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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-04-10 · 15 (10.4.1903) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
15 (10.4.1903)
Date
1903-04-10
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 15 Vr» Vloch's Worhrnschritr. Sette 243 Um den Menschen in seiner Entwicklung weiter zu führen und zn fördern, offenbart sich Gott ihm." Von nicht geringem Interesse dürste es sein, die Lehre des Judenthums über die göttliche Offenbarung zu vernehmen, die mit den Worten unseres Kaisers fast übereinstimmend lautet. In der „Real-Encyklopädie des Judenthums von Dr. I. Hamburger, Abtheilung III, Supplement II, S. 153—155 lesen wir darüber: „Nach diesen (citirten biblischen) Angaben verstehen wir unter „Offenbarung" im biblischen Sinne das Kundwerden oder richtiger die Selbstkundgebung Gottes und seines Willens durch den menschlichen Geist, Gott erschließt sich dem menschlichen Geist, er gibt sich ihm kund, daß er ihn erkenne;.er macht ihm seinen Willen bekannt, enthüllt ihm die Gestaltung der Zukunft, damit er sich auf dieselbe vorbereite; verkündet ihm Lehren und Gesetze, damit er sein Leben sittlich bilde, vollbringe und so glückselig werde. Die Offenbarung ist keine Frucht der reflectirenden menschlichen Vernunft, sie kann nicht vom Menschen mittelst eigener Verstandesthätigkeit erlangt werden, sondern muß nur als eine höhere Erleuchtung, eine übernatürliche, positive Einwirkung Gottes auf den erkennenden menschlichen Geist aufgefaßt werden. Was der Mensch da sieht und erkennt, ist göttliche Eingebung, ähnlich den Ideen, die plötzlich in uns aufblitzen, unvermuthet uns aufgehen, Rath und Aufschluß ertheilen, uns erfassen und überwältigen, ohne daß wir wissen, woher sie gekommen und wie wir zu denselben gelangt sind. Es sind Lichtstrahlen von oben,. Eingebungen des sich offenbarenden Gottes. Zunächst machen wir auf zwei Arten von Offeubarungsmittheilungen aufmerksam: a) Die der Lehren und Gesetze, die Anweisungen zur Bildung und Vollbringung eines religiös-sittlichen Lebens und b) die Offenbarung von der Gestaltung der Zukunft, die Enthüllung des Ausganges der Begebenheiten, um den Menschen auf dieselben vorzubereiten und ihm anheimzugeben, vor dessen Eintreffen Maßnahmen zu ergreifen. B. Jüdischer Verlag, Berlin SW. Großbeerenstraße 75, „Palästina", Zeitschrift für die culturelle und wirthschaftliche Erschließung des Landes. (Jährlich 4 bis 6 Hefte im Gesammtumfange von mindestens 240 Seiten). Mk. 3.— per Jahrgang, Ausland Mk. 3.50 bei Franco Zustellung. Mit dem uns vorliegenden Hefte 5/6 schließt der erste Jahrgang dieser Zeitschrift. Wir nennen aus dem Inhalte dieser sehr reichhaltigen Nummer: Das landwirthschaftliche Werk der Alliance, D. Haym [®a»ffa], (3. 