räume durch den Pfarrer wieder einweihen zu laffen, ist köstlich und charakteristisch. K. Aus Kassel wird gemeldet, daß in der letztverflossenen Woche die dortigen Zeitungen folgendes Inserat brachten: Teile hierdurch mit, daß mein Geschäft von jetzt an, jeden Freitag von 0 Uhr Abends bis Samstag 6 Uhr Abends geschlossen ist. Philipp Dietrich, Bazar. Inhaber ist Ehrist und Sabbatianer. Caf6 Fauto. Budapest. Das antisemitische Rettungskorps in Wien besteht noch immer. Einzelne Nummern der „Oesterreichischen Wochenschrift" sind in Budapest nicht erhältlich und müffen bei der Administration in Wien bestellt werden C. In Jerusalem leben gegenwärtig zirka 40.000 Inden, wovon die Hälfte nur von Almosen lebt. Chateaubriand, der berühmte Verfasser des I t i n erair e de Paris ä Jerusalem (Reiseführer von Paris nach Jerusalem) 1811 faßte seine Eindrücke von den Trümmern der alten Bauten zwischen-dem Berg Zion .und dem Tempel in Jerusateür- Unde'! hrer Ncubelebung durch jüdische Gemeinden in folgenden staunenden Worten zusammen: „Man sehe sich nur dieses Völkchen an. wie es sich, losgelöst von den anderen Bewohnern der Stadt, behauptet. Allseitig verachtet, beugt es, ohne zu klagen, sein Haupt, läßt jede Ungerechtigkeit über sich ergehen, ohne nach dem Richter zu schreien, setzt sich Mißhandlungen aus, ohne auch nur einen Laut von sich zu gebep, duckt seinen Kopf gutwillig unter den drohend geschwungenen Sarazenensäbel! Stirbt einer dieser armen Geächteten, so nimmt einer seiner Glaubensgenoffen heimlich den Leichnam und verscharrt ihn unter dem Schutze der Nacht im Tal von Josaphat, im Schatten des Tempels Salomonis. Tritt man in ihre Hütten, so bleibt mau, entsetzt von soviel Elend und Mangel, auf der Schwelle stehen. Andächtig hört man sie tage-, Wochen- und jahrelang ihren Kindern jene geheimnisvollen Psalmen flüsternd vorbeten, die sich seit Jahrhunderten vom Vater auf den Sohn übertragen. Was sie vor fünftausend Jahren taten, das tun sie heute noch. Siebzehnmal haben die Juden der Zerstörung ihres Jerusalem zusehen müffen, aber nichts konnte sie entmutigen, nichts koimte sie verhindern, ihre sehnsüchtigen Blicke immer wieder gen Zion wandern zu laffen. — Wenn man sieht, wie die Juden über die ganze Welt zerstreut sind, so muß man ohne Zwetfel ihre Zähigfrit bewundern; fast stumm vor Staunen wird aber der Reisende, wenn er die Juden in Jerusalem wiedcrfindet. wo sie, die legitimen Herreu des Landes, als Sklaven fremder Völker schmachten und trotzdem gläubig auf den großen Messias, den König, bcr sie erlösen soll, warten Die alten, einst so mächtigen Völker, die Perser, Griechen und Römer, sind vom Erdball vertilgt und verschwunden. Dies kleine Völkchen aber, das lange Zeit vor diesen großen Rassen schon lebte und strebte, das hat sich ungemischt unter den Trümmern seines alten Vaterlandes zu erhalten gewußt!" tfiMMJIM CfattaflitMllI neu, bester Konstruktion, edler Ton jVlljyllUll JIHUIlUgei billigst zu verkaufen. VI., Gumpendorferst! asse 99, I. Stock, Tür 14, Steiner. Verein zur Hebung der Gewerbe Wien, I.. Wipplingerstrasse 26. Einem Graveur (Israelit) wird Gelegenheit geboten, sich