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Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift · 1903-01-16 · 3 (16.1.1903) · page 13

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Journal
Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
Volume
20 (1903)
Issue
3 (16.1.1903)
Date
1903-01-16
Page
– (sequence 13)
Language
German
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Nr. 8 Dr. Bloch's WochenfchrM. Sette 45 Wien. Die rühmlichst bekannte Concertsängerin Fräulein Grethe Modlinger. Tochter des verstorbenen hervorragenden Hebraisten und Schriftstellers Samuel Modlinger, veranstaltet Donnerstag den 12. Februar im Saale Ehrbar ihren diesjährigen Leder-Abend. Die geschätzte Künstlerin singt Arien und Lieder von Händel, Pergolese, Schubert, Schumann, Chopin, Grieg und Mozart. Wir empfehlen auf's Wärmste den zahlreichen Besuch des Publicums zu diesem interessanten Lieder - Abend, zumal die junge Dame als mittellose Waise ganz auf ihre Kunst angewiesen ist. Karten sind zu haben bei der Concertgeberin, II/2, Wittelsbachstraße 4, und am Concertabende an der Cassa. Wien. (Eine hundertjährigeFrau.) Frau Katharina Blau, XI., Simmeringer Hauptstraße 45, geboren im Jahre 1803, feiert Sonntag den 18. Jänner dieses Jahres ihren hundertsten Geburtstag. Sie ist die Witwe eines Hausirers, der nach fünfzigjähriger Ehe vor 20 Jahren starb. Selbe wohnt bei ihrer Tochter, ebenfalls einer Witwe, welche 3 Kinder besitzt und sich in der kümmerlichsten Weise fortbringt. Bemerkenswerth ist, daß die Matrone bis zu ihrem 96 Lebensjahre hausiren ging und sich der besten Gesundheit erfreut. Boskowitz. Geehrter Herr Redacteur! Ihr Leitartikel von voriger Woche besprach viele Uebelstände im Judenthume. „Kol Jisroel chanerim“, aber diese Solidarität ist ein privilegium odiosum, wie Sie in Ihrem Blatte oft genug zu constatiren in der Lage sind. Eine active Solidarität gibt es bei uns nicht; die Gesammtheit der Juden in Oesterreich hat keine Vertretung (sämmtliche Juden noch weniger) und die Gesammtinterefsen genießen keinen oder einen sehr precären Schutz. Jede Gemeinde sorgt für ihre eigenen Institutionen und Armen und schaut, daß der Schnorrer ihr Gebiet sobald als möglich verläßt, um eine andere Gemeinde aufzusuchen; gibt sich auch gern damit zufrieden, wenn die eigenen Armen andere Gemeinden heimsuchen. Sollten nicht die Beiträge für allgemeine Zwecke durch percentuelle Zuschläge zur Cultussteuer oder richtiger zu den Staatssteuern von den Cultusgemeinden hereingebracht und an eine Centrale abgeführt werden? Sollte nicht auch die Cultussteuer, ebenso wie die Kirchenbeiträge durch Zuschläge zu den Staatssteuern gedeckt werden? Der jetzige Modus erregt nur die Unzufriedenheit der Cultussteuerträger. Hochachtungsvoll M. Tabor. Bei den jüngst siattgehabten Cultusgemeindewahlen wurden gewählt a) in den Eultusgemeindevorstand die Herren: Leopold Fink, Alois Freund, David Fuhrmann, Bernard A. G u t tmann, Dr. Friedrich Guttmann, Heinrich Guttmann, Karl M e n d l, Moritz P e n! 2 e k, Eduard Stern, Isidor W o d i ö k a; b) in den verstärkten Eultusgemeindevorstand die Herren: Emil F i s ch l, Emanuel G o l d st e i n, Salomon König, Leopold L u st i g, Hugo M e n d l, Siegmund Rein. Dieser Tage hat sich der Eultusgemeindevorstand nachstehend constituirt: Präses: Herr Dr. Friedrich Guttmann; Präses - Stellvertreter: Herr Alois Freund; Tempelvorsteher die Herren: Leopold Fink, David Fuhrmann, Karl M e n d l; Cassier: Herr Heinrich Guttmann; Rechnungsführer: Herr Karl M e n d l. Mähr.-Ostrau. Löbliche Redaction der „Oesterreichischen Wochenschrift", Wien. In Nr. 1 Ihres geschätzten Blattes vom 2. Jänner 1903 befindet sich unter dem Titel: „Witkowitz (Mähren) " in dem Berichte über die dortselbst stattgefundene Chanuka-Feier eine Bemerkung, welche einem, der die hiesigen Verhältnisse nicht kennt, eine falsche Vorstellung von der von den jüdisch-akademischen Verbindungen „Jvria" und »Hessiana" veranstalteten Makkabäer-Feier machen könnte. Ich ersuche Sie daher auf Grund des § 19 des Preßgesetzes um Aufnahme folgender Zeilen in die nächste oder zweitnächste Nummer Ihres geschätzten Blattes: Es ist unwahr, daß die von der „Hefsiana" am 28. December 1902 veranstaltete Makkabäer-Feier eine Concurrenz-Unternehmung für die Chanuka-Feier in Witkowitz war; wahr vielmehr ist, daß die von der „Hessiana" veranstaltete Makkabäer-Feier schon mehr als sechs Wochen vor dem Bekanntwerden einer Witkowitzer Feier in den hiesigen Blättern angekündigt war. Achtungsvoll jur. Rud. Glücklich, Präses der »Hessiana". Bukovar. Bei der am 25. v. M. abgehaltenen Generalversammlung hat der überaus wohlthätige Präses