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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-02-27 · 9 (27.2.1903) · page 16

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
9 (27.2.1903)
Date
1903-02-27
Page
– (sequence 16)
Language
German
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Sette 144 Dr. Bloch's Wochenschrift. •Jtr. 9 Kriefkasten. P., Frankfurt a. M. Jüngst wurde in Aachen Goethe's „Faust" aufgeführt. Die Darstellung gefiel außerordentlich; nur machte sich bei der Erzählung des „Pfaffen" — die Stelle war dort früher gestrichen — vereinzeltes Zischen bemerkbar. Ein Gegenstück zu Aachen mit dem „Pfaff" im „Faust" (Franks. Ztg. v. ll. ds) bildete Frankfurt mit dem „J u d" im „Faust", denn in der Scene des Mephisto mit Faust, wo ersterer sagt: Die Kirche hat einen guten Magen, Hat ganze Länder aufgefreffen, Und doch noch nie sich übergessen; Die Kirch' allein, meine lieben Frauen, Kann ungerechtes Gut verdauen, erwiderte Faust: Das-ist ein allgemeiner Brauch, Ein Jud' und König kann es auch. Diese Stelle war in Frankfurt g e st r i ch e n, und diese komische Empfindlichkeit mußte genau so thöricht Vorkommen, wie der Fall in Aachen. Der „Faust" des Frankfurter Schauspielhauses, Herr R. Kirch. bemerkt hierzu in der „Franks. Ztg." : „So oft ich den Faust hier gespielt habe, habe ich die Stelle: „Das ist ein allgemeiner Brauch, Ein Jud' und König kann es auch" — gesprochen. Es ist möglich ich glaube sogar, es ist gewiß, — daß Herr Barthel, der v o r Herrn Kirch in Frankfurt den Faust spielte, die Stelle gestrichen hatte. Ich habe mir diesen Strich, wie der technische Ausdruck lautet, „wieder aufgemacht". Aber noch mehr: Ich sage auch im „Kälbchen" als Strahl: „Und so wenig, als es mich kümmern würde, Träumtest Du, ich sei ein Jud'. — S. P. War zur Publication absolut nicht geeignet. Th. B Der Direktor der Anstalt der Schulbrüder in der französischen Stadt Brest, Bruder D u v i a n u s, hat etwas plötzlich eine „Erholungsreise" angetreten. Das Bedürfniß nach Erholung hat offenbar der Schreck verursacht, der den Herrn Director überfiel, als ihm eine Vorladung zum Untersuchungsrichter zugestellt wurde. Zahlreiche Schüler hatten ihn nämlich unzüchtiger Handlungen beschuldigt und die Staatsanwaltschatt stellte indirecte Forschungen über das Liebes- Icben des bratzen.Jugendbildners an. „Bruder Davianus" wird wohl nicht so bald zum Vorschein kommen, richt einmal in den Veröffentlichungen der „Auskunftsstelle". Dr. H. iu Constantinopel. Die Pflicht der Gerechtigkeit und Loyalität gebietet es, auch dem Angegriffenen das volle Ausmaß der Oeffentlichkeit zur Rechtfertigung einzuräumen. Zur gefälligen Beachtung! Wir ersuchen diejenigen unserer Abonnenten, welche noch mit der Abormementsgebühr im Rückstände sind, die zur Eiuhebuug derselben von uns versendeten Postanfträge gefälligst honoriren zu wollen. Die Administration. Junger Mann, Isr., 24 Jahre alt, von der Schuhbranche, mit Jahreszengnissen, der deutschen und böhmischen Sprache mächtig, zu jeder Arbeit willig, bittet um was immer für Posten. Gibt sich mit dem kleinsten Gehalt zufrieden, da er schon 6 Monate postenlos ist. Gefl. Zuschriften unter „Fortuna“ postlagernd, XX. Wallensteinplatz. Distinguirte. streng religiöse Familie wäre geneigt, jungen Mann oder Mädchen in Pension zu nehmen. Comfortables Heim in gesunder Lage mit Bad, Clavier etceventuell Unterricht in modernen Sprachen und Mittelschulfächern durch Mitglieder der Familie. Erstclassige Referenzen. Gefällige Anträge erbeten unter „FAMILIENANSCHLUSS 770“ an die Expedition dieses Blattes. f Bethausverein „Beth Hachneseth“ | III., Untere Viaductgasse 13. Trauungstaxe 32 Kronen. Anmeldungen für Trauungen und Trauungsaufgebote werden entgegengenommen in der Vereinskanzlei, III., Untere Viaductgasse 13, zwischen 1—3 Uhr Nachmittags. Aufruf. Die im Jahre 1878 erfolgte Occupation fand hier blos 2 — 3 Familien eingeborener Israeliten vor, deren Anzahl sich durch Einwanderung von meist mittellosen Glaubensgenossen aus Oesterr.-Ungarn so weit vermehrte, dass die hohe Landesregierung mit Erlass vom 18. April 1896, Zahl 47.446/1 die Constituirung einer israelitischen Cultusgemeinde in Dolnja - Tuzla gestattet und deren Statuten genehmigt hat. Was für die Völker des Westens die Nationalität, ist für di Balkanvölker Religion und Cultus; für diese Ideen bringen sie die grössten Opfer; das Ansehen und die Achtung der Mitglieder einer Religionsgenossenschaft hängt eng zusammen mit. der Würde des Cultus. Nachdem sich aber laut Kostenvoranschlag der Bau eines erhebenden Gottesdienstes würdigen Tempels bei der grössten Einschränkung und Sparsamkeit auf circa 25.000 Kronen stellen dürfte, wir selbst aber bei noch grösserem Opfer diesen Betrag unter unseren wenigen und minder bemittelten hierortigen Glaubensgenossen unmöglich aufzubringen im Stande sind, so sehen wir uns gezwungen, in Anbetracht der exponirten Stellung der eingewanderten Israeliten, der Oultur-Mission, die sie zu erfüllen berufen sind, des Ausspruches unserer Weisen: i nbsn p# nD3Dn rPDD ntfölM DIS, an unsere auswärtigen Glaubensgenossen und Vereine mit der Bitte zu wenden, uns mit einem Schärflein zur Erbauung eines Gotteshauses zu unterstützen, damit uns dieser gottgeweihte Ort eine Stätte der Erhebung und des Zusammenschlusses, ein Feld segensreicher Saat und segensvoller Ernte werde. Spenden bitten wir an den Unterzeichneten Präses zu richten. D o ln j a - T u z 1 a, Bosnien, im Februar 1903. MorlZ LiSSka, Präses der Israel. Cultusgemeinde Dolnja-Tuzla. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse Nr. 4, nächst dem Ring, offerirt in reichster Auswahl Professor Kfimpf’s allgemein beliebte Brautgebetbücher und deutsche Andachtsbücher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borden. Als Barmizwah-Geschenk eignet sich vorzüglich das berühmte Prachtwerter Professor Dr* Julius Fürstfs illustrirte fünf Bücher Moses rr. deutsch. Uehersetzung, erläuternd. Anmerkungen u. 223 Illustr Preis in Prachtband statt fl. 8.50 jetzt nur fl. 3.50. Zu haben in jeder grösseren Buchhandlung oder gegen Einsendung des Betrages direct zu beziehen von Samuel W, Pascheles» Prag, Zeltnergasse 4. Herausgeber nub verantwortlicher Redacteur: Dr. •* Blöd». — Druck von L. Beck' ft Sohu. Wien. Vin.

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