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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-04-24 · 17 (24.4.1903) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
17 (24.4.1903)
Date
1903-04-24
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Seite 376 Dr. Bloch's WochrnfthrM. Nr. 17 Kriefkasten. K. Ja, der Sachverhalt ist folgender: Vor Kurzem hatte der deutsche Centrums-Abgeordnete Dasbach in einer Katholikenversammlung zu Rixdorf erklärt, er zahle demjenigen 2000 Gulden, beiden Nachweis erbringe, daß der Grundsatz: „Der Zweck heiligt die Mittel" sich in jesuitischen Schriften befinde. Graf von Hoensbroech macht sich anheischig, den Nachweis zu erbringen, und zwar vor einem aus sechs evangelischen und sechs katholischen Universitätsprofessoren zusammengesetzten Schiedsgericht. Falls in diesem Schiedsgericht Stimmengleichheit vorhanden sein sollte, soll ein von Dasbach zu bezeichnender Universitätslehrer mosaischen Glaubens den Ausschlag geben. „Denn da es sich nicht so sehr um eine religiös-dogmatische, als vielmehr um eine ethisch-culturelle Frage handelt, so ist es durchaus gerechtfertigt, die Entscheidung über sie Vertretern der drei großen ethisch-cullurellen Systeme, deren dogmatisch-religiöser Charakter hier nicht in Betracht kommt, anheimzugeben." R. Else von S ch a b e l s k i, die angebliche Wechselfälscherin, ist weder Jüdin noch jüdischer Abstammung. „9t. 9t. Die Verwaltung des Spitales der israelitischen Cultnsgemeinde dankt bestens im Namen der armen Reconvalescenten für die gütige Spende von K 20.—. F. Die Erzählungen des Verganiblattes über die angeblichen Schandthaten des verhafteten und nunmehr befteiten Hotz sind völlig erdichtet. Als junger Student wurde er 1883 zu Moskau in einen Sociatistenproceß verwickelt. Nach achtzehnmonatlicher Untersuchungshaft wurde er wegen Mangels an Beweisen nicht vor Gericht gestellt, aber auf acht Jahre als verdächtig nach Srednye-Kolymak in Sibirien verbannt. Ende März 1^89 erwartete er zu Jakutschk mit andern *j5 Verbannten, Männern und Frauen, Marschbefehl nach dem eisigen Bestimmungsort. Sie baten, daß man sie zu Zweien und Zweien in zweiwöchentlichen Abständen abgehen ließe; der Gouverneur aber ordnete an, daß jede Woche eine Gruppe von Fünfen marschire. Da verweigerten sie den Gehorsam; der Gouverneur ließ ein Bataillon Soldaten herbeirufen, und dieses richtete unter den Meuterern das berüchtigte Blutbad von Jakutschk an: Fünf Männer und eine Frau blieben todt, neun wurden verwundet, darunter Hotz. Die Ueberlebenden stellte man vor ein Militärgericht, das drei weitere zum Tod durch Erschießen, die übrigen zu Zwangsarbeit verurtheilte. Im Jahre 18n7, nach siebenjähriger Zwangsarbeit wurde er endlich begnadigt und mußte seinen Aufenthalt unter Polizeiaufsicht in Odessa nehmen, wo er 1898, ^ach zwölf Leidensjahren in Sibiren, anlangte. Vor zwei Jahren erhielt er Erlaubniß zu einer Reise ins Ausland mit eurem ordnungsmäßigen Paß, aber nur für drei Monate, und lebte dann bis Ocäber 1902 in Paris, dann in Genf, wo er mit seiner Frau, einer Mitverbannten, ein socialistisches Blatt in russischer Sprache herausgab. Dann ging er nach Nizza und reiste von hier über Genua nach Rom und Neapel, wo er verhaftet wurde. Kronen 12,127.000 Capital und Kronen 11.351 Rente, so daß der Gesammtversicherungsstand . mit Jahresschluß sich auf 24.650 Polizzen über Kronen 94,830.000 Capital und Kronen 96.459 Rente beläuft. Die Mortalität ist — gleiwie in den früheren Jahren — auch im abgelanfenen Jahre wesentlich hinter der erwartungsmäßigen Sterblichkeit zurückgeblieben. Die Gewährleistungsfonds, welche beträchtliche Erhöhungen erfahren haben, weisen gegen das Vorjahr eine Steigerung von Kronen 1,564.000 auf und betragen nunmehr Kronen 26,500.000. Von den Gewinnfonds der Versicherten per Kronen 537.662 gelangt ab 16. Juli eine Dividende von 41 Procent der Jahresprämie an die bezugsberechtigten Parteien zur Vertheilung. Nach Ertheilung des Absolutoriums wurden die Vorschläge bezüglich der Verwendung des mit Kronen 315.637 ausgewiesenen Reingewinnes genehmigt und wird der Actiencoupon mit Kronen 28 vom 20 d. ab eingelöst. Weiters wurden Kronen 30.000 