175); Eine kalifornische Colonisationsmethode, Ben-Duvld, (S. 186); Die Handelstactik der Amerikaner in der Lvante, Consularvericht, (S. 189); Die egyptische Mittelmeerküste vom Suez-Canal bis Refah, Major Rycroft. (S. 194); Gartenbau-Genossenschaften, Louis Brisch, (S. 197); Die wirthschaftlichen Berhältniffe von Akka und Haifa im Jahre 1901, Consularbericht, (S. 200); Bericht über eine Informationsreise nach Saida, Dr. S. Soskin, (S. 203); Olivencultur für Palästina, Davis Trietsch, (S. 211); Die Verwendbarkeit der Feldbahnen in der Landwirthschaft, (S. 228); Aus den Anfängen der kalifornischen Colonisation, Titus Fcy Cronice, (S. 230); Die Ernte Kleinasiens und Syriens im Jahre 1900, Deutscher Consularbericht, (S. 231); Die schwäbischen Ansiedelungen in Palästina, Hugo Grothe, (S. 233). Kleinere Notizen (S. 236): Eine italienische Colonisationsgesellschaft für Tripolis und Cyrenaica. — Wirthschastliches aus Egypten (Goldschürfungen — Schwammfischere,). — Die Burg des Königs Salomo. — Gründung eines Instituts für Alterthumswissenschaft in Jerusalem. — Die Mohncultur in Vilajet Bruffa. — Bekämpfung der Malaria. — Die ruffische Palästinagesellschaft. — Die Einnahmen der Jaffabahn. — Die Cholera in Palästina. — Eine egyptische Agriculturbank. — Eine schwimmende Ausstellung. — Englische Zukunftspläne für Westarabien. — Die Damaskus-Mekka-Bahn. — Die Niederschläge in Cypern. — Auswanderung von Colonisten aus Palästina. Die Zeitschrift orientirt nicht nur über das Land und seine Berhältniffe, sie zeigt auch die Fehler der bisherigen Colonisation und wie dieselben zu vermeiden sind. Wir wünschen dem Blatte im Interesse der Sache, der es dient, weiteste Verbreitung. Krieflmsten. I. S. Wien. Der 8. April 1881 war Freitag der 9. Nissan 5641, der 9. Juni 1866 war Samstag der 26. Siwan 5626. „Der Hostienschänder". Zu den „religiösen Wundern" des Mittelalters, die über unsere Vorfahren unsägliches Leid gebracht haben, gehörten die .blutenden" Hostien, und noch heute gibt es einzelne Kirchen, die derartige wunderbare Hostien aufbewahren und von Zeit zu Zeit feierlich ausstellen. Die Forschungen haben nun erwiesen, daß es sich hierbei gar nicht um Blut und Wunder handelt, sondern um Batterien, die sich überaus rasch vermehren und einen stark rothen Farbstoff ausscheiden. Diese Batterie führt den wissenschaftlichen Namen Bacillus prodigiosns und gedeiht vorzugsweise auf gekochten Rüben, Kartoffeln, Mehlspeisen u. s. w. Professor Migula bemerkt in seinem eben erschienenen allgemein verständlich gehaltenen Buche „Die Batterien" (Leipzig, Verlag von I. I. Weber), daß der Hostienpilz auf organischer Masse gedeiht und in kurzer Zeit große, blutrothe Flecken von schleimiger Beschaffenheit und höchst widerlichem Geruch erzeugt. Nach dem Absterben des Pilzes trocknen natürlich die Flecken ein, aber die Farbe bleibt. Auf den Hostien, sagt Professor Migula, die in feuchten, dumpfen Kirchen die besten Bedingungen für das Gedeihen jenes Pilzes boten, zeigte es sich zuweilen, und man glaubte dann natürlich, daß es das Blut Christi sei, welches sich dort zeigte, um irgend ein Verbrechen an» zuzeigen oder eine Warnung zu geben. Wer heute mit einer neuen blutenden Hostie herauskäme, würde sich verdientermaßen dem allgemeinen Gelächter aussetzen. Der Pilz macht sich dagegen bisweilen in Bäckereien unangenehm bemerkbar, indem er das Brot mit dunkelrothen Stellen überzieht und ungenießbar macht. Nach Professor Migula ist es wahrscheinlich auch dieser Pilz, der gelegentlich von Schwindlern benutzt wurde, um die Wunden Christi an ihrem Körper hervorzubringen. Wenigstens ist Professor Migula in den Besitz eines Leinwandlappens gekommen, mit dem eine derartige