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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-11-20 · 47 (20.11.1903) · page 12

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
47 (20.11.1903)
Date
1903-11-20
Page
– (sequence 12)
Language
German
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Seite 754 Dr. Mocb's Mocbenscbrttt. 91t. 47 Wie«. (Verein zur Bekleidung armer alter Männer israelitischer Confession.) Am 18. d M. Abends fand das durch den trefflichen Varstand des „Vereins zur Bekleidung armer alter Männer israelitischer Confession", der Herren Isidor Schwarz, Carl Boskowitz und des rühriien Schriftführers Herrn Cantor und Chordirigent Isidor Löwit, veranstaltete Bekleidungsfest von sechzig alten armen Männern statt. Der große Saal des landwirthschastlichen Börsegebäudes konnte die erschienene Menge kaum fassen, sie gab beredtes Zeugniß, daß die Bestrebungen des aus einer kleinen Tischgesellschaft entfalteten Vereines gerechten und mitempfundenen Widerhall weckten. Nach dem schwungvollen von Professor N a s ch 6 r verfaßten Prolog, gesprochen von der Knnstelevin Frl. Olga Fuchs, begrüßte der Obmann Herr Isidor Schwarz die Erschienenen. Allen voran den ehrwürdigen Rabbiner Dr. Ad. Schmied!, Herrn Rabbiner Dr. Rose n fe l d, die Obercantoren Guttmann und Bauer, hieß die ersten Ehrenmitglieder, den hochherzigen Herrn Anton Schneider, Vicepräsidenten der Badener Cultusgemeinde, und den durch materielle Förderung des Vereines hochverdienten Herrn Michael Back, willkommen, begrüßte ' endlich die Abordnungen und Corporationen, Bezirksräthe Jacob Mensch und Dr. L o s ch i tz e r den Börsenrath Breitner, den Obmann des Ortsschulrathes Klebinder, den Viceprästdenten des Vereines Reisender Kaufleute Cm. Frankl, die Vereinsobmänner Josef Pollak und Feldb a n e r, Dr. Emanuel Spitzer, den Tempelvorstand Herrn Schrame! und alle Gäste, Förderer und Mitglieder des Vereines. Nach einem am Harmonium von Willy Löwit begleiteten, vom Chorpersonale der türkisch-israelitischen Gemeinde exact vorgetragenen Festchoral hielt Dr. Adolf Schmiedl eine hinreißende Festrede. «Mitleid — höher noch die Mitfreude", mit den Nebenmenschen, darin spiegelt sich die Summe aller Tugenden ab, möchte mein Ruf vernommen werden von den begüterten Kreisen Israels, auf daß sichtbar auch der Segen herabströme über Ihr unvergleichlich großes Werk" ... Als der Jubel, den die Rede weckte, verraucht, sang Obercantor Bauer, mit Chorbegleitung eine Hymne, worauf in schlichten, herzlichen Worten Dr. Cm. Spitzer die Wirksamkeit des Vereines beleuchtete. An den Dank eines beschenkten Greises reihten sich gesangliche Gaben Obercantors G u t t m a n n, der stürmisch acclamirt ward. Nach dem launischen Schlußwort Professor Nasche r's, dem ein Schlußchoral folgte, schloß auch die in ihrem Verlaufe erhabene Feier. Die 60 Greise setzten sich, dank der Hochherzigkeit des Mitgliedes P h i l i p v Finkler, zur Tafel, an welcher wie immer mit andächtiger Wärme Obercantor Guttmann sein Tischgebet citirte. Wien-Ottakring. In der am 11. d. M. stattgefundenen Ausschußsitzung des Vereines „Chewra-Kadischa" des XVI. und XVH. Bezirkes fand die Neuwahl des Präsidiums für die laufende Wahlperiode statt. Es erschienen gewählt: Herr Sigmund Weiler als Präses, Herr Eduard Politzer als Bice-Präses. Wien. (Literarischer Geselligkeits-Verein jüdischer Mädchen „Moria".) Samstag den 14. d. M. hot der Madchenverein „Moria" gemeinsam mit den zionistischen Frauen- und Mädchenvereinen einen