Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 48 (27.11.1903)
- Date
- 1903-11-27
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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Nr. 48 Dr. Blödes Wochensürrift. Seite 777 Ost und West. I l l u st r i r t e Monatsschrift für modernes I u d e n t h u m, Verlag von S. Calvary & C o., Berlin >W. 7. Heft Nr. 11, November 1903. Inhalt: Berrholo Feiwel: Betrachtungen zur Ostafrika-Frage des sechsten Zionisten- Congrcsses. Rembrandt: Tie Vision Daniels. I. L o e w ende r g: An den Wassern. Fabius Schach: Die ostafrikanische Frage. Sigmund Werner: Aus dem Cyklus „Ruth". Dr. Adolf Ko Hut: Berühmte jüdische Weltreisende II. CH. Laudell: Ruth. Max Z i r k e r: Fünf Jahre jüdischer Turnerei. Isidor E l j a s ch o f f: CH. D. Nomberg. D. F.: Congreßtypen. Dr Hugo Hoppe: Sterblichkeit und Krankheit bei Juden und Nichtjuden III. David P i n s k y: Hrew-Jorn-Kipur. Aphorismen. Politische Revue. Balduin Groller. Wie man Weltgeschichte macht. Ein Roman aus der Wiener Gesellschaft. F. E. P i e r s o n's Verlag (R. Lincke, k. u. k. Hofbuchhändler) Dresden 1904. Preis Mk. 3.50. Soeben erschienen: der 5. Jahrgang des erften jüd.-liter. Abreißkalenders pro 1904 (5664 65) in Deutschland, bearbeitet von R a b b. D r. Heppner, und kostet trotz vielfacher Verbesserungen in Inhalt und Ausstattung (elegant mit Emblemen des Judenthums verzierte Rückwände, Rothdruck der Sabbathe, Fest- und Fasttage, Angabe von Beginn der Nacht für 5 verschiedene Gegenden Deutschland, Inhaltsangabe der Wochenabschnitte, Angabe der Omertage, von Ganz- und Halb-Hallel u. s. w.) nur 75 Pfg. das Stück exc?. Pv'to. Bei Entnahme von 10 Exemplaren und darüber erfolgt Francozusendung. Wiederverkäufern hoher Rabatt! Der Kalender ist in allen Buchhandlungen zu haben und bei dem Verleger Israel Tuch, Koschmin. Briefkasten. C in Berlin. Der General-Intendant der Königlichen Theater Graf Hülsen hat dem „Hilfsverein der deutschen Juden" eine Spende von 5000 Mark für die Opfer der Verfolgungen in Kischenew zugehen lassen. Die Sammlungen des „Hilfsvereins" haben nach dem heute veröffentlichten Spendenausweis die Höhe von 543.000 Mark erreicht. L. in P. Chanukaleuchter erhalten Sie bei Brüder Goldmann, I., Adlergasse 3. F. in K. Wilhelm Wallot machte über den Antisemitismus folgende interessante Aeußerung: Ich bin auf einer deutschen Universität sehr viel mit Juden umgegangen und habe dabei beobachtet, das; die jüdischen Studenten die christlichen in jeder Beziehung an Talent, Geist und auch an Innerlichkeit übertrafen. Während die christlichen Studenten ihre Zeit mit Saufen u. f. w. hinbrachten, pflegten ihre jüdischen Kameraden die Musik, Poesie und Philosophie und habe ich in diesen Kreisen mich stets auf's Geistreichste unterhalten können, während mir die christlichen Kreise so wenig boten, daß ich sie schließlich gar nicht mehr aufsuchte. Unangenehme Seiten des jüdischen Charakters habe ich keine kennen gelernt, und jedenfalls haben mich die Charakterfehler der Christen mehr abgestoßen als die der Juden. Die moderlie Judenhetzerei halte ich für eine Ausgeburt jenes deutschen Geistes, der noch immer in den Banden des Mittelalters schmachtet und den der dreißigjährige Krieg noch auf Jahrhunderte hinaus verdummt und verroht hat. Dies meine unmaßgebliche Meinung von der Sache. Med.Dr.K. DieLandtagsblamage derChristlich-Socialenwnrde am Sonntag noch feierlich bestätigt in einem Artikel des — „Deutschen Volksblattes". Der Grund für dreses von der Seite überraschende Attest wird in der Einleitung lekanntgegeben; es ist dies die Furcht, selbst die christlichsocialen Aerzte zu verlieren. Deshalb wird zum Rückzug geblasen. Deshalb wird bereitwillig zugegeben, daß zu der „Unglücksinterpellation" nur lauter faule Argumente, die sich auf französische Ereignisse vor 51 und 30 Jahren beziehen, hergehalten haben. Selbst von den übrigens auch von der Facultät bestraften Versuchen mit Syphilisgift wird erwähnt, daß sie an „dem Tode absolut sicher verfallenen Paralytikern" ausgeführt wurden. Ja, es wird sogar diesen Versuchen „eine große Bedeutung" nachgesagt. Wörtlich