der hiesigen israel. Cultusgemeinde, Herr Victor Baum, wie alljährlich soauch heuer, schon zum 6. Male seines Präsidirens die hochherzige Spende von 2000 Kronen der Gemeinde zur Verfügung gestellt, was mit lebhaftem Beifalle entgegengenommen wurde und wofür ihm die Gemeindevertretung ihren Dank votirte. Bei dieser Gelegenheit wurde auch unserem verehrten Oberrabbiner Herrn Dr. I. Diamant, der sich allgemein großer Beliebtheit erfreut, ohne Ansuchen, auf Antrag des Herrn Präses einstimmig der Gehalt erhöht. Reichenberg. Unsere Gemeinde hatte ein Familienfest in des Wortes wahrster Bedeutung gefeiert, galt es doch, unseren verdienstvollen, langjährigen und allgemein beliebten Tempelvorsteher Herr Eduard Soyka anläßlich seiner goldenen Hochzeit zu ehren. — Bormittags begaben sich die Mitglieder des Vorstandes in die Wohnung des Jubelpaares, um die tiefempfundenen Glückwünsche darzubringen, welcher Aufgabe sich unser verehrter Vorsteher Herr Dr. W. Schnürmacher in glänzender Weise entledigte. Mit zu Herzen gehenden Worten schilderte derselbe das Entstehen unseres Gemeindewesens, an deren Entwicklung der Jubilar seit Anbeginn das regste Jnterefie hatte, was einen Zeitraum von über 40 Jahren bedeutet und überreichte ihm als kleines Zeichen der Dankbarkeit und Werthschätzung einen prachtvollen Pocal, gespendet von den Vorstandsmitgliedern. Tiefgerührt und ergriffen dankte der Jubilar, seiner Freude Ausdruck gebend für die große Ehrung, zugleich aber auch mit dem Versprechen, seine Kräfte nach wie vor dem Gemeindewohl zu widmen. Nachher sprach eine Abordnung des Tempelvereines vor und überbrachte der Obmann-Stellvertreter Herr Dr. Emil Pars nebst aufrichtigsten Glückwünschen den einhelligen Beschluß des Vereines, nach welchem der geschätzte Jubilar als erstes Ehrenmitglied ernannt wurde. Freudig überrascht nahm er das ihm überbrachte, künstlerisch ausgeführte Diplom entgegen und dankte innigst für die erwiesene Ehre. Abends fand im herrlichen Gotteshause, welches von einem freudig gestimmten Publicum gefüllt war, der Festgottesdienst seitens des Chorvereines statt und wurden g sungen Lechuneranenu, componirt von unserem Dirigenten Herrn Julius Fischer, larledoäes von Franz Schubert, gesungen vom Sohne des Jubilars. Weschaunau, gesungen von Herrn Dr. Emil Pars und zum Schluffe ein Duett von Götz. gesungen von den Kindern des Jubilars der Frau Auguste Willner und Herrn Oscar Soyka. Auch unser Obercantor Herr Kestenberg hat an dem Abend sowohl den Wajechuluh, als auch tagsdarauf beim Mittagsgottesdienst den Mseiieberaed als Soli künstlerhaft zur Aufführung gebracht. Den Muffafgottesdienst hat die Gemeinde als Festgottesdienst veranstaltet. Der Tempel war durch Pflanzen geschmackvoll decorirt, ebenso der Sitz des Jubilars mit Blumenguirlanden. Die Mitglieder der Tempelsection haben den Jubilar im Vestibüle erwartet und dann zu seinem Sitze geleitet, währenddem inzwischen die Orgel ein Präludium gespielt hat, und als der Jubilar zur Thora gerufen wurde, saug sein Sohn ein Gebet von Gounod, beim Hinuntergehen der Chor ein geistliches Lied. Der Jubilar beschenkte die Gemeinde mit prachtvollen Paramenten, (Proches, Tischdecken, Polster- und Kanzeldecke), die Kinder schenkten für drei Seforim das Silber, dann eine Soykastiftung auf X 2000.—. Kein Auge blieb trocken, als unser geschätzter Rabbiner Herr Dr. Hoffmann in formvollendeter Rede seinen Segen sprach für stetes Wohlergehen. Beim Einheben sang der Chor äußerst wirkungsvoll das Hodu vom Obercantor Deutsch aus Breslau. Möge es dem geschätzte» Jubilar vergönnt sein, noch viele Jahre seinem Ehrenamte vorzustehen. Arenches (franz. Schweiz). In der hiesigen israelitischen Gemeinde wurde jüngst Herr Max Waffersprung (ein Schüler des Herrn Obercantor S. Tominberg aus Zürich) nach einem Probevortrag einstimmig zum Cantor und Religionslehrer gewählt. _ Feuilleton. Drei K. Novelle von Babette Fried, Prag. (Fortsetzung.) VI. Als am andern Tage Hugo sich anschickte, in's Geschäft zu gehen, und sie lachend fragte, ab der Bersöhnungstag sie nicht auch mit seiner Handlungsweise ausgesöhnt habe, so wandte sie sich stolz von ihm ab, ohne ihn einer Antwort zu würdigen. Kaum hatte er das Haus verlaffen, so packte Paula das Wenige zusammen, was sie an Ausstattung in's Haus gebracht hatte, ließ Alles einem Spediteur übergeben, der Alles in ihre Heimat senden sollte, sie selber ging zum Bahnhofe und fuhr nach Hause zu ihrem Mütterlein. Unkluger hätte das unerfahrene Weib nicht handeln können. Mit diesem Schritte hatte sie wohl jede Gemeinschaft mit dem Verhaßten abgebrochen, aber sie hatte ihm die Macht

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