Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 38 (18.9.1903)
- Date
- 1903-09-18
- Page
- – (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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Seite 614 Dr. Mocb's Mocbenscbrtft Nr. 36 schieneuen „Junge Harfen" eine jung-jüdische Gedichtsammlung (D clamatorium) und „Jüdischer Almanach". Von lchterem ist, wie uns mitgetheilt wird, nur noch eine geringe Anzahl zu haben. Zu den bevorstehenden Feiertagen können wir eine Berücksichtigung der vorzüglich ausgestatteten Publicationen des Jüdischen Berlages nur empfehlen. An die Zionistischen Vereine! Wir erlauben uns bei Gelegenheit der bevorstehenden Congreß-Bericht-Versammlungen und sonstigen Veranstaltungen nochmals auf das in unserem Verlage erschienene Buch «Die Judeumassaeres in Kisch enew" hinzuweisen. Der Reinertrag dieses Buches ist, wie bereits angekündigt, zum Besten der Kischenetrnr Juden bestimmt, und ist den Vereinen Gelegenheit geboten, auch ihrerseits erhebliche Beiträge zu diesem Zwecke aufzubringen. Wir geben daher dieses Buch, besten Berkaus-p:eis 1 Mark beträgt, den uns bekannten Vereinen bei entsprechendem Bezug zu 60 Pfennig per Exemplar ab, gegen die Verpflichtung, das Buck nicht unter 1 Mark zu verkaufen und den Ueberschuß ebenfalls für Kischenew zu überweisen. Außerdem offeriren wir den Vereinen zum gleichen Zwecke und unter gleichen Voraussetzungen die soeben erschienene und in Dreifarbendruck hergestellte Kischenew-Postkarte von E. M. Lilien zum Preise von 6 Mark per 100 Stück franco. Hochachtungsvoll Jüdischer Verlag Berlin, SW- Großbecrenstraße 75. Briefkasten. I. G. in B. L. In Nr. 36 der „Oesterr. Wochenschrift" S. 571 war über den Antrag Dr. Herzl's auf dem Baseler Eongreß genau referirt. Sie finden dort sowohl den Wortlaut des Antrages, als auch das Resultat der namentlichen Abstimmung nebst einer Beschreibung des in Aussicht genommenen ostafrikanischen Landstriches. „Slaticualjude." Wir empfehlen Ihnen die Worte von Mathias Acher zur Beherzigung: „So stark ist der Eindruck des antisemitischen Geistes auf die jüdische Bewegung, daß sich sogar die Formenunterschiede zwischen Christlich-Socialen und Alldeutschen auf das jüdische Lager übertragen. Vide die „Kleine Leute"-Politik der einen, die große Gloirc-Politik der anderen Gruppe. „Wenn nur die Juden und allen voran unsere so mißleiteten nationalen Juden in Oesterreich einmal einschen lernen möchten, . . . daß dem jüdischen Volke Heil nur dann erblühen wird, wenn einmal die Weltanschauung der Jnstincte überwunden sein wird, daß es ohne diesen großen Sieg des Menschheitsgenius niemals ein ganz befreites jüdisches Volk geben wird. — niemals, auch dann nicht, wenn sich irgendwo ein größeres jüdisches Gemeinwesen herauskrystallisirt haben wird. Es ist nicht nöthig. ja es ist unverantwortlich, dem Antisemitismus gegenüber die Waffen zu strecken. Die nationalen Ideale verlangen das nicht, und Ehre und Wohlfahrt heischen den Kampf. Der Kampf M u n geführt werden. Natürlich nicht niit Traktätchen und Predigten, hinter welchen keine Weltanschauung steckt, sondern dadurch, daß man in die Schlachtreihe der neuen Weltanschauung, der Weltcmschammg des Bewußtseins, tritt. Hier gilt es zu kämpfen! Schritt für Schritt die alten Posten des Feindes mitangreifen, mitzurückdrängen, Stoß für Stoß seine neuen Posten, die Racenbolde mitabwehren! Sich namentlich nicht von diesen imponiren lassen!" F. Die Zahl der Juden in Serbien beträgt 8000 Seelen. Sie leben meistens vom Handel, sind politisch den Serben gleichgestellt und stellen ein starkes Contingcnt iu den gelehrten Berufen. Ein Jude, der Bankier Oser, ist Mitglied der Skupjchtina. K. Zn einem Arttkel der „Ungarischen Wochenschrift" konnte man lesen: „Der große Sohn unseres Vaterlandes, englischer Staatsrath Dr. Vambery, der, wie bei der lürkischen Regierung, auch jetzt bei der englischen, Dr. Herzl den Weg geebnet, wird dem Zuge seines großen Herzens folgend, gewiß den richtigen Weg finden, der uns unser gefährdetes Ideal wieder zurückgeben wird." Nottr. Wir machen unsere Leser auf das