Voftragsabend veranstaltet. Frau Dr.Sidonie Kahn, Präsidentin des ersten zionistischen Franenvereines, hieß die überaus zahlreich versammelten Gäste willkommen und ertheilte der Referentin des Abends, Frau Rosa Feigenbaum, das Wort. Die Rednerin entrollte in fesselnder Weise das Bild des VI. Zionistencongresscs und schilderte die Vorgänge der Verhandlungstage. Mit athemloser Spannung lauschte das Publicum den vortrefflichen Ausführungen, speciell als Rednerin mit packenden Worten des Kischenewer Blutbades gedachte und auf. die tristen, hoffnungslosen Zustände des Ostens hinwies. Mit beredten Worten begrüßte sie das Ostafrikaprojcct als sicheren Rettungsanker für unsere unglücklichen Glaubensbrüder, bevor ihnen das ersehnte Land der Pater gegeben wird. Referentin besprach ferner eingehend die Bedeutung des Nationalfondes und brachte die neue Anregung, Nationalfondsbüchsen zur Sammlung der Gelder in jüdischen Familien unterzubringen. Diese Anregung wurde mit stürmischem Beifall ausgenommen. Als dann die Präsidentin des Mädchenvereines „Moria" Frl. Berta Herrmann der Rednerin mit herzlichen Worten für den ausgezeichneten Vortrag dankte und begeistert die Frauen und Mädchen zur eifrigen Bethätigung aufforderte, zeichneten ausnahmslos die Anwesenden ihre Namen zur Aufnahme der Sammelbüchsen in ihren Familien. Wird doch mit jedem Heller ein Samenkorn für die Zukunft unseres Volkes in die Erde gesenkt! Hierauf schloß Frau Dr. Kahn den gelungenen Abend mit einem warmen Appell um Hilfeleistung mit Kleidern und Wäsche für die sich hier aur der Durchreise nach Palästina befindenden Waisen aus Kischnicw. Olmütz. Den ersten in der Reihe der Vorträge, welche auf Antrag der Bibliothekscommission unserer Cultusgemeinde in diesem Winter veranstaltet werden, hielt am 16. November Herr Dr. G. M. Proßnitz, Rabbiner in Mährisch-Schönberg, über das Thema: „Rückblick und Ausblick im Jndenthum der Gegenwart" In fesselnder Weise gab der Redner eine Charakteristik der bedeutenden jüdischen Männer des letzten Jahrhunderts von Rappaport bis Dawid Kaufmann und schilderte mit warmer Begeisterung deren Bedeutung unv Einfluß auf das culturelle Leben des Judenthums Der Vortrag wurde mit ungetheiltem Beifall ausgenommen. Schlan. Der letztverflossene Sabbath war für unsere Cultusgcmciiide ein wahrer Festtag; an demselben feierte nänilich, unser Herr Cantor den Gedenktag seiner 25jäbrigen Amtsthätigkeit in unserer Gemeinde, und der Jubilar war Gegenstand herzlicher Sympathiekundgebungen. Im Gotteshause, wohin er vorn Herrn Cultuspräses A. Löwe und dem Tempelvorsteher Herrn I. Herz geleitet wurde, hielt unser Rabbiner eine Ansprache an den zur Thora Gerufenen, deren Inhalt die rühmliche Amtsthatigkeit des Gefeierten zum Ausdruck brachte. Seinen Verdiensten entsprachen die Beglückwünschungen, die nach dem Gottesdienste dem Jubilar in seiner Wohnung entgegengebracht wurden. Eröffnet wurde diese Feier durch unfern geehrten Cnltusvorsteher, der eine sehr geschmackvoll ansgestattete Adresse und ein Ehrengeschenk im Namen der Gemeinde überreichte, dann folgte der Vorstand des Frauenvereines, eine Ehrengabe übergebend, der Vorstand der Beerdigungsbrllderschaft. welcher das Diplom eines Ehrenmitgliedes überreichte, woran sich die Glückwünsche des Chorpersonals mit einer Widmungsgabe anreihten. Tiefgerührt dankte der Jubilar für die ihm gewordene Allszeichnung. Der Tag brachte außer den mündlichen Gratulationen zahlreiche Telegramme und Schreiben, so vom Cantorenverein, voni Rabbiner