Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 34 (21.8.1903)
- Date
- 1903-08-21
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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Seite 548 Dr. Mocb's MkocbenscbrM. Nr. 34 In B i s e n z wurde am 17. d. M. im festlich geschmückten und vollständig beleuchteten Gotteshause unter zahlreicher Betheiligung eines distinguirten Publicums, der Cullusrepräsentanz und der Schuljugend ein solenner Gottesdienst abgehalten. Nach dem einleitenden Ma towu bestieg unser allverehrter Herr Rabbiner Se. Ehrwürdcn Dr. Josef Hoff die Kanzel und kennzeichnete in einer meisterhaften Festpredigt die Herrschertugenden unseres erhabenen Monarchen in glänzender Weise. Ein Gebet für das Wohl des Kaisers und des kaiserlichen Hauses schloß seine Rede. Mit den Tönen der Volkshymne endete die Feier, welche auf alle Anwesenden erhebend gewirkt hatte. In Nikolsburg fand Montag Abends in der Altschul- Synagoge ein feierlicher Gottesdienst statt, welchem auch der Herr Bezirkshauptmann anwohnte. Der hochbetagte Rabbinats- Affeffor Herr Josef Knöpfmacher hielt zur Bewunderung aller Anwesenden eine wohldurckdachte gediegene Festrede. Den cantoralen Theil besorgte Herr Obercantor F r ä n k l. In Teplitz erschien die Regentin des Fürstenthums Lippe anläßlich der Kaiserfeier im israelitischen Gotteshause. Die hohe Frau folgte mit gespanntem Interesse dem Gottesdienste, bei welchem Rabbiner Dr. Kurrein eine warme patriotische Ansprache hielt und Obercantor Dawison sich wieder als ein auserwählter Vertreter modernen Tempelgesanges erwies. Fast als Letzte verließ die hohe Besucherin den Tempel. In Troppau fand am 17. d. M. Abends halb 8 Uhr im Tempel ein solenner Festgottesdienst statt, an welchem Abordnungen der hohen Landesregierung, des Officierscorps, der Finauzdirection u. s. w. in stattlicher Anzahl theilnahmen. Der vortrefflich geschulte Damen- und Herren-Chor stimmte mit Ocgelbegleitung das »Na towu* an, und unser Obercantor Singermann mit seiner mächtigen und sympatischen Baritonstimme sang ein wirkungsvolles Solo. Hierauf folgte eine stimmung-volle Festrede des Herrn Rabbiners Dr. Blüh, worauf der Chor den .Königspsalm*' sang. Ein Gebet vor offener Bundeslade mit darauffolgender Bolkshymne bildete den Schluß dieser schönen Feier. Ja Siraßnitz wurde das Fest in besonders solenner Weise in der hellerleuchteten und geschmückten Synagoge unter Theilnahme der Cultus- und politischen Gemeindevorständeund eines zahlreichen Publicums feierlich begangen.Wegeisternd wirkte die formvollendete, patriotische Festrede unseres ehrw. Rabbiners Herrn Dr. A. Friedmann und dessen bei offener heil. Bundestade zu dieser Gelegenheit eigens verfaßtes und mit Andacht vorgetragenes Kaisergebet. Mit der Absingung der Kaiserhymne von der Schuljugend und aller Versammelten schloß die patriotische Feier. Aus Wall.- Meseritsch wird gemeldet: Zum Festgottesdienst im Tempel hatten sich Vertreter fast sämmtlicher Behörden und Vereine, sowie ein zahlreiches Publicum eingefunden. Bezirksrabbiner Dr. Jacob Rabinowicz hielt eine inhaltlich und rednerisch geradezu hervorragende Rede; ein vom Obercantor Bernhard Schwarz geleiteter gemischter Chor sang bei Orgelbegleitung einige musterhaft einstudirte Lieder, so daß der ganze Gottesdienst einen erhebenden Eindruck machte. In P a k r a c (Slavonien) erschienen zur Feier im Tempel alle dortigen königl. Staats- und Gemeinde-Beamten, sowie alle Vereine und Corporationen. Die Festrede hielt Herr Rabbiner M. Tauber, dessen von Patriotischem Geiste beseelten Worte allgemeinen Anklang fanden. Mit einem croatisch gesprochenen Gebete schloß die Feier. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der Chewra-Kadischa in Wie» I.» Seitenstettengaffe 4 für arme kranke Glaubeusgenoffen. Anläßlich des Ablebens des seligen Herrn Adolf G l o g a u: Von Familie Glogau, II., Taborstraße 11a, K 50.—. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Charlotte Kohnb e r g e r: Von Herrn D. Drucker in Brünn (Linhartgasse 1), L 50; von Herrn Ernst Bloch in Brünn K 10.—; von Herrn Dr. Sigmund Rosenfcld in Znaim K 10.—; von Herrn Ludwig Rosenfeld in Prag K 5.—; von Herrn Max Bondy in Butschowitz K 5.—. Zusammen K 80.