Lehr- und Erziehungs- Institut Julie Stern (vormals Simonson) besonders aufmerksam. Dieses - mit Oeffentlichkeitsiecht ausgestattete, vorzügliche Mädchenpensionat (Lyceum-Lehrplan) wird von dem als Pädagogin bestens bekannten Fräulein Julie Stern in vornehmster Weise geleitet. Die Anstalt umfaßt Privat-Volks- und Bürgerschule summt zwei Fort-' bildungsclassen. Einschreibungen finden täglich von 9 —12 und von 2—6 Uhr im Institute I., Werderthorgasse 12, statt. Unterrichtsbeginn 2. October. Prospekte auf Verlangen. Kundmachung. Gegenüber der weitverbreiteten Ansicht, daß im Stadttempel keine Betplätze frei sind, wird darauf aufmerksam gemacht, daß in Folge von Nebersicdlungen einzelner Parteien derzeit in diesem Tempel circa 30 Sitzplätze, und zwar Herren- und Frauensitze in der Preislage von 40 Kronen und höher noch erhältlich sind. Wien, im September 1903. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemcinde Wien. D anksa^un^. Ausser stände, allen meinen Freunden und Gönnern in Nali und Fern, die mich anlässlich meines Amtsjubiläums schiiftlich beglückwüuschten, einzeln zu erwidern, statte ich denselben aut diesem Wege meinen tiefgefühlten, verbindlichsten Dank ab. Wien, im September 1903. Obercantor Mayer SchOFF. Israelitische Cultusgemcinde Wien. Das Curatorium der Freiherrlich von Rothschild'! cu Künstler- Stiftung verlautbart, daß aus dcn Erträgnissen derselben mehrere Stipendien im Mindestbetrage per je X 800.— für das Jahr 1903 zur Verleihung gelangen. Eompetenzberechtigt für diese Stiftung erscheinen mittellose, jüdische, in Oesterreich wohnhafte Künstler oder Künstlerinnen, österr. oder ung. Staatsbürgerschaft, die ihren Beruf auf dem Gebiete der Architektur, der Bildhauerei, der graphischen Künste, der Malerei oder der musikalischen Composition selbstständig auszuüben befähigt sind. Unter den den obigen Erfordernissen entsprechenden Competenten genießen jene den Vorzug, welche bereits Beweise ihres Talentes und ihres schöpferischen Wirkens gegeben haben. Von der Verleihung erscheinen diejenigen ausgeschlossen, die sich auf anderen Kunstzweigen als den angeführten bethätigen, ferner Kunsteleven, sowie überhaupt im Stadium der Vorbereitung für einen künstlerischen Beruf befindliche Personen. Die an das Stiftungs-Euratorium gerichteten, mit Fachzeugnissen sowie mit dem Geburts- und Heimatsscheine versehenen Gesuche sind bis längstens 12. October 1903 in versiegeltem Umschläge im Einreichungsprotokolle der israel. Cultusgemcinde I., Seitenstettengaffe 4 zu überreichen. Die Bewerber werden ihre Kunstbeilagen — insoferne solche gefordert werden — erst über Verlangen des Kuratoriums zu erbringen haben. Nähere Auskünfte werden im Secretariate der israel. Cultusgemeinde (Stiftungsamt) ertheilt. Das Curatorium der freiherrl. v. Rothschild'schen Künstler-Stiftung. Aufruf. Ein zweitägiger verheerender Brand hat am 31. August und 1. September 1. J. einen grossen Theil von Demycze ad Zablotow in Ostgalizien völlig verwüstet nnd in Schutt umgewandelt. Die der ärmsten Bevölkerung katholischer und jüdischer Religion angehörenden Einwohner sind ohne Obdach, ohne jeden Erwerb, ohne Lebensmittel und ohne Bekleidung geblieben. Die Gefertigten wenden sich an die Mitbürger sämmtlicher Confessionen mit der ergebenen Bitte, durch ihre Spende dem schauerlichen Elende abzuhelfen, um die Unglücklichen tür deu kommenden Winter der Sorge um Nahrung und Obdach zu entheben und ihnen zu einem halbwegs menschenwürdigen Dasein zu verhelfen. Spenden wollen an das HUfscomite, k. k. Tabak-Fabrik In ZablOtOW geleitet werden. ZablOtOW, am o. September 1903. Stefan Moysa, Ritter von RoSGChacki, Reichsraths- und Landtagsabgeordneter, Obmann der Bezirksvertretung; Uks BaßZUk, Ortsrichter; Severin GOlCZOUSkl, k. k. Tabakfabriksdirector; Abraham Hager, Rabbiner; Ladislaus Jasinski, Schulleiter; Arnold Kolischer, k. k. Tabakfabrikscontrolor; Ludwig KnoblOCb, Stationsvorstand; Dr. Felix LIC, Tabakfabriksarzt; Leon NOWicki, röm. kath. Pfarrer; Emil PiotFOWSki, Apotheker; Adolf Sßbapirak, k. Notar; Josef Vllieaume, k. k. Geriehtsseeretäi.