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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-10-23 · 43 (23.10.1903) · page 9

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
43 (23.10.1903)
Date
1903-10-23
Page
– (sequence 9)
Language
German
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Rr. 43 Dr. Vlocb's Mocbenscbrirr. Sette 683 stattfinde'nde Trauerandacht für den verewigten College» und ladet die Vorstandsmitglieder zur Theilnahme an derselben ein. Im Präsidialberichte gedenkt der Vorsitzende des in den jüngsten Tagen verstorbenen Herrn Dr. Anton Löwy. welcher als Obmann der Bezirkscommiffion und der Ch-wra-Kadischa für den XVI. und XVU. Bezirk sein reges jüdisches Interesse vielfach bekundete und wegen seines humanen Wirkens, insbesondere auch als Obmann des Ausspeisungsvereines für jüdische Schulkinder, sich der Werthschätzung weiter Kreise erfreuen durfte; er war ein vortrefflicher Mensch und ein guter Jude. — Ueber Antrag des Präsidenten wird diese Trauerkundgebung, welche die Versammlung stehend anhörte, dem Protokolle einverleibt. Der Vorsitzende gibt sonach ein Bild über die Finanzlage der Gemeinde in der Zeit vom 1. Jänner bis 15. October im Vergleiche zu den Ziffern derselben Periode im Vorjahre. Endlich läßt der Präsident vor Uebergang zur Tagesordnung eine vom Herrn Cultusvorsteher Teltscher eingebrachte Interpellation, betreffend den Gottesdienst in einem Tempel der Gemeinde, zur Verlesung bringen und weist die Behandlung derselben dem Bethausvorstande zu. Nachfolgende Stiftungsangelegenheiten gelangen zur Erledigung: Üeber Referat des Herrn Baurathes Stiaßvy die Verleihung der Cohen da Silva-Handwerkerstiftung (i Platz per X 800.—) gemäß dem Anträge des Bertretercollegiums. Ueber Referat des kaiserl. Rath Dr. Lieben wird dem an den Magistrat zu erstattenden Vorschlag betreffend die Katharina und Lazar Goldstein-Witwenstiftung gemäß Vertreterantrag zugestimmt. Die vom Vertretercollegium erfolgte Verleihung nachfolgender Stiftungen und Widmungen wird zur Kenntniß genommen : . Widmung des Präsidenten kaiserl. Rath H. Klinger für Handels- und Gewerbetreibende (2 Plätze ä X 190.—); Andreas Feigl'sche Witwenstiftung (8 Plätze ä X 103.—); Fanny von Hofmannsthal-Dormitzer-Stistung für Witwen (4 Plätze ä L 207.-); Therese Wertheim'sche Ausstattungsstiftung (1 Platz per K 320.—); Heinrich Stern'sche Ausstattungsstiftung (1 Platz per X 260.-); Joses Spitzer'sche Armenstiftunq (4 Plätze ä K 60.—); Jg. Klepetasch-Ausstattnngsstiftung (1 Platz per X 200.—); Max Ritter von Pfeiffer'sche Stiftung für Rechtshörer (1 Platz per X 198.—); Heinrich S. Reitlinger'sche Armenstiftung (1 Platz per X 198.