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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-02-27 · 9 (27.2.1903) · page 11

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
9 (27.2.1903)
Date
1903-02-27
Page
– (sequence 11)
Language
German
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Nr. 9 Seite 139 Dr. Bloch's Wochenschrift. Als Herausgeber einer Provinzialzeitung war ich niemals in der Lage, einen den Juden günstigen Artikel in meinem Blatte zu veröffentlichen, denn es wurde mir kategorisch und einfürallemal erklärt: »Mit jüdischen Dingen soll sich die jüdische Presse befassen. Eine russische Zeitung hat sich davon fernzuhalten/ Ich habe eines Tages eine Serie von Artikeln in einerandern liberalen Zeitung veröffentlichen wollen. Meine Arbeit konnte aber aus »von der Redaction unabhängigen Gründen" nicht veröffentlicht werden und ich besitze das Manuscript, welches ich als historisches Document mir aufgehoben habe, bis auf den heutigen Tag noch. Vor einigen Jahren schlug ich einer der hauptstädtischen Zeitungen (welche bekanntlich ohne Präventivcensur erscheinen) vor. sich doch über die Judenfrage auszusprechen. Ich wurde vom Chefredakteur angesehen, als wenn ich nicht recht bei Trost wäre. »Was fällt Ihnen denn ein! So was läßt sich ja gar nicht machen!" Für die »Nowoje Wremja", die mich wegen dieses Schreibens flugs zum Juden stempeln möchte, füge ich hinzu, daß ich ein rechtgläubiger Christ und ein Vollblutrusse bin. Man sieht, welche Machtmittel der in Rußland bestehenden antisemitischen Nebenregierung zur Verfügung stehen. Selbst die Censur stellt sich ungescheut in den Dienst der Judenfresser und verbietet einfach jede Vertheidigung der Juden, während sie andererseits den Antisemiten volle Preßfreiheit gewährt. Constanlinopel. (Synagogengemeinde „Or-Thorah- Askenazim".) An die löbliche Redaction der „Oesterreichischen Wochenschrift", Wien. In Ihrem geschätzten Blatte Nummer 7 vom 13. Februar l. I. erschien eine vom Präsidenten und dem Secretär der »Deutsch - Oesterr. - Israelitischen Cultusgemeinde" Unterzeichnete Constantinopler Correspondenz, in welcher die Ehre unserer Synagogengemeinde »Or-Itiorad-Askenazim", wie die unseres allverehrten Rabbiners Sr. Ehrwürden Dr. D. F. Markus derartig angetastet und verletzt, und die hiesigen Verhältnisse der deutschsprechenden Juden so auf den Kopf gestillt werden, daß wir nicht stillschweigend darüber hinweggehen dürfen. Im Interesse der Wahrheit und der Gerechtigkeit ersuchen wir daher die löbliche Redaction ebenso höflich wie dringend, solgende Berichtigung in der nächsten Nummer Ihres geschätzten Blattes veröffentlichen zu wollen. Es ist nicht wahr, daß die von S. H. Goldschmidt gestiftete deutsch-israelitische Schule und die übrigen in der deutschsprechenden jüdischen Colonie bestehenden wohlthätigen Institutionen der genannten Cultusgemeinde mehr als den übrigen hiesigen Synagogengemeinden angehören. Es ist nicht wabr. daß unsere Synagogengemeinde bald »Achduth", bald „Or-Thorah", bald »Societe de Bienfaisance Germano Israelite" heißt. Wahr ist vielmehr, daß die obenerwähnte Schule, welche dem seligen Baron Goldschmidt nicht nur ein Gebäude, sondern auch eine jährliche Rente von 4-000 Francs verdankt, von einem hier bestehenden Schulvereine, zu dessen Mitgliedern unter vielen andern unserer und anderen Synagogengemeinden unterstehenden auch der hier Unterzeichnete Präsident zählen, erhalten wird, wie zum Theil auch aus dem Gabellagelde, welches die Sephardische Gemeinde nach einem mit dem Chachambaschi getroffenen Uebereinkommen einem »Askenazim"-Comite, bestehend aus Mitglieder» sämmtlicher Synagogengemeinden, einzuhändigen hat. An der Spitze dieses Comitös steht aber nicht Herr Doctor Hoffmann, sondern Herr Jacques Braunstein. Es ist wohl wahr, daß Herr Rabbiner Dr. Markus an der genannten Schule circa 8 Monate thätig war. aber nicht als Lehrer, sondern als Director. Derselbe hat auch in dem Tempel der »Deutsch-Oesterr Cultusgemeinde" seine Antrittsrede abgehalten und denselben erst dann verlaffen, als zu seinem Erstaunen die Orgel am Sabbath in demselben eingeführt wurde. Wahr ist auch, daß Herr Doctor Markus seit August 1901 der Rabbiner unserer Synagogengemcinde ist und daß er noch außerdem von einem unter dem Namen »Achduth", constituirten Vereine, welcher sich aus Mitgliedern sämmtlicher Synagogen zusammensetzt, unterstützt wird. »Loeißtä de Bienfaisance Germano Israelite" heißt jene Commission, die alljährlich einen Ball zu Gunsten unserer hebräischen, der Synagogengemeinde unterstehenden Lehranstalt „Or-Thorah* veranstaltet, wozu auch Se. Majestät der Sultan den Betrag von Ltq. 50 in wohlwollender Weise zu spenden geruhte. Indem wir noch zuletzt darauf Hinweisen, daß die von einem vom k. k. österr.