—. Wie«. Samstag den 15. d. M. hielt der neue Rabbiner Herr Dr. David Feuchtwang im Tempel der israelitischen Cultusgemeinde Wien, XVIII., Schopenhauergaffe, seine Antrittspredigt. Aus diesem Anlässe hatten sich zahlreiche Freunde und Verehrer aus den verschiedensten Bezirken im Gotteshause einhundert. Unter den Anwesenden bemerkte man zahlreiche Vertreter des Bethausvorstandes, die Herren Rabbiner Dr. G r u nw a l d und Dr. Bauer, Bethausvorsteher Spitzer als Vertreter der israelitischen Tempelverwaltung Fünfhaus. Das Gotteshaus war aus diesem Anlasse festlich geschmückt, und als der neue Rabbiner zur Tbora gerufen wurde, stimmte der Chor ein feierliches Boruch ha bo an. Erster Cantor Peterselka sowie Cantor Silberman n begrüßten den neuen Rabbiner in einem eigens verfaßten feierlichen Niseheheraeh. Herr Dr. Feuchtwang ist ein äußerst sympathischer Redner von zweifelloser Begabung, und seine Ausführungen fanden dementsprechend auch vielfachen Beifall und Anerkennung. Ueber seine Abschiedsfeier aus Nikolsburg wird uns gemeldet: Samstag den 8. d. M. wurde in der Altschulsynagoge ein feierlicher Gottesdienst abgehalten, dessen Glanzpunkt die Abschiedsrede des Rabbiners Herrn Dr. Feuchtwang bildete. Sichtlich ergriffen schilderte der Kanzelredner sein angestrebtes Wirken in unserer Gemeinde, und wenn dies auch nicht — wie er bemerkte — seinen vorgefaßten Intentionen voll und ganz entsprach, so gereicht es ihm dennoch zur Befriedigung, einen Theil seiner Wünsche verwirklicht zu sehen. Sodann bestieg der greise Rabbinats-Affessor Herr Josef Knöpfmacher die Kanzel und sprach dem scheidenden Rabbiner in gediegenen herzlichen Worten den Dank der Gemeinde aus. Vom Obercantor Arnold F r ä n k l wurde ein „Mischeberach“, die Verdienste des Rabbiners würdigend, in exaeter Weise vorgetragen. Nach dem Gottesdienste versammelten sich die Vertretungen der Cultus- und politischen Gemeinde nebst geladenen Gästen auf dem Rathhause, woselbst seitens der Obmänner der verschiedenen Corporationen officielle Ansprachen an den scheidenden Rabbiner gehalten wurden, die der Gefeierte geziemend erwiderte. Seitens der Cultusgemeinde wurde dem Herrn Rabbiner eine wunderbar ausgestattete Adresse überreicht. Wien. (Ehrendoctorat.) Eine hohe Auszeichnung ist dem Wiener Schriftsteller Dr. Heinrich Friedjung zutheil geworden, indem ihm die Heidelberger Universität anläßlich ihres soeben gefeierten Jubiläums das Ehrendoctorat der juridischen Facultät verlieh. Wien. (Kaiser Franz Josefs-Ferienheim.) In der abgelaufenen Woche fand in den vom Vereine „Ferien-, heim*' erhaltenen Colonien der letzte diesjährige Serienwechsel statt. Die aus den Colonien und Heilbädern nach vierwöchentlichem Aufenthalte zurückgekehrten 200 Schützlinge wurden durch die gleiche Zahl ersetzt. Der 18. August war für die Feriencolonisten ein besonderer Freudentag. In würdiger und imposanter Weise wurde des Kaisers Geburtstag in den Feriencolonien festlich begangen. Ein feierlicher Gottesdienst leitete das patriotische Fest ein, das sich insbesondere im eigenen Heime, im Kaiser Franz Josefs-Ferienheime in Tischnowitz, glanzvoll gestaltete. Mitglieder des Vereinsvorstandes wohnten in den einzelnen Colonien: Tischnowitz, Petrau, Austerlitz und Bad Hall der Kaiserfeier bei. An die Cabinetskanzlei wurden Huldigungstelegramme für den Kaiser abgesendet. Wien. Aus den Kreisen des Vereines „Beth Israel* wird uns geschrieben: Samstag den W. September d. I. werden es zehn Jahre, seitdem Obercantor M. S ch o r r sein Amt im Wiener Synagogenverein „Beth Israel*' augetreten hat. Herr Schorr hat durch seine ausgezeichneten Leistungen in seinem Berufe eine große Schaar von Freunden und Verehrern sich erworben und ein stets vollbesetztes Gotteshaus, in welchem die Anwesenden mit Spannung und Andacht seinen gesanglichen Vorträgen lauschen, ist das beste Zeugniß sür seine reichen Erfolge. Neben seiner Gesangskunst und seiner prächtigen Stimme ist es seine liebenswürdige Persönlichkeit, seine vielfach bethätigte humane Gesinnung, welche ihn seiner Gemeinde lieb und werth machte. Seine Freunde rüsten sich sein zehnjährige Amtsjubiläum als Anlaß zu benützen, um ihm ihre herzlichen Sympathien zu beweisen. Goltsch-Jenikau. Seit einer Reihe von Jahren wird zu der herrlichsten Sommerzeit vom Vereine für jüdische Ferienkolonien eine Anzahl erholungsbedürftiger Kinder aus Prag in den wunderbaren Landstrich hieher geschickt, um die Freuden eines vierwöchentlichen Landlebens zu genießen. Auch zur heurigen Ferienzeit wurden 32 Knaben herausgeschickt und wie alljährlich im Hause des Herrn Spediteurs Salomon Pick untergebracht. Die wunderbare Verpflegung, die die Kinder in diesem Hause fanden, im Vereine mit der würzigen gesunden Landluft, hat auch heuer ihr Möglichstes gethan; sämmtliche Kinder haben sich wunderbar erholt und allen fiel der Abschied von hier sehr schwer. Ein Colouist hielt eine selbstverfaßte kurze Abschiedsrede, in welcher er für die aufopfernde Mühe dankte, die Herr und namentlich Frau Pick sich genommen; zum Schlüsse sangen alle Colonisten die Volkshymne.