heißt es in diesem Schlußwort des christlichsocialm Blattes: „All in dieser Interpellation gemachter Lärm ist ganz ungerechtfertigt!" Nicht genug damit, ist der Artikelschreiber offenherzig genug, auch die verderblichen Folgen dieser demagogischen Hetze den Herren Steiner, Lueger, Pattai rc. rc. vor Augen zu halten. Er schreibt: „Das Aergste ist nur, daß die urtheilslosen untersten Volksschichten vollständig spitalscheu gemacht worden sind, wie zahlreiche, thatsächlich vorgekommene Fälle beweisen." Die Gewissenlosigkeit der Herren wird ihnen also diesmal sogar vom „Deutschen Volksblatt bestätigt! V. L., Olmütz. In nachfolgenden Daten finden Sie den journalistischen Lebensgang des jüngst verstorbenen „Vaterland"- Redacteurs Otto I i r o u s ch e k kurz skizzirt. In.Budapest war er Mitarbeiter des „Neuen Oester. Journal" (streng liberal). In Wien Redacteur des „Deutschen Volksblatt", auch Berichterstatter des „Magyar Orszag" (Kossuthblatt), dann Redacteur der „N e u e n Z e i t" (Olmütz) und schließlich Redacteur des clericalen „Vaterlands L. P. in Turkagorno. Genaueres auf Ihre Anfrage können wir Ihnen nicht mittheilen. Wahres Grschichtchen. Am Hostheater zir gastirt Fräulein T. auf Engagement. Nach der Vorstellung wird sie auf den kommenden Vormittag ins Bureau zuni Herrn Intendanten bestellt. Der empfängt sie huldvollst, spricht mit ihr über das Wetter, erkundigt sich nach ihren Familienverhältniffen, nach gemeinsamen Bekannten rc Plötzlich und unvermittelt säuselt der Herr Intendant in es-rnoll: „Sagen Sie, mein liebes Fräulein, Sie — eh — Sie sehen etwas — eh - orientalisch aus?!" Und in tiefster Hochachtung und Ergebenheit kommt es zurück: „Sie auch Herr Intendant — Sie auch!" Dr. Ludwig Brauner bisheriger Assistent an Dr. WegelßS Heilanstalt für Magen- und Darmkranke in Bad Königsborn (Westpbalen) hat sieh als Specialarzt für Magen' und Darmkranke ln Wien, I. Graben 28 niedergelassen. Knabe oder Mädchen a<I3S',temHa,lse wird bei achtbarer Familie in ganze Verpflegung genommen. Gefällige Anträge unter Wilhelm K-, II., Grosse Pfarrgasse 5. II. Stock. G. Junger, englischer Pädagoge der deutschen, französischen und hebräischen Sprache mächtig geprüfter Religionslehrer, gut musikalisch, mit besten Referenzen sucht Privatlectionen. Adresse: Rev. Georg Bergmann II.. Stefaniestrasse Nr. 8. G Israelitische Cultusgemeinde Wien. Z. 1 211 ex 1903. Kundmachung. Es wird hiermit zur Kenntniß gebracht, daß ausschließlich die nachbenannten Verkaufsstellen für Kofcherfleisch unter der besonderen Aufsicht des Rabbinates der Cultusgemeinde stehen: Im 1. Bezirk, Ignaz Weinstein, Seitenstettengasse Nr. 3; „ II. „ y. Axelrad. Krummbaumgaffe Nr. 2; „ „ „ Alexander Fuchs, Untere Augartenstraße 7; „ „ „ Nathan Lustig, Leopoldsgaffe 49; „ „ „ I. Reiß» Leopoldsgaffe Nr. 31; „ V. „ Johann Fleischhacker, Schönbrunnerstraße Nr. 15 „ XIV. „ Ernst Fuchs, Sechshauserstraße Nr. 35; „ XVI. „ Franz Twadosch, Hofferplatz 10; „ XVII. „ Heinrich Kohn, Ottakringerstraße Nr. 86; „ XX. „ Elo Kalter. Jägerstraße Nr. 22; „ „ „ Ch Sch. Nussenbaum, Jägerstraße 5. Nur für die hier genannten Verkaufsstellen übernimmt das Rabbinat die Verantwortlichkeit in Betreff des Kaschrus. Wien, im November 1903. Der Borstand der israelitischen Cultusgemeinde. Oonvurs. Dan Guratorlum derKönlgswarter-Stlftung ln Meran besetzt die Stelle eines Secretärs, der zugleich Kantor, Koreh und staatlich autorisier Religionslehrer für Volks- und Mittelschulen sein muss. Jahresgehalt K 1800.—, nebst K 600.— garantirtes Nebeneinkommen. Bewerber wollen ihre Gesuche mit Zeugnisabschriften und Photographie bis längstens 30. 1. M. an den Obmann Herrn Banquier F. Stransky in Meran (Südtirol) einsenden. Meran, 10. November 1903. 1484 Aufruf an alle v'vniv Oesterr.-Ungarns. Ich kaufe Flaxen (DT3), selbe müssen nicht “i®3 sein, müssen aber mindestens 40 Centimeter lang sein. Zuschriften zu richten an Simon Kollll, Wien, VI., Gumpendorferstrasse Nr. 99. 1480 8 chneidermeist er in Wien, Israelit, welcher einen Lehrburschen aus besserem Hanse benöthigt, wende sich an Adolf Schäfranek, KaufP)3Iin, EtSdOff am Kamp, Nleder-Oesterreleb. i486