-ungar. Consulate Unterzeichnete Beglaubigung der zu berichtigenden Correspondenz wohlweislich auf die Unterschriften und nicht auf den Inhalt derselben Bezug nimmt, danken wir der löblichen Redaction für die freundliche Ausnahme dieser Zeilen in Ihr geschätztes Blatt im Vorhinein und zeichnen mit vorzüglicher Hochachtung für die Synagogengemeinde »Or- Thorah-Askenazim": der Secretär: Peter Schragger; der Präsident: Jacob S ch a p i r e r. Hebrcw Technical Institute. Die 19. Jahresversammlung dieser so erfolgreichen, praktischen Zwecken dienenden Anstalt, des Hebrew Technical Institute, wurde im Jnstitutsgebäude. No. 36 Stuyoesant Str., abgehalten und die nachbenannten Mitglieder wurden zu Direktoren gewählt : S. Morrill Banner, Benjamin Guggenheim, Frau Ludwig Dreyfuß, Gustave Eckstein, Louis Kain, Abraham Steinam, Samuel Fleischman, Frau Geo. L. Beer. Den Vorsitz in der Versammlung führte Präsident Joseph B. Bloomingdale, welcher in seinem Jahresbericht auf die eigenthümliche Thatsache hinwies, daß das Institut sich in der Straße befinde, welche den Namen eines Mannes trage, der sich als ein großer Feind der Juden erwiesen habe. Auf die Anstalt zurückkommend, heißt es in dem Bericht, daß diese ihrer Aufgabe durchaus gerecht geworden sei, Knaben zu befähigen, den Kampf um die Existenz erfolgreich aufnehmen zu können. Früher sei es dem bestehenden Lehrlingssystem nicht leicht gewesen, sich ohne Schwierigkeiten für ein Handwerk auszubilden. Namentlich habe sich der Unterricht im Herstellen von Werkzeugen und im Zeichnen als sehr werthvoll erwiesen, da jeder einzelne Schüler, der diese Curse absolvirte, sofort Anstellung erhielt. Zum Schluß wird Edward Lauterbach, Maurice Grau und dem verstorbenen Abram S. Hewitt für ihre Unterstützung des Instituts gedankt. Der Vorsitzende des Schulraths des Instituts Morris S. Loeb legte sodann seinen Bericht vor, in welchem er sagt, daß die Anstalt von 211 Schülern besucht werde und daß die früheren Schüler sämmtlich gute Beschäftigung gefunden. Unter den Nichtmitgliedern, welche der Sitzung beiwohnten, waren Edward Lauterbcch, Isidor Strauß und Professor Seligmann von der Columbia U nverfität. Kranzablösungsspenden zu Gunsten der Chewra-Kadischa in Wien l., Seitenstettengasse 4 für arme kranke Glaubensgenossen. Anläßlich des Ablebens der seligen Frau Regine Hirsch: Von Herrn Moritz Karpeles. 1., Ebendorferstraße 8, X 50.—; Herrn Dr. Camil Kraus, II., Obere Donaustraße 73, X 20.; Herrn Samuel Bing, I., Stubenbastei, X 20.—; Herrn Dr. Alex. Bing, X 20. -; Herrn Alois Lemberger, X 30.—; Herrn Jonas Weil, I.. Neuthorgasse 2, X 20.—; Max und Emmy Stern, I., Kohlmessergaffe 5, X 30.—; Oelindustie-0-efeüschaft, I.. Franz Josefs- Quai, X 50.—; Salo und Camilla Cohn, I., Sckottenring 32, X 50.—; Herrn Dr. Joses Stern, X 30.—; Herrn Julius Stern. X 30.—; Herrn Jaques Feitler, I., Johannesgasse 16, X 30.—; Herrn Pros. Dr. F.. X 10.—; Herrn Emil Schäfer und College», IX., Berggasse 22, X 20.—; Herrn Samuel Löwy, IX., Porzellangasse 48, X 10.—; Herrn Dr. Ignaz Stiedry, I., Schottenring 2, X 20.—; Herrn Philipp Stiedry I., Cßlinggasse 4. X 20; Heinrich und Jron Burian, X 20.—; Julius Wolf und Frau, IX., Schwarzspanierstraße II, X 20.—; Herrn kaiserl. Rath Beruh. Pollak, I., Reichsrathsstraße 31, X 20.—; Herrn H. Politzer, I., Franz Josefs-Quai 33, X 10.—; Herrn Hugo Winter, I., Eßlinggasse 18, X 20.—; Herrn Max Eisler, III., Strohgasse 24, X 20.—; Herr und Frau Friedrich Perutz in Prag. X 40.—; Herrn und Frau Richard Perutz in Prag, X 40.—; Herrn und Frau Karl Lechner in Reichenberg. X 20. -; Herrn und Frau Paul Lechner in Prag, X ^0.—; Herrn Moritz Karpeles, I., Ebendorferstraße 8, X 50.—, von Herrn Dr. Camil Kraus, II., Obere Donaustraße 73, X 20.—, von Herrn kaiserl. Rath W. Neuber, VI., Brückengasse 1, X 5.—, von Herrn Samuel Bing, I., Stubenbastei, X 20.—, von Herrn Dr. Alex. Bing X 20.—, von Herrn Alois Lemberger X 30.—, von Herrn kaiserl. Rath Jonas Weil, I., Neuthorgasse 2, X 20.—, von Erni und Max Stern. I., Kohlmessergasse 5, X 30.—, von Oel- Jndustriegesellschaft, I.» Franz Josess-Quai, X 50.—; zusammen X 935.—. Anläßlich des Ablebens des sel. Herrn Moritz Au sch: Von Herrn Oscar Ausch, VH., Burggasse 102, X I.—, von Frau Ninna Rosenspitz, VI., Stumpergasse 60, X 3.—; zusammen X 4.—.

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