Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 20 (15.5.1903)
- Date
- 1903-05-15
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 328 Dr. Bloch's Wochvnfchrist. Nr. SO nur aus egoistischen Motiven. Sie liebte sich selbst zu sehr, und darum fand in ihrem Herzen eine edle reine Neigung kaum Raum. Sie versagte' ihrem Kinde keinen Wunsch, weil sie den Schmerz desselben über ein versagtes Verlangen nicht sehen konnte. Leiden konnte sie ihr Kind nicht sehen. Litt ja das gequälte Mutterherz so entsetzlich unter des Kindes Schmerz. Das Leid und das Herzweh, das heute aus dem Anlitze des Kindes lag, als die Mutter die Sabbathschändung nicht leugnen konnte, schmerzte sie tief, sie wollte irgend auch nur geringes Weh nie mehr auf des Kindes Antlitz erwecken. Hier mußte Wandel geschaffen werden. Sie war zu selbstsüchtig, um ihren eigenen Leichtsinn die eigene Bequemlichkeit zu opfern, deshalb sollte die religiöse Erziehung des Kindes in andere Hände gelegt und so in andere Bahnen geleitet werden. Sie hatte ihrer Mutter in des Lebens schwerster Stunde geschworen, den Glauben der Väter niemals zu verleugnen, deshalb ließ sie ihr Kind in der jüdischen Religion unterweisen; nur schien ihr die Lehrkraft, die sie dafür erwählt, nunmehr nicht die geeignete. (Fortsetzung folgt.) Literatur. Jllustrirte Hebräische Lesefibel mit Benützung der Japhetischen Fibel Pi Olelim nach den Grundsätzen der A n s ch a u u n g und der Phonetik, bearbeitet von I. Rosenthaler, Lehrer an der israel. Religionsgescllschaft zu Frankfurt a. M. Verlag von A. I. Hofmann, Frankfurt a. M. 190:). VIII4-48 S. 8U, 60 Pf. 70 h. Der Herausgeber vorliegender Fibel, der sich durch seine Schönschreibhefte bereits als ein praktisch pädagogischer Schulmann bewährte, hat sich mit seiner neuen Arbe t unstreitig den Dank der Lehrerwelt verdient. Nicht als ob es an hebräischen Lesefibeln mangeln würde, allein es find doch nur sehr wenige darunter, die den Grundsätzen der fortgeschrittenen Methodik entsprechen. Zum ersten Male wird hier in einer hebräischen Lesefibel nach den Grundsätzen der Phonetik verfahren. Der Ausbau der Fibel stützt sich nicht mehr auf die Formähnlichkeit, sondern auf die natürliche Lautfolge. Und das mit vollem Recht. „Ein vollständig lückenloses Fortschreiten vom Leichten zum Schweren bedingt die Ordnung des Stoffes nach seiner landschaftlichen Aussprache". Die Fibel muß darum als Lesestoff nur solche Wörter enthalten, die phonetisch oder lauttreu, d. h. wie es ihren Lauten und ihrer natürlichen Verbindung entspricht, auszusprechen find. Zn der Rosenthaler'schen Fibel ist neben dem Principe der Phonetik dem der Anschauung im weitesten Umfange Rechnung getragen. Diesem Zwecke dienen 25 Illustrationen, die zum Theil Reproduktionen der Oppenheim'schen Gemälde, theils Originalzeichnungen und zum größten Theile der Bangert'schen Fibel entnommen sind. Die vortrefflichen Bilder, meist Gruppenbilder, sind nicht nur geeignet, das Interesse der Kinder für die Lautgewinnung zu erwecken, sondern auch auf ihr Gefühl und ihr Denken einzuwirken. Insbesondere der erste Theil der Fibel läßt das methodische Geschick des Verfaffers erkennen. Hier richtet er sich fast ganz nach dem Muster der modernen Fibel des deutschen Unterrichtes« Der Reihe nach werden dargeboten: Die reinen Stimmlaute, die dauernden, stimmhaften Cousonanten, die dauernden, stimmlosen Consonanten, die dauerlosen Laute, die Lautverbindung. Zur Einübung des betreffenden Lautes werden, was besonders rühmend hervorgehoben werden muß, nur Wörter aus dem hebräischen Sprachschätze genommen. — Der zweite Theil, die Leseübungen, verräth den Grammatiker. Ganz unwillkürlich wird der Schüler mit dem Wichtigsten der Leselehre vertraut gemacht, zur correcten Leseweise angehalten. — Der dritte Theil enthält die Namen der hebräischen Consonanten, die Formen für die hebräisch-deutsche Druck- und Schreibschrift, Uebersetzungs- und Memorirllbungen, letztere genau den Altersstufen angepaßt. Die Rosenthal'sche Fibel zeichnet sich durch Zweckmäßigkeit, durch klare Anschaulichkeit, tadellosen Druck, weißes Papier und billigen Preis vortheilhast aus. Möge dieses Büchlein eines tüchtigen Collegen in der Lehrerwelt Eingang finden. _ Z. Neue Bücher. Ingeniero F. A. SoldailO. ElDique. De San Eope. Consideraciones sobre. La Verdadera Capacidad. De Su Embalse. Trabajo publicado en la „Revista Tecnica“ (Nr. 148 v 149) Buenos Aires. Imprenta de la „Revista TGcnica“ Maipu 469. 