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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-03-27 · 13 (27.3.1903) · page 15

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
13 (27.3.1903)
Date
1903-03-27
Page
– (sequence 15)
Language
German
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Nr. 13 Dr. Bloch's Wochenschrift, Seile 211 Und Gott sprach zu seinem Engel: „Fliege hinab zur Erde, damit die Menschen deine Klarheit sehen und sich ihrer dunklen Handlungen schämen. Sie sollen sich ihrer schämen und das Böse aufgeben. Deine Unkenntniß desselben ist so mächtig, daß auch sie am Uebel vergessen werden." Der Engel lächelte und nahm seinen leisen Flug zur Erde. Und Viele sahen ihn, und wer in sein klares Auge blickte, in dessen Seele wurde es strahlend hell. Und der Unglückliche vergaß seine Trauer und der Verbrecher gedachte nicht der Unthat, die er verüben wollte, und wo der Engel erschien, dort verstummte das Böse; er aber flog weiter und seine Augen vlieben hell wie zuvor, denn nicht kannte er das Uebel. Einmal flog er über der Erde und erblickte einen Mann, der einen Pfad im Walde langsam entlang gehend, dem leisen Flüstern der Baumwipfel lauschte. Plötzlich wandte der Mann sich um und erschrack, denn er sah, daß viele Leute ihn verfolgten. Aber der Engel wußte nicht, warum der Mann verfolgt wurde, so wollte er denn zu dem Unglücklichen hinunterfliegeu und im strahlenden Glanze seiner Reinheit und sanften Unschuld vor ihm erscheinen. In demselben Augenblick jedoch näherte sich der Mann der Wohnstätte eines anderen Menschen, der am Wege saß, und kraftlos vor derselben zusammenbrechend, sagte der Flüchtling: „Ich kann nicht weiter gehen, meine Kräfte sind zu Ende. Man verfolgt mich und wird mich tödten. Gewähre mir unter deinem Dache Schutz und Zuflucht." Und der Andere antwortete: „Ich weiß, wer Diejenigen sind, die dich verfolgen. Ihre Väter und Großväter verfolgten immer die Unschuldigen, indeß meine Ahnen den Schwachen und Gedrückten Schutz und Zuflucht gewährten. Auch ich werde dich schützen. Tritt in mein Haus und suche zu schlafen. Vorerst jedoch laß' mich deine Ketten zerbrechen, wie meine Ahnen dies thaten und mir, in weiterer Folge, zu thun anbefohlen." Und er zerbrach die Ketten und mit kräftiger Hand schleuderte er sie weit von sich und sprach: „Nicht soll das Haus meiner Ahnen und meiner Kinder befleckt werden von den Ketten der Sklaverei!" Und der verfolgte Mann trat in das Hans und schlief ein. Und der Engel hatte Alles gehört und gesehen, aber nichts davon begriffen, denn sein Name war: Unkenntniß. Er neigte sich über den Erschöpften, und die Lippen des Schlafenden umspielte ein Lächeln; in seiner Seele wurde es hell, und sein Schlaf ward tiei und wohlthuend. Dann näherte sich der Engel dem auf der Schwelle seines Hauses sitzenden Gastfreund des Verfolgten. Dieser jedoch bemerkte den Engel der Unkenntniß nicht, denn sein Blick war unausgesetzt auf das Waldesdickicht gerichtet. Er behütete den Schlaf seines Gastes. Da entfaltete der Engel seine Schwingen und flog weiter fort. (Schluß folgt.) Briefkasten. „Gymnasiast". Ein Konitzer Blatt meldet: „Aus der Untersuchungshaft entlassen ist am Dienstag Nachmittag gegen Stellung einer Caution in Höhe von 10.000 Mk. der wegen Einbruchdiebstahls, Urkundenfälschung und Betrugs seinerzeit hier verhaftete 18 Jahre .alte Obertertianer W." — In Könitz gedeihen recht merkwürdige Obertertianer. K. H. W. Jawohl. K. Der Berliner Ernst Schneider, nämlich der bekannte Dreschgraf Pückler hat wegen diverser Ehrenbeleidigungen eine mehrmonatliche Gefängnißstrafe abzusitzen und darum beim deutschen Kaiser ein Gnadengesuch überreicht. Zur Unterstützung dieses Gesuches wurde er mit seinem Einverständnis