Wunde abgewischt worden war, und er konnte an den rothen schon etwas verblaßten Stellen fast eine Reincultur eines Bacteriums erkennen, das mit dem Hostienpilz Aehnlichkeit hat. „Affimilant". Ein Beispiel assimilatorischer Vielseitigkeit zeigte ein Jude in Budsin (Provinz Posen). Dort hatten aus Anlaß des Papstjubiläums fast alle katholischen Bürger ihre Häuser prächtig illuminirt. Auch ein jüdischer Kaufmann, der erst vor einigen Tagen zum Mitgliede d s evangelischen Schulvorstandes gewählt worden ist, hatte anläßlich des katholischen Festes sämmtliche Fenster seines zweistöckigen Hauses erhellt. Notiz. Gisela-Verein zur Ausstattung heiratsfähiger Mädchen. Aus dem soeben veröffentlichten (zweiundzwanzigsten) Geschäftsberichte pro 1902 ist das bedeutende Wachsthum dieses Bersicherungsumernehmens deutlich zu ersehen. Eine graphische Darstellung zeigt, wie sich der Gtsela-Berein im letzten Deeennium entwickelt hat. Die Zahl der Verträge ist von 41.000 auf 117.000, die versicherte Summe von 53 auf 143 Millionen Kronen gestiegen; dementsprechend ist auch die Pcämieneinnahme von 2 4 auf 64 Millionen Kronen angewachsen, während die Prämien-Referven und Ueberträge eine Steigerung von 7'7 auf 444 Millionen Kronen erfahren haben. Das Geschäftsergebniß des Jahres 1902 ist nicht nur in Bezug auf die Vermehrung des Berficherungsstockes. sondern auch rück», sichtlich des finanziellen Resultates als ein sehr günstiges zu bezeichnen. Der Reingewinn beträgt 556.000 Kronen, wovon statutengemäß 380.800 Kronen dem Dividendenfonds der Versicherten überwiesen werden, was einer Dividende von 7x/2 Percent der Jahresprämie pro 1902 entspricht. Der Dividendenfonds, welcher im nächsten Jahre zur Vertheilung gelangt, ist damit auf 1 068.910 Kronen angewachsen. Das Vermögen des Fonds zur Ausstattung armer Mädchen erhöht sich durch die Dotirung aus dem Reingewinne auf 483.202 Kronen; im Berichtjahre wurden 66 verarmte ehemalige Versicherte mit Aussteuerstipendien bedacht. Durch diesen Fonds ist der Verein in der Lage, dort helfend einzugreifen, wo der Vater die für die Tochter begonnene Bersicherungsvorsorge fortzusetzen außer Stande war; seit Bestehen des Fonds wurden Stipendien im Betrage von 172 374 Kronen ausbezahlt. Die Aetiven umfaffen am Jahresschlüsse 47 5 Millionen Kronen, vorwiegend in pupillarsicheren Hypotheken und Werthpapieren angelegt. Neben den Prämienreserven und Ueberträgen besteht noch eine Reihe von Fonds und endlich außerordentliche Sicherheitsrücklagen im Betrage von 682.000 Kronen. In den letzten Monaten des Jahres 1902 hat der Gisela-Verein neben der Aussteuerverficherung auch den Betrieb der Ab- und Erlebensverficherung ausgenommen und auch in dieser Branche ansehnliche Erfolge erzielt. Grktiinmg. Hierdurch erkläre ich, daß ich dem hiesigen Weinhändler Herrn Börnät Deutsch aus gewichtigen religiösen Gründen bisher noch keinen ''-«Mn,, auf Koscherwein ertheilte. Der Hechscher, den er mit der Unterschrift „Mordechai Frankl" seinen irregeführten Kunden vorzeigt, rührt nicht von mir her, und hat, wie es vor Jahren bereits publicirt wurde, keinerlei Giltigkeit. B a z i n (Böfing), den 31. März 1903. Rabbiner Ph. Rosenberg.

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