1902. Kriefkasten. P. F. Vielleicht weiß einer unserer Leser, ob im ungarischen Badeort Uj-Tatrafüred (Neu-Schmecks) sich ein Restaurant mit ritueller Küche befindet? „Dergauew". Der „Ehrenbürger" von Mühldorf ist nun auch Bürger der Stadt Wien. Der Abgeordnete Herzog erhält die doppelte Salvator-Medaille. „Germauicus". Der deutsche Kaiser hat das Großkreuz des Rothen Adler-Ordens dem üalienischen Kriegsminister General Ottolenghi verliehen. Ottolenghi ist der erste Jude, dem diese Auszeichnung zutheil wird. Im Deutschen Reich kann ein Jude de facto nicht einmal Fähnrich werden. F. Zum nordamerikanischen Vice-Consul in Madrid ist der jüdische Schriftsteller Dr. Adolf Danziger aus Chicago ernannt worden. K. Hundert ausverkaufte Häuser hat Gorcki's „Nachtasyl" erzielt. Das „kleinste" Theater Berlins hat mit der großen Dichtung des Russen nicht weniger als die Summe von 200.000 Mark eingenommen, so daß es in der Lage war, an Dichter und Uebersetzer eine Tantieme von 25.000 Mark abzuführen. Für die unterdrückten russischen Juden hat Gorcki, dessen neues Stück den Titel „Der Jude" führt, 10.000 Rubel gezeichnet. Carl Goldenberg. Ihre Beurtheilung des Werkes: „Die Juden von Zirndorf", Roman von Jacob Wassermann, ist durchaus ungerecht und begegnet uns auch zum erstenmale in Ihrem Briefe. Die Kritik des Buches in der jüdischen Fachpresse war durchaus günstig. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abonnementsgebühr im Rückstände sind, die zur Einhebung derselben von uns versendeten Postanfträge gefälligst honoriren zu wollen. Die Administration. Wohnungs-Anzeige. Der bekannte Operateur Med. Dr. Adolf Herzfeld wohnt jetzt _II., Praterstrasse 11.__ Religionslehrerstelle. In der Landeshauptstadt Salzburg ist die Stelle eines Religionslehrers neu zu besetzen. Bewerber, welche österreichische Staatsbürger sein müssen, den Nachweis der allgemeinen Bildung und die Befähigung zur Ertheilung des Religionsunterrichtes an Mittel-, Volks- und Bürgerschulen beizubringen haben, als Vorbeter und Koreh fungiren können und endlich die Berechtigung zur Ausübung der Schechita besitzen, wollen ihre gehörig instruirten und womöglich mit der Photographie belegten Gesuche um diese Stelle, mit welcher ein Gehalt jährlicher 2000 Kronen verbunden ist, bis spätestens 6. Juni 1903 an Herrn Albert Pollak, k. u. k. Hofantiquar in Salzburg, einsenden. Reise- und Uebersiedlungsspesen werden nur dem Acceptirten bis zum Höchst betrage von 150 Kronen vergütet. Bethausverein „Beth Hachneseth“ HI., Untere Viaductgasse 13. Trauungstaxe 32 Kronen. Anmeldungen für Trauungen und Trauungsaufgebote werden entgegengenommen in der Vereinskanzlei, HI., Untere Viaductgasse 13, zwischen 1—3 Uhr Nachmittags. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Ring, offerirt in reichster Auswahl Professor Kfisnpt’s allgemein beliebte Bratttgcbetbidter nnd deutsche ftndacbtsbScber für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim, _._ Gold- und Silber-Borten. Als Barmizwah-Gesahenk eignet sieh vorzüglich das berühmte Prachtwerk Professor Dr. Julius Fürst’s illustrlrte fünf Bücher Moses m. deutsch. Uebersetzung, erläuternd. Anmerkungen u. 223 Dlustr Preis in rachtband statt fl. 8.50 jetzt nur fl. 3.50. Zu haben in jeder grösseren Buchhandlung oder gegen Einsendung des Betrages direct zu beziehen von Samuel W, Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4. Herausgeber und verantwortlicher Redacteur: Dr. Zosef S. »loch. — Druck von L. Beck & Sohn, Wien, VM.