eine dauernde Existenz in einer Industriestadt mit 20.000 Einwohnern sofort zu gründen. Danksagung. Ich fühle mich veranlaßt, anläßlich der Varmizwah - Feier meines Sohnes für die vielen Beweise der Teilnahme von Nah und Fern meinen tiefgefühlten innigsten Dank allen Gönnern und Freunden auf diesem Wege auszusprechen. N. Schwarz, Kantor im Weißgärber-Tempel, Viadnctgaffe. Kundmachung. Die Privatisten-Prüfungen aus iiraelitischer Religion für Sckiüler (Schülerinnen) an Volks- und Bürgerschulen finden für das 1. Semester des Schuljahres 1903/4 nach folgender Einteilung statt: Für Schüler (Schülerinnen) wohnh.i. Bez. Tag und Stunde der Prüfung Ort der Prüfung I., II., XI. XX Freitag, 12. Feber > v. y412 „ 19 „ ) bis „ 26. „ 1 V4lb I. , Seitcnstettengasse 2, II. St. (Religionsschule) III.—X. und XIX. Freitag, 19. Feber 2-4 h Dinstag, 23. „ 3—4 „ Freitag, 26. „ --4 „ „ 4 März 2-4 „ Dinstag, r. „ ö—4 „ dto. XII.-XV. Mittwoch, 2. März 2—4 h Sonntag, 6. „ 9—11 „ XV., Turnergasse 22 (Gemeindehaus) XVI. u. XVII. Donnerst, 25. Feber 1O-I2 h Freitag, 26. „ 10-12, XVI., Hubergaffe 8 (Gemeindehaus) XVIII. Sonntag. 21. Feber 7,12-1 h Mittwoch,24. „ 5-6 „ XVIII., Schopenhauerstraße 39 (Gemeindehaus) Die Prüfungstaxe beträgt K 6.— und wird im Vorhinein an der Kaffe der israelitischen Kultusgemeinde, I., Seitcnstettengasse 4, oder bei der entsprechenden Amtsleitung ini XV., XVI. oder XVIII. Bezirke zwischen 9 und 12 Uhr vormittags entrichtet. Die Quittung ist dem Examinator vorzulegen. Der Erlagschein über die Prüfungstaxe gilt für das I. und II. Semester des laufenden Schuljahres. Da nur eine geringe Anzahl von Schülern an einem Prüfungs- .termine geprüft werden kann, wird dem P. T. Publikum im eigenen Interesse dringendst empfohlen, die Prüfung in der betreffenden Kanzlei vorher anzumelden. Der Vorstand der israelitischen Kultusgemeinde Wien. zur Erinnerung an den verewigten Oberrabbiner, Prediger Dr. Adolf Jellinok, an seinem 10. Todestage Freitag Abend den 8. Jänner 1904, gehalten im israelitischen Tempel des IX. Bezirkes in Wien. Von Dr. S. GßlbhailS. Kabbiner und Prediger in Wien. Gegen Einsendung von 50"Heller zu beziehen von der Buchhandlung u. Antiquariat R. Löwit, I., Rothenthurmst.22. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Bing, offerirt in reichster Auswahl Professor Kfimpf's allgemein beliebte BrautgebithBcher und deutsche ftndachfebBcher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim „ Gold- und Silber-Borten. Im Verlage von Samuel W. Pascheies, Prag. Zeltnergasse 4, nächst dem Rinq, in neuer Auflage und prachtvoller Ausstattung soeben erschienen das berühmte Prachtwerk Professor Dr. Julius ffirst’s -: illustrirte föuf Mer jÄoses mit deutscher Uebersetzu^g, erläuternden Erklärungen und 231 Illustrationen. Ein Geschenkwerk ersten Ranges! Preis in hochelegantem Prachtband ö. W. fl. 6—. Preis der früheren Auflage, solange der geringe Vorrat reicht, ö. W. fl. 3.50. Versendung erfolgt gegen Einsendung des Betrages. Herausgeber und verantwortlicher Redakteur: Dr. Josef S. Bloch. — Druck von L. Beck & Sohn. Wien, VTIL

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