-); Des Weiteren wird über Antrag des Stiftungscomites und des Bertretercollegiums die Marie Lang','che Graberhaltungs- Widmung in die Verwaltung der Gemeinde übernommen und bezüglich der Widmungsbestimmungen der Hermann und Helene Nllmann'schen Graberhaltungs-Widmung Beschluß gefaßt. Den wichtigsten Gegenstand der Tagesordnung bildet die Berathung über den Antrag der Unterrichtscommiffion und des Bertretercollegiums auf Bestellung von Jnspectoren für den Religionsunterricht an Mittelschulen, dahingehend, mit diesem Amte die Herren Rabbiner Dr. Dawid und Dr. Feuchtwang zu betrauen. Der Präsident leitet die Verhandlung über diesen Gegenstand mit dem Hinweis auf die besondere Wichtigkeit der Beschlußfassung ein, zumal das Amt eines Jnspectors nunmehr schon beinahe zwei Jahre unbesetzt sei und bemerkt des Weiteren, daß die Schulcommiffion zunächst ihre Anträge auf die endliche Besetzung dieses Amtes beschränke und weitere Anträge über principielle Fragen des Religionsunterrichtes, insbesondere über die Methodik desselben, demlrächst einbringen werde. Referent Herr Bicepräfident Dr. Gustav Kohn begründet in feinem ausführlichen Referate die Nothwendigkeit der Bestellung zweier Jnspectoren, da angefichts der Vermehrung der Mittelschulen die Bestellung eines Jnspectors nicht hinreichen würde. Die Jnspection erstreckt sich auf 30 Mittelschulen (incl. Pas-Mädchen-Gymnasium und Mädchen-Lyceen), von denen einzelne Mittelschulen den ordnungsmäßigen Unterricht, in 8, dezwr 7 Elasten, einzeine aber Gruppen-Contrahirungen haben, so daß circa 160 Claffen für die Jnspection in Betracht .kommen. Der .Referent, empfiehlt die Anträge der Schulcommiffion zur Annahme.; In der lebhaften Debatte, an welcher sich die Herren Dr. Steiner, Salo Cohn, Dr. Spitzer, Heinrich Teltscher, Bicepräsident Dr. Stern, kaif. Rath Weil, Ober-Finanzrath Dr. Rappaport, Theodor Ritter v. Taußig, Hermann Ellbogen, kais. Rath Wilhelm Pollak und Dr. Berger betbeiligen, kam allgemein zum Ausdruck, welche Schwierigkeiten der Religionsunterricht unter den dermaligen Berhältniffen zu bewältigen habe, zumal die Familie die Bestrebungen des Lehrers nur selten unterstütz". Herr Vertreter Dr. Steiner gibt der Ansicht Ausdruck, daß die Bestellung von zwei Jnspectoren nicht ausreichend sei, und wünscht die sofortige Bestellung eines dritten Jnspectors. Bei der Abstimmung werden die Anträge der Unterrichtscommiffion und des Bertretercollegiums angenommen und im Sinne derselben die Herren Rabbiner Dr. Dawid und Dr. Feuchtwang mit der Jnspection für den israelitischen Religionsunterricht an Mittelschulen betraut. Der Abänderungs-Antrag des Herrn Dr. Steiner auf Bestellung eines dritten Jnspectors wird abgelehnt. Das Ansuchen des Vereines .Kinderheim" um Aufnahme auf die Spendentafel wird über Antrag des Bethausvorstandes und der Commiffion I mit Rücksicht auf die übergroße Anzahl von Vereinen, welche bereits auf der Spendentafel verzeichnet sind, dermalen abgelehnt. Nach Erledigung von Steuer-Angelegenheiten wird die Sitzung um 1 Uhr Mittags geschloffen. Tempelspeuden: JmGe meindebethause, XV.. T u r n e r g a s s e 23: Von Herrn Moritz Bader Kronen 24'—; von Herrn Isidor Gelbart 4'—; von Herrn Salomon Hohenberg 1 —; von Herrn Philipp Kohn 7*—; von Herrn Josef Kobn 8-—; von Herrn Alexander Markus 1'—; von Herrn Noe Rosenstrauch 2'—; von Herrn Siegfried Stein 52'—; von Herrn Gustav Winkler 40-—; von Herrn Ignaz Barany lOo —; von Herrn