und dem Vorstande der Cultusgemeinde Triesch, die in Herrn Blum ihren früheren Cantor feierten, vom Professor Obercantor Lazarus in Budapest, vom Obercantor Hahn in Arad, von Dr. Eduard Taussig in Prag, der vor 28 Jahren als Vorsteher der hiesigen Cultusgemeinde den Jubilar als Cantor aufnahm, von mehreren Rabbinern und vielen Anderen. Budapest. Der israelitische Landesfond hat zwei Reisestipendien von je 2000 Kronen ausgeschrieben, deren ersteres einem Doctor medicinae verliehen wird, der seine Studien im Auslande zu ergänzen wünscht, das zlveite einem Maler, der seine Schulstudien bereits hinter sich hat und sein dreißigstes Jahr noch.nicht erreichte. Belverber haben ihre Gesuche bis zum 15. November an das Präsidium des ist. Landesfonds (VI., Laudongasse 3) zu richten. Budapest JnCsongrad hat die feierliche Installation des neugewählten Rabbiners, früheren Professors am Budapester Rabbinenseminar, Dr. Michael Guttmann, stattgefunden. Der Rabbiner wurde beim Tempeleingang vom Präsidenten der Cultusgemeinde Comitats-Oberphysikus Dr. Anton B o e r mit einer schwungvollen Begrüßungsrede empfangen und in den Tempel geleitet, wo er seine Antrittspredigt hielt. Steinamanger. Hier verschied nach langem Krankenlager Frau Katharina Kutner, die Gattin des Oberrabbiners Kutner, im Alter von 69 Jahren. Die Verblichene erfreute sich in den weitesten Kreisen des Rufes einer Mutter der Armen, Witwen und Waisen und ihr Hingang wird innig betrauert. Am Leichenbegängniß nahmen die Rabbiner sämmtlicher Nachbargemeinden theil. . Mähr -Ostrau. Bei der Neuwahl des Cultusvorstehers für den verstorbenen kaiserl. Rath M. Straßmann wählte man einstimmig den bisherigen 1. Stellvertreter Dr. Alois Hilf zum Vorsteher. Er betonte, sich bewußt zu sein, wie schwierig die Aufgabe sei, welche er durch die Annahme der Wahl als Nachfolger des seit mehr als einem Menschenalter so rastlos und erfolgreich um den Aufbau der Cultusgemeinde verdienten Vorgängers übernonimen, und erbat sich die Unterstützung des Ausschusses. Zum 1. Stellvertreter wurde hierauf Herr Hermann Friedländer und zum 2. Stellvertreter Dr. Max Böhm gewählt. Aus der Wahl für die zlvei erledigten Cultusrathstellen gingen Dr. Emil Reik und Moritz Weißt itz hervor. Innsbruck - Hohenems. Am 9. November d. I. fand in Innsbruck über Einladung des dortigen Präsidenten des Israelitischen Sckul- und Cultuscomitös, Herrn Wilhelm Dannhauser, eine Versammlung der Mitglieder statt, die nebst ihren Damen in großer Anzahl erschienen waren Als Vertreter der israelitischen Cultusgemeinde in Hohenems nahm der Rabbiner für Tirol und Vorarlberg, Herr Dr. Tänzer, ebenfalls an der Versammlung theil. Zweck derselben war die Anhörung eines Vortrages des Secretärs der „Oesterr.- Jsraelit. Union", Herrn S. Fleischer, über die Zwecke und Thätigkeit dieses Vereines. Nach einer herzlichen Begrüßung durch Herrn Dannhauser und Herrn Dr. Tänzer ergriff Herr S. Fleischer das Wort, um mit vollendeter Meisterschaft in zündender Weise ein Bild der traurigen Zeitlage, wie des erfolgreichen Eintretens der „Union" zu entwerfen. Der mehr als einstündige Vortrag war von eben so vielen Entrüstungsrufen, wie von dem glänzenden und von seiner Mission durchglühten Redner geltenden Beifallsbezeugnngen unterbrochen, welch letztere sich am Schlüsse mehrfach wiederholten. Nachdem Herr Dannhauser und Herr Dr. Tänzer dem Redner den wohlverdienten Dank ausgesprochen hatten, ergriff dieser nochmals

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