dem Hilfsfonds für die Anstaltsbeamten überwiesen, Kronen 20.000 zur Erhöhung der Dividenden der mit Gewinnantheil Versicherten verwendet und der nach Abzug der statutarischen Dotationen verbleibende Rest per Kronen 72.129 auf neue Rechnung vorgetragen. Schließlich wurde Baron Friedrich Harkanyi in den Verwaltnngsrath gewählt. Danksagung. Die Fülle der Zuschriften von Corporationen und Privatpersonen, besonders auch aus Wien und Oesterreich, beim Hinscheiden meines heissgeliebten Mannes, des Herrn Geheimen Regierungsrathes Prof. Dr.D.D. Moritz Lazarus macht es mir unmöglich, jetzt schon Allen zu antworten. So danke ich denn hiermit allen seinen Freunden, Verehrern und Schülern für den Trost, den ihre Theilnahme in meine jähe, tieftraurige Vereinsamung gebracht hat. Meran, 20. April 1903 Nahlda Rutb Lazarus verw. gew. Remy, geh. Sturmhoefel. Uoti;. Wiener Versicherungsgesellschaft. Die Wiener Versicherungsgesellschaft hielt am 16. April ihre (22.) ordentliche Generalversammlung, an welcher sich 44 Actionäre in Vertretung von 2123 Actien mit 199 Stimmen betheiligten. Der Präsident Paul E. R. v. Schoeller widmete dem im verflossenen Jahre verstorbenen langjährigen Verwaltungsraths-Vicepräsidenten Baron Fedor Nicolics eine ehrende Würdigung. Der vom Generaldirector Sigmund Nyitrai pro 1902 erstattete Bericht constatirt mit Befriedigung, daß die Entwicklung des gesellschaftlichen Unternehmens weitere erfteuliche Fortschritte gemacht hat, daß die Verwaltung in der Lage war, die Reserven in ausgiebiger Weiie zu dotiren und daß, obschon das Hagelversicherungsgeschäft mit Verlust abgeschlossen hat, das Endergebniß desselben als ein recht beftiedigendes bezeichnet werden könne. Die Geschäftsresultate der einzelnen Branchen werden ausführlich bekanntgegeben und ziffernmäßig belegt. Bezüglich der Verwendung des mit 702.257 Kronen ausgewiesenen Reingewinnes beantragt der Verwaltungsrath, dem allgemeinen Capitalreservefonds 250.000 Kronen zuzuweisen, wodurch derselbe die Höhe von 750.000 Kronen erreicht; dem Beamtenhilfsfonds 40.000 Kronen zuzuwenden; an die Actionäre 260.000 Kronen als 6'/,Percentige Dividende zu vertheilen, mithin den Coupon mit 26 Kronen vom 20. d. ab zur Einlösung zu bringen und den nach den nöthigen statutarischen Dotirungen erübrigenden Betrag von 80.100 Kronen auf neue Rechnung vorzutragen. Der Antrag wurde nach einstimmiger Ertheilung des Absolutoriums ohne Discussion angenommen. Schließlich wurde au Stelle des verstorbenen Baron Nicolics Baron Friedrich Harkanyi in den Verwaltungsrath gewählt. Wiener Lebens- und Rentenversicherungsanftalt. Die (21.) ordentliche Generalversammlung der Wiener Lebens- und Renlenversicherungsanstalt wurde gestern unter Vorsitz des Verwaltungsrathspräsidenten Paul E. Ritter v. Schoeller abgehalten. Nach einem vom Vorsitzenden dem Andenken des verstorbenen Vicepräsidenten Baron Fedor Nicolics gewidmeten Nachrufe erstattete Director Anton Lazansky den Geschäftsbericht des Vorstandes pro 1902. Nach demselben betrugen die Neuversicherungen des abgelaufeneu Jahres Bethausverein „Beth Hachneseth“ HI., Untere Viaductgasse 13. Trauungstaxe 32 Kronen. Anmeldungen für Trauungen und Trauungsaufgebote werden entgegengenommen in der Vereinskanzlei, IH., Untere Viaductgasse 13, zwischen 1—3 Uhr Nachmittags. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse 4, nächst dem Hing, offerirt in reichster Auswahl Professor ftfimpt’s allgemein beliebte Btantgebetbncher und deutsche Andachtsbücher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden- und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borten. Als Barmizwah-Geschenk eignet sich vorzüglich das berühmte Prachtwerk Professor Dr. Julius Fürst’s illustrlrte fünf Bücher Moses ro. deutsch. Uebersetzung, erläuternd. Anmerkungen u. 223 Illustr Preis in Prachtband statt fl. 8.50 jetzt nur fl. 3.50. Zu haben in jeder grösseren Buchhandlung oder gegen Einsendung des Betrages direct zu beziehen von Samuel W, Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4. Herausgeber und verantwortlicher Redaeteurr Dr. Aosef G. Bloch. — Druck von L. Beck * Sohn, Wien. VHL

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