Samuel Ehrenstein 70-—; von Herrn Wilhelm Glaser 100-—; von Herrn Emanuel Kohn 29; von Herrn Joief Löwy 40-—; von Herrn Leopold Landeis 190-—; von Herrn Heinrich Reichsfeld 85-; von Herrn Ignatz Sonnenfeld 100-; von Herrn Sigmund Seiler 130'—; von Herrn Gottlieb Taussig 220-—; von Herrn Jakob Schick 60- ~; von Herrn Hermann Weinberger 160-; von Herrn Heinrich Duschinsky 6-—; von Herrn Moritz Fried 2-— -, von Herrn Jakob Kral 2-—; von Herrn Wilhelm Trebitsch 4-—; von Herrn Salomon Beer 90-—; von Herrn Philipp Kobn 14 —; von Herrn Jonas Könrgstein 100--.; von Herrn Franz Josef Klein 30-—; von Herrn Samuel Mohr 130'-; von Herrn Sigmund Oesterreicher 80-—; von Herrn kaiserl. Rath Wilhelm Pollak 280-—; von Herrn Theodor Schnabl 300-—; von Herrn Salomon Stern 40-—; von Herrn Moritz Weiß 150-—; von Herrn Bernhard Bandler 12-—; von Herrn Abraham Menkes 4-—; von Herrn Hermann Neumann 10-—. Inl Gemeindebethause. XVI., Hubergasse 8: Bon Herrn Salomon Rosner Kronen 36'—; von Herrn Rabbiner Dr. Bach 8--; von Herrn Max Koch 60-; von Herrn Markus Glücksmann 44'—; von Herrn Ludwig Eisenstädter 30-—; von Herrn Adolf Buch 20'—; von Herrn Naftali Gestring 12-—; von Herrn Ignaz Deutsch 12'—; von Herrn Salomon Kohn 6--; von Herrn Moriz Schöngut 2Z-—; von Herrn David Glück 110-— . von Herrn Isidor Berkowitsch 48-—; von Herrn Leopold Trebitsch 40-—; von Herrn Moritz Medak 45-—; von Herrn Josef Frankl 10-—; von Herrn Samuel Holzer 12-—; von Herrn Adolf Pollak fun. 8-—; von Herrn Chaim Storch 6-—; von Herrn N. Winter 6--; von Herrn Max Winter 12-—; von Herrn Adolf Fischer 6-—; von Herrn Moritz Klein 16-—; von Herrn Bernhard Trnka 28 —; von Herrn Samnel Kohn 16-—; von Herrn Josef Lufiichitz 34- -; von Herrn Rabbiner Dr. M. Bach 6'-; von Herrn Moriz Edlen von Kuffner 400-—; von Herrn Bernhard Trnka 22'—; von Herrn Schöngut jnn. 8-—; von Herrn Adolf Kohn fnn. 12-—; von Herrn Dr. Heinrich T ritsch 120'—; von Herrn Adolf Kohn 58-—; von Herrn Heinrich Kaposi 70-—; von Herrn Weiler jua 12'—; von Herrn Dr. Adolf Wölfler 44-—; von Herrn Ludwig Eisenstädter 10 —; von Herrn Dr. Salomon Bohyn 28-—; von Herrn Alexander Berger juu. 20-—; von Herrn N. Goldstein 12-—. Zur Hebung de8 Tempelbesuches. Provinz und Vorstadt klagen seit Langem über die merkliche Abnahme des Tempelbesuches, und in so manchem schönen, neu erbauten Gotteshause sucht der Tempelvorsteher vergebens an Feiertagen und Samstagen (hohe Feiertage ausgenommen) nach Herren, die er zur Tyora rufen könnte. Immer bleibt sein Blick leider auf den Minjan-Männern haften, welche nahezu die einzigen Besucher sind. ,Wo steckt das Nebel?" fragt der Eine, ,Was ist zu thun?" der Andere. Die Antwort: Ungunst der Zeit, schlechter Geschäftsgang u. s. w. Alle diese Ausreden find meines Erachtens nicht stichhältig. Denn noch nie waren die Kaffeehäuser, die Theater und andere Belustigunosorte mit jüdischen Männern und Frauen so gefüllt, wie j-tzt. Das Nebel steckt tiefer. Meine langjährig" E-f hrung im Cultusleben bc mich dies gelehrt.

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