einem Sanatorium übergeben. Der Zufall wollte es, daß der Chefarzt dieses Sanatoriums ein Professor Dr. Mendelssohn, der Oberarzt ein Dr. Hirsch, der Assistenzarzt gar ein Dr. Cohn ist. Von der Berliner antisemitischen Presse wird dem Grafen sehr verübelt, daß er eine so wenig mit seinen Grundsätzen übereinstimmende Heilstätte aufgesucht hat. So sind sie Alle, Alle. „Ostdeutscher". Wenn die Deutschnationalen sich für das verloren gegangene Mädchen in Budweis so sehr interessiren, so möchten sie sich bei dem Herrn K. H. Wolf nur erkundigen, wer in derlei Dingen vielfache Erfahrungen hat. Auch ein Besuch in der Krngerstraße im Hause Schönerer's dürste sich empfehlen. Anläßlich der herannahenden Peflach-Festtage werden in den meisten Familien Tafelgeräthe, hauptsächlich Eßbestecke, nachgeschafft, und es ist für Jedermann von Jntereffe, eine in diesen Artikeln leistungsfähige Bezugsquelle kennen zu lernen. Wir machen unsere geehrten Leser auf die bekannte reelle Firma Brüder Goldmann „Zur Bcillantenkönigin", Wien, .Adlergasse 3, aufmerksam, woselbst eine reichere Auswahl von echt Silber-, sowie Berndorfer Chinasilber-Eßbestecken, Tafelleuchtern, Sederschüsseln und allen zu Hochzeitsgeschenken geeigneten Artikeln in solider und phantafiereicher Ausführung preiswürdig zu haben ist. Zum bevorstehenden Pessachfeste empfiehlt die Commanditgesellschaft „Karmel", Wien, II 3. Taborstraße 11B ihre garantirt reinen Naiurweine, welche in den jüdischen Colonien in Palästina gebaut und gekeltert sind. Diese Weine sind auch in allen größeren Provinzstädten zu haben und verweisen wir auf das diesbezügliche Inserat in dieser Nummer, in welchem die Depots verzeichnet sind. Wir ersuchen unsere geschätzten Abonnenten um rechtzeitige Einsendung der laufenden Abonnementsgebühr, damit die Zusendung des Blattes keine Unterbrechung erleide. Zur Einsendung der Beträge wolle man die beigelegien Posteriagscheiwe benützen. Die Adminiffrstion der ..Oeyerr. Wochenschrift? Bekanntmachung. Es wird hiemit bekannt gegeben, daß ausschließlich die Mazzoth- Bäckerei des Adolf Schmied! (Friedmann's Eidam), XX., Marchfeldgasse 21 (Verkaufslocal I., Salzgries 19), unter der besonderen Aufsicht des ehrwürdigen Rabbinats der hiesigen israelitischen Cultusgemeinde steht. Wien, am 1. März 1903. Der Vorstand der israel. Cultusgemeinde Wien. Obaroantor tiko Xormtrer und Frau in Klattau geben freuderftillt Nachricht von der g-iüekliehen Geburt eines Töehterchens. Ein in denVierziger Jahren stehender Mann, gewesener Kaufmann. der böhmischen Sprache mächtig, geübt im Schreiben, Correspondenz und Verfassung schriftlicher Aufsätze, in jeder Beziehung vertrauungswürdig, unvers huldet ins Unglück gerathen, bittet seine edlen Glaubensgenossen um Zuweisung eines Postens mit bescheidenem Gehalt. Gütige Zuschriften erbittet: A. N., II., Rueppgasse 15, II. Stock, Thür 24. Jahrg. 1885—1898 der „Oesterreichischen Wochenschriftu, gebunden, werden abgegeben. Gefällige Anbote unter „14“ an die Administration des Blattes Bei der israelitischen Cultusgemeinde in SamhOF (Galizien) ist die Stelle eines Rabbiners vorläufig provisorisch auf 3 Jahre mit einem jährlichen Gehalt von 2400 Kronen und dem üblichen Nebeneinkommen zu besetzen. Derselbe wird auch die Stelle eines Religionslehrers am hiesigen Gymnasium gegen eine besondere staatliche Remuneration erhalten. Bewerber, die die gesetzlich vorgeschriebene Qualification besitzen und den Religionsunterricht am hiesigen Gymnasium in polnischer Vortragssprache ertheilen können, wollen ihre documentarisch belegten Gesuche bis 1. Mai 1903 bei dem gefertigten Cultusvorstande überreichen. Sambor am 23. März 1903. Der ßUltUSVOrStand Meilech Goldberg.

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