Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Journal
- Dr. Bloch's oesterreichische Wochenschrift
- Volume
- 20 (1903)
- Issue
- 2 (9.1.1903)
- Date
- 1903-01-09
- Page
- – (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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Sette 33 Dr. Bloch's Wochenschrift. Sfr. 2 Aufruf. Vor zwei Jahren fand sich der gefertigte Tempelverein bestimmt, dem feit Jahren drängenden cultuellen Gebote Folge leistend, seinen nunmehr bestehenden herrlichen Jubiläumstempel zu erbauen, wodurch wir mit dem Herumwandern der Thoras in Zinsbethhäusern für immer ein Ende gemacht haben. Trotzdem der diesfällig präliminirte Voranschlag vorsichtigerweise schon vor dem Bauen völlig gesichert war, und zwar durch unser 38jährig erspartes Vereinsvermögen, durch die auf 30 Jahren aufgenommene Belehnung von 12.000 K, durch die vorgenommenen ersprießlichen Sammlungen bei den Mitgliedern, hochherzigen Mitbürgern, von Großindustriellen bis zum Gewerbetreibenden, den Wiener Sommerparteien von hier und Umgebung als unsere Tempelandachtsfrequentanten, bei mehreren Wiener Financiers, einschließlich und vornehmlich der 6000 K, die uns gewisse Kreise von der Baronin Hirsch, während der Bauaufführung zu erhalten, hoffen ließen, ereilten uns dennoch solche unheilvolle Ereignisse, die die fernere Erhaltung unseres Heiligthums ernstlich in Frage stellen. Die empfindlich schädigende Einbuße von 8000 K, als Folge der urplötzlichen Verewigung Ser Frau Baronin, die unyorhergeahnt eiugetretenen Baucalamitaten, wie auch die seitens der Baubehörde angeordneten Nachtrags- und Ergänzungsbauten, die ebenfalls 4000 K verschlangen, somit die Nachtragsschuld von 12 000 K, die wir gemäß übernommener Pflicht in sechs Monaten zahlen muffen, um Tempel und Talmud-Thoraschule vor verhängnißvoller Feilbietungsgefahr zu retten, zu dem der Allvater uns und dem Juventhume ehestens verhelfen möge, ist es, die uns die Außenhilfe anzurufen bestimmt. Sämmtliche Mitglieder sammt Galtinnen, mit Vorantritt der Kinder als Talmud-Thoraschüler wagen es mit gefalteten Händen und zerknirschten Gemüthes herzinnig flehentlich zu bitten, um eine hochherzige Opfergabe auf dem Gott und Kaiser heilig geweihten Altäre unseres Kaiser Jubiläumstempels und Talmud-Thoraschule, wodurch benanntes zweifaches Heiligthum nicht nur vor der bevorstehenden cultuellen Katastrophe gerettet, vielmehr dieses, dessen Vorderfront die Gedenktafel, folgende Inschrift enthaltend, ziert, als Eigenthum des Tempelvereines erhalten bleibt Trauungstaxen. lsr. Bethaus-Verein Brigittenau. I. Classe . . . . Kronen 200.— II. 130- III. . 80- IV.. .. 40- Anmeldungen bei dem Vereins-Obmann Herrn HERMANN ELTBOGEN. Wien, XX., Rafaelgasse 12. 1091 Salomon Frankl sche Heirats-Stiftung. Aus der obgenannten Stiftung gelangen die einjährigen Zinsen im Betrage von K 400*— an ein armes israelitisches Mädchen, welches sich im Brautstande befindet, zur Verleihung. Die Bewerberinnen haben ihre mit einem Geburts-, Armuths-» Moralitäts- und Brautstandszeugnisse belegten Gesuche bis längstens 15. Marz 1903 im Einreichungsprotokolle der israelitischen Cultusgemeinde Wien, I., Seitenstettengasse 4, 1. Stock, woselbst Gesuchsblanquette während der Amtsstunden (9 bis 12 Uhr Vormittags) unentgeltlich verabfolgt werden, zu überreichen. Auszüge aus den Geburts-, Trauungs- und Sterbe-Matriken der israelitischen Eultusgemeinde Wien sind als Gesuchsbelege nicht erforderlich und genügt die genaue Angabe der betreffenden Daten. Nicht gehörig belegte oder verspätet überreichte Gesuche werden nicht berücksichtigt. Wien, 1. Jänner 1903. Der Vorstand der israelitischen Cultusgemeinde. „Zu Ehren Gottes erbaut im Jahre 1900 zur Feier des 70. Geburtstages unseres allergnädigsten Kaisers Franz Josef I. Liesing bei Wien, im December. Gef. Spenden werden entgegengenommen und in diesem Blatte ausgewiesen von dem Tempelvorsteher Herrn Jacob P a p a n e k in Atzgersdorf. Der Gefertigte, zu deffen Bezirksrabbinat der Cultusverein Liesing gehörte, schließt sich dem obigen Ansuchen wärmstens an. Die Mitglieder benannten Vereines haben die größten Opfer dargebracht, um sich eine würdige Stätte der Andacht und eine Talmud-Thoraschule für ihre Kinder zu erbauen. Nun steht ihnen die Gefahr entgegen, diese heilige Stätte der Andacht und des Religionsunterrichtes, wieder zu verlieren. Indem ich selber den bescheidenen Betrag von 2« Kronen zeichne, gebe ich mich der angenehmsten Hoffnung hin, daß durch das Zusammenwirken edler Helfer diese heilige Stätte erhalten bleiben wird. Dr. A. S ch m i e d l, Rabbiner. Bethausverein „Beth Hachneteth“ III., Untere Viaduetgasse 13. Tnuiuagstaxe 32 Kronen. Anmeldungen für Trauungen und Trauungsaufgebote werden entgegengenommen in der Vereinskanzlei, Hl.. Untere Viaduetgasse 13, zwischen 1—3 Uhr Nachmittags. Samuel W. Pascheies, Verlagsbuchhandlung, Prag, Zeltnergasse Nr. 4, nächst dem Bing, offerirt in reichster Auswahl ProfaasorKiepf’s allgemein beliebte Brantgebetbücher und deutsche Andachtsbücher für israelitische Frauen und Jungfrauen in elegantesten Einbänden, ferner Seiden und Woll-Talesim, Gold- und Silber-Borden. Als Barmizwah-Geschenk eignet sich vorzüglich das berühmte Prachtwerfe Professor Dr. Julius FürsPs illustrirte fünf Bücher Moses m. deutsch, üebersetzung. erläuternd. Anmerkungen u. 223 Illustr. Preis in Prachtband statt fl. 8.50 jetzt nur fl. 3.50. Zu haben in jeder grösseren Buchhandlung oder gegen Einsendung des Betrages direct zu beziehen von Samuel W, Pascheies, Prag, Zeltnergasse 4. E.IND KAFFEE' hlS^MVJNQEN, FÜR KENNER VIL BE3T6rN. Hauptverkaufsgeschäft: Wien, I., Flelschmarkt. 7 Comptoir, Magazine und Fabrik: VII/2, Neustiftgasse 28. Herausgeber stab verantwortlich« Redactarr: Dr. Josef G. Bloch. — Druck vo» L. Beck * Sohn. Men. VUL